Standard-Akku zum schnellen Austausch an Tankstelle

Standard-Akku zum schnellen Austausch an Tankstelle

Beitragvon Pinocchio » So 30. Jul 2017, 14:25

Wenige Tage vor dem Diesel-Gipfel hat Bundesverkehrsminister Dobrindt die Auto-Industrie aufgerufen, sich ihrer Verantwortung zu stellen. Wenn ich mir ein zukunftsweisendes Ergebnis wünschen dürfte, würde es so aussehen:

1.)

Die Genehmigung für neu entwickelte Fahrzeuge wird nur noch erteilt, wenn die Schadstoffgrenzwerte denen der blauen Plakette unter realistischen Fahrbedingungen entsprechen.

Bereits genehmigte, gebaute und zugelassene Diesel-Kfz dürfen noch max. 15 Jahre ohne Nachrüstung weiter betrieben werden. Für die so eingesparten Umrüstkosten:

2.)
Die deutschen (und europäischen) Autohersteller verpflichten sich zur Entwicklung und Herstellung eines Standard-Akkus für ihre E-Autos zum schnellen Austausch an den Tankstellen.

3.)
Tankstellen-Betreiber verpflichten sich, die Standardakkus vorzuhalten und als Servicedienstleistung den Austausch von leeren in geladene Akkus vorzunehmen Ein Akkutausch sollte nicht längere dauern wie das Befüllen eines Tanks mit Kraftstoff.

4.)
Angestrebte Realisierungzeit: 10 Jahre für Entwicklung Standard-Akku und Aufbau des Versorgungsnetzes.

Den verehrten Leser und alle Teilnehmer am Diesel-Gipfel bitte ich um Prüfung meines Vorschlags.

Für eine bessere Welt,
Euer Pinocchio
Pinocchio Geppetto
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Re: Standard-Akku zum schnellen Austausch an Tankstelle

Beitragvon acurus » So 30. Jul 2017, 14:41

Ich glaube nicht das sich ein Wechsel-Akku sinnvoll umsetzen lässt. Wenn man sich mal anschaut welche Größe und welches Gewicht ein Akku bei heutiger Energiedichte hat, dann muss man da ganz schön was bewegen. Geht also eher mit mechanischer Hilfe. Und wieviele Akkus soll denn die Tankstelle vorhalten? Und wie lange soll dann so ein Tausch dauern? Und wieviel Aufwand müsste man den Tankstellen zumuten? Und welche Tankstellen würde man zur Umrüstung und Lagerhaltung verpflichten? Die Große an einem Autobahnrasthof oder einer Ausfallstraße? Oder alle, also auch die kleine mit 3 Zapfsäulen eingepfercht zwischen anderen Häusern ohne Platz zur Erweiterung?

Den Aufwand sollte man eher in mehr (Schnell-) Ladesäulen stecken.

Und zur einheitlichen Akkus ansich - man muss ja nur mal im VAG Konzern schauen. Golf, Leon, A3, Oktavia - alles eine Plattform. Insgesamt sogar >40 Modelle, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Modularer_Querbaukasten
Nun gibt es ja den e-Golf, der allen Unkenrufen zum Trotz ein gutes BEV ist. Sollte es nicht möglich sein auf dieser Basis zumindest einige andere MQB Fahrzeuge auch als BEV anzubieten? Man hätte da direkt mehrere Alleinstellungsmerkmale, z.B. mit einem Golf Variant mit AHK als BEV, oder einem TT. Und sowas würde sicher auch gekauft, VAG müsste nur wollen.
Unser Blog zur Elektromobilität, e-Golf und Ioniq: https://1.21-gigawatt.net

Immer einen Besuch wert: der Elektrostammtisch OWL, jeden 1. Samstag im Monat: https://www.goingelectric.de/forum/vereine-stammtische/elektro-stammtisch-owl-t30935.html
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Re: Standard-Akku zum schnellen Austausch an Tankstelle

Beitragvon berrx » So 30. Jul 2017, 15:51

Und mal wieder das Thema Akkutausch. Das sind eigentlich die typischen Ideen wenn man sich noch nicht lange genug mit der Materie befasst hat. Von den Aufwand und der Technik mal ganz abgesehen muss man sich mal überlegen dass man dann pro Auto nicht mehr ein Akku sondern wahrscheinlich 1,3 braucht. Es wird immer so getan als ob alle Leute 500km am Stück fahren und das jeden Tag. Wie soll denn das funktionieren? Rechnerisch müsste dann ein Akkutausch teurer sein als in selber aufzuladen. Was soll denn dabei rauskommen? Dann würde ich vielleicht 3-4 mal im Jahr den Akku tauschen wenn ich in Urlaub oder eine weitere Strecke fahre, weil sonst die Reichweite voll und ganz ausreicht. Dafür wird dann so ein System entwickelt? Die Kehrseite wäre wahrscheinlich um damit Geld zu verdienen und das eventuell auch noch zu versteuern würden wahrscheinlich öffentliche Ladesäulen eher wieder verschwinden damit man diesen Akku tauscht. Ganz schlechte Idee. Der Trick ist einfach nur das man überall aufladen kann. Wir haben es jetzt schon Reichweiten von 300 km einmal schnell laden dann bin ich 500 km woanders.Am Ziel muss dann eine Lade Möglichkeit sein. Wieso sollte man dann noch ein Akku tauschen? Dann kommt noch hinzu ich möchte gerne in mein Auto mein Akku haben und nicht irgend ein ab gelutschten.
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Re: Standard-Akku zum schnellen Austausch an Tankstelle

