Die häufigsten Gegenargumente gegen E-Autos

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Re: Die häufigsten Gegenargumente gegen E-Autos

Beitragvon Joe-Hotzi » Fr 14. Sep 2018, 16:33

PV7KWp hat geschrieben:
... daß es sich bei dem "Verpester" um ein CNG-Modell handelte? Dieses kann auch mit regenerativem Treibstoff (Biogas/H2 Gemisch) betrieben werden.

Aj, ja - kann ...
Wie hoch ist doch gleich der Anteil dieses "regenerativen Treibstoffes"?

PV7KWp hat geschrieben:
Um auf die Emissionswerte dieses "Verpesters" zu kommen, muss der Strommix aber ca. um den Faktor 10 sauberer werden. Das sehe ich in D in den nächsten 25 Jahren in D nicht. Bis dahin wäre es vielleicht angebracht, das Wort "Verpester" etwas vorsichtiger zu benutzen?

Unwidersprochen haben gasbetriebene Verbrennermotore einen günstigeren Schadstoffausstoß als Verbrenner mit Sprit. Aber Deine Behauptung ist m.M.n. schlicht weit weg von der Realität. Du darfst mich gern mit Fakten /Quellen /Nachweisen überzeugen.
Ansonsten stelle ich den "CnG-Verpester" maximal auf eine Stufe mit dem E-Auto in Deutschland. Wobei prinzipbedingt in Städten und Ballungszentren trotzdem Lärm und Abgase freigesetzt werden ...
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Beitragvon PV7KWp » Fr 14. Sep 2018, 16:41

AbRiNgOi hat geschrieben:
Wenn Du diese Zahlen nicht kennst, warum kannst Du dann behaupten der BEV liegt hinten

Warum sollte ich diese Zahlen nicht kennen? Es wundert mich, daß du sie nicht kennst?

Batterierucksack: http://www.ivl.se/download/18.5922281715bdaebede95a9/1496136143435/C243.pdf
e-Golf WTW: 102g CO2/km https://www.adac.de/_ext/itr/tests/Autotest/AT5134_VW_e_Golf/VW_e_Golf.pdf
Golf TGI WTW: 98 CO2/km https://www.adac.de/_ext/itr/tests/Autotest/AT5092_VW_Golf_1_4_TGI_BlueMotion_Comfortline_Erdgasbetrieb/VW_Golf_1_4_TGI_BlueMotion_Comfortline_Erdgasbetrieb.pdf
Methan aus Stroh: https://www.verbio.de/produkte/verbiogas/verbiogas-aus-stroh/
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Re: Die häufigsten Gegenargumente gegen E-Autos

Beitragvon Joe-Hotzi » Fr 14. Sep 2018, 16:53

Heisen-Berg hat geschrieben:
Was aber der Prof. Dr. Werner Kirstein sagt stimmt auch.

Nein, leider nicht - zumindest in wichtigen Aussagen nicht.

Da behauptet der gute Mann doch so bei 8:10min, dass jeder Botaniker bestätigen könne, "dass wir uns an der Untergrenze beim CO2-Gehalt befinden" und etwas mehr CO2 in der Atmosphäre eher positive Auswirkungen (vor allem auf das Pflanzenwachstum) habe. Das ist so pauschal gesagt schlicht falsch!
Ja, es gibt Pflanzen, die bei einer höheren CO2-Konzentration besser gedeihen. Aber es gibt eben auch Pflanzen, die auf Störungen beim CO2-Gehalt (auch bei Steigerungen) eher ungünstig reagieren. Auch erschließt sich mir nicht, warum er vorher mehrmals das Gleichgewicht zwischen CO2-Produktion (O2-Verbrauch) und CO2-Verbrauch (O2-Produktion) beschworen hat - wenn es doch angeblich problemlos verschiebbar sei ...

Nein, der gute Man hat mich nicht überzeugt und die schon gebrachten Links zu seinem Auftreten bestärken mich in meiner Meinung und widerlegen seine Behauptungen /Aussagen.
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Re: Die häufigsten Gegenargumente gegen E-Autos

Beitragvon PV7KWp » Fr 14. Sep 2018, 16:57

AbRiNgOi hat geschrieben:
Was hat das mit der Antriebsart zu tun?

Ein grosser Teil dieser Verlustleistung begründet sich auch in der Selbstentladung der HV-Batterie nebst BMS und DC/DC-Wandler für die 12V Batterie.

