Ladenetzwerk "Schneller laden 2.0" mit 43kW Typ2

Ladenetzwerk "Schneller laden 2.0" mit 43kW Typ2

Beitragvon TeeKay » Mi 2. Jul 2014, 20:52

Renault scheint sich beharrlich zu weigern, ein 43kW-Netz aufzubauen. Auch Drittanbieter wie The New Motion sehen keinen Bedarf. Die EV-Fahrer der ersten Stunde zeigten mit dem Drehstromnetz, dass jeder einzelne mit kleinen Investitionen zu einem großen Netz beitragen kann. Was fehlt, ist eine Anpassung an den aktuellen Standard bei AC-Ladung, ein Typ-2-43-Netz an Autobahnen, durchgängig mit 43kW Typ2. Das kann für 350.000 Euro entstehen.

Welche Kosten kämen dabei auf uns zu: 12.900km Autobahn. Ein Lader alle 100km macht 130 Lader.

Der litauische Anbieter Elinta verkauft 22kW-Wallboxen für 650 Euro und bietet optional auch 43kW an (ohne FI Typ B). Sagen wir, dass wir bei Abnahme von 130 Stück auch den 43er für 650 Euro bekämen. Dazu kommen 100 Euro für einen abschließbaren Kasten. So sind wir bei rund 100.000 Euro Investitionskosten nur für die Wallboxen. Rechnen wir weitere 1.000 bis 2.000 Euro für einen separaten Netzanschluss, sofern nötig. Die Suche nach Standorten in Autobahnnähe würde jeder selbst übernehmen. So landen wir bei 350.000 Euro für ein deutschlandweites Netz mit 100km Abstand.

Finden wir 175, die jeweils 2.000 Euro investieren, kann das Netz entstehen. Finden wir 350, die jeweils 1.000 investieren, kann das Netz entstehen. Die jährlichen Kosten für Zähler und Strom des Netzes würden im ersten Jahr geschätzt und auf alle Mitglieder umgelegt, sie wären im Voraus zu bezahlen. Authentifizierung geschähe wie beim Drehstromnetz per einheitlichem Schlüssel.

Die Premium-Variante würde die Abrechnung per The New Motion beinhalten. Das halte ich für wesentlich zukunftsfester, ist aber anfangs teurer. Das Netz stünde allen offen und die Betreiber könnten trotzdem ihre Kosten refinanzieren.

Wenn wir Standorte finden, bei denen sich der vorhandene Hausanschluss kostengünstig aufrüsten lässt, wären die Kosten geringer. Die Installation der Wallboxen könnten im Typ-2-43-Netz organisierte Elektriker übernehmen. In meiner Verwandtschaft wären schon 2.

"Unser" Vorteil ist, dass wir bei eventuell defekten Wallboxen praktisch im ganzen Land normale Typ2 Ladesäulen als Backup haben. Dann dauert die Ladung einmal eine Stunde statt 30min. Bei den DC-Ladern sind es 5-8h statt 30min, wenn eine DC-Säule defekt sein sollte.

Zukunftsmusik ist das mögliche Upgrade des 43kW Typ2-Netzes auf DC-Technik. Doch die Kosten sinken beständig. Es fehlen nur noch ein paar Jahre, dann kann ein 43kW-Gleichrichter für wenige Tausend Euro neben die 43kW Typ2-Wallbox gehängt werden. Wer Gleichstrom laden will, authentifiziert sich am Typ2-Lader und verbindet das Kabel mit der DC-Wallbox. Dann kann mit 43kW Chademo oder CCS geladen werden.
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Re: 43kW Drehstromnetz 2.0 von und für Zoe-Fahrer

Beitragvon Robert » Mi 2. Jul 2014, 21:02

Da wäre ich prinzipiell dabei. Ich habe mich mittlerweile 1 Jahr lang von den "Big Boys" (Renault, Smatrics, diverse EVU, emobility Projekten) verarsch*Piep*en lassen. Da geht nichts weiter. Deswegen errichte ich jetzt selber einen echten Schnelllader. Und wenn das Teil gut ist und aus Litauen kommt, auch in Ordnung.
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Re: 43kW Drehstromnetz 2.0 von und für Zoe-Fahrer

Beitragvon umberto » Mi 2. Jul 2014, 21:05

Grundsätzlich gute Idee, wobei die Installationskosten vielleicht etwas zu niedrig angesetzt sind.

