So langsam wird das mit der Infrastruktur

So langsam wird das mit der Infrastruktur

Beitragvon Schneemann » Sa 25. Nov 2017, 13:29

Moin ihrs,

anlässlich der Fertigstellung der nächsten Ladesäule in meinem Bewegungsmuster möchte ich meiner Freude über die wachsende Infrastruktur hier doch mal Ausdruck verleihen.

Vor anderthalb Jahren habe ich mir ein E-Auto gekauft, nachdem an unserem Supermarkt ein clever-Triplecharger in Betrieb genommen wurde und ich immer wieder E-Autos dort laden sah. Fortan lud ich ebenfalls dort, während ich einkaufen ging oder einfach so, um mein Auto wieder vollzukriegen. Dann musste ich natürlich warten.

Ein Jahr später wurde eine 22kw-Säule an unserem Hallenbad aktiviert. Dort hält sich meine Freundin dreimal pro Woche jeweils ein bis zwei Stunden auf und sie lädt dort auf. Seitdem lade ich bei clever nur noch beim Einkaufen auf und muss nicht mehr warten, dass mein Auto voll wird.

Nun steht auch noch eine 22kw-Säule direkt vor meinem Frisör, wo ich mich einmal im Monat eine halbe Stunde aufhalte.

Ich habe für die 20000 km bislang noch nicht einmal zuhause aufgeladen.

Genau so stelle ich mir E-Mobilität vor. Ich integriere den Ladevorgang komplett in mein Leben. Beim Einkaufen, beim Sport, beim Frisör. Ich habe inzwischen keinerlei Zeitverlust mehr durch den Ladevorgang. Und so komme ich auch wunderbar mit meinen 120-180 km Reichweite aus, die mein Zoe zu bieten hat, da ich mich größtenteils hier im urbanen Raum aufhalte. Einzig auf meinen seltenen Langstrecken würde ich mir 250 km Reichweite bei 120 km/h wünschen. Aber das wird mit dem nächsten Fahrzeug kommen.

Gruß

Martin
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Re: So langsam wird das mit der Infrastruktur

Beitragvon bikeschmid » Sa 25. Nov 2017, 23:51

Dem kann ich mich anschliessen. Unser regionaler Stromversorger (Stadtwerke Versmold) baut in diesen Wochen 37 Ladepunkte im Umkreis auf. Einige stehen schon und können in der Einführungsphase kostenlos genutzt werden.
Danach gibt es einen besonderen Tarif, mit dem an diesen Ladepunkten und allen der teilnehmenden Roamingpartner zu den Kosten des eigenen Hausanschlusses (ca. 25 ct) gezapft werden kann. In meinem Ort (8000 Einwohner) wird es dann 6 Ladepunkte geben,im Umkreis von 10 Kilometer kommen noch 16 dazu. Meine Zoe freut sich schon und ich kann mir die Ladestation zu Hause sparen :D
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Re: So langsam wird das mit der Infrastruktur

Beitragvon Schneemann » So 26. Nov 2017, 13:50

Bei uns hier in Norderstedt (80.000 Einwohner) sind erstmal 20 Ladesäulen geplant, zwei davon stehen bereits. Das wären derzeit 40 Ladepunkte für rund 50 E-Autofahrer hier. Das ist schonmal nicht schlecht. Und das schöne ist, die Säulen sind mit den verbreitetsten Ladekarten sowie per SMS benutzbar, also auch für Durchreisende.
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Re: So langsam wird das mit der Infrastruktur

Beitragvon iOnier » So 26. Nov 2017, 23:02

Es ist aber noch viel zu tun, wenn Du Dich mal aus Sichtweite Deines Kirchturms hinaus bewegst wirst Du es merken. Von "so langsam wird das was" sind wir IMO noch weit entfernt. Eher noch im Stadium "fängt langsam, langsam an, in Gang zu kommen.

Von "überwiegend kostenlos geladen", wovon einige hier im Forum immer wieder schwärmen, kann hier in meiner Gegend zum Beispiel keine Rede sein. Die nächste Typ2-Ladesäule (22 kW) ist 15 km entfernt, lohnt sich nicht hinzufahren mit dem 3,3 kW Bordlader. Weitere in 20 km Entfernung sind kostenpflichtig (und teuer: innogy). Ich habe jetzt an die 28.000 km auf der Uhr und 98% zu Hause geladen, zu den normalen Haushaltsstromtarifen. 40 km zur nächsten Schnellladestation zu fahren lohnt sich natürlich auch nicht, zumal je nach Richtung auch noch ebenfalls teuer (allego), dann hätte ich zu Hause ja eh schon wieder die Hälfte der Ladung und viel Zeit verbraten. OK, um auf Langstrecke wegzukommen, dafür gibt es jetzt immerhin in allen Richtungen Schnelllader. Aber Destination charging ist in der Fläche echt noch Mangelware, und an Lademöglichkeiten für Laternenparker mag ich gar nicht denken. Na, daran fehlt es in Ballungsräumen ja auch noch massiv.

