Vorstellung: Projekt Ladekonzept für Taxis in Ingolstadt

Re: Vorstellung: Projekt Ladekonzept für Taxis in Ingolstadt

Beitragvon iOnier » So 5. Mär 2017, 22:17

Barthi hat geschrieben:
Was macht Allego (preislich) anders, als andere Betreiber?

Sie hatten für die Abrechnung über TM und PS einen Kombipreis mit 30 ct/kWh plus 30 ct/Minute eingeführt. Inzwischen sind sie wohl zurückgerudert auf 69 ct/kWh ohne Zeitkomponente. Das ist aber immer noch reichlich teuer.
Da die meisten E-Autofahrer zu 90-95% zuhause den günstigen Strom laden, sind die hohen Preise bei Schnelllader akzeptabel, weil man dort eher selten lädt. Wenn man dort sehr oft lädt, dann ist das natürlich nicht mehr so akzeptabel.

In der Stadt besteht für kaum jemanden die Notwendigkeit, schnell zu laden - Eure Taxifahrer mal ausgenommen, aber gerade die dürft Ihr nicht über den Tisch ziehen. Otto Normalverbraucher lädt zu Hause langsam über Nacht und wenn er in die Stadt fährt, dann verbringt er dort auch einige Zeit => hier genügt ihm im Allgemeinen ebenfalls langsames (bis "beschleunigtes") Laden. Schnellladen muss er eigentlich nur auf Langstrecke an der AB / Bundesstraße. Also 11 bis 22 kW dreiphasig reicht für in der Stadt verteilte Ladestationen wahrscheinlich völlig aus. Die Triple-Lader stellt Ihr letztlich eigentlich für die Taxifahrer auf. Und für eine Handvoll Stadtbesucher, die dann im Einzelfall doch mal schnellladen wollen / müssen. Die stellen aber die Ausnahme dar.
Renault Zoe und BYD e6 sind, soweit ich weiß leider die einzigen Autos, die 22 kW mit AC laden können.

Der Smart ed (optional, AFAIR, aber immerhin) fällt mir da noch ein; auch der smart forfour ed soll das wohl bekommen. Ach, und die Teslas natürlich. Der Mercedes B-ED kann auch 3-phasig, allerdings AFAIK nur mit 11 kW.
Aktuell stehen sie schon meistens am Taxistand, aber zukünftig haben wir es so vorgesehen, dass die Fahrer komplett unabhängig von Taxiständen auf hereinkommende Aufträge warten, und in dieser Zeit können sie laden.

Ah, das macht natürlich flexibler. Da kann man bei einer besetzten Ladestation auch mal einfach die nächste anfahren. Dennoch würde ich die Ladestationen möglichst in der Nähe von Orten platzieren, an denen besonders häufig Fahrgäste aufzunehmen sind (Bahnhof z.B.), das sorgt für kürzere Wegezeiten und -strecken.
Gruß
Werner
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Beitragvon mweisEl » So 5. Mär 2017, 22:40

iOnier hat geschrieben:
Ach, und die Teslas natürlich.

Nein. Nur 16,5 kW (24A), als aufpreispflichtige Option.
Smart ED3 seit '13, 3 Fahrräder, zuvor CityEL (1,8 kWh Akku) und seit 25 Jahren verbrennerfrei.
mweisEl
 
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Re: Vorstellung: Projekt Ladekonzept für Taxis in Ingolstadt

Beitragvon Sewi » Mo 6. Mär 2017, 08:28

Barthi hat geschrieben:
Welche Firmen gibt es denn noch, die mit Allego vergleichbar sind?

Aktuell: Niemand, der mehr als lokal aktiv ist, d.h. einzelne Alibi-Säulen aufstellt, die dann ohnehin nicht benutzt werden können, weil die Zugandsvoraussetzungen illusorisch sind.
Wenn Ihr die Säulen aufstellen wollt - wofür braucht Ihr Allego? Das wäre so wie eine PV-Anlage auf das Dach zu schrauben und als Partner EON (bzw. RWE, EnBW, etc.) mit ins Boot holen zu wollen.
Was die Abrechnung angeht: Mit NewMotion und evtl. PlugSurfing hast Du nahezu 100% aller E-Auto-Fahrer erreicht.

