Schnellladung notwendig?

Schnellladung notwendig?

Beitragvon Goingi3 » Sa 26. Apr 2014, 19:36

Beiträge verschoben aus http://www.goingelectric.de/forum/bmw-i3-batterie-reichweite/statistik-t4197.html

Liebe Elektromobilisten!

Ich besitze bereits einen Smart Electric Drive und bin mehr als zufrieden mit diesem Fahrzeug.
Nun bin ich nach mehr als 5 Monaten Wartezeit seit Anfang April auch noch stolzer Besitzer eines BMW i3.
Nachdem ich inzwischen schon einiges an Erfahrungen mit dem Fahrzeug sammeln konnte, habe ich mir vorgenommen, diese hier im Forum weiterzugeben und auch über meine Meinungen und Statistiken zu berichten.

Für den Anfang bringe ich recht viel „Stoff“. Ich hoffe Ihr habt die Geduld, das alles zu lesen, ansonsten den vielen Text bitte einfach zu ignorieren. Vielleicht ist aber für manche von Euch auch was Interessantes dabei. Also viel Spaß beim Lesen.

Zunächst meine Hochachtung an die Entwickler des BMW i3. Ich erwarte jetzt keine Zuwendungen für mein Lob, das Fahrzeug hat aus heutiger Sicht eine gute Qualität und ist durchwegs gut geplant und gut gelungen. Was versprochen wird, wird auch gehalten. Ich hoffe, das bleibt auch so. Weiter so liebe Leute von BMW.

Ich habe inzwischen mit dem i3 ca. 1500 km zurückgelegt. Meine Fahrweise ist eher defensiv. Ich fahre nur selten auf der Autobahn und auch selten mehr als 100 km/h. Viel mehr ist bei uns in Österreich ohnehin nur noch selten erlaubt.

Meine Frau ist kürzlich eine längere Strecke mit dem i3 gefahren:
• 20 km auf der Bundesstraße mit ca. 230 Höhenmetern Gefälle
• 65 km auf der Autobahn mit ca. 150 Höhenmetern Steigung und
• 3 km auf der Landesstraße mit ca. 120 Höhenmetern Steigung.

Ihre Geschwindigkeit auf der Autobahn betrug praktisch durchgehend mit Tempomat 110 km/h. Sie hatte danach eine Restreichweite von knapp 60 km. Das wären knapp 150 km Gesamtreichweite. Die Temperatur betrug ca. 18 °C. Ich war positiv erstaunt über diese Werte. Denn dann müsste es auch möglich sein, die 200 km auf der Landesstraße zu schaffen.

Ich habe vor kurzem auch einmal einen Test gemacht. Ich fuhr von Innsbruck 35 km auf der Bundesstraße 800 Höhenmeter auf den Brenner hinauf und wieder hinunter zurück nach Innsbruck. Zum Fahrtbeginn zeigte der BC 160 km mögliche Gesamtreichweite an. Am Brenner hatte ich eine Restreichweite von 108 km. Als ich wieder die gleiche Strecke zurückfuhr, zeigte der BC in der Nähe von Innsbruck eine Gesamtreichweite von 230 km an. Das hat mich zunächst überrascht, erschien mir dann aber logisch. Damit wird ausgedrückt, dass wenn ich ständig so weiterrollen würde, eine solche Gesamtreichweite zu erwarten wäre und sich vielleicht sogar noch erhöhen würde. Aber wann und wo fährt man immer nur bergab?

Auf den Bundes- und Landesstraßen schwimme ich mit dem Verkehr mit oder mache öfter mal Platz, um mich überholen zu lassen. In der Stadt ist der i3 fast ein wenig übermotorisiert. Mit der Möglichkeit das Ansprechverhalten des Strompedals zu regeln, kann man das aber gut steuern. ECO pro oder ECO pro+ sind beim mir fast immer drin.

Meine Gesamtreichweiten betragen durchschnittlich ca. 150 km. Der Verbrauch lt. BC hat sich bei ca. 12 kWh eingependelt. Meine bisher verbrauchsgünstigste Fahrt bei sehr bewusster Fahrweise ergab einen Verbrauch von ca. 9,5 kWh lt. BC. Allerdings zeigt der i3 nicht den realen Verbrauch an. Der liegt, gemessen mit einem geeichten Zähler direkt nach der Steckdose, meist um ca. 15 % höher. Ich denke, das sind die Ladeverluste und das wird so bleiben.

