Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustrie?

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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon 1234567890 » Mo 11. Dez 2017, 14:58

Bei den meisten Modellen gibt es längere Lieferzeiten, da macht es doch gar keinen Sinn Fahrzeuge auf Halde zu stellen, um die Statistik zu schönen. Die Hersteller wollen, dass diese Fahrzeuge auf die Straße kommen.
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Beitragvon mweisEl » Mo 11. Dez 2017, 15:04

Jan hat geschrieben:
In der Liste steht allerdings nicht, welche Fahrzeuge vom Hersteller selber zugelassen wurden, um die Statistik zu schönen

Hä? Welchen Wert hätte die "Schönung" einer Statistik für den Hersteller? Antwort: gar keine (außer dem Aufwand), da vor knapp zwei Jahren die EU-Superkredits für das Zulassen von Elektrofahrzeugen ausgelaufen sind: "each low-emitting car is counted as 1 car from 2016 to 2019"
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon zitic » Mo 11. Dez 2017, 15:56

Ja, FDP(erwartbar) und Bundesregierung stellt sich dagegen, was soll man da noch sagen. Aber gibt wahrscheinlich noch genug andere Branchen / Unternehmen, die in Berlin mitsprechen.... Ob bei E-Auto oder bei EE - Großteil der Unternehmen, und nicht nur Kleinkleckersdörfler, haben keine Prbleme mit dem Wechsel. Aber die dreckigsten Unternehmen haben wohl immer noch die beste Lobby. Macht wohl auch die Erfahrung und lange Präsenz...

Wer nicht in seiner Blase mit Scheuklappen durch die Welt lebt, weiß ja schon länger, dass man nicht wirklich am Diesel festhalten will in der Branche. Öffentliches Bekenntnis dient halt dazu, dass nicht von heute auf morgen alles zusammenbricht. Da ist relativ gesehen ja auch schon beim Absatz Beachtliches passiert (wenn man sich sachlich die Dimensionen klar macht. Natürlich finde ich es trotzdem zu wenig). Entsprechend habe ich jetzt auch nicht so viel negatives auf Müllers poltrige Statements gegeben. Umso wegweisender dieses Statement. Wundere mich, dass es in den Nachrichten(auch Emobilität/Erneuerbare) bis jetzt wenig aufgegriffen wurde. Sachlich 10 mal interessanter als irgendwelcher B2B-Mietstreit.

Im privaten Umfeld (und das sind bei weitem hauptsächlich "Autoottonormalos") haben von den Dieselfahrern so schon ziemlich viele Abstand vom zukünftigen Erwerb genommen. Wenn man so ein Statement liest, sollte es auch die letzten bekehren. Bleibt eigentlich nur noch Leasing. Restwert spielt wohl heute ohnehin nicht mehr so die dominante Rolle. Mal sehen, was die Leasinggeber sagen und Konditionen die nächste Zeit rausgeben.
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon Karlsson » Mo 11. Dez 2017, 17:18

tomas-b hat geschrieben:
Dann würden sie auch nur rumstehen und keiner würde sie kaufen... Die meisten sind noch nicht so weit, als dass sie mit ihren alten Gewohnheiten brechen würden.

Doch. Nur darf das Maß nicht zu hoch sein. Alle 100km laden ist zu heftig. Aber für Fahrzeuge mit den Daten eines Tesla 3 sind viele bereit. Nicht alle, aber sicher 10x mehr als bisher oder noch mehr.

tomas-b hat geschrieben:
Jetzt kommen die Modelle erst 2020, also 2 Jahre später. Damit auf keinen Fall zu spät sondern vermutlich genau richtig zum großen Durchbruch...

Und das ist zufällig genau dann wenn die hohen Strafzahlungen auf zu hohen Flottenverbrauch kommen.
Irgendwas sagt mir, dass der Durchbruch erst 2025 kommen würde wenn die Strafen auch erst dann kämen.
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon tomas-b » Mo 11. Dez 2017, 17:25

Karlsson hat geschrieben:
Und das ist zufällig genau dann wenn die hohen Strafzahlungen auf zu hohen Flottenverbrauch kommen.
Irgendwas sagt mir, dass der Durchbruch erst 2025 kommen würde wenn die Strafen auch erst dann kämen.

Das dieser Zufall kein wirklicher Zufall ist, darüber brauchen wir nicht diskutieren. Aber die deutsche Mentalität hat den Autoherstellern auch ziemlich in die Karten gespielt bzw. das künstliche Verzögern der Begehrlichkeiten leicht gemacht...

