Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Solarenergie - Photovoltaik

Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon Spüli » Mo 14. Nov 2016, 09:27

Moin!
Man sollte schon genau wissen, was man im Haushalt an Wärme und Strom wirklich benötigt. In vielen Fällen werzeugen diese BHKW für ein EFH zu viel Strom. Wenn man Abends vor dem TV oder im Bett liegt dürfte bei den meisten ein Strombedarf von 100-300W herrschen. Zum Laden eines Autos sollten es aber mindestens 2000W sein.
Daher sollte man genau gucken, was man an Wärme oder Strom wirklich benötigt. Die BHKWs können ja sowohl wärme- als auch stromgeführt arbeiten.

Erst wenn man wirklich die Eingangsgrößen kennt, kann man genau berechnen welche Methode wirklich gut geeignet ist. In Neubauten nach KFW- oder Passivhaus-Standart ist der Wärmebedarf so gering, das eine Luftwärmepumpe ausreicht.
Gruß Ingo
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon energieingenieur » Mo 14. Nov 2016, 09:42

Die Brennstoffzellen, die es heute auf dem Heizungsmarkt gibt, haben Leistungswerte von elektrisch 300-700W und thermisch 500-1.000W. Das reicht im elektrischen Bereich wunderbar für die Grundlast, aber im thermischen Bereich nicht. Alle Hersteller verkaufen die Brennstoffzelle immer mit einem Gas-Brennwert-Heizung als Spitzenlastkessel, weil die Brennstoffzelle allein nicht ausreicht. Wärme und Strom werden dabei vollständig aus Erdgas über die Zwischenreformung von Wasserstoff hergestellt.

Wer heute neu baut sollte sich fragen, ob er überhaupt noch ein wasserführendes Heizungssystem im Gebäude benötigt. Bei den guten Dämmwerten heute ergeben sich häufig Heizlasten, die unter 4kW liegen und einer Heizzeit, die vll. grad noch von November bis März geht. Da ist eine Wasserführende Heizung teilweise gar nicht mehr sinnvoll und eine Beheizung über die Lüftungsanlage die ggf. bessere Alternative.
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon leonidos » Mo 14. Nov 2016, 12:58

Eberhard hat geschrieben:
...
und was wollte wohl Helfried sagen!
...


Das du die Signatur Funktion benutzen sollst
für

Eberhard hat geschrieben:
...
Roadster 2.5 Model S P85+ Signature Red
--
Grüße
Leo

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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon leonidos » Mo 14. Nov 2016, 13:03

Vaillant hat mich vor 2 Jahren kontaktiert, ob ich noch Interesse hätte, mich an einem Pilot zu beteiligen.
Als ich dann mitteilte, dass ich eine ZOE fahre und die gerne laden würde, hat der beratende Ingenieur gleich abgewunken.
Die Anschlussleistung der Heizung ist viel zu gering, um ein eMobil vernünftig zu laden.
--
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Leo

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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon eDEVIL » Mo 14. Nov 2016, 13:09

Fool Cell ist aktuell einfach zu teuer.
Wenn so eine Kiste mit 1 kWel 5k EUR kosten würde, wäre es eine Option. Dazu noch einen Heimspeicher mit 5-10 kWh netto. Damit könnte man dann eine kleine Wärmepumpe betreiben, welche in einem Passivhaus auch nicht permanent laufen müsste und somit auch die Ladung des eAuto machbar wäre.

Klar ist Erdgas Fossil, aber man muss isch mla vor augen halten, wo der Strom im winter her kommt. Besser Erdgas Fool Cell, als das ein Braunkohlekraftwerk den Strom für Wärmepumpe und eAuto liefert.