Barthi hat geschrieben:
Was macht Allego (preislich) anders, als andere Betreiber?

Was macht Moet & Chandon anders als Aldi Mineralwasser? ;)
Allego kassiert je nach Fahrzeug jenseits der 20 Euro pro 100km. Andere sind günstiger als Benzin und Diesel. Nur mit dem Unterschied, dass der Allego-Strom nicht aus einer ausgewählten Region in Frankreich kommt und dort nach hohen Qualitätsstandards in traditionellen Fässern gereift ist.

Barthi hat geschrieben:
@Sewi: Da die meisten E-Autofahrer zu 90-95% zuhause den günstigen Strom laden, sind die hohen Preise bei Schnelllader akzeptabel, weil man dort eher selten lädt. Wenn man dort sehr oft lädt, dann ist das natürlich nicht mehr so akzeptabel.

Es ist für mich nie akzeptabel, gnadenlos abgezockt zu werden. Tatsächlich belegt Allego zudem wichtige Standorte und verhindert damit, dass sich ernsthafte Betreiber ansiedeln.
Die meisten Menschen fahren zu 90-95% ihr eigenes Auto oder ÖPNV. Mit der gleichen Logik wären Preise von 20 Euro pro km im Taxi auch akzeptabel. Lasst das aber besser einen Mitbewerber praktisch ausprobieren, der keine E-Taxis will...
Ich lade normalerweise auch zu Hause, muss aber nächste Woche 300km je hin und zurück fahren. Ist es akzeptabel, dafür dank Allego 150 Euro zu bezahlen? Für mich nicht.

Barthi hat geschrieben:
Renault Zoe und BYD e6 sind, soweit ich weiß leider die einzigen Autos, die 22 kW mit AC laden können.

Der Preisunterschied zwischen 3,7kW und 22kW ist i.d.R. irrelevant. Da niemand derzeit weiß, wo die Reise hingeht, würde ich immer 22kW hinstellen. Vielleicht bleiben die meisten Fahrzeuge einphasig, vielleicht sind bald alle ab Werk dreiphasig ausgestattet. Die deutschen Hersteller haben bis auf den i3 noch kein einziges E-Fahrzeug am Start (eUp und eGolf zählen nicht, weil einfach nur ein Alibi-E-Motor in ein ungeeignetes Auto geworfen wurde, evtl. zählt noch der eSmart). Sollte es VW in drei Jahren noch geben, ist vollkommen offen, was deren Autos für Ladetechniken haben werden - selbst CHAdeMO würde mich nicht wundern :lol:

Barthi hat geschrieben:
Stehen die Fahrer immer an der Halte oder warten sie auch mal wo anders auf den nächsten Auftrag?
Aktuell stehen sie schon meistens am Taxistand, aber zukünftig haben wir es so vorgesehen, dass die Fahrer komplett unabhängig von Taxiständen auf hereinkommende Aufträge warten, und in dieser Zeit können sie laden.

Dann ist die Sache einfach: "E-Autos während des Ladevorgangs frei" Plätze einrichten, an denen können sie laden und warten. Dort wo es kein Platzproblem gibt könnten auch Taxiplätze zusätzlich für E-Autos während des Ladevorgangs freigegeben werden - ein Taxi-Platz sehe ich seltener zugeparkt als einen Ladeplatz.

Wenn die 2x22kW Ladesäule geschickt zwischen zwei Parkreihen steht, ist sie neben den zwei reservierten auch von bis zu 6 weiteren Parkplätzen aus erreichbar. Das würde das "Platz besetzt" Problem minimieren. Wenn die Stadt konsequent abschleppt (und das möglichst auch vorher in der Presse ankündigt), dürfte sich das Problem aber ohnehin bald erledigen. Autofahrer sind lernfähig - hauptsächlich wenn ihr Töff plötzlich weg ist, weniger bei Strafzetteln.