Ich lade an einer Wallbox mit 16 Ampere. Der Ladestrom beträgt aber bei maximaler Einstellung im Bordcomputer nur ca. 14,4 A. Auch mit einem mobilen Ladegerät von Mennekes , das sich bis 16 A einstellen lässt, lädt der i3 nur mit 14,4 A. Mir reicht das aber grundsätzlich. Da der Akku fast nie ganz leer ist, beträgt die Zeit bis zur Vollladung selten mehr als 4 – 5 Stunden. Wenn er ganz leer wäre, müsste man sicher mit ca. 6 – 7 Stunden rechnen.

Ich lese sehr viel über Erfahrungen und Bedürfnisse anderer Besitzer von Elektrofahrzeugen, natürlich besonders über den BMW i3. Zunächst kann ich die meisten Kritikpunkte am i3 einfach nicht nachvollziehen.
Viele schimpfen z.B. über die gegenläufig öffnenden hinteren Türen des i3. Ich finde dieses Konzept ausgezeichnet und allemal besser, als bei einem reinen Zweitürer. Die Kompaktheit und Wendigkeit des Fahrzeuges verlangt nach solchen Lösungen.

Der Platz auf der Rückbank ist im Vergleich zu anderen 4-Stitzern und gemessen an der Fahrzeuglänge völlig in Ordnung. Man kann ganz gut sitzen während der maximal 150 km Reichweite.

Der Kofferraum ist ausreichend groß. Die Ladefläche mit umgelegten Rücksitzen nimmt locker zwei liegende Fahrräder auf, je nach Rahmengröße mit ausgebautem Vorder- und/oder Hinterrad.

Und dann die so oft verbreitete Kritik an der geringen Reichweite, besonders im Winter. Ja, im Winter sinkt die Reichweite um einiges. Ich habe das gewusst, habe mich darauf eingestellt und kann gut damit leben. Es gibt aber viele Leute, die damit offensichtlich große Probleme haben und deshalb öffentlich die Elektrofahrzeuge massiv abwerten. Sie wundern sich, dass sie selbst im Sommer nur knapp 100 km weit kommen, brettern aber mit 130 oder 150 Sachen auf der Autobahn dahin. Solche Leute sollten Ihre Meinung besser für sich behalten und von mir aus auch bei Ihren mit stinkendem Erdöl angetriebenen Vehikeln mit Verbrennungsmotor bleiben, als die noch in ihren Anfängen befindliche Elektromobilität madig zu machen. Ich weiß natürlich, dass wir auf Langstrecken noch immer auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor angewiesen sind. Traurig ist nur, dass unsere herkömmlichen Fahrzeuge mit miserablem Wirkungsgrad Unmengen an Stickoxyden und Ruß in unser wichtigstes Lebenselement hinausblasen: Die Luft.

Und dann gibt es noch eine erdrückende Überzahl an Ignoranten, die weiterhin massiv die Verbrennungsmaschinen mit Ihrem ach so faszinierendem Motorensound, den breiten Reifen und den überdimensionierten PS-starken Motoren verherrlichen, die weiterhin mit mehr als 200 km/h die Autobahn entlangbrettern, die Umwelt verpesten, sich und andere gefährden und nebenbei die Elektromobilität mitleidig belächeln und teilweise massiv schlechtreden. Ich hoffe, dass auch diesen Mitbürgern irgendwann einmal das Licht aufgeht. Diese Leute haben sich noch nicht richtig mit dem Thema Elektromobilität auseinandergesetzt. Elektroauto fahren bedeutet auch mit einem so noblen Fahrzeug wie dem BMW i3 einen kleinen Schritt zurück zu machen und in gewissem Maße auf den gewohnten Komfort zu verzichten. Wer das akzeptiert, wird mit gutem Gewissen auch mit dem Elektrofahrzeug glücklich.

