Das bedingungslose Grundeinkommen

Nette Gespräche - gerne über den Tellerrand hinaus

Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon AbRiNgOi » Mi 5. Dez 2018, 09:29

Karlsson hat geschrieben:
Hier muss man aber auch aufpassen, dass dadurch kein staaatlich subventionierter Niedriglohnsektor entsteht. So Motto wegen BGE können die Firmen es sich erlauben, nur noch die Hälfte zu zahlen, weil der Staat ja den Rest übernimmt.


Richtig, Lohn Dumping muss verhindert werden, aber nicht nur aus diesem Grund. Mindestlöhne sind aber, so denke ich überall in DACH schon Standard.

Karlsson hat geschrieben:
Richtig, es darf jedoch auch kein Anreiz entstehen, die Arbeit zu minimieren.
Es sollte schon grundsätzlich jeder selbst für sich sorgen und der Staat sollte lediglich da eingreifen wo das nicht gelingt.


Dieser Anreiz ist aber durch die Mindestsicherung schon gegeben. Und in Deutschland so gelöst, dass es sehr schwer ist da wieder raus zu kommen. Da genau wäre das BEG ein Anreiz in das Arbeitsleben wieder ein zu steigen. Mir ist lieber, es wird zehn Stunden die Woche gearbeitet als gar nicht wie heute mit der Mindestsicherung. Weil dann sind wir genau da wo wir hin wollen, die Lust auf mehr wird angeheizt.
Es ist aber auch OK, wenn wir beide an dieser Stelle unterschiedlicher Meinung bleiben. Das macht die Diskussion mit Dir ja auch so spannend :)
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon Elektrolurch » Mi 5. Dez 2018, 09:43

Karlsson hat geschrieben:
[...] dass ich massiv von Usern angegriffen werde, die gar nicht verstanden haben, worum es überhaupt ging und die einfach in mir ihren persönlichen Feind sehen. [...] Exakt so war es bei dem Exkurs von Elektrolurch zum Ende der Erwerbsarbeit, worauf ich mich bezogen hatte.

Um das mal richtig zu stellen, Karlsson: Ich sehe in dir keinen „Feind“. Ich habe ausdrücklich meine Wertschätzung bekundet, lies nochmal nach. Und anderen zu unterstellen, sie würden gar nicht verstehen, worum es überhaupt geht... Na ja. Kommt immer auf den Blickwinkel an, nicht? Aus meiner Sicht verstehst du auch oft nicht, worum es mir überhaupt geht. Andere verstehen vielleicht nicht, worum es dir geht. (Die kleinen von mir hervorgehobenen Personalpronomen machen einen großen Unterschied in der Diskussionskultur.) Darum tauschen wir uns ja hier aus, oder?

Und wer unbedingt Feindbilder braucht, möge bedenken: "Choose your enemies wisely for you will become like them."
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon Karlsson » Mi 5. Dez 2018, 09:52

AbRiNgOi hat geschrieben:
Richtig, Lohn Dumping muss verhindert werden, aber nicht nur aus diesem Grund. Mindestlöhne sind aber, so denke ich überall in DACH schon Standard.

Schon, sie werden allerdings in der Praxis unterlaufen und man muss auch immer die Inflation bedenken. Wenn die Anhebung des Mindestlohns zur direkten Anhebung der Preise für Grundbedürfnisse führt, ist auch nichts gewonnen.
Nun kann man aber nicht auch noch die Preise vorschreiben, sonst ist irgendwann auch die Produktion nicht mehr mit den gestiegenen Kosten möglich.


AbRiNgOi hat geschrieben:
Dieser Anreiz ist aber durch die Mindestsicherung schon gegeben.

Und deshalb ist das auch eine gute Sache, müsste aber weniger bürokratisch werden.

AbRiNgOi hat geschrieben:
Mir ist lieber, es wird zehn Stunden die Woche gearbeitet als gar nicht wie heute mit der Mindestsicherung.

Hm, da bin ich mir nicht sicher, ob das nicht zu einem schlechten Provisorium führt und das einen nicht zu stark davon abhält, etwas "richtiges" einzurichten. Andererseits braucht die Suche nach einem Job auch manchmal einfach Zeit. Wenn man schon alle Stellenanzeigen durch hat, bringt ein zweites Mal lesen auch nichts.
Das ist ja auch oft die Situation von Absolventen, die erstmal ins Arbeitsleben und auf eigenen Füßen stehen wollen, um aus dieser Position heraus dann in Ruhe zu schauen, was der nächste Schritt ist. War bei mir zumindest so.

Elektrolurch hat geschrieben:
Um das mal richtig zu stellen, Karlsson: Ich sehe in dir keinen „Feind“.

Habe ich von Dir auch nicht behauptet.

Elektrolurch hat geschrieben:
Und anderen zu unterstellen, sie würden gar nicht verstehen, worum es überhaupt geht... Na ja. Kommt immer auf den Blickwinkel an, nicht?

Ne, bei einigen Reaktionen auf meine Beiträge, wo ich auf die von Dir verlinkte Literatur einging, war das schon offensichtlich.

