Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon Habteuchbittelieb » Sa 19. Aug 2017, 16:11

flow2702 hat geschrieben:
Deren Argument ist - wie hier schon mehrfach gefallen - folgendes: Ein Gebäude, dessen Installation den Anschluss einer Ladestation nicht vorsieht, wird demnächst Werteinbußen verzeichnen müssen. Und das stimmt.

Wir tun grad so, als ob Strom jetzt was absolut neues wäre. Worin liegt dann jetzt eigentlich der Unterschied zwischen einem Gebäude, nennen wir es Industriehalle und einem Gebäude, nennen wir es Mehrfamilienhaus? Stromtechnisch ist bei beiden massig an Stromstärke vorhanden. Ob man in einem Industriegebäude dreistöckig Büro hat und in der Halle 28x 16A und 12x 32A oder für ein Mehrfamilienhaus mit einer TG bei allen Parkplätzen stirnseitig schon mal das 16A Kabel aus der Betonwand hängen lässt? Aber solche Diskussion sind eh nur in Deutschland wirklich machbar.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon Habteuchbittelieb » Sa 19. Aug 2017, 16:14

flow2702 hat geschrieben:
[list][*]Leerrohr hat zu kleinen Durchmesser

Das man jetzt alles an Leerrohren ausmacht ist auch lustig. Betonwände kann man 20 x 40 cm aussparen und mit Brandschutung zwischen den Betonwänden verschließen, die Kabel lässt man über Trafersen laufen. Solche Dinge kann jeder Azubi Architekt handhaben und jeder Azubi Elektro Lehrling installieren.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon ecopowerprofi » Sa 19. Aug 2017, 17:27

Es wird immer wieder vergessen, dass ein Gebäude nicht für 5 Jahre sondern für min. 50 Jahren gebaut wird. Ich bin froh, dass ich vor 34 Jahren einen Anschluss 5 x 1,5² mit Absicherung 16A in die Garage gelegt habe. Damals habe ich garantiert nicht daran gedacht, dass ich da dran mal ein E-Mobil lade. Aber komisch es geht. Auch an ein 60 Jahre altes Kabel 3 x 1,5 mit den Farben rot, grau und schwarz kann man ein Auto mit 3,7 kW laden. Dem Strom sind die Farben egal. Ob ich in 30 Jahren ein WB zum Laden brauche oder es dann irgend etwas anderes ist, ist egal. Hauptsache der Strom kommt an. Auch werde ich in 30 Jahren zum Fahren kaum mehr Energie als Heute brauchen. Eher etwas weniger. Deswegen ist es richtig jeden Stellplatz mit einem Anschluss zu versehen. Der Mieter oder Eigentümer kann dann daran anschließen was er will. Wo der Strom dafür abgezweigt wird, ist nebensächlich. Innerhalb einer Verteilung habe ich alle Möglichkeiten es um zu klemmen. Die EDV macht es mit den Patch-Felder vor. Da kann man sich immer wieder um entscheiden wofür man den Anschluss verwenden will.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon kub0815 » Sa 19. Aug 2017, 23:22

Okay in vielen fällen ist es sinnvoll einen Stromanschluss zu haben aber muss man alles reglementierten und mit Gesetzen zu vesehen? Steckdosen am Stellplatz zur Vorschrift zu machen halte ich für klar überreguliert.

Sollen sie doch den Leuten ein anrecht auf eine Steckdose geben das man sich die installiere darf wenn man will das wäre sinnvoll.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon bm3 » Sa 19. Aug 2017, 23:43

Es geht doch nur darum bei Neubauten Vorsorge zu treffen damit später nicht wieder bei Null angefangen werden muss wenn die Bewohner ihre E-Autos kaufen. Dass mehr E-Autos in naher Zukunft kommen werden ist für mich absehbar. Und da sollte der Staat schon regulierend eingreifen, und wenn es mit Einziehen von Leerrohren funktioniert dann eben mindestens damit.
Die Regierung hat aber leider auch dabei schon versagt.
Ohne staatliche Regulierung (Verordnungen und Gesetze) geht es auch nicht, da gibts ja schon genug Erfahrungen zu. Ist aber trotzdem traurig dass der Staat einen stattlichen Prozentsatz seiner Bürger mit Regulierungen vor ihrer eigenen Dummheit schützen muss.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon ecopowerprofi » So 20. Aug 2017, 00:02

bm3 hat geschrieben:
Ist aber trotzdem traurig dass der Staat einen stattlichen Prozentsatz seiner Bürger mit Regulierungen vor ihrer eigenen Dummheit schützen muss.

