Rechnung für verriegeltes Ladekabel

Rechnung für verriegeltes Ladekabel

Beitragvon Stefan_M » Fr 10. Jul 2015, 15:15

Liebes Forum,
ich möchte kurz mal einen Problemfall schildern. Mein Typ2>CCE16-Adapter blieb vor einigen Wochen an einem super schicken kostenfreien Ladepunkt in der Ostdeutschen Ladewüste zurück, er ließ sich über die Ersatzbeschaltung nicht mehr entriegeln. Ich rief am nächsten Werktag bei Betreiber an... dann passierte einige Wochen nichts, bis schließlich statt meines Adapters ein stolze Rechnung ins Haus flatterte.
Da ich das Teil verborgt hatte und nicht selbst vor Ort war, fällt es mir sehr leicht die Rechnung zurückzuweisen. Natürlich will ich Sie aber nicht komplett verprellen, von wegen "erst kommt keiner und dann nur Ärger und Kosten damit".
Was haltet ihr davon?
Hier die beiden Dokumente im Auszug und der Entwurf meiner Antwort.
Viele Grüße
Stefan

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Sehr geehrte Frau ,

Ihr Schreiben vom 30.06.2015 habe ich erhalten. Ich weise die Rechnung hiermit zurück, da ich nicht der Verursacher des Schadens bin. Wie ich Ihrem Kollegen bereits telefonisch mitgeteilt habe, war ich noch nie in xxx an Ihrer Ladesäule.

Unabhängig von diesem Sachverhalt möchte ich Ihnen noch folgendes mitteilen. Ich hatte das Kabel am 23.05. im Umfeld der Weltrekord-Parade für Elektrofahrzeuge einem anderen Nutzer überlassen.
Im übrigen ist das besagte Ladekabel sehr wohl geeignet, ein älteres Elektrofahrzeug an Typ2-Ladepunkten zu betreiben. Bevor bei uns ein Tesla Model S Einzug hielt, hat mir das Kabel auf mehreren Langstreckenfahrten mit unserem 17 Jahre alten Elektroauto im In- und Ausland störungsfreien Dienst geleistet. Es gibt allerdings Infrastrukturbetreiber, die die Nutzung solcher Kabel in Ihren Nutzungsbedingungen ausschließen (z.B. EWE Oldenburg). Mit sind solche Einschränkungen von Ihrem Ladepunkt nicht bekannt, insofern ist die Rechnungslegung grundsätzlich fragwürdig.
Nicht zuletzt erscheint mir berechnete Aufwand unangemessen hoch. Ich weiß nicht, welche Arbeiten der Elektriker in dieser Zeit erledigt haben will. Vergleichbare Störungsfälle (Ausfall der Ladesäule und Verriegelung eines Kabels) treten bei anderen Infrastrukturbetreibern unabhängig vom Fahrzeug häufiger auf. Sofern kein Fernzugriff zum Neustart möglich ist, beschränkt sich der Arbeitsaufwand auf folgende Leistungen: Öffnen der Ladesäule, Abschalten der Hauptsicherung, Kabel entfernen, Sicherung rein, Neustart der Säule... in Summe weniger als 5 Minuten. Die ausgebliebene Entriegelung des Kabels ist ein Softwareproblem.
Ich freue mich sehr über Ihren Einsatz für saubere Mobilität und die Errichtung Ihres Ladepunktes. Etwas vergleichbares (4x 22kw) sucht man auch im weiteren Umfeld vergebens. Umso mehr bedauere ich Ihre Unannehmlichkeiten. Ich biete Ihnen an, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, die Position Fahrtkostenpauschale zzgl. MwSt, zzgl. Paketporto zu begleichen. Die Überweisung werde ich nach Zusendung des Ladekabels veranlassen.
Mit freundlichen Grüßen
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Re: Rechnung für verriegeltes Ladekabel

Beitragvon eDEVIL » Fr 10. Jul 2015, 17:26

wie haette ein Vorreiter mit seinem alten eAuto dort sonst laden koennen?
Unagemessen hohe Rechnung.
Wad waere denn passiert, wenn es ein normales Typ2 Kabel waere?
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

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Re: Rechnung für verriegeltes Ladekabel

Beitragvon EVplus » Fr 10. Jul 2015, 17:44

Wer viel unterwegs ist, dem wird es früher oder später passieren, dass eine Ladesäule das Kabel nicht freigibt.

Ich hatte meine Konsequenzen daraus gezogen und mir für fremde Ladesäulen ein Spezialkabel entsprechend "modifiziert".

Ich habe einmal ein ganzes Wochenende "gezittert", ob ich mein normgerechtes 600 Euro teures Kabel wiedererhalte....einmal!

Danach ist es zwar mehrfach passiert, dass eine Ladesäule den Dienst verweigerte, aber mein Kabel habe ich, nach der Modifikation, immer wieder herausziehen können. Ich lass mich doch nicht ver....hen.

