Der Tempolimit-Thread

Nette Gespräche - gerne über den Tellerrand hinaus

Re: Der Tempolimit-Thread

Beitragvon Rudi L » So 6. Mai 2018, 13:06

@Schneemann, wenn ich eines hasse dann unter Zeitdruck Auto fahren oder eine andere Sache unter Zeitdruck erledigen deren Bedingungen ich nicht komplett unter Kontrolle habe. Ich finde die Navis haben viel Stress rausgenommen weil man die Ankunftszeit kennt. Auch der Mobilfunk entlastet, ich kann von unterwegs anrufen wenn ich mich verspäte. Es gibt aus meiner Sicht kaum noch einen Grund in Hektik zu geraten.

Wenn Dir daher so ein Idiot am Heck klebt, dann fahr gleich nicht rüber, der versteht es sonst nicht und lernt es vielleicht dadurch. Spätestens beim nächsten Abstandsblitzer ;) Dann erkennt er, dass auch andere Verkehrsteilnehmer das Recht haben links zu fahren.

Ich finde es nicht schlimm abbremsen zu müssen, in der Regel machen die Fahrer Platz wenn man sie nicht mit Lichthupe und dichtem Auffahren nervt. Sobald wieder frei ist einmal kurz auf das Pedal getreten und man ist am Pulk vorbei und auf Wunschtempo. Ich genieße diese Art von sehr schnellem und entspanntem Autofahren. Meine Frau schläft dabei meistens ein, so entspannt ist das trotz Tempo mit manchmal +250km/h. Dass dies nicht immer und überall geht ist klar.
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Re: Der Tempolimit-Thread

Beitragvon Schneemann » So 6. Mai 2018, 15:12

250 km/h? Sorry, da bin ich raus. Damit fährst du 150 km/h schneller als ich. Bitte sprich dann nicht mehr von "alles unter Kontrolle haben". Wenn ich einen Fehler mache, hast du bei der Geschwindigkeit gar nichts mehr unter Kontrolle. Und das ist das Problem für uns beide. Meistens bezahlt der Langsamere im kleineren Auto das mit dem Leben.

Und auch wenn du entspannt bleibst, wenn du vom Gas musst, erhöht sich dein Verbrauch enorm, bis du wieder auf deiner Geschwindigkeit bist. Ein konstantes Tempo dagegen (aber bitte weit unter 200 km/h) ist dagegen sehr verbrauchsarm.
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Re: Der Tempolimit-Thread

Beitragvon zoppotrump » So 6. Mai 2018, 15:44

Elektrolurch hat geschrieben:

Ich bin FÜR ein generelles Tempolimit auf Autobahnen (sagen wir, bei 120 km/h), weil

  • schnellere Geschwindigkeiten durch höheren Verbrauch Ressourcen verschleudern und bei Verbrennern die Abgasmenge vervielfacht wird
  • höheres Tempo das Unfallrisiko erhöht
  • man eh kaum später ankommt
  • man in diesem Geschwindigkeitsbereich entspannter unterwegs ist
  • man dann nicht damit rechnen muss, von Rasern bedrängt zu werden
...

So, jetzt ihr. ;)


Ich wohne an einer Autobahn, welche ohne Geschwindigkeitslimit ist und dies bis auf eine kleine Unterbrechung über eine Distanz von ca. 60km.
Ich fahre diese Strecke, sowohl beruflich, als auch privat oft, d.h. mindestens 2x pro Woche.

Ich bin gegen ein Tempolimit, weil
  • mein gefühltest Unfallrisiko im Berufsverkehr, auf vollen und begrenzten Autobahnen höher ist, als auf unlimitierten und freien. Wenn alle dicht an dicht mit 100 oder 120 km/h fahren, dann fahren die Leute bei uns dichter auf und sind unaufmerksamer, wenn mal einer sich anders verhält. Währenddessen habe ich bei einer freien und verkehrsarmen Autobahn viel mehr Platz und daher weniger eng an eng fahrende Autos. Meine persönliche Unfallstatistik bestätigt das auch. Bei 80 km/h im Stau sind mir schon unaufmerksame Autofahrer hinten aufgefahren, weil sie am Handy gespielt oder sonstwas gemacht haben. Bei freier Bahn, mit wenig Verkehr, aber höherer Geschwindigkeit, ist mir noch nie irgendwas passiert.
  • man doppelt so schnell ankommt, wenn man bspw. 200 statt 100 fährt. Gerade abends ab 22 Uhr ist das bei uns kein Problem. Da verschwende ich keine Lebenszeit im Auto.
  • In modernen Autos wie BMW 5er oder Mercedes E-Klasse oder vergleichbar, komme ich genauso entspannt an. Meistens mache ich das Abstandsradar auf die mittlere Stufe und den Tempomat auf 180 km/h. Das Auto liegt dabei wie ein Brett auf der Bahn und gleitet dahin.
  • Leute, die andere Bedrängen gibts bei jeder Geschwindigkeit. Gerade wenn ich 80 km/h in der Baustelle fahre und per Abstandsradar den gesetzlichen Abstand eingestellt habe, werde ich oft bedrängt, da viele den Abstand wohl als unnötig weit erachten. Wenn ich allerdings 180 km/h fahre, bedrängt mich kaum einer, alleine schon wegen dem Respekt vor der Reaktionszeit. Zudem gilt das Rechtsfahrgebot und wenn ich immer rechts fahre, wo es geht, bedrängt mich auch meistens niemand.