Aussehen und Inneneinrichtung sind individuell Geschmacksache. Darüber Kritik zu üben, macht wenig Sinn. Mir persönlich gefällt das moderne und funktionelle Erscheinungsbild sehr gut.

An der Technik gibt’s nichts auszusetzen. Die ist BMW-typisch hochwertig.

Der Preis für das Fahrzeug ist gemessen an seiner Qualität und Leistung meines Erachtens angemessen, wenngleich man den i3 hinsichtlich seines Nutzens als Beförderungsmittel durchaus als Luxusgegenstand sehen kann.

Grundsätzlich erlaube ich mir zu behaupten, dass viele Leute Kritik an dem BMW i3 üben, aber weder einen besitzen, noch jemals darin gesessen oder damit gefahren sind. Solche Leute schaden dem Fortschritt der Elektromobilität und sollten sich besser zurückhalten.

Worüber ich mich immer wieder wundere, ist der massive Wunsch vieler Elektromobilisten nach einer Schnelllademöglichkeit. Ich halte die Schnellladung grundsätzlich und treffend gesagt für einen Blödsinn!
Warum das so ist, versuche ich an ein paar Beispielen zu erklären:
• Wer sich schon beim Kauf für die Schnellladeoption entschieden hat, wird bei intensiver Nutzung jedenfalls ein Getriebener unserer hektischen Gesellschaft und nimmt bei der ständigen Suche nach Schnellladestationen unwillkürlich Stress auf sich. Von den Kosten für die vielen Tassen Kaffee während der meist halbstündigen Ladezeit abgesehen.
• Schon beim Kauf des Fahrzeuges muss man einen nicht unerheblichen Mehrpreis für die Schnellladeoption bezahlen.
• Eine Heim-Schnellladestation ist mit aufwendigen und teuren Installationsarbeiten verbunden, vorausgesetzt, dass die hohe Leistung überhaupt vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellt werden kann.
• Schnelladestationen sind dünn gesät. Es wird auch in absehbarer Zukunft nur ein dünnes Netz an Schnelladestationen geben. Bei der Fahrt zu einer Schnellladestation muss man daher fast immer einen deutlichen Umweg auf sich nehmen, den man letztendlich von der erwarteten Reichweite abziehen muss.
• Der Strompreis ist an Schnellladestationen, wie eigentlich an fast allen öffentlichen Ladestationen, meist höher als an der eigenen Heimladestation.
• Hohe Ladeströme stellen für den Akku auf jeden Fall eine viel höhere Belastung dar, als der bei Normalladung mit z.B. 16 Ampere (bzw. 20 Ampere in Deutschland). Das geht auf die Lebensdauer des Akkus. Nicht umsonst verlangt z.B. Renault im Rahmen der Akku-Miete 2 Euro zusätzlich für jede vollständige Schnellladung.
• Bei Schnellladung wird der Akku nur bis zu ca. 80% vollgeladen, was die Gesamtreichweite mindert. Beim Laden bis 100% müsste der Ladestrom nämlich zum Schluss erheblich verringert werden, damit der Akku keinen größeren Schaden nimmt. Dies würde aber die Ladezeit wieder erheblich verlängern. Kurz und schnell laden bedeutet also statt 150 km nur noch 120 km weit fahren zu können.
• Die hohen Ladeleistungen bei Schnellladung belasten das Stromnetz erheblich. Wenn alle Leute Elektroautos besitzen würden und diese mit Leistungen von 50 kW und mehr laden wollten, wären die meisten bestehenden Stromnetze überlastet. Die Energieversorgungsunternehmen hätten alle Hände voll zu tun, Stromleitungen und Kabelquerschitte zu verstärken oder auszutauschen und müssten mehr Kraftwerke bauen. Die Kosten trägt dann wieder der Kunde in Form höherer Strompreise.

Schnellladung ist also weder sinnvoll, noch vernünftig!