Bei den derzeitigen preis ist das imho Liebhaberei.
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon Karlsson » Mo 14. Nov 2016, 14:13

energieingenieur hat geschrieben:
Wer heute neu baut sollte sich fragen, ob er überhaupt noch ein wasserführendes Heizungssystem im Gebäude benötigt. Bei den guten Dämmwerten heute ergeben sich häufig Heizlasten, die unter 4kW liegen und einer Heizzeit, die vll. grad noch von November bis März geht. Da ist eine Wasserführende Heizung teilweise gar nicht mehr sinnvoll und eine Beheizung über die Lüftungsanlage die ggf. bessere Alternative.

Klingt interessant. Von den Anbietern, bei denen ich bisher war, hatte aber wohl keiner so etwas vorgesehen.
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon energieingenieur » Mo 14. Nov 2016, 19:18

1) Viele haben das noch nicht verstanden... "wir machen das so, wie immer"
2) Da sich nicht alle Heizungsbauer auch mit Lüftungsarbeiten so gut auskennen, sehen sie in dem Wegfall der Wasserführenden Heizung eine Entwicklung gegen ihre Umsatzinteressen.
3) In einem luftbeheizten Haus zu wohnen bedeutet für die Bewohner eine Umstellung auf "die Entdeckung der Langsamkeit". Aufheiz und Absenkprozesse in Neubauten finden sehr sehr langsam statt, anstelle "Ventil auf... 15min spüter glüht der Raum". Es gibt Menschen, die das nicht verstehen können oder wollen und sich im Anschluss über eine kalte Heizung beschweren, obwohl im Wohnzimmer 24°C sind... Nicht jeder will sich diesem Argumentationsstress aussetzen.

Es ist ein bisschen wie bei der Elektromobilität: Wenn das Auto nicht 1.000km Am Stück fahren kann, ist es kein Auto... Alles was davon abweicht ist unsinniges Zeug und per Definition schlecht... - Dass sich die Heizungstechnik in den letzten 50 Jahren weiterentwickelt hat wird da ganz gerne übersehen.
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon bm3 » Mo 14. Nov 2016, 19:30

Ich kann eventuell noch nachvollziehen wenn man in Zukunft mit Sonne Wasserstoff erzeugt, den speichert und dann wieder daraus Strom und/oder Wärme erzeugt. Wobei der Wasserstoff ja so flüchtig sein soll und recht kräftig durch Alles durchdiffundiert. :lol: Das erzählt einem da aber auch niemand freiwillig.
Wenn man mit einer Brennstoffzelle Strom und Wärme aus Gas erzeugt ist das immerhin dezentrale Stromerzeugung mit recht guter Effizienz. Aber es ist und bleibt natürlich rein fossil und hat nichts mit den EE zu tun.Selbstverständlich aber eine der umweltfreundlichsten fossilen Stromerzeugungsarten, genauso wie mit BHKW, ist ja auch dann im Prinzip ein Mini-BHKW.
Solange wir es nicht schaffen Richtung 100% EE weiterzulaufen, so dass das irgendwann mal einigermaßen in greifbare Nähe kommt, und momentan stehen einige Politiker mit System wieder gewaltig dabei auf der Bremse, ist das aber absolut ok sowas zu machen.
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon Bernd_1967 » Mo 14. Nov 2016, 20:45

Wo wir so schön beim Thema sind:
Wie findet man einen sehr guten Energieberater (Ingenieur, also niemand, der mal einen Kurs an der VHS gemacht hat)?
Energieagentur, Energieberatungsstellen?
Will halt noch einiges im Haus einbauen. Evtl. Wärmepumpe, Solar, PV. Hoffe, dass ich unseren Gasverbrauch von 2800l/Jahr auf unter 1000 runter bekommen kann.
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Re: Brennstoffzellenheizung-Meinungen?

Beitragvon Spüli » Mo 14. Nov 2016, 21:12

Zu einer guten Beratung gehört auch immer ein guter Handwerker.
Mit einem ausführlichem Studium einschlägiger Foren kannst Du sicherlich schon etliche Fachleute ausstechen. Aber man muss das große Ganze im Blick behalten. Daher einfach mal die örtlichen Verbraucherberatungen oder Klimaschutzagenturen befragen.
Gruß Ingo
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