Schnellladung notwendig?

Re: Schnellladung notwendig?

Beitragvon eDEVIL » Mo 28. Apr 2014, 08:02

Mit der richtigen Intelligenz und passenden Anreizen sehe ich Elektroladesäulen eher als Netzentlastung.
Eine 22KW Säule am Arbeitort kann dann Laden, wenn es für das Netz und die direkte VErwendung von erneuerbaren Energien am günstigsten ist.

Wenn man Akkuzyklen gegen kostenlosen Strom tauscht, dürfte das die Elektroautofahrer auch entsprechend reizen.

Echte Schnelldung sehe ich mittelfristig bei >50KW. 22KW wird eher der Standard.
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

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Re: Schnellladung notwendig?

Beitragvon Elektrolurch » Mo 28. Apr 2014, 08:03

energieingenieur hat geschrieben:
1Mio Elektrofahrzeuge benötigen 0,2% mehr elektrische Energie, als der jetzige Strombedarf der gesamten Bundesrepublik. 42Mio PKW (der gesamte PKW-Bestand der Bundesrepublik) benötigt 15% mehr Strombedarf.

Äh, müsste das nicht heißen: "1Mio Elektrofahrzeuge benötigen 0,2% der elektrischen Energie des jetzigen Strombedarfs der gesamten Bundesrepublik. 42Mio PKW (der gesamte PKW-Bestand der Bundesrepublik) benötigen 15% des Strombedarfs." :?:

Andernfalls würde ja, so wie du es oben formuliert hast, der Gesamtstrombedarf der Bundesrepublik um 15% steigen müssen, um 42 Mio EV zu versorgen. So hat du das sicher nicht gemeint, oder?
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Re: Schnellladung notwendig?

Beitragvon TeeKay » Mo 28. Apr 2014, 08:14

@going: Deine "Was wäre, wenn alle gleichzeitig..."-Überlegungen sind ein lustiges Spiel - aber für die Realität völlig irrelevant. Denn es passiert nicht alles gleichzeitig und von jetzt auf gleich. Stell dich mal an eine beliebige Wohnstraße und zähle, wie viele Autos in einer Stunde "ausgetauscht" werden. Also wie viele fahren weg, wie viele kommen neu hinzu (und stellen damit potentielle Lader dar). Ich bezweifle, dass das selbst zur besten Heimkehrerzeit mehr als 20% sind.


Ich sehe es schon vor mir: Jede Einfahrt bekommt einen schrankgroßen 50kW DC-Lader, damit die durchschnittlich am Tag verbrauchten 4,5kWh schnell nachgeladen werden können. Und dann kommen alle zeitgleich nach Hause. Und wie eine Reihe umfallender Dominosteine stöpseln sie nacheinander ihre Autos an. 1, 2, 3, 4... 49, 50..., 98, 99, 100. Tada! Im Atomkraftwerk wird der Schalter zur Aktivierung der Notreserve umgelegt, das unterirdische Kabel ist glutrot und mit aller Macht pressen die 50kW Lader mit 4-8kW Ladeleistung (die letzten 50% werden immer langsamer geladen) die verbrauchten 10% SOC in die Batterien...

Und dann gehen alle rein und waschen sich die Hände. Während du schweißgebadet vor der Autoschlange stehst und bangst, dass doch bitte, bitte die 100x 4kW Ladeleistung nicht das deutsche Netz zusammenbrechen lassen, fließt in den Häusern das Wasser literweise durch die 22kW Durchlauferhitzer, ohne dass es irgendwen interessiert.

Natürlich kauften sich auch alle 100 Nachbarn zeitgleich das Elektroauto. Das hört man ja in diesen Tagen immer wieder... also dass ganze Straßenzüge Samstag Vormittag zum Autohaus fahren und für den hundertfachen Elektroautokauf Rabatte aushandeln. Den Energieversorgern bleibt daher keinerlei Möglichkeit, im Rahmen üblicher Erdarbeiten die Versorgungsleitungen ohne nenneswerte Mehrkosten (Mehrkosten = Differenzpreis zwischen dickem und dünnen Kabel) zu verstärken.
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Re: Schnellladung notwendig?