Ich lade meinen i3 meistens mit 8 Ampere, seltener mit 14,4 Ampere . Geladen wird klarer Weise immer dann, wenn das Fahrzeug steht. Und das tut es meistens mehr als 20 Stunden am Tag. Entweder zu Hause während ich schlafe oder an der Arbeitsstelle während der Arbeit. Ansonsten lade ich auch an Schukosteckdosen bei Freunden, Verwandten, Bekannten, Hotels oder Gasthäusern. Ladestationen ignoriere ich grundsätzlich, da man sich nach jetzigem Stand nicht darauf verlassen kann. Ladestationen werden erst dann interessant, wenn es mehrere gibt und man mit Kreditkarte oder Bankomatkarte unkompliziert zahlen kann, ohne sich bei irgendeinem oder gar mehreren Betreibern anmelden und registrieren zu müssen.

Natürlich muss ich all meine längeren Fahrten planen. Es gibt dafür Hilfsmittel, die auch die auch Steigung und Gefälle und sogar das Verkehrsaufkommen berücksichtigen. Das kann z.B. mit Hilfe des ausgezeichneten Navigationsgerätes im i3 erfolgen oder z.B. auch mit BMW-Routes. Auch das Berechnungstool „GreenCar“ von http://www.jurassictest.ch/GR/ ist ein interessantes und ganz gutes Instrument. Bis jetzt bin ich noch nie auch nur annähernd mit leerem Akku liegengeblieben.

Generell versuche ich, stets defensiv, gleichmäßig und sparsam zu fahren. Ganz nach dem ökologischen Gedanken, den Elektrofahrzeuge verbreiten sollen und nach dem Motto: gleiten statt hetzen. Man gewinnt bei schneller Fahrweise auf den relativ kurzen Distanzen ohnehin nur wenige Minuten bei gleichzeitig höherer Gefahr und mehr Verbrauch.

Die 170 PS des BMW i3 nütze ich nur selten beim Einordnen, beim Überholen, beim Vorführen für interessierte Mitfahrer und noch seltener aus persönlichem Spaß an der Beschleunigung. Genügend Leistung mitzuführen, ist aber grundsätzlich kein Nachteil und manchmal sogar ein Sicherheitsfaktor.
Ich hoffe, ich konnte mit meinen Ausführungen ein wenig informieren oder zumindest unterhalten.

Eine Bitte hätte ich noch an alle Forumsmitglieder: Bewahrt bitte gegenseitig ein wenig mehr Höflichkeit, Geduld und Respekt. Es kommt leider immer wieder zu persönlichen Angriffen, die nur vom Thema ablenken und das Niveau des Forums schädigen. Ich bedanke mich bei allen, die dafür Verständnis zeigen.

Viel Spaß noch mit Eurem BMW i3 und Euren anderen Elektrofahrzeugen. Ich melde mich gegebenenfalls wieder zu interessanten Themen.
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Re: Statistik

Beitragvon Alex1 » Sa 26. Apr 2014, 20:44

@Goingi3: Schöner ausführlicher Bericht, auch über Deine Motivationslagen.

Bei ein paar Dingen muss ich Dir allerdings widersprechen:

Wer sich schon beim Kauf für die Schnellladeoption entschieden hat, wird bei intensiver Nutzung jedenfalls ein Getriebener unserer hektischen Gesellschaft und nimmt bei der ständigen Suche nach Schnellladestationen unwillkürlich Stress auf sich.

Ich kann nur für mich sprechen: Ich MUSS unterwegs laden. Da ist die Schelllademöglichkeit NOTWENDIG. Und sooo dünn sind die auch nicht mehr gesät. Jedenfalls für Zoe-Fahrer (SCNR). Es gibt inzwischen schon fast alle 50 km eine 22-kW-Station.

Ja, das Ausspähen dieser Stationen ist mit einem kleinen Aufwand verbunden. Der hält sich aber dank Guy sehr in Grenzen. Das Getriebensein kommt ja von den Terminen, die man einhalten wil/soll/muss.

Ist halt wie immer: Jeder ist in einer anderen Lebenssituation, und keine Lösung/kein Auto passt für alle. Und meine Lebenssituation ist es eben, dass ich auch mal 200 km oder mehr am Stück fahren muss. Da sind schon die 22-kW-Zapfen sehr nützlich, die 43-kW-Zapfen wären himmlisch.
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Statistik

Beitragvon marfuh » Sa 26. Apr 2014, 20:48

Super Bericht! Ganz meiner Meinung......100 Prozent :D

Habe das mit den Ladeoptionen auch schon festgestellt!
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Re: Statistik

Beitragvon Alex1 » Sa 26. Apr 2014, 21:05

@Goingi3:
Schon beim Kauf des Fahrzeuges muss man einen nicht unerheblichen Mehrpreis für die Schnellladeoption bezahlen.