Alles in Allem hängt das viel vom Verkehrsaufkommen, der Witterung und dem Auto ab. Bei freier Bahn, trockener Fahrbahn und einer E-Klasse unterm Hintern, sehe ich keinen Grund, weshalb ich nicht mit 180 km/h fahren sollte um meine Lebenszeit sinnvoller zu verbringen als im Auto.
Daher bin ich gegen ein generelles Tempolimit. Tenpolimits dort, wo sie nötig sind, sind völlig ausreichend.
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Re: Der Tempolimit-Thread

Beitragvon Rudi L » So 6. Mai 2018, 16:39

@Schneemann, natürlich erhöht sich der Verbrauch beim schnellen fahren. Zuhause erhöht sich auch der Verbrauch wenn ich eine höhere Raumtemperatur will.
Und Du kannst ruhig Fehler machen ich pass auf Dich auf, schon aus reinem Selbstschutz ;) Man muss bei dem Tempo vorausschauender fahren, sind mehrere Autos in Sicht vom Gas gehen und mit wenig Differenz vorbei, danach wieder Gas.Wenn ich mit über 250 an Dir vorbeifahren müsste würde ich mich auch nicht wohl fühlen, weil Du könntest rausziehen und ich muss rechtzeitig bremsen können.
Daher, wenn ein Pulk in Sicht Fuß vom Gas und an die Bremse, mit wenig Differenz vorbeirollen und danach wieder beschleunigen. Ich verbrauche für dieses Auto sogar recht wenig Sprit, auch die Bremsen verschleißen kaum. Und meine Frau könnte neben mir nicht schlafen wenn es ständig harte Manöver gäbe.

Schnellfahren geht gut, wenn man Rücksicht walten und das Hirn nicht zuhause lässt.

Und mit einem geeigneten Auto wie zoppotrump es beschreibt ist das auch kein Problem, denn dafür sind sie gebaut und die Autobahnen geben das auch her. Nicht immer aber doch häufig genug, dass sich so ein Auto lohnt.

Du kannst ja gerne Dein Tempo fahren, lass uns doch unser Tempo fahren, wir löhnen auch gerne dafür wenn wir weniger Zeit auf der Straße verbringen wollen. ;)
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Re: Der Tempolimit-Thread

Beitragvon Schneemann » So 6. Mai 2018, 17:30

Das Problem ist aber, dass wir alle dafür löhnen. Weil deshalb immer mehr überdimensionierte Fahrzeuge auf den Straßen erscheinen. Weil diese sicherer sind, während sie wieder unnötig viel Energie verschleudern.

Natürlich kann jeder das Auto so schnell fahren, wie er will und die Bude so aufheizen, wie es ihm passt. Hier in Deutschland geht das - noch. Weil wir gedankenlos und gewissenlos mit der Energie umgehen und das dann als unsere persönliche und unangreifbare Freiheit bezeichnen. Und weil die Wirtschaft uns immer mehr und schneller bieten muss, um uns zu befriedigen. Leider können das nicht alle Menschen auf der Welt.

Ich glaube dir, dass du verantwortungsvoll Auto fährst, aber halt nur deinen direkten Verkehrsmitteilnehmern gegenüber. Nicht aber deiner Spezies.

Die Menschen wollen die ganze Welt sehen, aber lange reisen wollen sie nicht dafür. Die Technik ist aber noch nicht dafür gemacht, dass das 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten können. Wenn sich die, denen es gut geht, nur minimal einschränken würden, könnte es allen besser gehen. Aber dasselbe Problem haben wir ja schon in unserer eigenen Gesellschaft mit den nimmersatten Reichen und der immer größer werdenden Schicht der Armen.

In jedem zweiten billigen B-Movie palavert der arabische Terrorist mit der Uzzi in der Hand mit entsprechendem Akzent über die Dekadenz des Westens. Da frag dich mal nach den Ursachen des Terrorismus.

Hier nochmal die Temperaturkurve, die wir mit unserem schneller weiter höher mit befeuern. Sieh sie dir ruhig mal an: https://www.volker-quaschning.de/grafik ... aturen.png

Die regenerative Technik wird nicht schnell genug auf dem Stand der Fossilen sein, um den Supergau noch verhindern zu können. Wir Menschen müssen uns ändern, sonst hat die übernächste Generation massive Probleme mit Klima-Flüchtlingen. Darüber können wir heute mit unseren kleingeistigen Religions- und Migrationskonflikten nur lachen.

