Tesla versucht Standard bei Ladetechnik einzuführen

Re: Tesla versucht Standard bei Ladetechnik einzuführen

Beitragvon zitic » Mi 11. Jun 2014, 15:35

Ihr seht das, glaube ich, zu sehr aus eurer eigenen Warte. Wir sind hier alle Nerds, die hinterm LKW von A nach B juckeln. Wenn man mal auf relevante Stückzahlen kommen will und der Normalo einsteigt in EV, wird das mit den Schnelladern wirklich erst relevant. An den Achsen und Raststätten den Achsen der Fernstraßen zumindest. Das brauchen dann viele natürlich nicht so oft, aber in Summe kommt da schon einiges bei herum. 1000km bei AB-Richtgeschwindigkeit werden wir ja nun auch noch nicht so bald in der Breite sehen. Für den Durchschnittsbürger kommt es heute nicht in Frage mit den angebotenen Wagen(ex Tesla) wirklich Langstrecke zurückzulegen. Bei doppeltem Akku wird es dann langsam interessant. Und dann wird der Schnelllader wichtiger. Es ist nicht für jeden ein Event zwischendurch irgendwo die Zeit totzuschlagen.

An den Fernstraßen sehe ich auch noch eine Refinanzierbarkeit. Da sind die Leute eher bereit ein paar Cent mehr zu bezahlen. Gleichzeitig werden die Fahrer in die Raststätte gelotst, sodass man eine Querfinanzierung sieht. Innerstädtisch ergibt das weniger Sinn, auch wenn sich da einige EVler freuen würden.

Wichtig wäre wohl auch so eine Doppelnutzung der Ladestationen. Da kann man die teuren Gleichrichter und den teuren Anschluss effektiver ausnutzen. Der nicht einheitliche Stecker ist natürlich auch ein gewisses Übel. Relativ sind das zwar keine so riesigen kosten. Aber 2-3.000 € Aufpreis muss man auch erst mal wieder einfahren.
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Re: Tesla versucht Standard bei Ladetechnik einzuführen

Beitragvon kai » Mi 11. Jun 2014, 15:36

AbRiNgOi hat geschrieben:
lingley hat geschrieben:
...
Nur DC Lader sind bei den aktuellen Preisen für Privatleute nicht stemmbar.


Ich würde mit dieser Behauptung noch einen Schritt weiter gehen: DC Lader sind bei den aktuellen Preisen für niemanden stemmbar. Ich sehe aus heutiger Sicht kein Geschäftsmodell welches einen DC Lader trägt. Wenn der Strom teurer als an der Steckdose verkauft wird, jammern alle und niemand geht hin, wenn man Grundgebühr ein hebt will das auch niemand. Also so wie Tesla alles kostenlos? Wer hat die SuperCharger dann bezahlt? Der Nutzer beim Kauf des Fahrzeuges? Die Sponsoren von Tesla? und wann sehen die Sponsoren Ihr Geld wieder?

Das Problem der DC Ladestellen ist neben der drei verschiedenen Stecker (Chademo, Tesla, CCS) der Preis. Wenn eine Säule 30.000€ kostet (Minimum), der Strom um 10ct teurer verkauft als eingekauft wird, ist die Säule nach 300.000kWh bezahlt, damit müsste man 2400h mit 125kW laden. Wenn so eine Säule nun täglich 4h benützt wird, (was sie nicht wird), wäre diese nach 2 Jahren in der Gewinnzone. So und nun real: Die Stromverrechnung kosten schon mal mehr als die 10ct, es kommt maximal 1 Fahrzeug pro Woche vorbei und aus ist es mit der Gewinnzone bevor die Säule ausgetauscht werden muss.... :?

Ich glaube (jetzt hört die Realität auf und meine Glaubenswelt beginnt) dass es nur eine Übergangslösung ist, dass es Schnellladesäulen gibt, wenn die Reichweite in 10 Jahren an die 1000km geht, benötigt niemand mehr Schnellladung. Wenn auch 43kW AC dann nicht mehr Schnellladung sein wird (1000km = 150kWh = 4 Stunden@43kW = 8 Stunden@22kW) werden wir diese an allen Hotels und Garagen vorfinden. Unterwegs brauch ich dann nix. Hotels und Privatleute werden sich den Strom selber produzieren und das Netz gar nicht belasten. Mir ist aber auch bewusst, dass es viele Leute auf der Welt gibt, die das nicht wollen. Aber irgendwann gewinnt die Vernunft und nicht die Gewinngier.

Und wenn es denn in 10 Jahren keine Schnellladesäulen mehr gibt, wer soll diese jetzt bezahlen, wenn sich diese in den nächsten 10Jahren nicht rechnen?

Ok, ich höre Euch schon: träum weiter. Aber ich glaube daran.


Du hast 100% meine Zustimmung. Bei 50kwh Akkus, lädt bald jeder nur noch zuhause und die öffentlichen Tankstellen verwaisen.