Jan hat geschrieben:
Ich fände es schön, wenn heute auch deutsche Autobauer schon mit toller E Technik glänzen würden, egal, wann der Durchbruch kommt. Wer heute aber E Autos kauft, der kauft bei Renault, Nissan, Kia, Hyundai, oder eben beim König Tesla. Verspielte Zeit also und viele verkaufte E Autos, die nicht von deutschen Herstellern kamen.

Na ja, aber auch die verkaufen lieber ihre Diesel und erschweren den Kauf von Elektrofahrzeugen durch hohe Warte- und Lieferzeiten. Oder verprellen ihre Kunden mit leeren Versprechungen (Siehe Zoe Akkutausch-Verarsche).
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon Karlsson » Mo 11. Dez 2017, 17:39

Jan hat geschrieben:
Wer heute aber E Autos kauft, der kauft bei Renault, Nissan, Kia, Hyundai, oder eben beim König Tesla. Verspielte Zeit also und viele verkaufte E Autos, die nicht von deutschen Herstellern kamen.

Schau noch mal auf die Zulassungen. In den letzten Monaten waren Golf und Smart ganz vorne.
Ich hätte auch gerne einen VW genommen, hätte dafür auch mehr bezahlt. Nur halt nicht so viel mehr wie er teurer war.
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon kub0815 » Mo 11. Dez 2017, 18:45

WAs den Diesel angeht scheint es ja bei VW gerade ein umdenken zu geben.

http://www.manager-magazin.de/unternehm ... 82660.html
Passivhaus Premium, 18kWp PV, Sole WP mit Kühlung über BKA, KNX, 530e 3.2l/100km ~50% Elektrisch, PlugIn-PV Anlage
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon Basslo » Mo 11. Dez 2017, 19:20

Da stimm ich zu. Bin froh dass die EU die Richtung ab 2021 schon mal vorgegeben hat. Die 95g/km ab 2021 ist schon nicht mehr ohne BEV Anteil richtig zu schaffen. Ab 2025 dann nochmals 15% und 2030 ganze 30% weniger als 95g. Als Beispiel BMW müssten sie 2025 einen BEV Anteil von mind. 20% bei den verkauften AUtos in der EU haben um den FLottenverbrauch schaffen zu können.
Das erfordert breite Modellpalette und attraktive Preise zum Verbrenner
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon flieger_flo » Mo 11. Dez 2017, 19:24

m.baumgaertner hat geschrieben:
VW hat das bei den SUV und MINIVAN schon erlebt, da war der Markt aber stabil (d.h. nicht disruptiv). Das wird nun anders, da weitere Player lauern: Siemens, ZF, CONTINENTAL, APPLE, GOOGLE, etc..

Warten wir es ab..


Der Meinung war ich auch lange, aber an Tesla sieht man leider sehr schön, dass es doch nicht so einfach ist, eine Serienproduktion hochzuziehen. Schade egtl. Konkurrenz belebt das Geschäft.

kub0815 hat geschrieben:
WAs den Diesel angeht scheint es ja bei VW gerade ein umdenken zu geben.

http://www.manager-magazin.de/unternehm ... 82660.html


Umdenken? Der ist halt nicht blöd: Subventionen für Diesel gerne abschaffen, wir brauchen Geld für unsere neue Plattform!
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Re: Die letzten Zuckungen der "alten" deutschen Autoindustri

Beitragvon motion » Mo 11. Dez 2017, 22:09

Müller war nie ein Dieselfreund. Er war zuvor CEO von Porsche und hat sich auch vor diesem Vorschlag, kritisch zum Diesel geäußert. Nur ist VW der größte Automobilhersteller der Welt und die Diesel-Motoren sind zum Teil mehr als 50% der Antrieb in den Modellen. Er kann also nicht so schnell die Wende einleiten, wie es ihm lieb ist.

Ich finde es sehr gut, dass Müller sich so deutlich ausgesprochen hat. Was viele immer noch nicht verinnerlichen ist, dass die Fokusierung auf Diesel neben Umweltschäden auch enormen wirtschaftlichen Schaden angerichtet hat

Der Otto-Motor hat deutlich mehr Entwicklungspotenzial als der Dieselmotor. Doch die Neuerungen in Serie zu bringen kostet viel Geld, welches die Diesel-Entwicklung aufgefressen hat. Der Otto-Motor (der nicht nur Benzin sondern auch Gas verbrennen kann) hat noch ein Gesamteinsparpotenzial von über 30%, und das allein ohne Hybrid-Unterstützung! Wenn sich allerdings die Preise von E-Mobilität drastisch vergünstigen, könnte es zu spät sein, diese technischen Neuerungen einzuführen.

In spätestens 5 Jahren spielt der Diesel in PKW keine Rolle mehr. Der Markanteil fällt evtl. schon im Jannuar 2018 unter 30% und da sind noch nicht mal Fahrverbote beschlossene Sache.
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