Beitragvon energieingenieur » Mo 28. Apr 2014, 08:32

Goingi3 hat geschrieben:
Wenn z.B. in meinem Wohnort [...] plötzlich alle Autobesitzer wie ich auf ein Elektroauto umsteigen und mit 50 kVA oder mehr Schnellladen würden [...]

Ich gebe dir völlig recht, dass unser heutiges Netz das nicht packen würde.
Aber ich gehe nach wie vor davon aus, dass sich das Netz mit der wachsenden Fahrzeuganzahl mitentwickeln wird. Das ist ja ein langsamer Prozess, der nicht plötzlich stattfindet. Weiterhin bin ich bei dir, wenn du sagst, dass die Langsamladung zu Hause eigentlich das Beste ist bzw. die Regel sein sollte.
Das einzige, was ich anders sehe ist, dass ich unterwegs - an zentralen Punkten - Schnellladen können will. Aber das brauche ich eben nur, wenn ich wirklich auf Langstrecke unterwegs bin. Und diese Schnellladepunkte können und sollten dort platziert werden, wo entsprechend Leistung problemlos zur Verfügung steht. z.B. an Autobahnrasthöfen, in Gewerbegebieten, etc. Ich denke nicht, dass eine Schnellladestation mitten in einem Wohngebiet sinnvoll platziert wäre - auch wenn sie keine Emissionen von sich gibt ;-).

Teslas Supercharger funktionieren ja auch. Und das obwohl dort teilweise 8 Schnelllader nebeneinander stehen und auch gleichzeitig betrieben werden können, bricht vor Ort nicht das Stromnetz zusammen.

@Elektrolurch: Ja, du hast recht. Deine Formulierung drückt besser aus, was ich sagen wollte ;-) Physik und Mathe haben mir in der Schule deutlich mehr Spaß gemacht, als Deutsch...
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Re: Schnellladung notwendig?

Beitragvon Greenhorn » Mo 28. Apr 2014, 10:17

Danke lieber Mod, das Du daraus ein eigenes Thema gemacht hast. Dies wird hier,trotz gegensätzlicher Ansichten sehr fair und respektvoll diskutiert. Es geht auch ohne zicken. Lob an alle <3

Zum Thema: Aus meiner pers. Sicht geht es aktuell nicht ohne Schnelllader. Es fällt oft der Begriff Langstrecke. Für mich ist 200 km um meinen Wohnort keine Ls. Das ist mein normaler Lebensraum. Der ist mit Schnarchladung aber nicht zu bewältigen.
Weiter müssen wir mit der weiteren Verbreitung der EV auch an den Gedankenwandel der Fahrer denken. Es kommen Gedanken zu Eigenladung mit Solar ins Spiel. Das verringert den Transport dezentraler Erzeugung und entlastet die Netze.
Was auch schon angesprochen wurde ist die junge Generation in Ballungszentren, die sich gar kein Auto mehr kaufen und auf öffis oder Carsharing zurückgreifen. Ich denke die Anzahl der Fahrzeuge auf unseren Straßen wird künftig sowieso sinken.
Und zum Schluss @ goingi3 muss ich dir vollkommen recht geben: die beste Energie ist die, die wir nicht verbrauchen. Aber da sparen wir bei unserem liebsten Kind wohl als letztes.
Gruß Bernd
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Re: Schnellladung notwendig?

Beitragvon Alex1 » Mo 28. Apr 2014, 11:51

Ich denke, nur eine massenhafte Verbreitung berührungsloser Ladeflächen kann Schnelllader ersetzen.

