soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon Rumstromerer » So 12. Apr 2015, 15:00

Die Hersteller machen es so kompliziert weil sie es können.

Ist doch gut (für die) wenn sie die einzigen sind die CCS nutzen können und sich nicht damit herumärgern müssen daß mal eben neue Firmen mit ihren Innovationen daherkommen und es günstiger und besser können.
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon umberto » So 12. Apr 2015, 21:48

Rumstromerer hat geschrieben:
Die Hersteller machen es so kompliziert weil sie es können.


Nee, CCS und Chademo sind durch die Idee "Wir nutzen die Autos als Puffer für überschüssigen Strom" (V2G = Vehicle to Grid) mit sehr viel Komplexität belastet. Und ich weiß heute noch nicht, ob das überhaupt eine gute Idee ist (ich will mein Auto vielleicht gar nicht als Puffer zur Verfügung stellen).

Ich verstehe aber überhaupt nicht, daß man RWE fast flächendeckend 22 kW AC aufstellen läßt und dann keine Autos anbietet, die das wirklich nutzen. Da hakt's bei mir völlig aus? Soll da RWE eins augewischt werden? Oder hat Mutle recht und das ist alles nur ein Zufallsprodukt von nicht ausreichend oder nicht vorurteilsfrei informierten Leuten?

Gruss
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon green_Phil » Mi 15. Apr 2015, 15:40

Nachdem der Thread(titel) meiner Meinung nach eher unnötig ist und prädestiniert dafür, dass heftige Konfrontationen starten, möchte ich nun auch mal meine Meinung beitragen. Es ging ja hier schon heiß her. Ich denke:
1. DC-Ladung wird für Fernreisen, die größer sind als es die jeweils aktuelle Akkukapa hergibt, Standard werden. AC-Lader mit 120 kW werden in keinem Auto verbaut werden. Die DC-Lader mit solchen Anschlussleistungen haben sowieso die gleichen Anschlusskosten wie eine entsprechend schnelle AC-Ladesäule. Energie ist Energie, egal ob AC oder DC.
2. AC-Ladungen mit 22 kW sollten (so wünsche ich mir das) in Haushalten und an öffentlichen (Park-)Plätzen Standard werden. Kostengünstig zu realiseren, schnell genug um in einer halben Stunde mal fix 50 km Reichweite zu gewinnen. Die Akkugröße ist dabei egal.
3. DC (egal ob CHAdeMO oder CCS) wurden nicht entwickelt, um irgendwen abhängig zu machen. Möglicherweise nutzt man (Autohersteller, Energieversorger) da gewisse Synergieefekte aus, aber ich meine in erste Linie ging es bei der Entwicklung darum, dass die Ingenieure erkannt haben, dass es (Patentrecht mal außen vor gelassen) sehr schwierig ist, AC-Lader mit Leistungen ab etwa 10 kW im Auto zu verbauen, die dabei sehr günstig und platzsparend sind. Das gilt erst Recht in Größenordnungen über 40 kW. Das Problem zu umschiffen, indem man über bereits integrierte motorzugehörige Technik nutzt, wie es Renault beim Zoe (und nur hier!) macht, wirft ebenfalls schwierig zu lösende Probleme auf. Markenwagen von BMW oder VW, die ohrenbetäubend laut pfeiffen sind für die Kunden nicht besonders hochwertig anmutend. Ein Ladenetzbetreiber erzählte mir neulich, dass der/die/das Zoe bei seinesgleichen sehr unbeliebt sei, er mache nur Huddeleien (=Schwierigkeiten). Da gab es mal das Problem mit dem FI Typ B (Stichwort galv. Trennung), der vielerorts nachgerüstet werden musste, aber es gibt nach wie vor Beschwerden über hohe Blindströme und Oberwellen. Kundenseits gilt der Wagen als "Ladezicke". Mein persönliches Fazit daher: Die Chameleon-Technik ist eine super Idee (!!!), aber sie funktioniert noch nicht zufriedenstellend genug, als dass man sie als DAS Nonplusultra anpreisen sollte. Bitte weiter dran feilen und diese systembedingten Krankheiten ausmerzen.
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon eDEVIL » Mi 15. Apr 2015, 18:20

umberto hat geschrieben:
Ich verstehe aber überhaupt nicht, daß man RWE fast flächendeckend 22 kW AC aufstellen läßt und dann keine Autos anbietet, die das wirklich nutzen. Da hakt's bei mir völlig aus? Soll da RWE eins augewischt werden?

