Welche Ladelogik wird sich durchsetzen?

Welche Ladelogik wird sich durchsetzen?

Beitragvon dkt » Mi 4. Dez 2013, 08:01

Als zukünftiger E-Autokäufer verfolge ich intensiv Eure Diskussionen und Beiträge zum Thema „Laden“.

Soweit ich es begreife, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten.

Direkt anschließen an AC einphasig
Direkt anschließen an AC dreiphasig
und dann

DC aus der öffentlichen „Tanksäule“ oder von privater – teurer – Box

Weiter spielt es eine Rolle, wie groß die Batteriekapazität ist, bzw. welche Ladeelektronik im Auto selbst eingebaut ist, bzw. welche Elektronik man zukaufen muss.

Dann gibt es noch regionale Unterschiede wie, Deutschland und auch eventuell im übrigen Europa, hat überall Drehstrom anliegen, wohingegen z. Bsp. die USA mehrheitlich einphasig versorgt werden.

Ich muss mich für die langatmige Einführung entschuldigen, doch nun zu meiner Überlegung.

Ausgehend von der Annahme, dass die Batteriekapazitäten zukünftig in der Größenordnung von mindestens 40 – 50 kWh liegen werden (Tesla hat jetzt schon 85) sollte ein öffentliches Lade-Netz nur DC anbieten. Damit kann man dann eine große Leistung aufbauen und die Ladezeiten in Grenzen halten (Siehe Tesla-Tanke mit 135 kW). Einmal abgesehen von der Laternenparklademöglichkeit.

Im Auto selbst sollte, zumindest in Europa, eine Elektronik vorhanden sein, die neben einer Phase, auch Drehstrom nützen kann. Mit beidem zusammen, so glaube ich, lässt sich alles abdecken, von Notlademöglichkeiten an einer normalen Steckdose, über mehr Komfort zu Hause und in den Mietshäusertiefgaragen (Drehstrom), bis hin zur Tesla-„Tankstelle“.

Habe ich damit etwas gesagt, was schon Realität ist, oder mache ich gedankliche Fehler?
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Re: Welche Ladelogik wird sich durchsetzen?

Beitragvon eDEVIL » Mi 4. Dez 2013, 08:43

dkt hat geschrieben:
Ausgehend von der Annahme, dass die Batteriekapazitäten zukünftig in der Größenordnung von mindestens 40 – 50 kWh liegen werden (Tesla hat jetzt schon 85) sollte ein öffentliches Lade-Netz nur DC anbieten. Damit kann man dann eine große Leistung aufbauen und die Ladezeiten in Grenzen halten (Siehe Tesla-Tanke mit 135 kW). Einmal abgesehen von der Laternenparklademöglichkeit.

"Die Eine" varainte wird es wohl nicht geben. Grundsätzlich wird es imme rmin zwei Richtugnen geben: langsam LAdung (wo das auto eh lange steht) und Schnelladung, wo man also zeitnah weiter möchte.

Was langsam ist und was schnell, wird sich im laufe der Jahre wandeln. aktuell ist langsam bis 3,7 KW AC und Schnell ab 22KW AC/DC
Die 22KW AC sehe ich auf lange Sicht als langsame Ladung (bei einem 50kwh Akku benötigt man ja etwa ~3h bis der Akku voll ist. bei 100 kwh entsprechend ~

Schnelladung wird sich wohl primär über DC abspielen. Bei 50KW geht es los, aber den Standard sehe ich eher bei 100KW bzw. dann eher Richtugn 200KW, da mehr als 30min Wartezeit beim Laden auf der Autobahn für die breite MAssse inakzeptabel sind. Tendezeiell sind eher 15min anzustreben, die man sinnvoll für WC-Besuch, Beine Vertreten, Raucherpause, Kaffee o.ä. verwenden kann.
So richtig shcnell wird es wohl erst gehen, wenn die Akkuspannung bei etwas doppelt so viel wie heute liegen. Das verdoppelt dann auch die Ladeleistung ohne dickere Kabel/Elelktrik zu haben. Ausgehend von den 135KW von Tesla würde ich also mit 250-300KW im Premiumsegment rechnen d.h. 120 kwh Akku auf 80% Laden in ~20min
Damit kann man dann je nach Tempo (120-160) gesichert 300-400 km fahren
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Re: Welche Ladelogik wird sich durchsetzen?

Beitragvon dkt » Mi 4. Dez 2013, 08:59

Vielen Dank, das verstehe ich, nun eine Zusatzfrage:

Hier im Forum wird immer wieder diskutiert, dass man bei privaten Ladevorgängen, also zu Hause, darauf achten sollte, dass die Ampere die nun Stunden durch die Leitung fließen unterhalb der Sicherungsgrenze angesiedelt werden sollten, da möglicherweise die Leitung, oder die Dose, zu heiß werden.

Also bei 15 – 16 Ampere Sicherung, dann etwa nur 10 Ampere Dauerstromfluss?

Wenn es so wäre, dann spräche dafür, dass das E-Auto intern auch – unter allen Umständen - den dreiphasigen Drehstrom aufnehmen kann. Das ist zwar auch noch langsames Laden, aber für den privaten Bereich würde das sicherlich – bis auf Ausnahmen – reichen.
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Re: Welche Ladelogik wird sich durchsetzen?