PS: Die Inselwerke bauen gerade günstig Ladeinfrastruktur auf, schau doch mal dort: oeffentliche-ladeinfrastruktur/angebot-der-inselwerke-eg-t22168.html Wenn Ihr mit Allego kuscheln wollt um von der Umsetzung entlastet zu werden, wären die Inselwerke bestimmt der bessere Ansprechpartner.
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Re: Vorstellung: Projekt Ladekonzept für Taxis in Ingolstadt

Beitragvon iOnier » Mo 6. Mär 2017, 23:42

mweisEl hat geschrieben:
iOnier hat geschrieben:
Ach, und die Teslas natürlich.

Nein. Nur 16,5 kW (24A), als aufpreispflichtige Option.

Laut Wikipedia.de zum Model S: "Optional war ein Doppellader mit 22 kW erhältlich."
Gruß
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Re: Vorstellung: Projekt Ladekonzept für Taxis in Ingolstadt

Beitragvon Fluencemobil » Di 7. Mär 2017, 07:32

Aktuell gibt's bei Tesla den S und X nur mit 11 kW Lader, optional mit 16,5 kW.
Frage nicht was Berlin für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst. ;)
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Re: Vorstellung: Projekt Ladekonzept für Taxis in Ingolstadt

Beitragvon cpeter » Di 7. Mär 2017, 07:50

Habt ihr euch Erfahrungen aus anderen Städten angesehen?

In Amsterdam gibt es z.B. eine große Anzahl von Elektrotaxis. Ich habe einmal längere Zeit mit einem Fahrer eines Leaf Taxis gesprochen. Er war sehr zufrieden mit dem Fahrzeug. (Die Tesla Fahrer natürlich auch.)
Dort sollte es also Praxiswerte geben, wie oft und womit sie laden und was sich in dem Zusammenhang bewährt hat.

Kontakt könnte ich organisieren.
Seit 01/2017 Nissan Leaf Tekna 30 kWh mit 6,6 kW AC Lader
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Re: Vorstellung: Projekt Ladekonzept für Taxis in Ingolstadt

Beitragvon 150kW » Di 7. Mär 2017, 12:40

Sewi hat geschrieben:
Sollte es VW in drei Jahren noch geben, ist vollkommen offen, was deren Autos für Ladetechniken haben werden -
Nö. Audi e-tron bekommt 150kW CCS und 11kW AC, die MEB Serie ~100kW CCS und 11kW AC.
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Re: Vorstellung: Projekt Ladekonzept für Taxis in Ingolstadt

Beitragvon Sewi » Di 7. Mär 2017, 17:45

150kW hat geschrieben:
Sewi hat geschrieben:
Sollte es VW in drei Jahren noch geben, ist vollkommen offen, was deren Autos für Ladetechniken haben werden -
Nö. Audi e-tron bekommt 150kW CCS und 11kW AC, die MEB Serie ~100kW CCS und 11kW AC.

VW zeigt gerade E-Studien und Konzeptcars. In 3-5 Jahren wollen sie E-Auto-fit sein. Aktuell gibt es kein konkurrenzfähiges Modell (Google und ich mögen uns irren, aber auch der e-tron ist ein Kleinserien-Konzept) und keine Erfahrungen mit Massen-E-Modellen aus dem VW-Konzern.
Was jetzt von dort angekündigt wird, mag vielleicht "möglich" oder "wahrscheinlich" sein, als "sicher" und vor allem "in drei Jahren im Massengeschäft umgesetzt" würde ich es noch lange nicht bezeichnen.
Vielleicht schwenken sie auf Micro-USB um, wenn sich mal ernsthaft jemand damit befasst, würde nur die Ladezeit geringfügig verlängern ;)

