Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Solarenergie - Photovoltaik

Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon Vanellus » Mo 12. Dez 2016, 22:41

Noch mal zur Ausgangsfrage. Verstehe ich das richtig?
Aus Erdgas aus der Leitung wird - schwupp di wupp - irgendwie Wasserstoff und den kann man in der Brennstoffzelle sehr schön und effizient zu Wärme und Strom machen? Beides auf sehr niedrigem Niveau.

Auf der verlinkten Seite wird nicht erläutert, dass man Wasserstoff aus Erdgas herstellt mit hohem Energieeinsatz und dass Wasserstoff nicht das einzige End-Produkt ist, sondern CO2 hinzu kommt. Und zwar in einer Menge, die entstehen würde, wenn man das eingesetzte Erdgas unmittelbar verbrennen würde. https://de.wikipedia.org/wiki/Dampfreformierung
Wo ist der tiefere Sinn dieser aufwendigen Prozedur?
Für die Herstellung von Wasserstoff setzt man also eine Menge CO2 frei.
Das eingesetzte Erdgas kommt keineswegs in immer gasdichten Pipelines zu uns. Vieles geht ungenutzt durch Lecks in die Luft und entfaltet dort sein Treibhaus-Potential, der 25mal größer ist als das von CO2.
Warum wird das auf der verlinkten Seite nicht erklärt?
Die Brennstoffzelle ist und bleibt eine sehr ineffiziente komplizierte Maschine, die kräftig zum Treibhauseffekt beiträgt.
Oder verstehe ich das alles falsch?
Gruß
Reinhard
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon m.k » Di 13. Dez 2016, 01:25

Ohne mir angeschaut um was es geht vermute ich eine Festoxidbrennstoffzelle, die funktioniert ein bisschen anders wie eine H2 Brennstoffzelle. Läuft dann direkt mit Erdgas. Eine Dampfreformierung für den Keller kann ich mir recht schwer vorstellen :D
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon Eike » Di 13. Dez 2016, 01:32

Die Heizung von Viessmann hat nen Reformer, läuft also mit H2. Geht also doch im Keller ;) !
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon leonidos » Di 13. Dez 2016, 10:25

Die Brennstoffzelle (es gibt verschieden Typen!) ist keine ineffiziente - und keine komplizierte Maschine.
Voraussetzung ist, sie wird mit Reinstwasserstoff betrieben.
Genau da ist das Problem der Wasserstoffwirtschaft.
Erdgas schwankt in seiner Qualität. Vor allem Schwefelanteile sind ungünstig.
Der Reformer vor der Brennstoffzelle macht aus Erdgas möglichst reinen Wasserstoff.

Das ganze Verfahren wird erst wirklich interessant, wenn wir mittels PowerToGas zum Beispiel überschüssigen Windstrom zu Erdgas machen, dann mittels Erdgasnetz speichern und transportieren und dann im Privathaushalt mit Hilfe von Brenstoffzelle wieder zu Strom machen.
Da es mittlerweile Fachleute gibt, die vorhersagen, dass wir wohl in Zukunft eher einen Überschuss an sauberer, regenerativer Energie haben werden, spielt dann bei obigem Szenario der extrem schlechte Gesamtwirkungsgrad keine Rolle mehr. :D
--
Grüße
Leo

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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon Vanellus » Di 13. Dez 2016, 11:03

Danke für die Infos.
Besonders die Beschreibung von leonidos macht deutlich, dass da mehrfach hin und her und umgewandelt wird: Strom zu Erdgas zu Wasserstoff zu Strom. Da bei jeder Umwandlung aktiv Energie zugeführt werden muss, z.T. sehr viel wegen der erforderlichen Wärme, fällt die Effizienz in großen Schritten in den Keller. Von den Treibhausgasemissionen, die dabei anfallen, ganz zu schweigen.

Der Gedanke, dass man das mit "überschüssigem" Strom machen kann, ist nur auf den ersten Blick überzeugend. Wir haben immer noch einen hohen Anteil an Kohle- und Atomstrom im Netz, den wir gern durch z.B. Windstrom ersetzen wollen. Das können wir auch, wenn er denn endlich nach Süden (ich wohne in SH) abgeleitet werden kann. Hier in SH werden 380 kV-Leitungen gebaut, weiter runter nach Bayern leider nur sehr zögerlich. Jedenfalls sollten wir keine Strukturen aufbauen, die auf "überschüssigen" Strom setzen, denn das wird hoffentlich bald vorbei sein.
Man kann Strom intelligenter nutzen, als ihn über eine "Effizienz-Treppe" nach unten zu vernichten.

