Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon Priusfahrer » Fr 25. Nov 2016, 09:02

Ich denke es ist durchaus sinnvoll Laternen in den Wohngebieten als Ladesäulenträger zu verwenden. Betonsockel, Tiefbau etc. nicht nötig. Und wenn die nur 3,7KW liefern ist das besser als nix. Ähnliches gilt für Parkhäuser, Supermarktparkplätze und Einkaufszentren. Dadurch können die Aufstellkosten drastisch reduziert werden.
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Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon DiLeGreen » Mo 19. Dez 2016, 23:27

Diesmal sind rund 21.000 € für Tiefbau, Kabel und Ladesäule aufgerufen. Wer bietet mehr? :(
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Also ich hätte ja ne einfache Wallbox für ein ZEHNTEL des Geldes vorgeschlagen. Tiefbau nicht extra notwendig da die Gemeinde das ganze Gebäude neu baut, da ließe sich auch sicher noch irgendwo ein Zähler unterbringen...
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Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon Tho » Di 20. Dez 2016, 00:03

Effizienz ist nicht immer Priorität öffentlicher Projekte. Das wissen auch die beteiligten Dienstleister.
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Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon Christopher » Di 20. Dez 2016, 01:14

Zitat aus dem Beitrag von DiLeGreen (http://www.mainpost.de/regional/wuerzbu ... 36,9447081):
Dem Vorschlag des Gemeinderates, wenigstens ein Leerrohr zu verlegen, um später nachrüsten zu können, stehen funktionelle Gründe entgegen. Derzeit gebe es zwei Ladeverfahren, so Geschäftsleiter Ulrich Stadlbauer, bei denen noch nicht absehbar ist, welches sich durchsetzt. Sie werden von unterschiedlichen Leitungen gespeist und daher sei es problematisch jetzt schon ein Leerrohr zu verlegen.


Die Ausreden werden ja immer "besser".... Und so eine Aussage von einem Geschäftsleiter von Stadtwerken :shock:
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Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon mlie » Di 20. Dez 2016, 02:55

Was spräche dagegen, einfach ein Leerrohr, ausgelegt auf den größten Bedarf, zu verlegen? Wenn ein dünneres Kabel reinkommt, wird es eben nur zur Hälfte benutzt. Also manche Ausreden sind so starker Tobak, da muss man echt Fragen, welches Drogenentzugsprogramm da schiefgelaufen ist...

Einfach nur geil. Was bin ich froh, dass unsere Straße vor 60 Jahren ein 3" Zinkwasserrohr bekommen hat. Würde man heute ein Neubaugebiet erschliessen, hätten alle kein Wasser, weil man nicht weiß, ob sich Metall- oder Kunststoffwasserleitungen durchsetzen. ;-)
150 Mm elektrisch ab 11/2012.
Nichts ist so dringend, als dass es morgen nicht noch dringender wäre.
Ein Eckpfeiler kann durchaus rund sein.
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Re: Übermäßige Ausgaben für städtische Ladesäulen?!

Beitragvon TeeKay » Di 20. Dez 2016, 08:10

Die Preise sind auch deshalb so hoch, weil man Neubauprojekte gerade nicht nutzt. In Berlin wird ja relativ viel gebaut. Da wäre es gar kein Problem, jeden Parkplatz wenigstens mit Leerrohren oder sogar schon Kabel und Säule zu versorgen. Aber das wird nicht getan. Ist nicht vorgesehen in den Planungen der Stadt und der Bezirke. Es gibt auch keinerlei Absprache.

Am Alexanderplatz musste DB Flinkster ihre Säule abbauen, da Flinkster/DB die Konzession für die Mietfahrräder verlor, die an der Säule entliehen werden konnten.. Kurz zuvor fragte Allego an, ob sie daneben ihre Säule bauen dürfen. Wurde aus Denkmalschutzgründen abgelehnt. Aber die größere Flinkster-Säule war ok. Jetzt wurde die Säule abgebaut. Dafür kam Tiefbau, holte das Fundament aus der Erde und pflasterte den Gehweg neu. Jetzt reicht Allego einen neuen Antrag ein, um am selben Standort ihre Säule aufzubauen. Warum konnte man nicht in einem Zug die alte Säule abbauen und auf das vorhandene Fundament oder wenigstens das vorhandene Kabel die neue Säule setzen? Jetzt muss der Tiefbau 2x stattfinden.

Oder Bahnhof Ostkreuz: Gesamtkosten 425 Millionen Euro inkl. 16 Millionen für einen Autobahntunnel, der wahrscheinlich niemals genutzt werden wird. 2 Straßen von Grund auf neu gebaut inkl. Kanälen und Kabeln und Laternen und Parktaschen. Aber keine einzige Säule. Keine einzige Laternen-Wallbox. Einfach nichts. Hier hätte man für minimale Mehrkosten gleich 100 Ladepunkte bauen können. Selbst bei 20.000 Euro pro Säule wären die Gesamtkosten nur um 0,23% gestiegen.

Die gleichen Absurditäten gibts in Frankfurt. Da wird ein gerade sehr luxuriös 4-spurig mit ultrabreiten Geh- und Radwegen neu gebauter Teil der Europa-Allee nach 2-3 Jahren wieder komplett inklusive der einen Ladesäule (mit 1 Parkplatz) abgetragen, um die U-Bahn zu bauen. Neubaugebiet für 10.000 Einwohner, Büros, Geschäfte, Hotels. Aber keinerlei Vorbereitung auf die Verkehrswende.
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Projekt Stromspeicher im Selbstbau mit BMW i3 & Passat GTE Batterien: http://www.stromspeicher.blog/
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