Batterie des BEV als Speicher für Zuhause nutzen?

Re: Batterie des BEV als Speicher für Zuhause nutzen?

Beitragvon Hugo1974 » So 28. Jan 2018, 11:35

Hallo!
Erstmals Danke für die sehr interessanten Antworten. Nun grundsätzlich interessiert mich jetzt primär V2H. Hierbei ist es aber immer notwendig, dass über das betreffende Protokoll, im deutschsprachigen Raum das CCS, die Kommunikation mit dem Akku stattfindet. Heißt ohne jegliche Kommunikation kann auf den Akku kein Zugriff und somit keine Leistungsentnahme erfolgen?
Wenn jedoch das CCS Protokoll kommuniziert wird, müsste doch auch eine Energieentnahme ohne weitere Bestandteile möglich sein?
Danke & LG
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Re: Batterie des BEV als Speicher für Zuhause nutzen?

Beitragvon Biobauer » So 28. Jan 2018, 11:44

Zunächst mal muss das Auto auch bidirektional könnenn und da ist bei CSS Autos m.W. bidrektional allenfalls angekündigt. Die Asiaten mit Chademo können bereits heute schon teilweise bidirektional, jedoch gibt es keine passende Wallbox zu kaufen.

Angekündigt hat es Sono für den Sion, zumindest der verbaute Laderegler kann bidirektional, ob das jetzt über Typ2 Out geht oder CSS (dann aber AC!) steht noch nicht fest, auch nicht ob es eine "externe Box" braucht, welche die Voraussetzungen für eine Heimnetzanbindung erfüllt.
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Re: Batterie des BEV als Speicher für Zuhause nutzen?

Beitragvon TeeKay » So 28. Jan 2018, 14:13

Biobauer hat geschrieben:
Warum setzt Daimler wohl Smart Akkus VOR der Auslieferung zur Netzstabiliserung ein, wenn das die Zyklen reduziert und abgeblich der Batterie so schadet?

Ist es wohl deren Problem oder deren Profit, wenn die Batterie dann in Kundenhand 3 Jahre eher aufgibt?

ecopowerprofi hat geschrieben:
Der Akkus unserer drei ZOE liegen jetzt schon bei 80 bis 85% bei ca. 35.000 km (ist ja egal da Mietakku, gibt dann bald einen neuen).

Vielleicht hier nicht nur zum Verkaufen mitlesen, sondern auch zum Lernen. Geh zu Renault, lass das BMS-Update machen und du wirst feststellen, dass du 100% hast.
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Re: Batterie des BEV als Speicher für Zuhause nutzen?

Beitragvon iOnier » So 28. Jan 2018, 14:34

Für CCS ist es wohl zumindest in der Theorie spezifiziert, ob es irgendein Hersteller bislang in der Firmware seiner Autos implementiert ist mir nicht bekannt (eine Webrecherche hat mich nicht weitergebracht).

Bei CHAdeMO weiß ich, dass es von Nissan beim Leaf wie beim E-NV200 unterstützt wird und von Mitsubishi beim i-MiEV (ab Baujahr 20??), von PSA bei den frz. Geschwistern des i-MiEV deutlich später, wohl ab BJ 2017.

Das Ganze scheint auch für die Profis (hier: mobilityhouse) immer noch sehr experimentell zu sein.

Immerhin bewegt sich da wohl einiges und wird voraussichtlich in nicht allzu ferner Zukunft marktreif sein.

Evtec bietet ein System für CHAdeMO an, Preis wohl nur auf Anfrage. "Billig" wird's nicht sein.

@Teekay:
Biobauer hat geschrieben:
Warum setzt Daimler wohl Smart Akkus VOR der Auslieferung zur Netzstabiliserung ein, wenn das die Zyklen reduziert und abgeblich der Batterie so schadet?

Ist es wohl deren Problem oder deren Profit, wenn die Batterie dann in Kundenhand 3 Jahre eher aufgibt?