Allerdings: so was Hochzuziehen ist ein Vollzeitjob und elektrisch ggf. vielleicht nicht so einfach (z.B. unser Haus Bj. 88 ist nicht mal 22 kW tauglich).

Diese Aufbauarbeit kann eigentlich nur ein Privatier mit Sendungsbewußtsein leisten...gibt's den?

Gruss
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Re: 43kW Drehstromnetz 2.0 von und für Zoe-Fahrer

Beitragvon eDEVIL » Mi 2. Jul 2014, 21:23

Wenn Ihr es hin bekommt so eine 43KW Box für 650 EUR Brutto zu organisieren, bin ich dabei auch wenn ich mit meinem Aktuellen schnarchladenden Leaf davon nix habe. Wer weiß, ob ich mir noch ne elektrisierende Französin anlache 8-)

Kernanforderung an so ein Box ist aber, das man mit einfachen Mittel ein Lastmanagemnt hin bekommt, da ein sehr großer Teil der privaten Hausanschlüsse (EFH) nicht ohne Weitere Kosten >63A liefern wird.

Wenn man das aber mit ner einfachen Smartmetering-Lösung kombiniert, die ja für viele auch so interessant ist, könnte man den Ladestrom ggf. dyn. Drosseln.

Interessant wäre mal ne Ladekurve von Zoe von fast leer bis fast voll. Wie lange werden denn >30KW gezogen?

@Umbi müßte man ggf. checken. Wenn eine neue Zuleitung fällig wäre, macht das bei Dir dann eben keinen Sinn. Wie meinst Du das mit dem Vollzeitjob? Mit "Schwarmintelligenz" kann man das gut aufteilen.

Bei mir müßte z.B. nur mal jemand offiziell drüber schauen (ich kann es, aber darf es nicht) bzw. das macht dann mein Haus und Hof Elektriker auch noch für kleines Geld mit.

Zum Thema pot. wichtige Standorte wäre ein entsprechende Karte gut. Als Inspiration könnte man ja meine nehmen: Chademo Infrastruktur selbst in die Hand nehmen?

Wenn man bei ~1000 EUR inkl. installation landet, spielen die Kosten auch nicht mehr ganz so eine Rolle, da man für viele Standorte Typ2-Lader gewinnen könnte bzw. notfalls einen Deal machen kann, das man z.B. 100-200 EUR dazu gibt, um den Aufpreis von normaler Typ2 22KW auf die 43KW abzufangen bzw. diese zu einem vergleichenbaren Preis anbietet.

Wenn man sich an TNM ankoppeln kann, wäre das organisatorisch am besten. Sind dann wzar 4 EUR netto, pro Säule und jahr, aber man sollte die zeit nicht unterschätzen und so hat man auch gleich ein schönes Logging mit dabei.
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Re: 43kW Drehstromnetz 2.0 von und für Zoe-Fahrer

Beitragvon TeeKay » Mi 2. Jul 2014, 21:36

Darum soll es ja einen separaten Hausanschluss geben. Dann kann man sich FI Typ B, Probleme mit der Netzbelastung etc. alles schenken.

