Skandalöse Plug-In Hybrid SUVs

Re: Skandalöse Plug-In Hybrid SUVs

Beitragvon 150kW » Mi 1. Mär 2017, 17:44

phonehoppy hat geschrieben:
Eigentlich sollte die Hybridtechnik eine Brückentechnologie hin zum reinen BEV sein, d.h. der eigentliche Forschungsaufwand und die Innovationen sollten in diese Richtung gehen. Dies passiert aber nicht...
Weil? Sind Audi e-tron quattro, Mercedes EQ, VW I.D./MEB, Porsche Mission-E keine Forschung und Entwicklung?

phonehoppy hat geschrieben:
Das allein reicht doch schon, um zu sehen, wie ernst es diesen Herstellern tatsächlich mit einer Wende in der Mobilität ist.
Daran sieht man das einige glauben das die Wende in 1-2 Jahren da sein würde/muss. Das ist aber unrealistisch.

phonehoppy hat geschrieben:
Die deutsche Politik ist da besonders groß dabei, weil sie aus Angst vor wirtschaftlichen Nachteilen einfach nur Protektionismus betreibt, ohne zu merken, dass sie längst ein totes Pferd reitet, denn die Batterieherstellung und die Herstellung konkurrenzfähiger Elektroautos und deren Schlüsseltechnologien findet längst woanders statt, gerade aufgrund dieses jahrelangen bewussten Versagens.
Wenn weltweit jetzt sagen wir mal 10-20% E-Autos verkauft werden würden und deutsche Hersteller nichts hätten, würde ich dem Zustimmen. Derzeit ist es aber nicht so.

phonehoppy hat geschrieben:
Wenn nun in China, einem großen Markt für die deutsche Industrie, gesetzliche Vorgaben für einen hohen Elektroanteil gemacht werden, schreien die deutschen Hersteller laut auf und versuchen nun sogar noch durch Lobbyarbeit dort um die Folgen ihrer verfehlten Politik herumzukommen...
Die Chinesen haben ihren Markt mit voller Absicht abgeschottet und fördern mit voller Absicht nur inländische Autofirmen. Mit einem Versagen ausländischer Autofirmen hat das gar nichts zu tun.

phonehoppy hat geschrieben:
Auch ein A3 e-tron ändert daran nichts. Der ist zwar ein effizientes Auto, aber der Ansatz, einfach einen E-Motor neben das Getriebe zu bauen, ist rückwärtsgewandt und kaum innovativ.
Verkauft sich aber trotzdem sehr gut.
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Beitragvon Schüddi » Mi 1. Mär 2017, 18:50

Ich musste eben lachen weil ich zig mal den A3 e-tron unter der Rubrik "Skandalöse Plug-In Hybid SUVs" lesen musste. Mir war der nie so hoch vor gekommen aber dank euch bin ich wieder etwas schlauer!

Phonehoppy meint den e-tron/GTE zu bauen sei nicht innovativ und ein Rückschritt für die Elektromobilität? Zu allererst ist da nicht einfach ein Elektromotor neben ein Getriebe gebaut worden. Ein bisschen mehr kann das Auto dann doch. Um das zu erkennen sollte man sich aber mal damit auseinandersetzen und nicht nur schwarz oder weis sehen. Viele hier stecken so auf ihrem Standpunkt, ihrem Glauben und ihrem Stolz was besseres zu sein mit ihrem sauberen e-Auto das sie völlig Blind für den Rest sind. Es gibt nur saubere e-Autos und Verpester - dazwischen nichts.

Nehmen wir den Audi e-tron. Warum macht der Sinn für die Elektromobilität?
Welche Ängste haben wir, das Autoland schlechthin, wenn wir Elektroauto hören?
- Unzuverlässigkeit
- Reichweitenängste
- Lahm
- keine Lademöglichkeiten
- nicht Alltagstauglich
- usw.
Damit der Mensch sich auf etwas neues einlässt, muss er lernen das es gut ist. Er muss konditioniert werden. Man muss ihm zeigen das das gut ist. Früher hatten Menschen Angst vor Feuer - "wenig später" hatten wir einen Gasherd und heute kochen wir mit Induktion. Ging das von heute auf morgen? NEIN
Jemand kauft sich einen e-tron und merkt OH ich brauche die ganze Woche auf dem Weg zur Arbeit und zurück keinen Sprit - Reichweitenängste weg - und der geht auch noch wie Sau und ist so sehr leise.
Irgendwann fängt man an das gut zu finden, und merkt, das man gar keinen fossilen Motor mehr braucht, und will, und erzählt das weiter.
Und das soll ein Rückschritt sein? Wie lange hat der Dieselmotor gebraucht um sich hier in Deutschland zu etablieren? Das ging auch nicht von heute auf morgen. Wie lange wurde er entwickelt bis er da war wo er heute ist? 50 Jahre? Wie lange gibt es schon AKTIV Elektromobilität in Deutschland? Ich finde es tut sich zur Zeit sehr sehr viel. Lasst die Ingeneure Autos bauen, daran lernen und an "Projekten" wie den e-tron wachsen.