Zur aktuellen Zusammensetzung unseres Stroms:
https://www.agora-energiewende.de/de/th ... gorameter/
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon Karlsson » Di 13. Dez 2016, 13:08

Langfristig halte ich diese Power-to-X Ansätze für sehr interessant und wichtig, da wir immer einen saisonalen Ausgleich brauchen werden, der mit Akkus kaum machbar scheint.
Aber ich glaube nicht, dass das was fürs EFH ist.
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon m.k » Di 13. Dez 2016, 14:40

Oh, damit hätte ich nicht gerechnet, dass da eine H2 FC drinsteckt, aber okay.

Also Power to Gas ist bei allem ausser H2 extrem ineffizient, und ob man H2 sooo gerne speichert dann? Kann aber sicher als eine Möglichkeit gesehen werden.

Was CH4 bzw. Erdgas angeht: da ist ganz anderes Potential in fernerer Zukunft, wenn fossil dann mal weggelassen wird: Man kann ungewollte CH4 Quellen verstromen wie Kuhkacke, Mülldeponien, durch Klimawandel freigewordene CH4 Quellen. Ist dann immernoch besser als das CH4 einfach entweichen zu lassen.
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon palim_palim » Di 13. Dez 2016, 17:33

m.k hat geschrieben:

Also Power to Gas ist bei allem ausser H2 extrem ineffizient, und ob man H2 sooo gerne speichert dann?


OK, soweit bin ich auch schon: Wenn Brennstoffzellen im Heizungskeller, dann nur im H2 Betrieb. Aber möchte ich wirklich einen h2-GasTank im Vorgarten stehen haben? Mit Kühlung und Kompressor, der dauernd läuft, Krach macht und Energie frisst?
Und nach ein paar Jahren durch die H2-Versprödung fliegt mir dann alles die Ohren?
Außerdem kann ich mir kaum vorstellen, dass durch Kühlung und Kompression noch nennenswerte Effizienzvorteile übrig bleiben.

Dann lieber eine Erdwärmepumpe + PV-Anlage + Stromspeicher im Keller.
Nissan Leaf + Renault Twizy + 11,1kWp PV
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon Blue shadow » Di 13. Dez 2016, 18:10

Welche probleme handelt mann sich ein, wenn mit erdgas betrieben würde? Was geschiet mit dem reform abfall? Doch besser im Dachs bhkw verbrennen?

Welche verluste kommen vom windrad in flensburg auf dem weg in den freistaat zusammen, der dort in einer wärmepumpe verballert wird?

A. Heutige technik Hochspannungsnetz
B. Gleichstromerdkabel
C. Erdgastransport

Wind2gas kann ne menge kabel überflüssig machen, da die gas versorgung schon steht und gleichzeitig speicher ist. Wenn ich an die ganzen Ölheizungen in unseren Kellern denke...Ade putin..

Meine lösung...outlander auf cng umrüsten und als heizung und speicher nutzen ...
ExKonsul leaf blau winterpack ca 44000 km Spannung und Spass mit Akku und....brusa booster in arbeit...in warteschleife auf upgrade 60 kwh in der Unendlichkeit....akkurex in Plannung muxsan.com...waiting for ewölfchen
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon eve » Di 13. Dez 2016, 19:50

energieingenieur hat geschrieben:
Aufheiz und Absenkprozesse in Neubauten finden sehr sehr langsam statt, anstelle "Ventil auf... 15min spüter glüht der Raum".

Karlsson hat geschrieben:
Natürlich will ich kein 70°C heißes Wasser durch Wandheizkörper in nicht isolierten Nischen jagen, sondern es sind dann schon eher die 26°C im Fußboden.

Sehr interessant dieser Srätt. Als Mietern ist uns aufgefallen, dass unsere Thermostat geregelten Heizkörper enorm heiß werden und ein entsprechend unangenehmes Raumgefühl erzeugen. Sie erreichen eine Temperatur von bis zu 70°C (hab ich mit einem Oberflächenthermometer nachgemessen). Zweimal haben wir der Hausverwaltung diesbezüglich geschrieben, auch, dass das ein Gefahrenpotential für Kleinkinder birgt. Man ist aber nicht einmal darauf eingegangen ( :shock: :?: :evil: )

So müssen wir nun selbst Hand anlegen (Heizungsraum ist frei zugänglich). Ich denke mal Vorlauftemperatur herabsetzen. Muss mich aber erst flüchtig mit der etwas in die Jahre gekommenen Steuereinheit beschäftigen damit ich die Einstellung vornehmen kann.
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