Das bedingungslose Grundeinkommen

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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon iOnier » So 25. Feb 2018, 19:20

Rudi L hat geschrieben:
@Schüddi, danke für die umfangreiche Erläuterung, da muss ich jetzt drüber nachdenken.

Was Schüddi sagt ist durchaus korrekt, denn er beschreibt das bestehende, so "gewachsene" System. Die GKV ist unterfinanziert und das Gesundheitssystem quersubventioniert sich mit Hilfe der PKV. Das ist aber nicht "gut", sondern eine Krücke.
Gruß
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon drilling » So 25. Feb 2018, 20:10

Bitte zurück zum Thema, hier geht es um das BGE und nicht die Krankenversicherungen (die in Deutschland vom BGE in keinster Weise tangiert werden würden).
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon Schüddi » So 25. Feb 2018, 21:52

Wer zahlt die KV bei BGE z.B.
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon Volker.Berlin » So 25. Feb 2018, 22:04

"Würde ich wieder arbeiten, hätte ich etwa 150 Euro weniger"
Trotzdem möchte Lisa*, 28, gerne in ihren Job als Verwaltungsfachangestellte zurückkehren. Seit einer OP sitzt sie im Rollstuhl und lebt von einer befristeten Rente.

:arrow: http://www.zeit.de/arbeit/2018-02/verwa ... keitsrente
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon Schüddi » So 25. Feb 2018, 22:31

Ich hätte ja getippt das sie Beamtin war als Verwaltungsfachangestellte. Dann würde man von einem Ruhegehalt sprechen.
Mich verwirrt der Argikel ein wenig denn eine Erwerbsunfähigkeitsrente gibt es nicht in Deutschland. Es gibt eine halbe und eine volle Erwerbsminderungsrente. Darüberhinaus eine Berufsunfähigkeitsrente für Menschen die vor 1961 gebohren sind.
Wenigstens hat sie bei der Höhe Glück gehabt (43%), in der Regel landet man bei 32%.
Die volle EWR zu bekommen grenzt sowieso an ein Wunder. Das bekommt man sonst nur als Pflegefall. Auch jemand der im Rollstuhl sitzt kann in der Regel mehr als drei Stunden am Tag einer Tätigkeit nachgehen (Heimarbeit, Callcenter).
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon Karlsson » So 25. Feb 2018, 23:11

Schüddi hat geschrieben:
Ich meine das duale Krankenversicherungsystem, das wir haben. Natürlich hat man als privat Versicherter einige Vorteile. Die kann sich aber jeder gesetzlich versicherte oder auch in einer Bürgerversicherung jeder dazu kaufen. Also würden weiterhin die gutverdienenden diese Vorteile haben.

Der Unterschied wäre, dass die guten Einzahler dem gesetzlichen System nicht verloren gehen. Dieses Nebeneinander halte ich für totalen Murks.

Schüddi hat geschrieben:
Ohne die PKV hätten wir jedes Jahr 6 Milliarden an Einbußen oder anders: jede Arztpraxis im Schnitt ca. 50.000€ weniger zur Verfügung was zur Folge hätte das einige Praxen schließen müssten. Ca. 50.000 Jobs würden wegfallen und weitere 300.000 wären bedroht.

Das ist komisch, weil ich könnte mich erheblich günstiger privat versichern. Also ich zahle weniger, die Ärzte kriegen auch mehr raus... ist da eine Gelddruckmaschine irgendwo im Spiel, oder wie geht das?
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon Schüddi » So 25. Feb 2018, 23:59

Bevor wir hier weitermachen: du weist wie die private Krankenversicherung funktioniert? (Sachleistungsprinzip vs. Kostenerstattungsprinzip)
Also die Unterschiede GKV/PKV
Wer ist bei der GKV Vertragspartner des Arztes/Krankenhaus und wer ist in der PKV Vertragspartner?
Du hast auch schon etwas von dem Begriff Budgetierung gehört?

Keine Angst, die guten Einzahler entgegen dem System nicht. Nur geht das Geld eben ohne Umwege direkt ins Gesubdheitssystem. Wir können uns gerne mal ausführlich über das Thema unterhalten - nur ist das wirklich viel zum niederschreiben.
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon Rita » Mo 26. Feb 2018, 00:08

Karlsson hat geschrieben:
Schüddi hat geschrieben:
Ich meine das duale Krankenversicherungsystem, das wir haben. Natürlich hat man als privat Versicherter einige Vorteile. Die kann sich aber jeder gesetzlich versicherte oder auch in einer Bürgerversicherung jeder dazu kaufen. Also würden weiterhin die gutverdienenden diese Vorteile haben.

Der Unterschied wäre, dass die guten Einzahler dem gesetzlichen System nicht verloren gehen. Dieses Nebeneinander halte ich für totalen Murks.