Also meine Zoe war trotz Schnellladeoption sicher um Einiges günstiger als Dein i3, nicht wahr?
• Eine Heim-Schnellladestation ist mit aufwendigen und teuren Installationsarbeiten verbunden, vorausgesetzt, dass die hohe Leistung überhaupt vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellt werden kann.

Ähm, nein.
• Schnelladestationen sind dünn gesät. Es wird auch in absehbarer Zukunft nur ein dünnes Netz an Schnelladestationen geben. Bei der Fahrt zu einer Schnellladestation muss man daher fast immer einen deutlichen Umweg auf sich nehmen, den man letztendlich von der erwarteten Reichweite abziehen muss.

Definiere "deutlich". 15 km sind nicht viel, wenn man so entspannt fährt wie Du, der ja nicht hetzen will :)
• Der Strompreis ist an Schnellladestationen, wie eigentlich an fast allen öffentlichen Ladestationen, meist höher als an der eigenen Heimladestation.

Ähm, nein. Bei Stadtwerken ist der Strom sogar oft kostenlos oder man zahlt eine geringe Parkgebühr. Außerdem sollte gerade ein i3-Fahrer damit gar kein Problem haben. Das bewegt sich dann im Promillebereich.
• Hohe Ladeströme stellen für den Akku auf jeden Fall eine viel höhere Belastung dar, als der bei Normalladung mit z.B. 16 Ampere (bzw. 20 Ampere in Deutschland). Das geht auf die Lebensdauer des Akkus. Nicht umsonst verlangt z.B. Renault im Rahmen der Akku-Miete 2 Euro zusätzlich für jede vollständige Schnellladung.

Ähm, nein. 22 kW bei der Zoe (also das 7-Fache Deiner Ladeleistung) ist grad mal 1C. Und selbst 2C, also 43 kW, wird von Röno schon lange nicht mehr mit Aufpreis bedacht. Hier im Forum zu lesen :)
• Bei Schnellladung wird der Akku nur bis zu ca. 80% vollgeladen, was die Gesamtreichweite mindert. Beim Laden bis 100% müsste der Ladestrom nämlich zum Schluss erheblich verringert werden, damit der Akku keinen größeren Schaden nimmt. Dies würde aber die Ladezeit wieder erheblich verlängern. Kurz und schnell laden bedeutet also statt 150 km nur noch 120 km weit fahren zu können.

Ähm, fast. Wer es wirklich eilig hat, lädt tatsächlich nur auf 80%. Die 1.600 km in 24 h wurden auch so erreicht. So erreiche ich aber eben locker 240 km mit 30 min Zwischenladung.
• Die hohen Ladeleistungen bei Schnellladung belasten das Stromnetz erheblich. Wenn alle Leute Elektroautos besitzen würden und diese mit Leistungen von 50 kW und mehr laden wollten, wären die meisten bestehenden Stromnetze überlastet. Die Energieversorgungsunternehmen hätten alle Hände voll zu tun, Stromleitungen und Kabelquerschitte zu verstärken oder auszutauschen und müssten mehr Kraftwerke bauen. Die Kosten trägt dann wieder der Kunde in Form höherer Strompreise.

Ähm, nein. Bitte kein Szenario vom Format "wenn alle Chinesen gleichzeitig vom Stuhl springen"... :) Informiere Dich bitte vorher. ZB hier im Forum. Da gibt es genügend Freds über die Ausstattung von Ladesäulen. Da wird auch ausführlich auf Ladung mit 43, 50, aber auch 100 oder 150 kW eingegangen. Stichwort Pufferung. Zu Hause - da geb ich Dir Recht - ist eine wirkliche Schnellladung üblicherweise nicht nötig, geht ja meist über Nacht..
Schnellladung ist also weder sinnvoll, noch vernünftig!


