Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon DiLeGreen » Do 24. Nov 2016, 17:22

Hallo,
heute und morgen finden bei uns die Haushaltsberatungen der Stadt für das nächste Jahr statt. Da die Sitzungsunterlagen (zumindest zum Teil) öffentlich einsehbar sind, habe ich darin mal nach "Ladestation" gesucht und entsprechende Einträge gefunden.
Die Stadt möchte für "AUFSTELLUNG EINER WEITEREN LADESTATION FÜR E-AUTOS" 15.000€, und "FÜR SCHILDER, ABSPERRUNGEN ETC." weitere 12.000€ ausgeben.
Meiner Meinung nach könnte man für dieses Geld ein mehrfaches an Ladeinfrastruktur aufbauen!
Was kann ich tun damit dieses Geld besser investiert wird? Eigentlich müsste die Stadt doch den günstigsten Anbieter wählen, oder? Eine ICU Eve mit 2x 22kW kostet z.B. inkl. Betonsockel 2.751,90€ + Anschluss, Tiefbau und Installation.
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Beitragvon Tho » Do 24. Nov 2016, 17:24

Je nachem was an Aufwand da ist, geht der Tiefbau aber mal schnell über 10k€.. ;)
Da kann man natürlich auch die Frage stellen, ob der Standort dann sinnvoll ist.
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Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon energieingenieur » Do 24. Nov 2016, 19:06

DiLeGreen hat geschrieben:
Eigentlich müsste die Stadt doch den günstigsten Anbieter wählen, oder? Eine ICU Eve mit 2x 22kW kostet z.B. inkl. Betonsockel 2.751,90€ + Anschluss, Tiefbau und Installation.


Günstig heißt nicht immer gut...

Es kommt auch drauf an, wo die stehen soll. Ich baue Ladestationen. U.a. auch für die öffentliche Hand. Sowohl Mennekes, als auch ICU. Es gibt Standorte, wo ich keine ICU EVE bauen würde. Dies betrifft vor allem vandalismusgefährdete Stellen. Die ICU EVE ist eine preisgünstige, aber dafür eben auch wirkliche Leichtbau-Lösung. Irgendwo muss der günstige Preis ja herkommen. Das Gehäuse ist komplett aus Kunststoff und das Fundament kann ein Mensch alleine wegtragen. Eine Mennekes-Standsäule ist diesbezüglich eine völlig andere Hausnummer. Das Fundament bewegt Niemand ohne Hilfsmittel und das Gehäuse ist aus Metall. Beide Produkte haben am Markt sicherlich ihre Berechtigung, aber sind eben nicht für jeden Einsatzzweck rein über den Preis vergleichbar.

Die 15.000 EUR für einen neuen Ladepunkt sind durchaus gerechtfertigt, wenn dort z.B. gar kein Anschluss vorhanden ist oder noch Tiefbauarbeiten ausgeführt werden müssen. Selbst wenn Strom vor Ort vorhanden ist, muss dort ggf. noch ein geeichter Zähler gesetzt werden. Dieser erfordert einen entsprechenden Zählerschrank und die damit verbundenen Arbeiten. Der Stromzähler in der Ladestation selbst genügt dafür nicht. Zumindest dann nicht, wenn Anschlussnehmer und Anbieter des Ladepunktes verschiedenen Personen sind.

Es ist zudem ein erheblicher Unterschied, ob sich Jemand privat eine Wallbox in die Garage schraubt oder diese öffentlich aufgestellt werden soll. Was da alles an Antragsstellungen, Nachweisen, Dokumentationen usw. zu leisten ist, muss ja letztlich auch bezahlt werden.