Ähnliche Gedanken hatte ich schon öfter. :geek:

Das man für größere Leistung um DC nicht herum kommt, dürfte die meisten ähnlich sehen. Ob da nun die Grenze bei 22KW oder 43KW liegt, ist die Frage. Zoe ist von der Ladung her sicher nicht optimal, aber das betrifft fast das naze Fahrzeug. Gegenüber dem Leaf verschlechtere ich mich deutlich, aber wie lange soll man denn als Nutzer noch darau hoffen, das die DC-LAder flächendeckend aufgebaut werden??? DIe 20-30KW-Witzvariante in der Metropolregion läßt mich da nicht so recht dran glauben, das sich das erheblich ändern wird. Und selbst wenn endlich flächendeckend 50KW stehen,ist die Frage, wieviel man dafür löhnen . Letzendlich ist man als "Junkie" derart erpressbar, weil man ja nur die Wahl hat nicht elektrisch zu fahren, das die Preise viele abschrecken dürften.
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon TeeKay » Mi 15. Apr 2015, 19:08

green_Phil hat geschrieben:
Markenwagen von BMW oder VW, die ohrenbetäubend laut pfeiffen sind für die Kunden nicht besonders hochwertig anmutend.

Aber Markenwagen, die stinkende, giftige Abgase ausstoßen und dabei Lärm bis hin zu ohrenbetäubender Lautstarke verursachen und das ganze Fahrzeug in Vibration versetzen, das mutet hochwertig an?
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon dibu » Mi 15. Apr 2015, 20:30

Ich finde beides nicht hochwertig. Das Pfeifen beim Laden meiner Zoé nervt mich schon manchmal und ich kann jeden verstehen, der das nicht mag. Ich fände es sehr gut, wenn Renault in Zukunft eine DC-Schnellladung zusätzlich (!) anböte.
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon green_Phil » Do 16. Apr 2015, 09:06

TeeKay hat geschrieben:
green_Phil hat geschrieben:
Markenwagen von BMW oder VW, die ohrenbetäubend laut pfeiffen sind für die Kunden nicht besonders hochwertig anmutend.

Aber Markenwagen, die stinkende, giftige Abgase ausstoßen und dabei Lärm bis hin zu ohrenbetäubender Lautstarke verursachen und das ganze Fahrzeug in Vibration versetzen, das mutet hochwertig an?

:lol: Nein, das sicher nicht! Aber Du weißt wie das ist, was das Gewohnheitstier Mensch kennt und gewöhnt ist, dass stört nicht besonders. Oft erkennt man den Unterschied erst, wenn man ihn erlebt hat. Nicht umsonst haben Probefahrten mit EVs so oft einen einschlagenden Charakter.
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Re: soll uns die DC-Ladung klein und abhängig halten?

Beitragvon TeeKay » Do 16. Apr 2015, 09:45

dibu hat geschrieben:
Ich finde beides nicht hochwertig. Das Pfeifen beim Laden meiner Zoé nervt mich schon manchmal und ich kann jeden verstehen, der das nicht mag. Ich fände es sehr gut, wenn Renault in Zukunft eine DC-Schnellladung zusätzlich (!) anböte.

Ja, weshalb sie das beim Motor-Update nicht gleich mit erledigten, ist mir schleierhaft. Kostet kaum mehr, würde aber den Nutzwert des Autos in vielen Ländern mit guter DC-Infrastruktur merklich erhöhen. In z.B. Norwegen kommt man mit AC-Ladung nicht weit.
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