Ich fahre den e-tron bis 2020 und bin mir sicher das mein nächstes Auto, wenn nichts kommt, was mich überragend in eine andere Richtung überzeugen kann - ein Elektroauto wird.
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Skandalöse Plug-In Hybrid SUVs

Beitragvon phonehoppy » Mi 1. Mär 2017, 19:10

Mein letztes Auto war ein A4 und ich habe auch längere Zeit überlegt, einen A3 e-tron als Nachfolger zu kaufen. Aber nach einiger Überlegung sehe ich keinen großen Sinn darin, die Autos noch größer und schwerer zu machen und noch mehr Antriebsaggregate einzubauen, wenn die technischen Vorteile - mal angesehen von der Reichweite - gegenüber einem reinen E-Auto gering sind. Das sieht für mich so aus, als ob man bei den Herstellern einfach beim bewährten bleiben will, und damit in eine Sackgasse läuft. Das ist alles verständlich aus der Sicht der Industrie, jahrzehntelang wurde in die Optimierung von Diesel und Benziner investiert, und es werden satte Gewinne damit eingefahren, mehr denn je. Warum sollte man also auf eine andere Technologie setzen?

@150kW:
Es mag ja sein, dass momentan der Marktanteil reiner E-Autos noch gering ist, aber der Tesla-Hype und die politischen Entwicklungen in China, den USA, aber nun auch einigen europäischen Ländern, wo es bald Fahrverbote für Verbrenner geben wird, machen den Elektroantrieb zu einer disruptiven Innovation, die innerhalb kürzester Zeit den Markt vollständig umkrempeln kann. Die Entwicklung verläuft eben nicht linear, wie es die deutschen Hersteller bisher gewohnt waren, mit langsam steigendem Marktanteil, sondern die Entwicklung wird wesentlich abrupter verlaufen, und wer dann hinten dran ist, wird gnadenlos abgehängt. Wir merken es nur momentan in Deutschland noch nicht, weil bei uns der Fortschritt bewusst gebremst wird, aber in anderen Ländern ist er Umbruch schon nah. Die deutschen Hersteller stellen sich mit ihrer Verzögerungstaktik selber ins Abseits. BMW hat mit dem i-Konzept eine wirkliche Innovation im Petto, aber warum wird dann das nächste größere i-Modell erst für 2021 angekündigt, obwohl die Technologie und sogar ein Kundenstamm schon da ist? Bei VW rechnet man ebenfalls frühestens 2020 mit dem ersten "echten" E-Auto auf Basis einer eigenen E-Plattform, und Daimler baut halbherzig von Tesla gekaufte Technologie in die B-Klasse ein und vertröstet auf 2019. Möglich wäre längst viel mehr, das zeigt unter anderem Tesla, und wir werden schon übernächstes Jahr weitere Start-Ups sehen, die die etablierten Hersteller überholen.

Als die ersten Smartphones auf den Markt kamen, hat auch niemand geglaubt, dass das die Zukunft ist. Aber wo sind jetzt Hersteller wie Siemens, Nokia usw. auf diesem Markt? Das Thema ist aber schon viel älter. Ich komme aus dem Schwarzwald, aus einer Gegend, die traditionell von der Uhrenindustrie gelebt hat. Irgendwann kamen aus Fernost elektronische und Digital-Uhren, und die deutsche Uhrenindustrie war so schnell weg vom Fenster, dass man sich heute kaum noch an sie erinnert. Mit der Autoindustrie wird es ähnlich sein, wenn die großen Hersteller ihre Blockadepolitik nicht bald aufgeben und sich der Zukunft zuwenden.
Zuletzt geändert von phonehoppy am Mi 1. Mär 2017, 22:33, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Skandalöse Plug-In Hybrid SUVs

Beitragvon JoDa » Mi 1. Mär 2017, 19:17

+1 @phonehoppy :massa:
Logisch aufgebaute Zusammenfassung.
Werde ich mir kopieren. :D

-1@ GTE229, 150kW
Zu Eurer Information.
Das Elektroauto gabs schon bevor in Deutschland Herr Otto den Benzinmotor erfunden hat.

Selbst wenn die mächtige Öllobby und die deutsche Autoindustrie es verhindern wollen, wird sich das E-Auto rasch durchsetzen.
Nicht weil es mit der heutigen Akkutechnologie schon dem Verbrenner überlegen ist, auch nicht weil der "Heilsbringer" Elon Musk es so will, und auch nicht weil sich alle Länder ans Pariser-Klimaabkommen halten.

Der Grund ist viel Einfacher:
Weil in China, dem größte Automarkt der Welt, die Bevölkerung in den Megacitys wegen dem unerträglichem Smog jetzt demonstriert. Daher werden IMHO in nächster Zeit in China nur mehr Elektroautos zugelassen. Bei den Zweirädern hat China schon gezeigt, das es möglich ist diese durch Elektromopeds zu ersetzen. (Über 200 Millionen Elektrozweiräder sind dort in Betrieb!)