Ich weiß, Glas halb voll / halb leer ... aber dies ist ja nicht mal 10% voll ... respektive >90% leer. Immerhin bewegt sich was.
Gruß
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Re: So langsam wird das mit der Infrastruktur

Beitragvon Themse » So 26. Nov 2017, 23:16

Immerhin sind hier im Stromtankstellenverzeichnis schon über 10.200 Stromtankstellen registriert :-)
Und das bei ca 35.000 Elektroautos in Deutschland.
Ich finde da gibt es wenig zu klagen, besonders wenn man bedenkt ,
in welcher Geschwindigkeit neue dazukommen, ca 250 im Monat.
Sicherich gibt es Gegenden in den es immer noch schlecht aussieht.
Aber das gute am Elektroauto ist ja,
dass die meisten problemlos auf die Steckdose zuhause ausweichen können.
Ich denke, perspektivisch wird dies auch so bleiben,
dass man beim Heimkommen einsteckt und dann immer mit vollem Akku losfährt.
Mit den größeren Akkus wird das sowieso zunehmend entspannter :-)
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Re: So langsam wird das mit der Infrastruktur

Beitragvon Schneemann » So 26. Nov 2017, 23:24

Hehe, von meinem Kirchturm aus überblicke ich immerhin den Lebensraum von annährend 2 Millionen Menschen. Und hier ist ein Ansteigen der E-Quote dringend erforderlich. Und dafür wird auch etwas getan.

Im Betreff heißt es ja auch "langsam". Aber der Kurs stimmt meiner Meinung nach. Und das wollte ich positiv herausstellen. Es funktioniert auch ohne Heimladung und Laternen. Zugegebenermaßen bin ich jetzt nicht der Vielfahrer. Aber meine Freundin nutzt das Auto auch und so kommen wir schon auf runde 15000 km im Jahr ohne Heimladung und ohne jeglichen Zeitverlust.

Grundvorraussetzung dafür ist allerdings der 22 kW-Lader, ansonsten bekämen wir nicht genug Strom ins Auto während der Standzeiten.
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Re: So langsam wird das mit der Infrastruktur

Beitragvon iOnier » So 26. Nov 2017, 23:51

Schneemann hat geschrieben:
Hehe, von meinem Kirchturm aus überblicke ich immerhin den Lebensraum von annährend 2 Millionen Menschen.

Das meinte ich ... von meinem aus ist es etwa 1/1.000 der Leute und keine öffentliche Ladestation.

Ja, es wird etwas getan. Nur fand ich die Formulierung "langsam wird das was" etwas zu optimistisch, nachgerade euphorisch. Ohne Lademöglichkeit zuhause geht hier gar nix. Die gut 15. 000 km im Jahr fahre ich als Pendler auch - das geht hier aber eben nur mit Heimladung, jedenfalls wenn man keine erheblichen Umwege und gravierende Zeitverluste einkalkulieren mag (was ja auch ökologisch unsinnig ist). Ein leistungsstarker 3-Phasenlader würde mir auch nicht wirklich helfen, weil keine öffentliche Ladestation zu Hause, keine am Arbeitsort und kein Laden beim Arbeitgeber möglich ist.

Es macht mir ja Spaß, elektrisch zu fahren, Akku morgens immer voll und abends nie leer, dass Auto passt halt zu den Anforderungen - aber nach wie vor würde das hier auf'm Dorf nicht gehen wenn man Mieter ohne Stellplatz mit Zugang zu Strom ist.
Gruß
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Re: So langsam wird das mit der Infrastruktur

Beitragvon Tho » Mo 27. Nov 2017, 00:02

Ich muss dem Threadersteller recht geben, es hat sich schon einiges getan.
Plagte ich mich im vorletzten Jahr häufig noch mit der Frage "Kommen wir da irgendwie elektrisch hin" bin ich jetzt eher an dem Punkt, wo man sich überlegt welche Ladepunkt passt am besten auf der Strecke. :)
Vom Optimalfall, dass man z.B. überall einfach in der Nähe des Ziels laden könnte sind wir natrürlich noch weit entfernt, aber echte Ladewüsten begegnen mir auch nicht mehr.
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Re: So langsam wird das mit der Infrastruktur

Beitragvon iOnier » Mo 27. Nov 2017, 00:09

Stimmt, meine Überführungsfahrt vor 22 Monaten war noch ein Abenteuer, heute wäre sie relativ leicht machbar.

Das ist aber nicht Alltag. Davon, Elektromobilität für jedermann (also auch für Laternenparker) alltagstauglich zu machen ist die aktuelle Lage aber noch sehr, sehr weit weg. Auch und gerade in ländlichen Regionen.
Gruß
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Re: So langsam wird das mit der Infrastruktur

Beitragvon iOnier » Mo 27. Nov 2017, 00:20

Themse hat geschrieben:
Immerhin sind hier im Stromtankstellenverzeichnis schon über 10.200 Stromtankstellen registriert :-)

Wenn du die abziehst, die effektiv kaum nutzbar sind (am Autohaus und eh immer zugestellt zum Beispiel) und für den Rest mal auf die Verteilung schaust (kaum auf dem "platten Land") sieht das regional großflächig noch einfach Scheiße aus. Ohne meckern zu wollen, es ist toll, dass es so viele schon sind! Aber einen Grund zum Jubeln sehe ich halt auch nicht.
Aber das gute am Elektroauto ist ja,
dass die meisten problemlos auf die Steckdose zuhause ausweichen können.

Müssen trifft es eher. Es gibt hier im Forum zwar ein paar User, die es ohne eigene Lademöglichkeit hinbekommen, aber das sind verschwindend wenige. Frag ' doch mal, warum ...
Ich denke, perspektivisch wird dies auch so bleiben,
dass man beim Heimkommen einsteckt und dann immer mit vollem Akku losfährt.

Ja. Wenn jeder 2. Stellplatz in Wohngebieten nah genug an einer simplen Typ2-Dose ist.
Mit den größeren Akkus wird das sowieso zunehmend entspannter :-)

Das stimmt. OK, vielleicht muss es nicht jeder 2. Stellplatz sein, vielleicht reicht jeder 4. :-)
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