Wenns 175 Mitglieder gibt, kümmern sich 175 um ihre Standorte. Beim Drehstromnetz gibts auch keinen Privatier mit Sendungsbewusstsein, sondern hunderte Mitglieder, die sich selbst kümmern. Im Gegensatz zum Drehstromnetz will ich aber keine Box an der heimischen Garage des Mitglieds in Oer-Erkenschwick, Seitengasse 12a, sondern an den Autobahnen. Daher müssten 175 Mitglieder ausschwärmen und Standorte organisieren.
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Re: 43kW Drehstromnetz 2.0 von und für Zoe-Fahrer

Beitragvon eDEVIL » Mi 2. Jul 2014, 22:39

TeeKay hat geschrieben:
Die jährlichen Kosten für Zähler und Strom des Netzes würden im ersten Jahr geschätzt und auf alle Mitglieder umgelegt, sie wären im Voraus zu bezahlen. Authentifizierung geschähe wie beim Drehstromnetz per einheitlichem Schlüssel.

Wie geht man bei einem solchen System mit "power-Usern" um?

Ein separater "Hausanschluss" ist aber ggf. schon mit erheblichen Mehrkosten verbunden, da dort dann meist "gebuddelt" werden muß. Die Säule müßte dann auch Platz für einen VNB-Zähler haben, die TAB erfüllen etc.
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Re: 43kW Drehstromnetz 2.0 von und für Zoe-Fahrer

Beitragvon TeeKay » Mi 2. Jul 2014, 22:52

Anbindung an TNM klappt nur mit der Ladesäule ab 3000 Euro. Wobei ich da noch auf Antwort warte, ob die Säule OCPP unterstützt. Wenn nicht, müsste man erstmal ein Interface erstellen, um die Kommunikation der Säule kompatibel zu machen zu TNMs System. Soweit ich das verstanden habe, ist die Einbindung nur bei vorhandener OCPP-Unterstützung einfach möglich.

Heavy User laden eben mehr als andere. Das ist beim Drehstromnetz auch nicht anders. Wenn man 175 Mitglieder hat, die pro Jahr 3.000km a 20kWh/100km laden, sind das 105.000kWh oder rund 30.000 Euro Stromkosten. Pro Nutzer also 165 Euro + Zählergebühr. Wenn da nun 10 Nutzer bei sind, die 10.000km laden, erhöhen sich die Kosten für alle um 22 Euro. Pro kWh sind das trotzdem nur 31 Cent.
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Re: 43kW Drehstromnetz 2.0 von und für Zoe-Fahrer

Beitragvon ZoePionierin » Mi 2. Jul 2014, 22:56

Vielleicht wäre Crowdfunding eine Option :?:
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Re: 43kW Drehstromnetz 2.0 von und für Zoe-Fahrer

Beitragvon TeeKay » Mi 2. Jul 2014, 22:59

Eher nicht, weil du beim Crowdfunding die Verantwortung an eine zentrale Instanz abgibst, die sich um alles kümmern soll. Der Clou beim Drehstromnetz ist doch, dass es keine starke Zentralgewalt braucht, die alles organisieren muss. Da baut nur eine Person die Drehstromkisten zusammen. Suche passender Installationsorte und Installation selbst übernimmt jeder einzelne.

Schon das Finden von 5 Standorten ist viel zeitaufwendiger, als ich je dachte. Bei 130 Standorten braucht man mehrere Vollzeitangestellte, die sich darum kümmern.
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Re: 43kW Drehstromnetz 2.0 von und für Zoe-Fahrer

Beitragvon eDEVIL » Mi 2. Jul 2014, 23:04

Ja, ohne OCPP wird es dann schon aufwändig - na mal schaun. Denke aber, wenn man dort glaubhaft machen kann, das man innerhalb eines jahre 150 Boxen abnehmen wird, setzt sich da noch einer ran und macht das passend. :mrgreen:
Zudem kann man ja TNM als Abnehmer vermitteln -dann lohnt sich das für die doppelt.

@ ZoePionierin Hast Du sowas schon mal durchgezogen oder kennst jemanden, der da helfen könnte? Denke aber, das das eher etwas für ein DC-Schnellladenetz wäre, da der Initialaufwand erheblich höher ist. Zudem hemmt der Hang zur Kommerzialität dann auch wieder das freiwillige Engagement
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