Parkplätze könnte auf die Weise multifunktional werden:
- Überdachung für die Stellflächen - natürlich mit Solarzellen drauf,
- Die auch noch beschatten (Klimaanlage und Hunde/Babys schonen),
- Im Boden induktive Lader,
- Die Fahrflächen damit gepflastert: http://green.autoblog.com/2014/04/22/so ... indiegogo/

Zusätzlich werden wohl Induktionsschleifen auf Autobahnen oder/und Landstraßen kommen. Die sind ja heutzutage immer häufiger auch Parkplätze... ;)

Aber gerade das wird wohl noch ein gutes Stück länger dauern als 10 Jahre. So lange hält mein Chamäleon hoffentlich noch :mrgreen:
Herzliche Grüße
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Re: Schnellladung notwendig?

Beitragvon PowerTower » Mo 28. Apr 2014, 12:05

Es ist nicht mal genug Geld da, um die Straßen ganz normal in Schuss zu halten. Wo soll da nun zusätzliches Geld für die sündhaft teure Induktionsladetechnik herkommen? Belasten wir dafür wieder jeden Steuerzahler mit 1.000 Euro jährlich extra? Induktionslader werden sich in Nischen durchsetzen, z.B. für elektrische Busse im ÖPNV, ansonsten wird das E-Mobil noch lange das Hündchen an der Leine sein. ;)
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Re: Schnellladung notwendig?

Beitragvon Goingi3 » Mo 28. Apr 2014, 12:25

Eure Argumente kann man durchaus gelten lassen.
Wie gesagt, ist eben alles eine Art der Sichtweise.

Ich habe mir meine Elektrofahrzeuge zugelegt, um bestimmte Anforderungsprofile abzudecken.
Diese Profile lauten im Wesentlichen:

1) Fahrten in die Stadt für Erledigungen, Einkäufe, Sporttermine, Veranstaltungen
2) Fahrt meiner Frau jede Woche einmal zu ihrer Mutter, dort ein paar Stunden zu Besuch einschließlich Schukoladung,
anschließend retour
3) Gelegentlicher Besuch von Freunden, Verwandten und Bekannten im Umkreis von ca. 100 km mit dortiger
Schukoladungsmöglichkeit während des meist mehrstündigen Besuches
4) Täglicher teils mehrmaliger Kurzstreckenbetrieb durch meine beiden Söhne im Umkreis von ca. 30 km
5) Pendeln in die Arbeit 2 x 11 km täglich mit dortiger Lademöglichkeit während der Arbeitszeit von ca. 8 bis 10 Stunden

Hauptsächlich in Hinsicht auf diese Anforderungsprofile habe ich zwei Elektrofahrzeuge angeschafft.
Den Smard ED für die Stadt mit bester Wendigkeit, optimaler Parkmöglichkeit und für die nähere Umgebung.
Den BMW i3 natürlich ebenfalls für die Stadt, aber vor allem für die etwas weitere Fahrten.

In der Zwischenzeit hat sich gezeigt, dass ich für diese Profile mehr als bestens ausgerüstet bin.
Anfangs dachte ich, ich muss unbedingt jeden Tag in der Früh ein voll geladenes Fahrzeug vorfinden.
In der Zwischenzeit bin ich da viel lockerer geworden und lade beide Fahrzeuge je nach Häufigkeit und Dauer der Verwendung nur noch alle 2 bis 3 Tage voll.
Die Frage nach Schnellladung hat sich für mich ganz ehrlich noch nie gestellt.

Meinen Diesel-Bus habe ich seit Jahresbeginn für 5 bis 6 Fahrten in Schigebiete mit der Familie und mit Freunden gebraucht.
Und jetzt im Sommer werde ich ihn für ein paar Fahrten mit den Fahrrädern in den warmen trockenen Süden brauchen.
Eigentlich ein Wahnsinn, der steht sonst nur noch herum und wird viel zu wenig gebraucht. Wenn es eine brauchbare Alternative in dieser Größe als reine Elektrovariante mit entsprechender Reichweite oder vorübergehend als Plug-In-Variante gibt, werde ich sofort zuschlagen.