Im 4-Augen Gespräch haben mir auch Vattenfall Mitarbeiter bestätigt, das sich ohne permantente Förderung keine CCS Säule trägt. Hamburg bekommt jetzt für 500.000€ ein paar CHAdeMO Säulen für Ihr Taxi-Projekt mit Nissan. Dafür hätte man locker 5 Model S und 5x 22kw AC anschaffen können, aber na ja. Hauptsache die Förderung ist da.

3 Millionen für 8 Säulen an der A9, 500.000€ für die CHAdeMOs für Nissan Taxis in Hamburg, tja so geht es, und schnell sit die Milliarde weg.

Gruß

Kai
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Re: Tesla versucht Standard bei Ladetechnik einzuführen

Beitragvon TeeKay » Mi 11. Jun 2014, 15:45

dkt hat geschrieben:
Doch wenn die E-Autos eines nahen Tages im Minimum 50 kWh und Maximum 100 kWh speichern, dann ist der Vergleich zur herkömmlichen "Tanke" (Benzin) nicht mehr notwendig.

Im Gegenteil es wird dann zur Selbstverständlichkeit immer dort den Stecker hineinzusachieben, wo neben dem Parkplatz auch eine Steckdose (wie auch immer) ist. Also ich neige auch zu der Ansicht, dass mit der Entwicklung der Speichertechnik (Batterie) der Vergleich zum benzinalen "Schnellladevorgang" in den Hintergrund tritt und das neue "Freiheitsgefühl" (Strom ziehen wo immer) dominieren wird.

Da ist die Schnellladesäule dann schnell ein Auslaufmodell.

Die Lebenswirklichkeit der Model S Fahrer sieht aber gänzlich anders aus. Statt überall für 20min das Kabel rauszuholen, werden solche Lademöglichkeiten gänzlich ignoriert. Geladen wird entweder zuhause oder am Supercharger. Es sind die Fahrer von Kleinstbatterien mit 16-22kWh, die überall und immer laden.
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Re: Tesla versucht Standard bei Ladetechnik einzuführen

Beitragvon zitic » Mi 11. Jun 2014, 15:56

Ja, kenne mittlerweile zwei Tesla-Fahrer, die sich das nicht "antun". Auch bei den aktuellen Miniakkus ist das heimische Laden ja wohl der Standard. Aber auf Langstrecke sind die Supercharger halt doch von Wert. Innerstädtische DC-Schnelllader sind in der Masse kein großes Thema. Das ist klar. Aber mit den nächsten Generation bekommen diese Schnelllader(natürlich nicht nur mit 50kW) erst richtige Relevanz an der AB. Wie gesagt, man sollte von sich nicht auf die Allgemeinheit schließen. Momentan sind wir in der Breite noch bei den EV-Nerds, die die paar Wägelchen mit Spaß an ihre Grenze führen und sogar Ladepunkttourismus betreiben. Wir wollen ja aber doch mittelfristig in die gesellschaftliche Breite.
Zuletzt geändert von zitic am Mi 11. Jun 2014, 16:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tesla versucht Standard bei Ladetechnik einzuführen

Beitragvon eDEVIL » Mi 11. Jun 2014, 15:59

kai hat geschrieben:
Bei 50kwh Akkus, lädt bald jeder nur noch zuhause und die öffentlichen Tankstellen verwaisen.

Im Nahbereich vielleicht, aber es gibt ja noch genug Mieter ohne Lademöglichkeit am Haus.

Auf Fernstrecken sind 50 kwh Akku auch nur eine Krücke. Selbst mit den 85 kwh vom Model S kann man nicht die begeistern, die häufige weite Strecken zurück legen.

TeeKay hat geschrieben:
Die Lebenswirklichkeit der Model S Fahrer sieht aber gänzlich anders aus. Statt überall für 20min das Kabel rauszuholen, werden solche Lademöglichkeiten gänzlich ignoriert.

Außer für Dokumentationszwecken, um zu zeigen, das Säöulen gebraucht werden und im Notfall, hole ich das Ladekabel auch für 20min nicht aus dem kofferaum.

im Nahbereich Lade ich >90% zu Hause. Es geht um die Fernstrecken >150km im Sommer/>100km im Winter
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
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Re: Tesla versucht Standard bei Ladetechnik einzuführen

Beitragvon p.hase » Mi 11. Jun 2014, 15:59

je größer die akkus werden desto obsoleter 2000-3000 ladesäulen in deutschland. die akkugrößen werden schneller zunehmen als brauchbare säulen installiert und die menschen werden zunehmend zuhause induktiv mit billigem pv-strom vollmachen. niemand braucht dann noch externe ladesäulen.

es werden nur noch säulen stehenbleiben die kostenlos sind, in umsatzstarken zentren stehen und die ein eingebautes werbepanel haben, wie jeder ec-automat. der rest wird abtransportiert werden. oder schnellladesäulen die geld kosten und wo man einen gutschein, ähnlich sanifair, als gegenwert bekommt, denn strom kostet im einkauf nix.
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