Auf was ich raus will: Inklusive Lade/Netzverlusten erzeugt alleine dieser standby-Verlust in einem Jahr mehr Strommix NOx/SO2 als der von mir verlinkte Skoda beim Fahren von 14tkm/a!
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Re: Die häufigsten Gegenargumente gegen E-Autos

Beitragvon PV7KWp » Fr 14. Sep 2018, 17:08

Elektrolurch hat geschrieben:
CNG-Serienfahrzeuge gibt es in D seit über 20 Jahren, und es werden irgendwie nicht mehr.

Zuwachsraten Zulassung CNG dieses Jahr im 3stelligen Prozentbereich. Nachzulesen beim KBA.

Elektrolurch hat geschrieben:
Wieviel Methan-Emissionen ich aber direkt und indirekt (z. B. durch Pipeline-Leckagen) verursacht habe, will ich lieber nicht so genau wissen.

Und ich nicht wieviel bei der Kohleförderung anfällt.
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Re: Die häufigsten Gegenargumente gegen E-Autos

Beitragvon Joe-Hotzi » Fr 14. Sep 2018, 17:15

PV7KWp hat geschrieben:
Dazu Gülle, Schlempe, sonstige Abfallsubstrate der Landwirtschaft. Und auch in das Erdgasnetz eingespeister H2 aus Überschusstrom.

Das klingt ja gigantisch - gibts das schon außerhalb irgendwelcher klitzekleiner, massiv steuersubventionierter Vorzeigeanlagen? Oder handelt es sich nicht schlicht um eine mediale Argumentationskrücke ... :shock:
Den "Überschussstrom" gibt es eigentlich nicht, so lange noch konventionelle KWs laufen. Dass ab und an EE-Stromerzeuger (statt konventioneller KWs) abgeregelt werden, liegt schlicht am derzeitigen Srom-Marktdesign und ist nicht etwa physikalisch bedingt oder gottgegeben. Die abgeregelten Energiemengen liegen übrigens unterhalt 0,5% der erzeugten EE-Energie. Damit kannst Du sicher keine Mobilitätswende durchführen ...

PV7KWp hat geschrieben:
Der Unterschied (bei Verwendung von rein fossilem Methan) ist nicht allzu groß, berücksichtigt man den CO2-Rucksack aus der Batterieproduktion (gleiche Reichweite wie CNG-Verpester), liegt das BEV hinten!

Welch forsche Behauptung - so ganz ohne Fakten. Dabei hat doch der Akku gar nicht so einen großen Anteil wie oft medial dargestellt und wird.

Bei der Stromerzeugung geht der Trend ja zu den emissionsärmeren Erzeugungen und bei der Akkuproduktion (dem größten Aufwand, in dem sich das E-Auto vom konventionellem Antrieb unterscheidet) sind gerade in den letzten Jahren extreme Verbesserungen gemacht wurden - wegen der anlaufenden Massenherstellung und auch der Ausweitung /Neuaufbau an Förderkapazitäten für die Rohstoffe.
Denn da kommt i.d.R. neueste Technologie zum Einsatz und nicht das afrikanische Kind, das Kobalterz aus der Erde puhlt wie es dt. bunte Zeitungen gern weismachen wollen.

Mal als Denkanstoß:
Anfangs setzte man für Lithiumakkus Zellpreise von 1000€/kWh an, dann 500€/kWh und mittlerweile ist man bei unter 100€/kWh Zellkosten! Beim Tesla Model3 wird (dank eigener Zell- und Batteriefertigung) von <75$/kWh geschrieben! Die Tesla-Gigafactory soll nach Fertigstellung dank PV auf dem Dach mehr sauberen Strom produzieren als verbrauchen!
Wenn gleichzeitig die Rohstoffpreise für Lithium und Kobalt gestiegen sind (weil die Förderung dem Bedarf hinterherhinkt), muss sich also die Produktionstechnologie deutlich verbessert haben:
- geringerer Einsatz an Lithium+Kobalt /kWh (verbessert die Ökobilanz)
- deutlich geringere Ausschussquote durch höhere Qualität (verbessert die Ökobilanz)
- deutlich geringerer Energiebedarf für die Produktion (verbessert die Ökobilanz)
- deutlich geringere Lohnkosten durch Automatisierung
...

Jeder sollte nach den Quellen und dem Alter der Daten fragen, wenn wieder einmal in Deutschland der "dreckige Akku" in den Medien beschrieben wird.