Nur so ein Beispiel: Ich war heute in einem Parkhaus und habe mir dort angesehen, wie sich 2x22kW realisieren lassen. Elektrotechnisch eher einfach, aber dafür müssen wir durch zwei Brandabschnitte. "Loch bohren und Kabel rein" reicht da leider nicht aus. Und wenn es wirklich richtig und vernünftig gemacht wird - so, wie wir es von der öffentlichen Hand eigentlich erwarten - muss vom Budget auch noch ein Zeichner/CAD bezahlt werden, der die Stromlaufpläne aktualisiert bzw. eine nachvollziehbare und vollständige Dokumentation erstellt, sonst weiß in einigen Jahren - nach einem Personalwechsel - Niemand mehr, welches Kabel wo hingehört.

Und wie Tho richtig sagt: Wenn das Kabel nicht richtig liegt, kann schon der Tiefbau brutal viel Geld kosten.
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Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon Hachtl » Do 24. Nov 2016, 21:42

Die ICUs sind zickig. Brechen gerne mal ab oder gehen schnell kaputt ... meine Erfahrung
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Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon Spüli » Do 24. Nov 2016, 21:59

Das kann ich nicht nachvollziehen.
Die ICUEVE ist hundertfach im Einsatz. Was soll da abbrechen?
Gruß Ingo
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Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon DiLeGreen » Do 24. Nov 2016, 23:14

Danke an Tho und energieingenieur für eure fachmännischen Infos! Mit dem Tiefbau kenn ich mich nicht aus.
@Hachtl Kannst du genauer schildern was für Probleme du mit der ICU EVE schon hattest? Ich hatte sie für ein anderes Projekt ins Auge gefasst...
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Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon Jogi » Do 24. Nov 2016, 23:38

Off Topic Beitrag in den nichtöffentlichen Bereich verschoben, Beschwerden bitte an mich.
Hinterher findet sich immer Einer,
der es schon vorher gewusst hat.
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Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon Greenhorn » Fr 25. Nov 2016, 00:20

Da steckt eventuell auch eine Förderung hinter. Bei uns wurden zwei teure Säulen aufgestellt, weil mann nicht mehr wollte. Durch den teuren Preis kam man aber an 50% Förderung.
Ist absolut bescheuert, weil man für die Gesamtsumme locker 4 Säulen hätte bauen können.
Ist leider vieles Krank im System.

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Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon Hachtl » Fr 25. Nov 2016, 07:44

DiLeGreen hat geschrieben:
@Hachtl Kannst du genauer schildern was für Probleme du mit der ICU EVE schon hattest? Ich hatte sie für ein anderes Projekt ins Auge gefasst...


Die ICU eVE sind im Landkreis Bamberg im Einsatz. Bei allen, bei denen ich geladen habe bricht die Ladung ab, wenn bei der Zoe die Klima während des Ladens sich einschaltet. Dabei ist es ein Glücksspiel, ob die Ladung nur kurz unterbrochen wird und sie sich wieder fängt oder ob ganz abgebrochen wird. In jedem Fall bekommt man aber eine SMS, daß die Ladung beendet wurde (zumindest wenn man sich mit TNM anmeldet). Man muß also zurück zum Auto und es kontrollieren.

Jetzt im Winter tritt das natürlich nicht auf.

Bei zwei der ICUs ist gleich von Anfang an einer der beiden Anschlüsse defekt gewesen, und es konnte nur auf dem anderen geladen werden.

Bei zwei weiteren ICUs geht das Display nicht mehr (da hingen die erst zwei Monate).

Dann hängen sich die ICUs öfters auf, so das man sie stromlos setzen muß. Meinem Nachbarn ist das einmal während des Ladens passiert, dann hat die Box das Kabel nicht mehr rausgerückt.

Es ist also schon immer ein Glücksspiel mit den ICUs. Vermute aber, daß sich das alles mit einem Softwareupdate lösen läßt.
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Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon Spüli » Fr 25. Nov 2016, 08:00

Zumindest die ältere Version (ohne Display) hat solche Macken nicht. Läuft zuverlässig mit allen Autos zu jeder Jahreszeit.
Einzig die ganz alten Phönix-Stecker werden nicht akzeptiert. Die Verriegelung kann dort nicht tief genug einrasten. Welcher der Hersteller dort die Norm nicht beachtet hat, ist aber unklar.
Gruß Ingo
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