Für Dich vielleicht, für mindestens 80% der potenziellen E-Fahrer sehr wohl :mrgreen:
Herzliche Grüße
Alex
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Re: Statistik

Beitragvon green_Phil » Sa 26. Apr 2014, 21:08

Goingi3, super Bericht! Ich habe ähnliche Erfahrungen mit dem i3 gemacht.
ABER: Ich bin SO froh über die Schnelllademöglichkeit. AC 22 kW wären das Sahnehäubchen.
Es ist doch so: Im Alltag brauche ich keine Schnellladung. Da gebe ich Dir völlig Recht!
Aber am Wochenende, oder gar wie letzte Woche über Ostern wenn ich in den Urlaub fahre (lies doch dazu mal mein Bericht) sind Schnellladungen was wunderbares, denn die Zeit, die ich auf meiner Hinreise sparte, konnte ich länger am Gardasee verbringen! Wäre die gesamte Strecke mit Schnellladern ausgestattet (wenigstens auf den Fernreiserouten), dann wäre meine Reise statt 18 nur 10 Stunden lang gewesen, oder noch weniger. Die gewonnen 8 Stunden hätte ich nicht irgendwo im oder beim Auto verbringen müssen, sondern hätte sie kletternd am Gardasee oder Katze streicheld daheim verbringen können.
Es tut mir leid, ich muss Dir wehement widersprechen: Schnelllademöglichenkeiten sind für die Elektromobilität zwingend notwendig!

(Wenn Du sagst, Schnelllademöglichkeiten wären unnötig, dann kann ich Dir in sofern Recht geben, dass zum Überleben überhaupt keine Autos notwendig sind. Autos verbrauchen Öl (Reifen, Kunststoffe, Schmierstoffe...) und andere wesentliche Ressourcen, sie verbrauchen Energie und sind Gefahrenquelle bei Unfällen. Autos sind also auch "weder sinnvoll, noch vernünftig".)
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Re: Statistik

Beitragvon green_Phil » Sa 26. Apr 2014, 21:11

Alex1, danke. Ich wollte mir diese ganze Arbeit sparen. Top, dass Du alles so aufgedröselt und dann auf den Punkt gebracht hast.
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Re: Statistik

Beitragvon Alex1 » Sa 26. Apr 2014, 21:22

@Gonigi3:
Ich lade meinen i3 meistens mit 8 Ampere, seltener mit 14,4 Ampere .

Schnarch... :lol: SNCR
Geladen wird klarer Weise immer dann, wenn das Fahrzeug steht. Und das tut es meistens mehr als 20 Stunden am Tag. Entweder zu Hause während ich schlafe oder an der Arbeitsstelle während der Arbeit.

Du hast eben keinen Aussendienst :)
Ansonsten lade ich auch an Schukosteckdosen bei Freunden, Verwandten, Bekannten, Hotels oder Gasthäusern.

Du weißt schon, dass Ladung <<1C den Wirkungsgrad erheblich verringert gegenüber 1-C-Laden? Das steht etwas im Widerspruch zu Deinen Aussagen zum angeblich so hohen Strompreisen an den Ladesäulen.
Ladestationen ignoriere ich grundsätzlich, da man sich nach jetzigem Stand nicht darauf verlassen kann.

Doch, kann man. Schau Dir Guys Verzeichnis an und die Fehlerquote. Die ist hinreichend gering.
Ladestationen werden erst dann interessant, wenn es mehrere gibt und man mit Kreditkarte oder Bankomatkarte unkompliziert zahlen kann, ohne sich bei irgendeinem oder gar mehreren Betreibern anmelden und registrieren zu müssen.

Gibt es schon lange, diese einfachen Möglichkeiten. RWE z.B. mit seinem sms-Verfahren, das nach meiner Erfahrung problemlös läuft. Oder die vielen Parkhäuser oder Stadtwerke, deren Dosen praktisch immer unter Strom stehen.

Da Du ja - im Gegensatz zu mir - nicht auf externe Zapfen angewiesen bist, hast Du ja keinen "Leidensdruck" dahingehend. Ich halt schon. Und viele Andere wohl auch. Für die ist das aber kein wirkliches Problem. Die Vertragsgestaltung ist auch nicht sooo problematisch, nicht schlimmer als bei irgend einem Handy oder so.

