Einfaches Hausspeichersystem. Wie?

Solarenergie - Photovoltaik

Einfaches Hausspeichersystem. Wie?

Beitragvon DeJay58 » Fr 29. Apr 2016, 10:22

Da ich gerade mit meinem neuen Bleiakku sehr zufrieden bin (den ich für den Betrieb des Fernsehers, Laptopladegerät usw. abends verwende)und der wirklich nicht viel gekostet hat und ich vorallem in absehbarer Zeit einige gebrauchter (Jahre alt) weitere solche geschenkt bekommen werde mach ich mir langsam Gedanken wie ich die einfach und erweiterbar vielleicht als Hausspeicher verwenden könnte.

Ich hab, ich sag mal, erweiterte elektrotechnische Grundkenntnisse, aber nicht auf so speziellem Gebiet.

Daher sind da eine Fragen in mir aufgekommen. Wenn ich so erwas selbst realisieren will ohne mehr als notwendig in spezielle Regeltechnik investieren zu wollen, was brauch ich alles bzw. wie läuft es ab?

Gehen wir von einem hypothetischen Beispiel aus. Angenommen ich hab 2 200Ah Akkus zur Verfügung (ich mach das Beispiel bewuSst klein, es soll ja auch erweiterbar sein) und vor allem geht es mir ja auch um ein einfaches Lastmanagement.

Ich hab also rund 4 kWh Akkukapazität, davon sagen wir die Hälfte zur Verfügung. Wie läuft das jetzt ab?

1: Wäre es besser die Akkus paralell oder seriell zu verbinden? Meine Überlegung, da es ja sicher für alle möglichen Spannungen WR gibt: Paralell wär besser weils einfach zu erweitern ist, weil die Spannung ja gleich bleibt. Oder hätte eine Paralellschaltung bzgl. des Akkus andere Nachteile (außer dickerer Kabel).

2: Welche WR brauch ich für so was? Gibt es welche die mit einem größeren Spannungsbereich als mit einem fixen umgehen können?

3: Könnte man einen einfachen Camping WR (Perfekter Sinusausgang vorausgesetzt) einfach ans Netz klemmen? Was würde dann passieren? Vermutlich wär der WR kaputt, oder? Denke der ist nicht dafür gemacht dass auf der Ausgangsseite eine Spannung anliegt.

4: Wie wird das bei einer Überlast geregelt? Ich stelle mir vor das System für 1 bis max 2 kW Leistung auszulegen (je Akkugröße). Weil ich denke ich will im Grunde nur die Grundlast plus ein paar Spitzen abdecken.
Sollte dann wirklich mal der Herd und das Backrohr dazukommen bräuchte ich entweder einen Umschalter aufs Netz oder würde das gehen, dass der zusätzlich benötigte Strom einfach vom Netz kommt (wie bei der PV) und der WR einfach auf Volllast läuft in der Zeit?
Geht das so eibfach? Also einfach WR anklemmen und fertig?

Was ist noch zu beschten? Gibt es Produkte die ihr mir empfehlen könnt?
Achja einen Laderegler bräuchte ich auch und ein Ladegerät.
Was soll ich da nehmen? Als regler stelle ich mir was Einfaches vor dass bei 14V abschaltet und dann noch was dass die Einspeisung bei 11,8V abschaltet. Aktivieren würde ich den Lader händisch per Fernsteuerung. Das muss nicht sutomatisch gehn, es soll ja nicht zu teuer werden.

Was schätzt ihr würde so was kosten? Einfach gehalten, selbst angeschlossen und verbaut.

Danke schon mal
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Re: Einfaches Hausspeichersystem. Wie?

Beitragvon Tho » Fr 29. Apr 2016, 10:27

Ich kann den Sunny Island empfehlen, aber deiner Beschreibung nach viel, viel zu groß.

Generell, entweder die Anlage läuft parallel, das heißt es wird versucht innen immer soviel einzuspeisen wie sonst von außen bezogen würde, oder es gibt auch Systeme mit Umschaltung. Die können natürlich bei Überlast nur auf Netz schalten, bei parallelen beziehst dann den Rest von außen.

Ich weiß nichtz wie eure Energieversorger dazu stehen, aber bei uns in DE muss alles am Netz angemeldet werden und mit einem Eigenbau kommt man da nur schwer durch.
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Re: Einfaches Hausspeichersystem. Wie?

Beitragvon Guin » Fr 29. Apr 2016, 11:23

Moin,

parallel hat den Vorteil, dass der Gesamtinnenwiderstand sinkt.
Nachteil ist, dass die Spannungen gleich sein müssen, sonst fließen Ausgleichströme, sobald die Spannungen voneinander abweichen (unterscheidliche Ent-/Ladekurve).
In Reihe erhöht sich der Gesamtinnenwiderstand (=weniger abrufbare Leistung). Dafür sind unterschiedliche Spannungen nicht so das Problem.