Aber wir schweifen ab...
Fakt ist: Niemand weiß wohin die Ladereise auf Dauer geht. Die einzig sinnvolle Alternative zu 22kW wäre 7,2kW alles andere lohnt sich weder praktisch noch wirtschaftlich. 7,2kW ist aber auch nur sehr begrenzt sinnvoll und im deutschen Stromnetz quasi nicht in großem Stil genehmigungsfähig. Folglich bleibt 22kW für AC. Das sich Type 2 für AC durchgesetzt hat, kann man in Europa wohl als gegeben annehmen.
Für DC (was ich für Taxis immer noch für Unsinn bzw. Geldverschwendung halte) sieht die Sache ähnlich aus: Wir haben einen Standard, der nennt sich CHAdeMO, einen möchtegern-Standard namens CCS, der praktisch kaum Unterstützung in Fahrzeugen hat, aber gerade politisch gehyped wird. Damit machen bei DC nur zwei Szenarien Sinn: Entweder kostenlose (weil von Nissan gesponsorte) CHAdeMO-Säulen, die vermutlich von einer langsam zunehmenden Zahl deutscher Autos nicht genutzt werden können oder Triple-Lader. Reine CCS-Säulen sind ungefähr so sinnvoll wie verbleites Benzin anzubieten, weil die eigene Taxi-Flotte aus (echten) Oldtimern besteht.
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Re: Vorstellung: Projekt Ladekonzept für Taxis in Ingolstadt

Beitragvon 150kW » Mi 8. Mär 2017, 10:34

Sewi hat geschrieben:
Aktuell gibt es kein konkurrenzfähiges Modell ...
In allen Märkten sicherlich nicht. In Norwegen ist der e-Golf allerdings das erfolgreichste BEV 2016 und 2015.

Sewi hat geschrieben:
...auch der e-tron ist ein Kleinserien-Konzept
Angebliche geplante Stückzahl ist 60.000 pro Jahr. Das Werk in dem er gebaut wird, schafft derzeit über 100.000 Audi A1 pro Jahr. Passt also grundsätzlich.

Sewi hat geschrieben:
7,2kW ist aber auch nur sehr begrenzt sinnvoll und im deutschen Stromnetz quasi nicht in großem Stil genehmigungsfähig.
Zweiphasig (so wie beim e-Golf ;) ) schon.

Sewi hat geschrieben:
Wir haben einen Standard, der nennt sich CHAdeMO, einen möchtegern-Standard namens CCS, der praktisch kaum Unterstützung in Fahrzeugen hat,...
Na ja, viele Fahrzeuge haben entweder CCS (Ioniq, Ampera-e), es ist optional (e-Golf, e-Up, i3), es ist zukünftig geplant (ZOE, e-tron, EQ, MEB,..) oder Gerüchte zur Umstellung sind im Umlauf (Leaf, Soul).
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Re: Vorstellung: Projekt Ladekonzept für Taxis in Ingolstadt

Beitragvon Barthi » Mi 8. Mär 2017, 12:05

Dito.
@sewi: CCS ist kein "Möchtegern-Standard", er IST Standard. Und das finde ich auch gut so, denn im Gegensaz zu Chademo (da gefällt mir allein schon der Name und die Optik nicht, aber das ist nebensache :D ), ist CCS kompatibel zu Typ 2. Was das ganze platzsparender macht, denn man hraucht nicht zwei Stecker am Auto wie bei Nissan, Kia und Drillinge.
Übrigens arbeitet grad der Verein CharIN daran, alle Fahrzeughersteller der Welt zu CCS zu bringen und es sind sogar schon so gut wie alle wichtigen an Bord. Chademo wird vermutlich aussterben, was ich begrüßen würde, da das die Anzahl verschiedener Stecker reduziert.
Nichtsdestotrotz muss man Chademo zugute halten, dass es der erste vernünftige Schnellladestandard war, der die E-Mobilität vorangebracht hat und aufgrund von den beiden Nissans (was beides gute Autos sind), hat er im Moment noch auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung.
kW ≠ kWh ≠ kW/h --- German E-Cars Stromos seit Januar 2015
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