Wasserstoff-Zeitalter: Das kostet der Aufbau

Re: Wasserstoff-Zeitalter: Das kostet der Aufbau

Beitragvon Alex1 » So 19. Mär 2017, 20:20

Windgas zur saisonalen Überbrückung kann genauso gut auch CH4 sein. Nur sinkt damit der eh schon miserable Wirkungsgrad noch mehr, sodass es ausschließlich für überschüssigen Ökostrom geeignet ist.

Aber die Akkutechnologie hat inzwischen den Wasserstoff längst abgehängt. Das sind nur noch letzte Rückzugsgefechte.

Wirtschaftlich wird das eh nie. Wie sollte es auch, wenn man vergleicht:

- Strom von Windrad in Akku, Strom von Akku in Motor oder
- Strom von Windrad in Fabrik, Strom von Fabrik in Gas umgewandelt, Gas an Tankstellen verteilt, Gas in Brennstoffzell/Motor

So viele Zwischenwirte verteuern den Brei erheblich.

Von den Standverlusten gar nicht zu reden, die noch höher sind als bei Starterbatterien.
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Wasserstoff-Zeitalter: Das kostet der Aufbau

Beitragvon i_Peter » Do 23. Mär 2017, 17:45

Alex1 hat geschrieben:
Die eMobilität ist inzwischen völlig massentauglich, da tut das krampfhafte Suchen nach einer pseudo-Alternative nicht Not. Interessant, dass das aus der selben Ecke kommt wie der erbitterte Widerstand gegen die eMobilität.

Das ist Deine Wahrnehmung.
Meine Wahrnehmung ist, das diese Erkenntnis bei 98% der "Massen" noch nicht angekommen ist.
Die "Massen" warten noch ab, das eMobilität günstiger wird und das die Reichweiten steigen.
Und wenn für FCEV schon Energie-Kostengleichheit zu Diesel/Benzin im Artikel errechnet wird, dann kann man vielleicht noch länger warten, bis das tatsächlich alles Wirklichkeit wird und man auch beim H2-Tanken nicht länger warten muss als bisher.
Und während des Warten fahren (fast) alle weiter ihren Verbrenner, wenn nicht sogar Diesel.

Wir haben heute einen Teufelskreis aus
- Autobesitzern, die zugleich als Wähler der politische Souverän sind.
- Industrie, die den Autofahrern die Mobilitätsanforderungen erfüllt und
dabei die politischen Vorgaben austrickst bzw. per Lobbyarbeit beeinflusst.
- Politik, die den Wählern zwar irgendwann eine nachhaltige Zukunft garantieren soll,
aber ja nicht die heutigen Mobilitätsanforderungen einschränken darf, sonst wird sie abgewählt !

Wir werden das am Sonntag bei der Wahl im Saarland wieder sehen, wenn dort eine Ministerpräsidentin wiedergewählt wird, der Eigentumsrechte (am Dieselauto) und Arbeitsplätze wichtiger sind, als Recht auf Gesundheit, saubere Luft und Einhaltung der EU-Gesetze hierzu:
https://twitter.com/_A_K_K_/status/844652159283138560

Da bleibt für uns als Wissende, die ihr Wissen auch in konkrete Handlungen umsetzen, vorerst nur abzuwarten
und darauf zu hoffen, dass eAutos bis 2025 tatsächlich die Vollkosten der Verbrenner unterschreiten,
und darauf zu setzen, dass die FC-Lobby bis dahin dergleichen auch nur ansatzweise nicht bieten kann.
Zusätzlich kann es nur helfen, wenn wir die gute Nachricht (Evangelium) streuen und verbreiten, was eMobilität heute schon kann und fleißig neue "Jünger" zu überzeugen und anzuwerben.
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Re: Wasserstoff-Zeitalter: Das kostet der Aufbau

Beitragvon Vanellus » Do 23. Mär 2017, 18:33

Wegen der schlechten Energieeffizienz bei der Herstellung von H2 aus Wasser nimmt man ganz überwiegend Erdgas aus Ausgangsstoff. CH4 hat eben 2 Wasserstoffatome mehr als H2O. Leider wird bei der H2-Gewinnung aus Erdgas genauso viel CO2 frei, als wenn man es verbrennt. :( Da stellt sich die Frage, ist es für die Umwelt nicht besser, gleich ein Erdgas-Auto zu nehmen. Die Frage wäre wohl mit "JA" zu beantworten.