Beitragvon mlie » Mi 4. Dez 2013, 14:22

Diese empfehlung gilt nur bei Schukodosen, welche in den allermeisten Fällen* nur einen Dauerstrom von 10A zulassen, ohne in Rauch aufzugehen.

De Fakto Standard ist wohl die nächsten 5-7 (?) Jahre 11-22 kW Typ2 zu Hause (weil mit 1k€ recht günstig), 22kW an den Öffentlichen Ladesäulen. Demzufolge ist 22kW momentan Schnelladung, in einigen Jahren die "Normalladung". In 7(?) Jahren können wir über bezahlbare DC-Ladung zu Hause nachdenken, zum jetzigen Zeitpunkt ist DC mit ChaDemO oder Typ2-DC-high (CCS) eine Nische für Durchreisende auf der Autobahn.

22kW AC ist bereits jetzt schon näherungsweise Flächendeckend verfügbar, Jedes Auto ohne 22kW-AC-Lader ist kastriert mit deutlichen Einschränkungen im täglichen Wintergebrauch, wenn es ein Einzigfahrzeug im Haushalt ist. Das schönste ChadeMo oder CCS nützt nichts, wenn es kaum Ladestationen gibt. Wem die Reichweite im Winter reicht, sei gücklich, aber JEDER wird sich irgendwann zu einer dummen Gelegenheit mal doch eine Schnelladung wünschen. ;-)

Und ich weiß, dass Ladestationen ausgebaut werden, aber die 22kW-Lademöglichkeiten werden deutlich eher flächendeckend verfügbar sein als DC.
Der Einkaufsladen in meinem Ort wird sich halt eher ne Wallbox für 1k€ an die Wand schrauben, als eine DC-Säule für 15k€. Oder, noch besser: Lieber 5 Stück 11/22kW-Wallboxen (mit Lastmanagement) auf dem Parkplatz, als eine teure DC-Säule...

Ob es Not tut, wie von edevil angesprochen die Ladeleistungen um jeden Preis so hochzuschieben, wird sich zeigen. Vielleicht wird ab 170kWh ein Wechselakkusystem wirtschaftlich - wer weiss?

Nicht zu vergesen ist auch, dass JEDER Elektroautofahrer ein Betatester, vielleicht inzwischen schon Cetatester ist. Egal, ob ich mit dem Kangoo Maxi ZE, die ZOE-Fraktion oder die i3ler, jeder von uns fährt ein Fahrzeug, das wohl in 5 Jahren kaum einer mehr haben will - Stichwort Akkugröße, Reichweite, Ladeleistung oder einfach Kleinigkeiten wie Mietakku oder fehlende AHK... Selbst wenn man jetzt hochzufrieden ist, die nächste Generation Elektroautos rückt irgendwann auf und hat etwas, was wir heute noch gar nicht brauchen.

Viele Grüße,
Mlie


*) zu Hause, Wandsteckdose, eventuell schon älter oder an einem schon belastetem Abgang. Die Steckdosen in den Industrieunterverteilern halten solche Ströme besser aus, aber wer ausser mir hat so einen Verteiler schon zu Hause als Tankstelle?
110Mm elektrisch ab 11/2012.

Bevor man den 200. Tröt zu einem längst ausdiskutierten Sachverhalt aufmacht, IMMER erstmal die Suche benutzen. Es gibt in diesem Forum KEIN Elektroautothema, welches nicht schon längst abschliessend diskutiert wurde!
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Re: Welche Ladelogik wird sich durchsetzen?

Beitragvon Robert » Mi 4. Dez 2013, 15:01

In 5 Jahren werden sie unsere Autos schon haben wollen, wenn auch die Preisvorstellungen leicht divergieren. :mrgreen:
Andererseits wenn man mit jetzt 150 km schon gut zu Rande kommt (90%) wird es in 5 Jahren auch noch gehen.
Wie viel Spass macht dein Auto ?
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Re: Welche Ladelogik wird sich durchsetzen?

Beitragvon eDEVIL » Mi 4. Dez 2013, 16:01

mlie hat geschrieben:
...Jedes Auto ohne 22kW-AC-Lader ist kastriert mit deutlichen Einschränkungen im täglichen Wintergebrauch, wenn es ein Einzigfahrzeug im Haushalt ist. Das schönste ChadeMo oder CCS nützt nichts, wenn es kaum Ladestationen gibt.

100% Zustimmt. So geil der Leaf auch ist. Jedes mal, wenn ich eine länegre Strecke plane und dann die Filter für chadmeo einschalte, stimmt mich das sehr traurig. Mit Typ2 22KW ALdung könnt eich mit gewissen Kompforeinbußen problemlos an einem Tag nach Hannover und zurück. Mit Chademo schaffe ich es ja kaum an einem Tag hin :cry:

Ob es Not tut, wie von edevil angesprochen die Ladeleistungen um jeden Preis so hochzuschieben, wird sich zeigen. Vielleicht wird ab 170kWh ein Wechselakkusystem wirtschaftlich - wer weiss?

An Wechselsystem glaube ich nicht. Solche enorme LAdeleistugnen benötigt man ja nur auf Fernreisen, also da wo TEsla z.b. die Super Charger auf stellt. Klar sind die dann ne ganze Ecke teurer, aber die ANzahl ist überschaubar und entkräftet das Reichweitenargument von den E-Mobil-Verhinderern.
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