Aber wie gesagt, Du lebst in Deiner Welt und ich in meiner. Und da haben wir eben verschiedene Prioritäten.

Was uns eint, ist die Begeisterung für die E-Mobilität. Aber hab ein klein wenig Verständnis für die, die noch nicht so weit sind :) Ich weiß, das ist bisweilen äußerst schwer...
Herzliche Grüße
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Re: Statistik

Beitragvon Alex1 » Sa 26. Apr 2014, 21:31

Hüten wir E-Mobilisten uns davor, uns selbst zu spalten!

Ich war bisher nur in einem Twike, einem Think, meiner Zoe und einem i3 gesessen. Letztere zwei wären - mit den beiden Tesla-Modellen - die Einzigen gewesen, die meinen Fahransprüchen gerecht werden.

Im i3 zu sitzen war einwandfrei, sehr professionelle Anmutung, und BMW macht schon super Autos. Obwohl ich keinen fahre... Leider kam es auch nicht zur i3-Probefahrt, elektrische 170 PS hätte ich schon gern mal im Rücken gespürt...
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Re: Statistik

Beitragvon Schibulski » Sa 26. Apr 2014, 21:37

Danke Alex1 für die Kommentare, so genau hätte ich es nicht alles gewusst.

Mein Punkt ist: Bei den derzeitigen geringen Akku Kapazitäten ist die Schnellladung essentiell für eine breitere Akzeptanz der Elektromobilität. Genau wie ein Rex nimmt die Schnellladung die Angst vor langen Stopps nach nur 150km Fahrt. Ich hoffe, dass eines Tages an jeder Tankstelle und jedem Rasthof ein paar Schnellader stehen.

Dank auch Goingi3 für den erfrischenden Bericht, der mal andere Punkte bringt. Logiserweise hat jeder Autofahrer seinen ganz individuellen Reichweiten-Bedarf. Dieser spiegelt sich dann natürlich auch in der Beurteilung der Reichweite des i3 wider. Ob diese Reichweite nun als "Normalo" oder als "Fundi" erreicht wird, ist egal. Uns ist erst nach dem Kauf klar geworden, dass unser Reichweitenhorizont etwa 30km über unserer "praxisnah" erzielten i3 Reichweite liegt. Gut dass wir den Rex genommen haben...so können wir den i3 ganz entspannt genießen :-)
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Re: Statistik

Beitragvon odyssey » Sa 26. Apr 2014, 21:40

Willkommen im Forum und Danke für diesen wirklich sehr leserlichen und ausführlichen Bericht.

Zum Thema Schnellladung haben hier viele wohl eine ganz andere Meinung und ich auch!
Goingi3 hat geschrieben:
Ich besitze bereits einen Smart Electric Drive und bin mehr als zufrieden mit diesem Fahrzeug.

Der ED ist wohl auch nur mit einem Standard-Lader ausgerüstet? - oder?

Goingi3 hat geschrieben:
Worüber ich mich immer wieder wundere, ist der massive Wunsch vieler Elektromobilisten nach einer Schnelllademöglichkeit. Ich halte die Schnellladung grundsätzlich und treffend gesagt für einen Blödsinn!

Ich würde viel lieber die kranke "Schnarchladung" für Blödsinn erklären! Ich tanke auch nicht über Tage meinen Benziner mit Sprit voll?!

Goingi3 hat geschrieben:
Warum das so ist, versuche ich an ein paar Beispielen zu erklären:
• Wer sich schon beim Kauf für die Schnellladeoption entschieden hat, wird bei intensiver Nutzung jedenfalls ein Getriebener unserer hektischen Gesellschaft und nimmt bei der ständigen Suche nach Schnellladestationen unwillkürlich Stress auf sich. Von den Kosten für die vielen Tassen Kaffee während der meist halbstündigen Ladezeit abgesehen.