Hat man dann H2 muss man es auf rund -250° C abkühlen oder alternativ mit 700 bar komprimieren. In beiden Fällen wird es flüssig. Kostet leider in beiden Fällen etwas Strom.
Noch vor 8 Jahren hatte man das Diffusionsproblem nicht im Griff. Da war bei einem 7er BMW mit H2-Tank dieser nach einer Woche halb leer. Einfach weg, der teure Stoff. Ob man das heute besser kann, weiß ich nicht.
Jedenfalls ist die Energiebilanz grottenschlecht und wegen der CO2-Emission bei der H2-Herstellung fällt auch der Beitrag zum Klimaschutz aus.
Weshalb also ein Wasserstoff-Brenstoffzellen-Auto? Ich weiß es nicht.
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Re: Wasserstoff-Zeitalter: Das kostet der Aufbau

Beitragvon ecopowerprofi » Do 23. Mär 2017, 19:38

Wasserstoff-Autos sind eine Totgeburt. Die Technik konnte nur hilfreich sein den E-Antrieb zu testen als man noch nicht über geeignete Batterien verfügte.

Wenn die Brennstoffzelle zuverlässig mit Erdgas oder LPG funktioniert, dann könnte das vielleicht mal was werden um einen Rex zu realisieren. Aber die Erdgasbrennstoffzellen sind bei den Heizungsbauer in der Entwicklung und funktionieren z.Zt. mehr schlecht als recht. Mit den Brennstoffzellen könnte das gleiche passieren wie mit dem Wankelmotor. Der technologische Ansatz ist gut aber es funktioniert in der breiten Praxis nicht und verschwindet, wenn überhaupt, in eine Nische für Technikfreaks.

Wenn die Batteriekapazität bei den Brot und Butter Autos für mehr als echte 400 km reicht und der Preis stimmt, wofür braucht man dann noch eine Brennstoffzelle.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Wasserstoff-Zeitalter: Das kostet der Aufbau

Beitragvon ecopowerprofi » Di 28. Mär 2017, 08:34

Diese Meldung bestätigt meine Darstellung
http://www.t-online.de/auto/alternative ... e-ein.html
Die Brennstoffzelle wird, wenn überhaupt, höchstens ein Nischenprodukt.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Wasserstoff spielt fier DAIMLER keine zentrale Rolle meh

Beitragvon eDiver » Di 28. Mär 2017, 08:47

https://www.produktion.de/nachrichten/u ... e-128.html
Konzentration auf Batterieelektrik

Daimler: Brennstoffzelle hat nur geringe Vorteile


Für Daimler spielt die Brennstoffzelle als alternativer Antrieb derzeit keine zentrale Rolle mehr
... ach was ??? - und was ist nun mit der (seit JAhren angekuendigten H2-B-Klasse ?  ... ROFL !!!
Der ursprüngliche Vorsprung der Brennstoffzelle in Sachen Reichweite und Tankzeit sei durch die moderne Batterietechnik zusammengeschmolzen.
Zwar sei Daimler in der Brennstoffzellen-Technologie "absolut vorne", sagte Konzernchef Dieter Zetsche auf einem Kongress der Zeitschrift Auto, Motor und Sport am Montag in Stuttgart. Doch der Vorsprung der Brennstoffzell sei zusammengeschmolzen.

"Die Batteriekosten gehen stark nach unten, auf der Wasserstoffseite ist die Herstellung des Brennstoffes aber weiterhin teuer", sagte Zetsche. In den nächsten zehn Jahren werde der Schwerpunkt von Daimler auf batterieelektrischen Antrieben liegen.
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