Da mich aber der Gedanke gereizt hat, mit dem i3 einmal eine längere Urlaubsreise zu machen, habe ich für Juni einen Urlaub mit Besichtigung aller geschichtsträchtigen Städte und Dörfer in der Toskana geplant.
3 Wochen Urlaub, 13 Fahrtage mit Ortswechsel, 2000 km Gesamtstrecke. Immer von Ladestelle zu Ladestelle an geplanten Punkten und in den Hotels. Ladestationen habe ich bewusst von der Planung ausgeschlosen. Die Umwege würden sich auch mangels Funktion und Ladesicherheit vor allem im Ausland nicht lohnen.

Die Fahrtstrecken liegen zwischen 90 und 180 km. Ab und zu kann es sein, dass ich irgendwo ein wenig zwischenladen werden muss. Das lasse ich auf mich zukommen. Ein wenig Abenteuer muss auch sein, nicht nur immer alles durchgeplant.

Während eventueller Ladepausen schaue ich mir ein Dorf an, befasse ich mich ein wenig mit der Geschichte, gehe ich Essen, mache ich eine kleine Wanderung oder laufe ein paar km. Ich sehe das völlig locker.
Schnellladung? Wozu. Mir geht das nicht einmal in den Gedanken ab.

Ihr seht also, jeder hat sein persönliches Anforderungsprofil.

Zu weit in die Zukunft zu schauen und zu spekulieren was wirklich kommen wird, ist vielleicht garn nicht so sinnvoll.
Lassen wir es auf uns zukommen. Wenn in nächster Zeit durch die Notwenigkeit und Nachfrage punktuell ein paar Schnellladestellen gebaut werden und ein paar Netzverstärkungen notwendig sein sollten, soll das so sein. Wird ja alles bezahlt. Irgendwann brauchen wir die höhere Belastbarkeit des Netzes vermutlich ohnehin.
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Re: Schnellladung notwendig?

Beitragvon TeeKay » Mo 28. Apr 2014, 12:30

Nur mal so gefragt: Und was passiert, wenn gleichzeitig 1000 Urlauber im toskanischen Dorf an Schuko laden wollen? ;)

Wenn ich es richtig verstanden habe, bist du Besitzer zweier Elektroautos und noch eines Diesels für Langstrecken. Eine eigenartige Basis für Diskussionen darüber, ob man nicht besser auf Schnellladung verzichten sollte.
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Re: Schnellladung notwendig?

Beitragvon Alex1 » Mo 28. Apr 2014, 13:48

Ja, Schleifen im Untergrund sind teuer. Aber: Parkplätze sind ja Serviceangebote. Der Städte und der Geschäfte. Für Straßen wirds wohl erst was, wenn die privatisiert werden... ;) Himmlisch die Vorstellung, über diese Schleifenladung die Reichweite zu verdoppeln - oder gar auf "unendlich" zu steigern :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: Man wird doch wohl noch träumen dürfen... :)

Und mit den Solar-Überdachungen kann schon mal gut Geld verdient werden. Beim Pflaster wirds wohl schwieriger.

Die Schleifen im Boden sind sicher nicht sooo viel teurer als die Stecker-Dose-Zapfen von heute. Tesla macht es ja schon. Und nein, ICH finde es nicht zu umständlich, jedesmal den Nippel in die Lasche zu kurbeln, aber die große Masse regt sich ja schon darüber auf, dass sie den Joghurtbecher in ein anderes Behältnis schmeißen sollen als das Butterbrot. Insofern wären Ladeschleifen - gerade für Technikläden - sicher ein Anziehungspunkt.

Ansonsten las ich vor 4 Wochen und 1 Jahr über eine interessante Entwicklung: E-Autos sollen wie O-Busse mit einer Art Hightech-Enterhaken Energie aus parallel zu den Straßen verlaufenden Stromleitungen abgreifen. Der Kontakt wird dann über programmierte Drohnen hergestellt. Interessant, was ist daraus geworden?
Herzliche Grüße
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