Wenn damit der Aktionsradius deutlich gesteigert wird - und ich auf den Verbrenner verzichten kann - ist mir das gerne diese Wartezeit wert. Und wie sehr micht das stresst ist meine Sasche! Dabei brauche ich auch keinen Kaffee - ich kann auch ein Buch lesen ;-)
Und im ED dabei im Winter sogar die ganze Zeit die Heizung laufen haben und nicht nur eine halbe Stunde wie beim Bayern :mrgreen:

Goingi3 hat geschrieben:
• Schon beim Kauf des Fahrzeuges muss man einen nicht unerheblichen Mehrpreis für die Schnellladeoption bezahlen.
• Eine Heim-Schnellladestation ist mit aufwendigen und teuren Installationsarbeiten verbunden, vorausgesetzt, dass die hohe Leistung überhaupt vom Netzbetreiber zur Verfügung gestellt werden kann.

Auch hier ist der Mehrwert entscheident für eine flexible Nutzung war ich gerne bereit diese Kosten zu tragen und die Installation anzugehen.

Goingi3 hat geschrieben:
• Hohe Ladeströme stellen für den Akku auf jeden Fall eine viel höhere Belastung dar, als der bei Normalladung mit z.B. 16 Ampere (bzw. 20 Ampere in Deutschland). Das geht auf die Lebensdauer des Akkus. Nicht umsonst verlangt z.B. Renault im Rahmen der Akku-Miete 2 Euro zusätzlich für jede vollständige Schnellladung.

Das ist keine generelle technische Frage. Der Einfluß einer Schnellladung hängt ganz erheblich von der verwendeten Akkutechnologie ab. Für mich beginnt Schnellladung schon ab AC 22kW - da gibt es im Großraum Rhein-Ruhr genug Lademöglichkeiten - und da wird mein ED mit ca. 1C bekastet. Wenn andere Hersteller da Probleme erwarten ist das wohl auf mangelnde Konstruktionen zurückzuführen.

Goingi3 hat geschrieben:
• Bei Schnellladung wird der Akku nur bis zu ca. 80% vollgeladen, was die Gesamtreichweite mindert. Beim Laden bis 100% müsste der Ladestrom nämlich zum Schluss erheblich verringert werden, damit der Akku keinen größeren Schaden nimmt. Dies würde aber die Ladezeit wieder erheblich verlängern. Kurz und schnell laden bedeutet also statt 150 km nur noch 120 km weit fahren zu können.
• Die hohen Ladeleistungen bei Schnellladung belasten das Stromnetz erheblich. Wenn alle Leute Elektroautos besitzen würden und diese mit Leistungen von 50 kW und mehr laden wollten, wären die meisten bestehenden Stromnetze überlastet. Die Energieversorgungsunternehmen hätten alle Hände voll zu tun, Stromleitungen und Kabelquerschitte zu verstärken oder auszutauschen und müssten mehr Kraftwerke bauen. Die Kosten trägt dann wieder der Kunde in Form höherer Strompreise.

Schnellladung ist also weder sinnvoll, noch vernünftig!
Themen.


Auch Umbauten in unserer Versorgung gehören zur Energiewende. Und genau die "Schnarchnasigen Versorger" sollten lieber das Netz ausbauen und Ladeprotokolle erarbeiten. Nur wir als Kunden können das einfordern!

Ich sehe leider Deinen Bericht als traurige Werbemessage für BMW. Der i3 ist ein sehr schöner Wagen, nur hat es BMW nicht geschafft ihn perfekt zu machen! Und Deine Argumente beschönigen nur die Designlücken. Warum gehen die Hersteller den einfachen Weg und verlagern Schnellladung auf die Infrastrukturbetreiber und vertrauen auf eine CCS-Technik, die niemals so schnell und flexibel ausgebaut wird, wie das bestehende AC 22kW-Netz. Ich lade meinen ED in 40min von 15% auf 100% (ohne Balancing) und bin so bis jetzt sehr gut ohne meinen Verbrenner ausgekommen.
Und zu Hause mal eben nachladen zu können und damit den Tagesradius deutlich zu erweitern ist auch eine Frage für "freie" Mobilität.

Sieh Dir lieber mal das Blog von "Zoepionierin" an, denn es ist ein Unding, daß hier wieder deutsche Technik hochgelobt wird und echte Innovation droht auf der Strecke zu bleiben: http://zoepionierin.de/auslandische-elektroautos-unerwunscht/

Ich lade Drehstrom!
Grüße,
odyssey
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