Erfahrung mit dem SMA Sunny Island 6.0H

Solarenergie - Photovoltaik

Erfahrung mit dem SMA Sunny Island 6.0H

Beitragvon Guy » Mo 6. Jan 2014, 22:34

Hatte ja versprochen über meine Erfahrungen mit dem Sunny Island zu berichten. Vorweg, viele sind es nicht, System läuft nämlich noch immer nicht so wie es soll. Dazu später mehr.

Kurze Vorgeschichte:
Nach dem die 19,5 kWp PV vor einem Jahr im Januar ans Netz gegangen ist, die Vergütung liegt also bei etwa 16 Cent pro Kilowattstunde, sollte zeitnah ein Batteriespeicher installiert werden. Angepeilte Kapazität ist etwa 20 kWh LiFePO4 für sub 10k all inkl. Da unser Solarteur noch keine Erfahrungen mit Speicher hatte, war abzusehen, dass der Weg holprig wird, dafür kommt er uns beim Preis allerdings etwas entgegen.

Richtig los ging es leider erst im Herbst, bis die Anlage lief, hat es jedoch noch bis zu den Weihnachtsfeiertagen gedauert. Zum Testen wurde eine Staplerbatterie mit 48 Volt und 500 Ah angeschlossen, die jedoch in den kommenden Wochen / Monaten (ich bin mittlerweile sehr vorsichtig mit Prognosen von Handwerkern geworden) durch eine Lithium-Ionen Batterie mit EMUS BMS ersetzt werden soll. Die Schnittstelle zwischen BMS und SI werde aller Voraussicht nach ich entwickeln, wenn in der Zwischenzeit nicht noch etwas Kaufbares zu einem halbwegs vernünftigen Preis auf den Markt kommt.

Leider läuft der Speicher noch nicht so wie er soll. Unser Solarteur hat entgegen der SMA-Empfehlung einen SO-Zähler mit 400 Impulsen / kWh eingebaut, was bei schwacher Last dazu führt, dass das System ziemlich schwingt. Wenn die Last bei konstanten 500 Watt liegt, schießt der SI auf 3.000 Watt hoch, um im nächsten Moment dann Einspeisung festzustellen und mit dem Laden der Batterie zu beginnen - so macht das natürlich wenig Sinn. Diese Spiel wiederholt sich, bis die Batterie leer ist. Vermutlich sind die Abstände zwischen den Impulsen einfach zu groß, um bei wenigen hundert Watt vernünftig zu regeln. Der Zähler wird nun in den kommenden Tagen gegen den Energy Meter von SMA getauscht, der wohl sekündlich die aktuelle Last überträgt. Hoffentlich löst dies das Problem mit dem Schwingen.

Als schnelle Lösung habe ich noch versucht den Stromzähler (Itron ACE 3000 Typ 260) des Netzbetreibers (E.ON) anzuzapfen. Leider ist die Auflösung dort mit einer Nachkommastelle jedoch noch geringer als die des SO-Zählers, also Sackgasse. Wer den gleichen Zähler hat und ihn mit Arduino auslesen möchte, kann sich bei mir melden, habe mir ein Programm dazu geschrieben.

Werde berichten, sobald es mit dem Energy Meter weiter geht.
Guy
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Beitragvon eDEVIL » Mo 6. Jan 2014, 22:55

Guy hat geschrieben:
Unser Solarteur hat entgegen der SMA-Empfehlung einen SO-Zähler mit 400 Impulsen / kWh eingebaut, was bei schwacher Last dazu führt, dass das System ziemlich schwingt.

Wußte ra nicht, das man sowas noch kaufen kann. Ich habe einen mit 800 Imp./Kwh und der schon ziemlich träge. Mehr als 1000 ist bei Dreiphasigen aber schon selten/teuer. Da meine Grundlast eh bei min 200W liegt, geht das aber fürs reine Logging. Mit Speicher werd ich dann auf D0 gehen.

EMETER10 ist auf jeden Fall ein saubere Lösung, da sehr schnell wg. Speedwire.

Eine vierstellige Summe für 20kwh ist schon ein sportliches Ziel für 20 kwh. Welcher Speicher soll da verbaut werden?
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Re: Erfahrung mit dem SMA Sunny Island 6.0H

Beitragvon Jogi » Mo 6. Jan 2014, 23:05

eDEVIL hat geschrieben:
Mehr als 1000 ist bei Dreiphasigen aber schon selten/teuer.

Bei mir sind 1000er verbaut, Eigentum des Netzbetreibers (mit Funkmodem).
Die können eigentlich nicht soo furchtbar teuer sein...
Ich schau mal nach dem Fabrikat...
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hätte man's ja auch so lassen können.
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Re: Erfahrung mit dem SMA Sunny Island 6.0H

Beitragvon Guy » Mo 6. Jan 2014, 23:15

eDEVIL hat geschrieben:
Eine vierstellige Summe für 20kwh ist schon ein sportliches Ziel für 20 kwh. Welcher Speicher soll da verbaut werden?
Sportlich, ja, aber machbar. Es werden 100 Ah Zellen von Winston, 16SP4. Eventuell gehen wir noch auf 16SP3 runter, dann wird das am Ende sehr deutlich unter 10k Euro liegen. Oberste Priorität hat erst einmal, dass der Speicher endlich so läuft wie er soll.

Der Energy Meter kostet 330 brutto, da müssten Zähler mit 1000 Imp / kWh doch eigentlich günstiger sein, oder?