Beitragvon St3ps » So 30. Jul 2017, 19:03

Man schafft es ja noch niemals bei so simplen Sachen wie Handys einheitliche Akkus anzubieten und im Gegensatz zum Auto wäre das ein Klacks - naja, bin ich zumindest von überzeugt. :)

Interessanter wäre da das induktive laden, aber bis das realisiert ist, ist das E-Auto auch schon längst überholt. :twisted:

Das einfachste wäre demnach viele Schnellladesäulen (nicht nur eine) an jeder Autobahn-Raststätte. Wenn dann noch jede Tankstelle einen Triple-Schnelllader hätte, wäre das Problem gelöst.

Das Problem ist nur, wenn von den Politikern nur an "der Verantwortung" appelliert wird, wird auch nix passieren.
Hyundai IONIQ Elektro Premium SD (Marina Blau). Elektrisch unterwegs im schönen Sauerland seit 11.12.2017.

Bild ab WB/LS
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Re: Standard-Akku zum schnellen Austausch an Tankstelle

Beitragvon fbitc » So 30. Jul 2017, 19:18

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Re: Standard-Akku zum schnellen Austausch an Tankstelle

Beitragvon berrx » So 30. Jul 2017, 19:24

Dann müsste man sich auch überlegen was wäre denn ein fairer Preis? Es wird ja schon gemeckert das Allego Säulen zu teuer sind. Hier muss man ja dann den Strom und auch noch den Service des Wechsels bezahlen. Man wird doch kein Akku für 20 € an einer Wechselstation gewechselt bekommen. Nie lieber nicht, auch wenn sich ein Standard etablieren würde hoffe ich dass es nicht soweit kommt. Im schlimmsten Fall hat das Auto überhaupt gar kein Lade Anschluss mehr und zu Hause laden wir dann auch noch verboten neh wir sollten froh sein dass man mit mir Elektroauto so viel Flexibilität hat wie es jetzt möglich ist.
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Re: Standard-Akku zum schnellen Austausch an Tankstelle

Beitragvon rolandk » So 30. Jul 2017, 20:14

Pinocchio hat geschrieben:
Den verehrten Leser und alle Teilnehmer am Diesel-Gipfel bitte ich um Prüfung meines Vorschlags.


Wie bereits von fbitc dargestellt. Kalter Kaffee. Alt, gab's alles schon mal.
Selbst Elon Musk hat das mal mit einem Model S dargestellt (vor Jahren). Da muß nichts neues entwickelt werden, das gibt's alles schon.

Die ursprüngliche Renault Flotte (Fluence, Kangoo, Zoe) war bereits darauf vorbereitet und hat die entsprechenden Register noch im CAN-Bus.

Insgesamt wieder eine Idee von Jemanden, der die alten Zöpfe nicht abschneiden möchte. Wir brauchen keine Tankstellen mehr, und es gibt Alternativen, die sich mittlerweile besser bewährt haben. Man muß sie nur leben - Aber das ist halt das größte Problem.

Mut zur Änderung. Und die Vorteile daraus nutzen und geniessen.

Meine Zukunft kennt keine Tankstellen mehr. Auch nicht als Ladestellen für E-Fahrzeuge.

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Re: Standard-Akku zum schnellen Austausch an Tankstelle

Beitragvon Rudi L » So 30. Jul 2017, 20:48

Das ist eine durchaus denkbare Geschichte, auch wenn sich das viele hier nicht vorstellen können.
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Re: Standard-Akku zum schnellen Austausch an Tankstelle

Beitragvon tomas-b » So 30. Jul 2017, 20:56

Bevor das entwickelt ist, sind Flusszellen-Akkus serienreif. Dann kannst du an der Tanke ,wie gewohnt, dein Auto volltanken... Nur halt mit frischem Elektrolyt...
Und die Alte Suppe wird in den (überarbeiteten) alten Treibstoff-Lagertanks vom Pächter wieder aufgeladen...
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Re: Standard-Akku zum schnellen Austausch an Tankstelle

Beitragvon Vanellus » So 30. Jul 2017, 20:59

Dieser immer wieder auftauchende Vorschlag, den leeren Akku doch einfach gegen einen vollen zu tauschen, fußt auf der Vorstellung, man müsse immer mehrere Stunden neben dem Auto warten bis der Akku wieder voll ist, jedenfalls dass das Auto mehrere Stunden nicht zur Verfügung steht.
Diesen Fall gibt es in meiner Praxis nicht.
Man lädt im Alltag nebenbei an einer von gut 8.000 Typ 2 Ladesäulen, wenn das Auto sowieso steht. Niemand wartet darauf, dass der Akku endlich voll ist. Das Auto lange genug herum.
Nur bei Touren (eine Richtung) über die Akkureichweite hinaus, muss man unterwegs laden und darauf warten. Dann nutzt man aber 43 kW oder 50 kW-Ladung und ist in einer halben Stunde damit durch. Viel schneller wäre ein Wechsel eines 300 - 400 kg schweren Akkus auch nicht und viel teurer.
Zoe Zen seit 10.7.2013, perlmuttweiß
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