Schüddi hat geschrieben:
Ohne die PKV hätten wir jedes Jahr 6 Milliarden an Einbußen oder anders: jede Arztpraxis im Schnitt ca. 50.000€ weniger zur Verfügung was zur Folge hätte das einige Praxen schließen müssten. Ca. 50.000 Jobs würden wegfallen und weitere 300.000 wären bedroht.

Das ist komisch, weil ich könnte mich erheblich günstiger privat versichern. Also ich zahle weniger, die Ärzte kriegen auch mehr raus... ist da eine Gelddruckmaschine irgendwo im Spiel, oder wie geht das?


in der gesetzlichen Kasse gibt's halt Einzahler, die ein totales Minusgeschäft sind....
z.B.: türkischer Hifsarbeiter mit 10 kopfiger Familie.....die 10 jährigen Buben sehen da oft aus wie Mastschweinchen kurz vor Erreichen des Schlachtgewichts....

hab ich mal auf einem Oldtimertreffen gesehen... da gabs einen "Food-Truck" mit A Kaffeespezialitäten
B Crêpes......

am Nachbartisch saß son Bubchen.... in der kurzen Zeit, die ich da saß 5* Crepe mit dick Nutella bestrichen...
kann irgendwer in so einem einen künftigen Leistungserbringer sehen......ich jedenfalls nicht

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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon iOnier » Mo 26. Feb 2018, 00:09

Karlsson hat geschrieben:
Der Unterschied wäre, dass die guten Einzahler dem gesetzlichen System nicht verloren gehen. Dieses Nebeneinander halte ich für totalen Murks.

Das sehe ich genauso ...
Karlsson hat geschrieben:
Schüddi hat geschrieben:
Ohne die PKV hätten wir jedes Jahr 6 Milliarden an Einbußen oder anders: jede Arztpraxis im Schnitt ca. 50.000€ weniger zur Verfügung was zur Folge hätte das einige Praxen schließen müssten. Ca. 50.000 Jobs würden wegfallen und weitere 300.000 wären bedroht.
Das ist komisch, weil ich könnte mich erheblich günstiger privat versichern. Also ich zahle weniger, die Ärzte kriegen auch mehr raus... ist da eine Gelddruckmaschine irgendwo im Spiel, oder wie geht das?

... das aber hat seinen Grund wahrscheinlich darin, dass Du noch relativ jung und gesund bist (bzw. bei Eintritt in die PKV warst). Mal kurz gegugelt => siehe z.B. hier, Zitat:
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Klar ist, dass insbesondere junge, gesunde alleinstehende Menschen von günstigen Tarifen im Vergleich zum GKV profitieren. Im Alter kann sich dieser Vorteil aber zum Nachteil wenden: Wenn sich die Beiträge im Laufe der Zeit immer mehr erhöhen, reicht die Rente später möglicherweise nicht aus, um die hohen Kosten für die private Krankenversicherung zu decken.

PKVen sind daher inzwischen AFAIK verpflichtet, "Sozialtarife" für entsprechend betroffene Versicherte anzubieten. Die aber dann auch nicht mehr Leistungen bieten als eine Versicherung in der GKV. Auch noch mal schnell gegugelt: siehe hier, Zitat:
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Wechsel in einen Sozialtarif der PKV
Als letzte Möglichkeit bleibt noch der Wechsel in einen Sozialtarif der PKV. Dazu zählen der Basis- und Standardtarif, die Leistungen auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung bieten.
Gruß
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon Schüddi » Mo 26. Feb 2018, 00:38

Das ist so nicht richtig! Die PKV wird nicht teurer weil du älter wirst sondern nur wenn die Kosten steigen. Das Problem Demografie gibt es dort auch nicht.
Beim EINTRITT zählen Alter und Gesundheitszustand.
Natürlich muss eine PKV auch anpassen aber die GKV passt mehr als doppelt so stark an und nimmt Leistungen raus.
Und die PKV bildet Alterrungsrückstellungen was es in der GKV nicht gibt und man hat die Möglichkeit einen Beitragsentlastungstarif einzubauen. Ich weis heute mit 35 das ich im Alter für meine KV weit weniger als für die gesetzliche KV zahlen werde. Die gesetzliche KV ist nicht transparent und nicht berechnenbar.
Aber es kann sich jeder mal den Spaß machen, der gesetzlich versichert ist und seinen Beitrag fürs Alter hoch rechnen. Im Schnitt hat die GKV die letzten Jahre um 3,81% p.a. Angepasst.
PS: wer Sich dafür entschieden hat oder sich aufgrund seines Gesundheitszustands im Rentenalter freiwillig gesetzlich versichert ist und eine gute Rente, vielleicht noch Mieteinnahmen usw. geniest, bei dem bedankt sich der Staat dann ganz besonders und macht die Hände extraweit auf. Denn dann werden schön alle Einkünfte zur Berechnung des Beitrages herangezogen während man in der PKV einen festen Vertrag mit festem Beitrag hat.
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