Lagerhaltung muss betrieben werden, ein "Frischhalten" des Akkus (Schutz vor Tiefentladung) ist erforderlich, einen Akku ständig über ein Ladegerät automatisch in einem bestimmten SoC-Bereich zu halten kostet nur, ihn mit flachen Ladezyklen zu "belasten" schadet ihm kaum und nützt zusätzlich.
Gruß
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Re: Batterie des BEV als Speicher für Zuhause nutzen?

Beitragvon iOnier » So 28. Jan 2018, 14:37

ecopowerprofi hat geschrieben:
Der reine Akku kostet bei uns so ab ca. 2500,-€ für 10 kWh Nutzkapazität.

Bleiakkus? Hätte ich hier etwas Probleme mit Volumen und Aufstellort (Belüftung).
Gruß
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Re: Batterie des BEV als Speicher für Zuhause nutzen?

Beitragvon cpeter » So 28. Jan 2018, 14:41

Hugo1974 hat geschrieben:
Wenn jedoch das CCS Protokoll kommuniziert wird, müsste doch auch eine Energieentnahme ohne weitere Bestandteile möglich sein?

Du brauchst auf jeden Fall ein Gerät, das CCS bzw. CHAdeMO beherrscht und mit dem Gleichstrom vom Akku etwas anfangen kann. Ein Wechselrichter ist nötig, der die variable DC Eingangsspannung in eine normgerechte, mit dem Netz synchronisierte Wechselspannung umwandelt. Die Akkuspannungen von aktuellen Elektroautos liegen bei ca. 400 V DC, neuere Fahrzeuge könnten auch 800 V haben (z.B. Porsche Mission E).

Vielleicht ist der folgender Erfahrungsbericht mit einem Setec interessant. Das ist allerdings kein volles V2H, sondern nur „Vehicle-to-Steckdose“.

http://freydanck.de/2017/05/30/entwicklungshilfe-fuer-deutschland/
Seit 01/2017 Nissan Leaf Tekna 30 kWh mit 6,6 kW AC Lader
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Re: Batterie des BEV als Speicher für Zuhause nutzen?

Beitragvon bm3 » So 28. Jan 2018, 15:05

TeeKay hat geschrieben:
...
Den E3DC Speicher gibts aber schon, Sion ist nur ne fixe Idee von ein paar jungen Menschen ohne Geld. Im Übrigen ist der E3DC Speicher auf viele Zyklen ausgelegt, der Speicher im eventuell irgendwann mal erscheinenden Sion wird auf hohe Energie- und Leistungsdichte und vermutlich Temperaturresistenz optimiert sein. Im Auto braucht niemand 10.000 Zyklen - im Hausbereich schon. Am Ende wird also der E3DC Speicher günstiger sein, während du beim V2G-Sion schon 3x die Batterie tauschen musstest.


Wenn man sich mal die Daten, beispielsweise, von neueren CATL-Zellen anschaut stehen die der Zyklenfestigkeit von Zellen in Hausspeichern in nichts nach. Das kannst du also so nicht mehr pauschalisieren. Auch die Preise die Autohersteller für ihre Zellen aktuell im Einkauf zahlen müssen sind zwischenzeitlich bei nahe 100 $ / kWh angelangt. Grundsätzlich ist damit ein Auto-Akku der auch noch doppelt genutzt werden kann, also auch noch zeitweise als Hausspeicher, bestimmt nicht unwirtschaftlicher zu betreiben als ein reiner Hausspeicher-Akku. Eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall.

VG:

Klaus

editiert:

Bei der Sichtweise sollte man sich auch nicht nur auf "zuhause" beschränken. Ziel muss es sein sein EV nahezu überall, besonders auch beim Arbeitgeber und beim Parken irgendwo in der Stadt ans öffentliche Netz anstecken zu können. Eben V2G, die Abgabe von Regelleistung ans öffentliche Netz sollte entsprechend honoriert werden, die kostet die Netzbetreiber ja auch Geld. Alles, auch der Mindest-SOC, der im Akku noch verbleiben soll oder ob jemand überhaupt an V2G teilnehmen möchte oder alternativ nur laden möchte könnte problemlos vom jeweiligen Autofahrer vorgegeben werden. Autos stehen zu über 95% ihrer Zeit irgendwo.
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Re: Batterie des BEV als Speicher für Zuhause nutzen?