So kann man das nicht sagen. Viele haben die E-Mobität noch gar nicht auf dem Schirm bzw. die ist noch weit weg. Konnte ich heute in einem Gespräch mal wieder festgestellen. Erst als ich gesagt habe, dass man ein Haus nicht nur 3 bis 5 Jahre benutzt sondern 50 bis 100 Jahre und man in 20 bis 30 Jahre 50% E-KFZ haben könnte, wurde dem Kunden bewusst, dass man beim Sanieren es doch berücksichtigen sollte. Mein vor der Tür stehender ZOE hat dann doch das seine auch dazu beigetragen. Auch lief Heute im WDR ein Bericht über das Camp der Braunkohle-Gegner. Was standen da für Fahrzeuge rum? Alte Diesel und Benziner. Das ist keine Dummheit sondern nur geistige Trägheit. Die Meisten können sich nur mit einem Thema gleichzeitig beschäftigen.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon PharmaJoe » So 20. Aug 2017, 13:36

ecopowerprofi hat geschrieben:
So kann man das nicht sagen. Viele haben die E-Mobität noch gar nicht auf dem Schirm bzw. die ist noch weit weg. Konnte ich heute in einem Gespräch mal wieder festgestellen. Erst als ich gesagt habe, dass man ein Haus nicht nur 3 bis 5 Jahre benutzt sondern 50 bis 100 Jahre und man in 20 bis 30 Jahre 50% E-KFZ haben könnte, wurde dem Kunden bewusst, dass man beim Sanieren es doch berücksichtigen sollte.


Deshalb legt auch ein Bekannter, dem ich bei seinem Neubau bezüglich Daten- und Stromverkabelung beratend zur Seite stand, 5x4 oder 5x6qmm in die Garage.
Kann man nur jedem Bauherren bei Einfamilienhäusern raten, darauf zu achten. Da wird - besonders bei diesen schlüsselfertigen Pauschalhäusern - gerne gespart. Bei einem Nachbarn, dessen Haus zwei Jahre alt ist, ist genau ein (1) FI-Schalter für das ganze Haus verbaut. Als im Urlaub mal die Markisensteuerung feucht geworden ist, gab es eine Pfütze unter dem Gefrierschrank.
Ich bin zur Kontrolle ins Haus und war wirklich entsetzt, wie man bei einem nagelneuen Haus sowas bauen kann. Aber der Bauherr hat in der Regel keine Ahnung (ist auch nicht seine Aufgabe) und natürlich entspricht ein Haus mit einem FI für alles den gesetzlichen Anforderungen.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon flow2702 » So 20. Aug 2017, 15:39

PharmaJoe hat geschrieben:
Kann man nur jedem Bauherren bei Einfamilienhäusern raten, darauf zu achten. Da wird - besonders bei diesen schlüsselfertigen Pauschalhäusern - gerne gespart. Bei einem Nachbarn, dessen Haus zwei Jahre alt ist, ist genau ein (1) FI-Schalter für das ganze Haus verbaut. Als im Urlaub mal die Markisensteuerung feucht geworden ist, gab es eine Pfütze unter dem Gefrierschrank.
Ich bin zur Kontrolle ins Haus und war wirklich entsetzt, wie man bei einem nagelneuen Haus sowas bauen kann. Aber der Bauherr hat in der Regel keine Ahnung (ist auch nicht seine Aufgabe) und natürlich entspricht ein Haus mit einem FI für alles den gesetzlichen Anforderungen.


Auf einer Innungsversammlung habe ich mal mitbekommen, wie sich ein Elektriker beklagt hat, dass bei der Finanzierungsplanung (etwa durch Banken) eines Einfamilienhauses für die gesamte Elektroinstallation standardmäßig 2000 Euro angesetzt werden. Seit Jahrzehnten unverändert.
Wenn das tatsächlich stimmt, dann ist dies mit Sicherheit eine Ursache für derartige Probleme. Dann kann halt wirklich nur das absolute Minimum gemacht werden.
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Re: Deutschland hat es (mal wieder) verbockt

Beitragvon 1234567890 » So 20. Aug 2017, 16:00

flow2702 hat geschrieben:
Auf einer Innungsversammlung habe ich mal mitbekommen, wie sich ein Elektriker beklagt hat, dass bei der Finanzierungsplanung (etwa durch Banken) eines Einfamilienhauses für die gesamte Elektroinstallation standardmäßig 2000 Euro angesetzt werden.
Dafür bekommst du gerade mal den Zählerschrank installiert, da darfst du schon noch eine 0 anhängen. Standardmäßig rechnet die Branche mit 4% der Bausumme für die Elektroinstallation, das wissen auch die Banken. Im übrigen sind es nicht die Banken, die die Kredite klein rechnen, sondern die Bauherren. Da platzt bei den Banken so mancher Traum vom eigenen Haus, wenn die Möchtegern-Bauherren erfahren, dass die erträumte Finanzierung zu knapp auf Kante genäht ist und keine Bank das finanzieren will.
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