Das Problem mit SO und den Sunny Island ist halt, dass der SI versucht die Last auf 0 Watt auszugleichen, die Zeit zwischen zwei Impulsen also zwangsläufig gegen unendlich geht. Da dürfte es selbst mit 1000 Impulsen eng werden.
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Re: Erfahrung mit dem SMA Sunny Island 6.0H

Beitragvon Jogi » Mo 6. Jan 2014, 23:30

Guy hat geschrieben:

Das Problem mit SO und den Sunny Island ist halt, dass der SI versucht die Last auf 0 Watt auszugleichen, die Zeit zwischen zwei Impulsen also zwangsläufig gegen unendlich geht. Da dürfte es selbst mit 1000 Impulsen eng werden.

So wird's wohl sein...
SMA rät ja wohl nicht ohne Grund von den Impulszählern ab.
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hätte man's ja auch so lassen können.
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Re: Erfahrung mit dem SMA Sunny Island 6.0H

Beitragvon molab » Mo 6. Jan 2014, 23:30

Ja, mit dem E-Meter schwingt nichts mehr. Das regelt sehr schnell, da kommen auch D0 und S0/1000 nicht annähernd ran. Vor allem, weil das EMeter auch Nullwerte meldet.
BildSmart ED3 Cabrio, Rekupaddel, SHZ, TFL, etc.; Lader: RTP Bettermann + HausBus
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Re: Erfahrung mit dem SMA Sunny Island 6.0H

Beitragvon eDEVIL » Mo 6. Jan 2014, 23:32

1000er gibt es wie Sand am Meer. z.b. DRT428B, aber bei der Investition würde ich nicht anfangen zu geizen.

Ah ok, komplett selber bauen -dann ist das machbar d.h. keine Speicherförderung!?
Welches BMS soll zum Einsatz kommen?
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Re: Erfahrung mit dem SMA Sunny Island 6.0H

Beitragvon mstaudi » Mo 6. Jan 2014, 23:43

Hallo,
ich verwende (allerdings nicht zum schnellen regeln) bis dato mehrere Digitalzähler von Finder (1000imp/kWh)
allerdings kosten die auch was (so ziemlich der günstigste Preis):
http://www.voelkner.de/products/152375/Energiekosten-Messgeraet-Finder-3x230V-65A.html

Die von B + G E-Tech sollen aber für 50€ auch sehr gut funktionieren:
http://www.bg-etech.de/index.php?option=com_content&view=article&id=49&Itemid=5

Allerdings hat man das Problem mit "dem Warten auf den nächsten Impuls" natürlich generell wenn geringe Leistungen gemesssen /geregelt werden. Ich bau mir da in die Software immer ein "Timeout" ein...

Verfolge eure Projekte mit sehr großen Interesse da ich demnächst auch vor dem Problem stehe Auto(s) nach vorhandener Leistung zu laden. Allerdings habe ich vorerst mal den Vorteil dass meine vorhanden Leistung sich nur sehr langsam ändert ( Wasserrad)

Gruß, mstaudi
Mein Gott, bis ich immer reingetippt habe sind schon 5 andere Antworten da :roll: :mrgreen:
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Re: Erfahrung mit dem SMA Sunny Island 6.0H

Beitragvon smarted » Di 7. Jan 2014, 08:10

@Guy:

ich rate Dir zum EnergyMeter von SMA. Die D0/S0 Eingänge sind nur als Kompatibilität vorhanden und eigentlich eher etwas zur Auswertung, als zur Regelung. Das EM sendet die Daten im Sekundentankt und vorallem mit allen Werten. (Scheinleistung, Blindleistung, Wirkleistung, Leistungsfaktoren, Spannung und das auf allen Phasen) Damit ist das Problem behoben.

UND! In wenigen Tagen gibt es auch eine iPhone und Mac App. Aber noch psst :mrgreen:

So hast Du alles genau im Blick, in Echtzeit.

S0 Zähler dienen einfach dem Messen von Arbeit, nicht von Leistung. Dazu müsste der S0 nahezu unendlich viele Impule in einer hinreichend geringen Zeit abgeben. Das ist sinnlos. Hier mal eine Grafik eines S0 GAS-Zählers. Man sieht es, wie sinnlos das ist.
Dateianhänge
gas.png
Smart ED 3rd 12/2012 mit Kaufbatterie, 95,2% Restkapazität am 29.10.2017 (steht ab Mitte des Jahres zum Verkauf)
KEBA KeContact P20 an 6,43kWp PV Ost/West mit Überschussladung
KNX Energieverwaltung
Hausspeicher 21 kWh nutzbar
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Re: Erfahrung mit dem SMA Sunny Island 6.0H

Beitragvon Spüli » Di 7. Jan 2014, 08:42

Moin!
Ich habe den Vergleich von S0 und RS485 über meinen Solar-Logger. Die Abweichungen liegen bei bis zu 5% im Tagesmittel, da gerade bei bei Lastsprüngen die S0-Schnittstelle zu langsam ist. Mit der Reaktionszeit des Sunny wird das dann natürlich noch schlimmer.

Mit einer guten Live-Anbindung können diese Batteriewechselrichter aber den Zähler gut anhalten. Mein Nedap-System wird über einen separaten Dreiphasensensor geregelt. Da steht der Zähler wie angenagelt, so lange genügend Strom von Dach oder Akku vorhanden sind.
Gruß Ingo
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