Daher tangiert mich die Desinformation in den deutschen Medien nur peripher.
Schade nur um die Arbeitsplätze in Deutschland!

Zwei Bilder zum Nachdenken:
NewYork19001913.jpg
Renault ZOE Intense - Neptun grau - seit 9/2014
Bild (inkl. Ladeverluste)
Elektroautos heute schon eine Alternative?
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Re: Skandalöse Plug-In Hybrid SUVs

Beitragvon Naheris » Do 2. Mär 2017, 02:48

Das Problem ist aber, dass das Auto nicht 1900 erfunden wurde, sondern 1881. Es sind also nicht 13 Jahre sondern 32. Auf das Elektroauto gerechnet sind wir also noch vor dem ersten Bild. ;)
Ladeleistung und Übersicht derzeit gängiger EVs (Link im Forum)

Ist: e-Golf 300
War: Passat GTE Bild
... and I paced (#22).
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Re: Skandalöse Plug-In Hybrid SUVs

Beitragvon HubertB » Do 2. Mär 2017, 10:03

Die Entwicklungsgeschwindigkeit hat sich in den letzten 100 Jahren deutlich erhöht.
Twizy seit 3/2015, Zoe 12/2015-11/2017
CF Box 43kW Typ2 Kabel / 22kW Typ2 Buchse / 2x32A CEE / 2x CEE blau
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Re: Skandalöse Plug-In Hybrid SUVs

Beitragvon 150kW » Do 2. Mär 2017, 10:08

phonehoppy hat geschrieben:
Das sieht für mich so aus, als ob man bei den Herstellern einfach beim bewährten bleiben will, und damit in eine Sackgasse läuft. Das ist alles verständlich aus der Sicht der Industrie, jahrzehntelang wurde in die Optimierung von Diesel und Benziner investiert, und es werden satte Gewinne damit eingefahren, mehr denn je. Warum sollte man also auf eine andere Technologie setzen?
Sie setzen doch gar nicht nur auf eine Technologie: Benzin, Diesel, Hybrid, Elektro, Gas, Wasserstoff.

phonehoppy hat geschrieben:
Es mag ja sein, dass momentan der Marktanteil reiner E-Autos noch gering ist, aber der Tesla-Hype und die politischen Entwicklungen in China, den USA, aber nun auch einigen europäischen Ländern, wo es bald Fahrverbote für Verbrenner geben wird, machen den Elektroantrieb zu einer disruptiven Innovation, die innerhalb kürzester Zeit den Markt vollständig umkrempeln kann. Die Entwicklung verläuft eben nicht linear, wie es die deutschen Hersteller bisher gewohnt waren, mit langsam steigendem Marktanteil, sondern die Entwicklung wird wesentlich abrupter verlaufen,...
Nur wenn man es so macht wie in Norwegen oder China, wo der Staat massiv fördert. Fällt die Förderung weg, geht es schnell wieder bergab (siehe China). Reine Fahrverbote ändern eher wenig.

phonehoppy hat geschrieben:
Die deutschen Hersteller stellen sich mit ihrer Verzögerungstaktik selber ins Abseits.
Schau dir mal die Marktanteile an. In Norwegen, Schweden, Niederlande,.. ist VW z.B. der Spitzenreiter bei BEV/PHEV in vielen anderen Ländern (Italien, Finnland, Belgien, Österreich, Portugal,..) ist es BMW.

phonehoppy hat geschrieben:
Möglich wäre längst viel mehr, ....
Klar hätte man schon früher mehr machen können. Für den bisherigen Markt wäre das aber weniger sinnvoll gewesen. Ich denke selbst 2019/2020 ist noch früh.

phonehoppy hat geschrieben:
Als die ersten Smartphones auf den Markt kamen, ....
Der Smartphone Vergleich ist leider ein Apfel Birnen Vergleich.



JoDa hat geschrieben:
Das Elektroauto gabs schon bevor in Deutschland Herr Otto den Benzinmotor erfunden hat.
Dann erinnere dich mal warum es sich damals NICHT durchgesetzt hat. Die Probleme sind nämlich gleich geblieben ;)

JoDa hat geschrieben:
Weil in China, dem größte Automarkt der Welt, die Bevölkerung in den Megacitys wegen dem unerträglichem Smog jetzt demonstriert. Daher werden IMHO in nächster Zeit in China nur mehr Elektroautos zugelassen.
Durch Förderung in einigen Ländern setzt sich das Elektroauto nicht zwangsläufig in allen anderen Ländern durch. Sieht man doch gut an Deutschland. Hierzulande ist es nicht ansatzweise so wie in Norwegen. Und in Norwegen hat VW wie gesagt 29% Marktanteil bei den BEV/PHEV, auf Platz zwei liegt BMW mit 14%. Da hätte ich jetzt wenig Angst das es in Deutschland bei massiver Förderung anders laufen würde.
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