5 Grad on top. Afrika und der nahe Osten weitestgehend unbewohnbar. Die Küstenregionen vom Meer verschlungen. Millionen und aber Millionen auf der Flucht und der Suche nach einem neuen Zuhause. Ethnische Vermischung noch und nöcher auf engstem Raum. Dann kracht das aber wirklich. Und alles nur, weil sich zwei drei Generationen im Großen genauso verhalten, wie im dagegen unbedeutenden Streit um das Tempolimit.

Die persönliche Freiheit - ich kann es bald nicht mehr hören.

Rudi, sieh das bitte nicht als persönlichen Angriff. Aber manchmal nervt es mich einfach nur noch und dann muss ich mal Dampf ablassen. Sieh es bitte als Unzufriedenheit meinerseits mit der Gesamtsituation. :D
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Re: Der Tempolimit-Thread

Beitragvon Rudi L » So 6. Mai 2018, 18:06

@Schneemann, keine Sorge ich sehe das nicht als persönlichen Angriff, wir beide gehen das Thema zuweilen eher philosophisch und leidenschaftlich an und Du zeigst die Perspektive über den Tellerrand, das ist ok und sollte man erstmal wirken lassen. Denn Du hast mit der globalen Betrachtung auf keinen Fall unrecht, aber ein Tempolimit verhindert keinen Terrorismus und es hilft auch nicht beim 2Grad Ziel. Dazu später mehr.
VG
Rudi
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Re: Der Tempolimit-Thread

Beitragvon Alex1 » So 6. Mai 2018, 19:12

Rudi L hat geschrieben:
...aber ein Tempolimit ... hilft auch nicht beim 2Grad Ziel.
Falsch. Ganz einfach falsch.

Aber was soll man auch erwarten von jemand, der, um seine Tempobolzerei zu begründen, auch mal schnell die Mathematik verbiegt.
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Re: Der Tempolimit-Thread

Beitragvon Schneemann » So 6. Mai 2018, 19:19

Ich denke auch, dass ein Tempolimit die flächendeckende Einführung der E-Mobilität und damit einen Grundpfeiler der Energiewende unterstützen würde. Vom höheren Energieaufwand bei hohen Geschwindigkeiten abgesehen, würde damit vielleicht auch der Wunsch nach PS-strotzenden Blechlawinen ein wenig eingedämmt.
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Re: Der Tempolimit-Thread

Beitragvon Alex1 » So 6. Mai 2018, 20:04

So ist es :mrgreen:

Und eine große Gefahr würde eingedämmt: Werr über 100 km mit 250 km/h geblockert ist, dem kommen Tempo 80 vor, als würde er rückwärts fahren. Das ist gefährlich, und diese Unfälle werden nicht der BAB zugerechnet, weil sie ja nicht auf der BAB passieren, aber von ihr verursacht wurden. Das ist aber für manche Tempojünger ein Denkschritt zu weit...
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Re: Der Tempolimit-Thread

Beitragvon Rudi L » So 6. Mai 2018, 20:35

Schneemann hat geschrieben:
Ich denke auch, dass ein Tempolimit die flächendeckende Einführung der E-Mobilität und damit einen Grundpfeiler der Energiewende unterstützen würde. Vom höheren Energieaufwand bei hohen Geschwindigkeiten abgesehen, würde damit vielleicht auch der Wunsch nach PS-strotzenden Blechlawinen ein wenig eingedämmt.


Schau Dir an welche Boliden in Ländern mit Tempolimit verkauft werden, dann wirst Du feststellen dass dies keinen Einfluss hat.
Für die Elektromobilität würde ein Tempolimit vermutlich hilfreich sein, weil die Nachteile weniger ins Gewicht fallen, das sehe ich auch so. Derzeit ist aber bei uns nicht die Rede von einem Schwenk zur Elektromobilität. Erst wenn unsere Hersteller genügend Elektroautos im Portfolio haben bekommt der Horst als oberster Heimatminister den Auftrag auf den Verkehrsminister einzuwirken, damit der ein Tempolimit zum Heimatschutz verhängt. Klingt ziemlich visionär, nicht wahr?

Ebenso ist es mit dem Hass auf den Westen in Teilen im Nahen Osten und Afrika. Nur ein paar religiöse Spinner begründen ihren Hass auf diese rückwärtsgewandte Beduinenreligion, tatsächlich ist das nur ein vorgeschobener Grund. Ich sehe die Wurzeln dieses Hasses eher in der Kolonialzeit begründet und darin dass Anfang des 20.Jahrhunderts im Nahen Osten willkürlich Grenzen gezogen wurden, ohne Rücksicht auf Ethnien und Religion.

In Afrika selber verhindern überkommene Vorstellungen deren Fortschritt.

Deswegen nützt es nichts wenn wir uns hier bescheiden, davon wird die Welt nicht einen Deut besser. Erst recht nützt ein generelles Tempolimit im kleinen Deutschland der Welt nichts. Und selbst wenn, die eingesparte Energie verprassen dann die Schwellenländer munter weiter. Wir werden den Klimawandel nicht mehr aufhalten, nicht weil hier kein Tempolimit besteht, sondern weil wir uns weltweit nicht einig sind, vielmehr sind wir Konkurrenten um Rohstoffe, Märkte und Macht.
Rudi L
 

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