Elektrolurch hat geschrieben:
Aus meiner Sicht verstehst du auch oft nicht, worum es mir überhaupt geht. Andere verstehen vielleicht nicht, worum es dir geht. (Die kleinen von mir hervorgehobenen Personalpronomen machen einen großen Unterschied in der Diskussionskultur.) Darum tauschen wir uns ja hier aus, oder?

Leider sind nicht alle so weit, dass sie anderen eine andere Meinung zugestehen und der Austausch findet hier leider auch oft nicht statt, stattdessen erlebe ich oft anfeindungen wenn manche argumentativ am Ende ihrer Möglichkeiten angelegt sind. Andere probieren es erst gar nicht und hauen gleich drauf.
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon Elektrolurch » Do 6. Dez 2018, 07:59

Noch ein Buchtipp:

„Was würdest Du tun? Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis”

von Michael Bohmeyer und Claudia Cornelsen (Autor*innen),
Econ Verlag, Klappbroschur, 288 Seiten, mit einem Vorwort von Götz Werner.
EUR 16,00 inkl. MwSt.

Die Interviews haben sämtliche Argumente, die üblicherweise gegen das Bedingungslose Grundeinkommen vorgetragen werden, widerlegt: das Hängematten-Argument, das Müllmann-Argument, das Inflations-Argument. Obwohl: »widerlegt« ist das falsche Wort. Präziser formuliert müsste es heißen: In den Gesprächen wurde deutlich, dass die üblichen kritischen Fragen irrelevant sind.

https://www.mein-grundeinkommen.de/buch
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon ubit » Do 6. Dez 2018, 08:48

Widerlegt ist falsch. Stimmt... Ein paar Interviews reichen auch nicht aus um zuverlässige Rückschlüsse auf die gesamte Bevölkerung zu erlauben. Ich kann Dir auch an Hand von Interviews problemlos so ziemlich Alles beweisen - ich muss nur die richtigen Interviewpartner auswählen.

Der einzige zulässige Beweis für die Funktionsfähigkeit des BGE ist die Einführung des BGE. Hat man ja gerade in der Schweiz wieder mal lokal begrenzt versucht - leider ohne Erfolg weil die Finanzierung gescheitert ist.

Ciao, Udo
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon Karlsson » Do 6. Dez 2018, 11:26

Ich habe es nicht gelesen und werde das auch nicht tun. Aber eine Frage dazu: Woher kommen die "Antworten aus der Praxis"?
Es gab doch nur Modellversuche, die völlig aussagelos sind, weil die Rückkopplungen auf die Wirtschaft ausbleiben.
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon Elektrolurch » Do 6. Dez 2018, 11:39

Es sollte nur eine Anregung sein. Ich würde mir nicht anmaßen, Meinungen dazu zu äußern, bevor ich das Buch gelesen habe. Aber schön zu sehen, dass die Reflexe bei einigen hier immer wieder funktionieren.

@Karlsson: Ein Klick auf den Link, und du weißt, woher die Antworten aus der Praxis kommen.
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon Schüddi » Do 6. Dez 2018, 11:48

Elektrolurch hat geschrieben:
Noch ein Buchtipp:

„Was würdest Du tun? Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis”

von Michael Bohmeyer und Claudia Cornelsen (Autor*innen),
Econ Verlag, Klappbroschur, 288 Seiten, mit einem Vorwort von Götz Werner.
EUR 16,00 inkl. MwSt.

Die Interviews haben sämtliche Argumente, die üblicherweise gegen das Bedingungslose Grundeinkommen vorgetragen werden, widerlegt: das Hängematten-Argument, das Müllmann-Argument, das Inflations-Argument. Obwohl: »widerlegt« ist das falsche Wort. Präziser formuliert müsste es heißen: In den Gesprächen wurde deutlich, dass die üblichen kritischen Fragen irrelevant sind.

https://www.mein-grundeinkommen.de/buch

Da spricht ja auch der Chef meiner Freundin. Ein sehr netter Mensch der es uns auch ermöglichte den Grundstein für Ladesäulen vor seinen Läden zu ermöglichen.
Allerdings kann man von Ihm auch Interviews z.B. auf Stern TV sehen und immer wenn es darum geht wie man das finanziell realisieren soll weicht er aus. Kommt mir nicht sehr solide rüber die Ideen.
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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon wp-qwertz » Do 6. Dez 2018, 12:08

ubit hat geschrieben:
...
1) Der einzige zulässige Beweis für die Funktionsfähigkeit des BGE ist die Einführung des BGE.
2) Hat man ja gerade in der Schweiz wieder mal lokal begrenzt versucht - leider ohne Erfolg weil die Finanzierung gescheitert ist.

Ciao, Udo

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Re: Das bedingungslose Grundeinkommen

Beitragvon SRAM » Do 6. Dez 2018, 16:43

Elektrolurch hat geschrieben:
Es sollte nur eine Anregung sein. Ich würde mir nicht anmaßen, Meinungen dazu zu äußern, bevor ich das Buch gelesen habe. Aber schön zu sehen, dass die Reflexe bei einigen hier immer wieder funktionieren.

@Karlsson: Ein Klick auf den Link, und du weißt, woher die Antworten aus der Praxis kommen.


"Grundeinkommensjahr" ..... Und das soll Praxisrelevanz haben ?

Früher nannte man das Sabbatical und finanzierte das selber.


Gruß SRAM
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