Wird man nicht eine Kombination aus beidem wählen? Dann kommt man durch "in Reihe" schalten dichter an die Netzspannung ran und durch die parallelen Stränge sinkt der Innenwiederstand wieder.
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Re: Einfaches Hausspeichersystem. Wie?

Beitragvon DeJay58 » Fr 29. Apr 2016, 11:27

Klar. Bei mehr Akkus schon. Jetzt geht es mir mal ums Grundsätzliche, so wie Du mir das gerade erklärt hast (Danke!). Daher mein Beispiel mit 2 Akkus (dass ja erstmals sooo weit auch nicht von der Realität weg sein würde).
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Re: Einfaches Hausspeichersystem. Wie?

Beitragvon DeJay58 » Fr 29. Apr 2016, 11:28

@Tho: ganz ehrlich, mir ist es egal was der Versorger dazu sagt. ;)
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Re: Einfaches Hausspeichersystem. Wie?

Beitragvon Tho » Fr 29. Apr 2016, 11:38

DeJay58 hat geschrieben:
@Tho: ganz ehrlich, mir ist es egal was der Versorger dazu sagt. ;)

:applaus: :thumb:
Schau dir ggf. auch mal die Effekta Hybrid WR oder das "Original" aus Taiwan "MPP Solar" an. ;)
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Re: Einfaches Hausspeichersystem. Wie?

Beitragvon Kelomat » So 15. Mai 2016, 11:13

Das was du machen willst ist alles Technisch möglich aber es ist halt nicht günstig....

Ich würde auch den Sunny Island empfehlen. Für deine Aufgabenstellung würde ich sagen der 3.0M. Der Hat 2,3kW Dauerleistung und ist auch überlastfähig (3kW für 30min).
Der hat auch das Ladegerät mit Laderegler integriert und wird so wie ein PV Wechselrichter ans Netz gehängt.
http://www.sma.de/produkte/batterie-wechselrichter/sunny-island-30m-44m.html#Uebersicht-206166
https://www.youtube.com/watch?v=9mIDjdnJDwE

Am Netzübergabepunkt sitzt ein eletkronischer Zähler der den SI sagt ob geliefert oder bezogen wird und der SI steuert entgegen.

Zu den Akkus:
Für den SI brauchst du 48V. Das sind dann 4stk 12V Akkus in serie aber bitte unbedingt mit gleicher Kapazität und am besten auch mit gleichem Alter denn die Kapazität sinkt auch bei Bleiakkus mit der Zeit.

Generell zu den Akkus:
Wenn du die Akkus in Serie Schaltest dann sollten die einzelnen Akkus immer die gleiche Kapazität haben.
z.B. 4x 100Ah Akkus
Zu diesen kannst du dann natürlich jederzeit erweitern aber wieder mit 4 gleichen Akkus welche wieder in Serie geschlossen werden und parallel dazu kommen
z.B. 4x50Ah Akkus dazu
dann hättest du gesamt 150Ah bei 48V

Solltest du jetzt 4 unterschiedliche Akkus zuhause herumstehen haben dann geht nur ein 12V System und die Akkus Parallel.
Hauptauto: Nissan Leaf 2012er mit isolierter Heizung
Zweitauto (Von meiner Frau): Citroen Saxo Elektro mit Lithiumakkus
Sonst keine fossile Dreckschleuder zur Fortbewegung ;)

Strom kommt von der PV-Anlage ca. 15kW mit Speicher im Keller
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Re: Einfaches Hausspeichersystem. Wie?

Beitragvon Solarstromer » So 15. Mai 2016, 12:16

Hausspeicher mit gebrauchten Elektroautoakkus finde ich klasse :thumb:

DeJay58 hat geschrieben:
2: Welche WR brauch ich für so was?


Ein Netzwechselrichter, der in der Ausgangsleistung regelbar ist. Da ist die Auswahl aber überschaubar.

Der SMA Island wurde ja schon genannt, ist aber eine Lösung überhalb deiner Anforderungen. Hier zusammen mit dem REC BMS und gebrauchten Nissan Leaf Zellen:
http://www.photovoltaikforum.com/speich ... 02414.html

Eine Alternative dazu könnte das Fertigprodukt Nissan xStorage werden, welche gebrauchte Nissan Leaf Zellen verwendet. Ich bin schon auf nähere Informationen darüber gespannt, der Preis hört sich jedenfalls schon mal sehr gut an:
http://www.saving-volt.de/2016/05/nissa ... ause-kommt

Eine Alternative unterhalb deiner gewünschten Lösung wäre vielleicht auf die Leistungsregelung zu verzichten und nur die Grundlast abzudecken. Mit einem kleinen Modulwechselrichter, der immer z.B. mit 100W am Anschlag läuft.
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