Übrigens - hast Du Deine Links selbst gelesen? Schon der erste Link zur schwedischen Metastudie wurde Mai 2017 hier in Deutschland medial derartig verzerrt interpretiert, dass es mit dem Inhalt der Studie nichts mehr gemein hatte. Dabei steht schon in der Zusammenfassung das Grundsätzliche, was dann hier in Deutschland "vergessen" wurde:
"Basierend auf der Einschätzung der gestellten Fragen sind unsere Schlussfolgerungen, dass die derzeit verfügbaren Daten in der Regel nicht transparent genug sind, um detaillierte Schlussfolgerungen über die Emissionen der Batterie zu ziehen."

Upps ... :roll:

Der zweite und dritte Link sind auch nicht besser! Der Test des VW eGolf stammt aus Juni 2014 und in den letzten 4 Jahren hat sich einiges getan bei der EE-Stromproduktion in Deutschland - CNG dürfte dagegen nicht "sauberer" geworden sein. Dass der ADAC zu dieser Zeit zwar "Well-to-Wheel" bei E-Auto (also inklusive Energiebereitstellung) mit älteren CO2-Angaben zur Stromerzeugung rechnete, beim CNG-AUto zwar von WTW schreibt, aber keine Angaben dazu macht, ist eine zusätzliche Glosse, die den Vergleich mit dem CNG-Golf aus April 2014 schon damals direkt hinfällig machte ...

Bleibt der letzte Link zu "Methan aus Stroh" - tolle Sache, die ordentlich mit Steuermitteln gefördert wird. Mal abgesehen, dass großzügig über das "Potential von Stroh" schwadroniert wird, finde ich leider keine Angaben über den Herstellungsaufwand - geschweige denn über die Kosten. Aber das haben Projekte wie Choren BtL Sunfuel oder Der blaue Turm von Herten so an sich ...
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Re: Die häufigsten Gegenargumente gegen E-Autos

Beitragvon Joe-Hotzi » Fr 14. Sep 2018, 17:27

PV7KWp hat geschrieben:
Ein grosser Teil dieser Verlustleistung begründet sich auch in der Selbstentladung der HV-Batterie nebst BMS und DC/DC-Wandler für die 12V Batterie.
Auf was ich raus will: Inklusive Lade/Netzverlusten erzeugt alleine dieser standby-Verlust in einem Jahr mehr Strommix NOx/SO2 als der von mir verlinkte Skoda beim Fahren von 14tkm/a!

Das ist schlicht falsch.
Denn jeder Nutzer zahlt /misst den Verbrauch "ab Steckdose" und da sind ja wohl alle diese behaupteten "Riesenverluste" inbegriffen ... :roll:

Übrigens:
Mit der Einführung der vielen komfortablen Helferlein nimmt auch der StandBy-Verbrauch konventioneller Autos immer weiter zu. Dieser wird i.d.R. aus der 12V-Batterie (die immer größer wurde und jetzt auf 48V aufgerüstet werden soll) gedeckt die wiederum über eine "Lichtmaschine" nachgeladen wird. Den grottenschlechten Wirkungsgrad dieses (meist mit Keil- /Zahnriemen vom Motor mit angetriebenen) Stromgenerators müssen wir hier jetzt nicht diskutieren?!?
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Re: Die häufigsten Gegenargumente gegen E-Autos

Beitragvon Heisen-Berg » Fr 14. Sep 2018, 17:33

@ Joe-Hotzi
Ich finde es klasse, dass du so ausführlich und fundiert darauf antwortest. Bringen tut es aber (leider) nix.
Solche Verbrenner Trolle machen sich doch einen Spass daraus "uns" die Zeit zu stehlen. ;)
Geniessen wir stattdessen lieber unsere EVs und die freien Ladesäulen.
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- Stay out of my territory (Staffel 2, Folge 10). Die Ladesäulen gehören MIR ;-)
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Re: Die häufigsten Gegenargumente gegen E-Autos

Beitragvon Joe-Hotzi » Fr 14. Sep 2018, 17:48

Hast wohl recht.
Aber am Ende liest es doch jemand, der sich seine eigenen Gedanken macht.
Zuletzt geändert von Joe-Hotzi am Fr 14. Sep 2018, 20:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die häufigsten Gegenargumente gegen E-Autos

Beitragvon hgerhauser » Fr 14. Sep 2018, 17:51

https://www.transportenvironment.org/si ... _FINAL.pdf

Hier ist ja schon viel zu CNG gesagt worden, der Titel der von mir zitierten Studie sagt es ja schon (Natural gas in vehicles – on the road to nowhere), kein deutlicher Vorteil bei Emissionen, keine Aussicht auf Besserung, teurer und Ablenkung von der notwendigen Elektrifizierung.
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