Beitragvon iOnier » So 28. Jan 2018, 16:08

bm3 hat geschrieben:
Bei der Sichtweise sollte man sich auch nicht nur auf "zuhause" beschränken. Ziel muss es sein sein EV nahezu überall, besonders auch beim Arbeitgeber und beim Parken irgendwo in der Stadt ans öffentliche Netz anstecken zu können. Eben V2G, die Abgabe von Regelleistung ans öffentliche Netz sollte entsprechend honoriert werden, die kostet die Netzbetreiber ja auch Geld. Alles, auch der Mindest-SOC, der im Akku noch verbleiben soll oder ob jemand überhaupt an V2G teilnehmen möchte oder alternativ nur laden möchte könnte problemlos vom jeweiligen Autofahrer vorgegeben werden. Autos stehen zu über 95% ihrer Zeit irgendwo.

Genau :-)
Die V2G-Stationen werden aber nicht "günstig" zu haben sein; insofern sehe ich "beim Parken irgendwo in der Stadt" nicht. Außer zu Hause und beim Arbeitgeber kämen vielleicht noch P&R-Parkplätze in Frage, wo Pendler halt regelmäßig stehen. Und da müsste man sich geeignete Standorte schon sehr genau herauspicken.
Gruß
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Re: Batterie des BEV als Speicher für Zuhause nutzen?

Beitragvon Biobauer » So 28. Jan 2018, 16:14

cpeter hat geschrieben:
Du brauchst auf jeden Fall ein Gerät, das CCS bzw. CHAdeMO beherrscht und mit dem Gleichstrom vom Akku etwas anfangen kann.


Jeder Batteriewechselrichter, der Hochvolt beherrscht, kann DC nach AC netzkonform wandeln, z.B. der SMA SB Storage für ca. 1000 € (bei 2,5 kW).

Kostal hat gerade einen neuen Hybrid WR angekündigt, der auch Hochvolt kann (Plenticore). Ich habe mit dem Vertrieb und Technik von Kostal telefoniert (die machen immerhin auch viel "automotive") und habe gefragt, ob ein bidirektionales Protokoll zum Anschluss von Chademo Autos geplant sei. Antwort sinngemäß "was eine aberwitzige Idee, das will doch keiner".

Irgendwie scheinen die da etwas zu pennen, eine DC Wallbox, die nur laden kann, kostet 12000 €. Eine Wallbox, die AC 11 kW nur laden kann und das abhängig von der PV Stromerzeugung gesteuert, kostet auch schon 2000 €.

V2G sehe ich als Zukunftsmusik, hat nicht soeben Caterva mit der Idee Primärregelleistung aus Hausspeichern zu liefern, Insolvenz angemeldet.
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Re: Batterie des BEV als Speicher für Zuhause nutzen?

Beitragvon TeeKay » So 28. Jan 2018, 16:50

Bei eBay.com ist seit geraumer Zeit ein gebrauchter Computer mit Windows CE im Angebot, der als Entwicklungsumgebung für Chademo Säulen gedacht war. Damit sollte sich zumindest ein Chademo V2G Eigenbausystem realisieren lassen. 1100 USD sind aber auch wieder weit weg von günstig. Dazu noch einmal 1000 USD für das Kabel. Selbst wenn wir Entwicklungszeit unbeachtet lassen und davon ausgehen, dass schon ein Batteriewechselrichter vorhanden ist, wird das ziemlich teuer. Und am Ende hat man ein System, das nur mit i-Miev und Leaf funktioniert.
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