Langstrecke im Winter, Wochenende nachts und das Kabel bleibt in der Ladesäule obwohl ich noch ein paar Ladestopps vor mir habe.....zahlt mir dann der Ladesäulenbetreiber ein Hotel und einen zusätzlichen Urlaubstag weil ich nicht rechtzeitig ankomme ?
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Re: Rechnung für verriegeltes Ladekabel

Beitragvon TeeKay » Fr 10. Jul 2015, 17:44

Nenn doch Ross und Reiter: Es sind die Säulen in Finsterwalde und diese Rechnung ist eine Frechheit sondergleichen. Es sind ihre Säulen, die Ärger verursachten.

Was die von mir bekämen, wäre eine Rechnung über den fünffachen Betrag für Wartezeit, notwendigerweise übergangsweise zu beschaffendes Ersatzkabel, verlorene Zeit am Ladepunkt selbst.
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Re: Rechnung für verriegeltes Ladekabel

Beitragvon Stefan_M » Fr 10. Jul 2015, 17:56

Ich hatte in meinem Kopf auch andere Konzepte... Kabel bei ebay zur Selbstabholung inserieren und ihnen den Link schicken + passendes Anschreiben.

Aber natürlich kann ich einen Defekt im Kabel nicht ausschließen und natürlich haben Sie mal eben 4x 22kw in die Wüste gesetzt...

Deshalb auch die Frage an die "Gemeinde", ob ich Konfrontation oder Vergleich als Antwort wählen soll.

Wenn der Hausjurist unterfordert ist, könnte er auch versuchen den tatsächlichen Benutzer ausfindig zu machen und den Streitwert aufzublähen. Den Umstand, mein Kabel als Pfand zu behalten, würde ich aber schon mal als nicht nett auslegen.
Zuletzt geändert von Stefan_M am Fr 10. Jul 2015, 20:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rechnung für verriegeltes Ladekabel

Beitragvon Robert » Fr 10. Jul 2015, 18:54

Dein Schreiben finde ich exzellent verfasst. Die Verrechnung ist allerdings ein starkes Stück. Eigentlich ertragreicher als Strom zu verkaufen; könnte man fast ein Geschäftsmodell entwickeln.

Es ist ganz einfach: Wenn ich mein Kabel anstecke möchte ich das zu einem von mir gewählten Zeitpunkt wieder haben.
Wie viel Spass macht dein Auto ?
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Re: Rechnung für verriegeltes Ladekabel

Beitragvon bm3 » Fr 10. Jul 2015, 21:52

Wenn ich das hier so lese denke ich, ich muss meinen Typ2-Stecker auch noch etwas modifizieren damit ich ihn auch immer wiederbekomme. :mrgreen:
Diese Steckerverriegelungen sind Segen und Fluch zugleich .

Viele Grüße:

Klaus
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Re: Rechnung für verriegeltes Ladekabel

Beitragvon bernd » Fr 10. Jul 2015, 23:14

Also modifizieren durch öffnen des Lochs nach vorne.
Sollte jeder Dremel schaffen.
Ist ja dann immer noch im Auto verriegelt.
Nur wenn ein Idiot vorbei läuft und mal Schaun will wie das Kabel so aussieht ist das Blöd.
Unter Last gibt das bestimmt einen sehr heißen Lichtbogen.
Oder trennt der Pilotkontakt vorher?
Wenn das kein Problem wäre schnapp ich mir morgen den Dremel.
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Re: Rechnung für verriegeltes Ladekabel

Beitragvon e-future » Fr 10. Jul 2015, 23:20

Mal abgesehen von den Problemfällen, die hier diskutiert werden, ist es eigentlich nicht einzusehen, warum der eAutofahrer Bestandteile der statischen Ladeinfrastruktur mit sich herumtragen soll. Das Ladekabel sollte nach meinem Dafürhalten grundsätzlich Bestandteil der Ladesäule sein, egal um welchen Standard es sich handelt. Es könnte sich z.B. durch einen Federmechanismus in die Säule aufrollen, damit es nicht außen herumhängt (z.B. bei Typ2), 50KW oder höher ist ja ohnehin so störrisch, dass der Verbleib außerhalb der Säule angebrachter ist. Mir nicht verständlich, warum man nicht längst diesen Weg eingeschlagen hat.
Viele kleine Menschen, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde verändern.
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Re: Rechnung für verriegeltes Ladekabel

Beitragvon rolandk » Fr 10. Jul 2015, 23:57

Wie soll das Kabel denn Schuld daran sein, das die Verriegelung störrisch ist, Wenn nicht gerade der Stecker total schief ist?

In dem Moment, wo das Pilotsignal nicht mehr anliegt, hat die Verriegelung das Kabel frei zu geben. Seltsam.
Aber da gibt es ja einige Modelle, die unbedingt verriegeln bis man z.B. mit der Berechtigungskarte den Anschluß wieder freigibt. Und was ist, wenn sich "schlaue" Technik zwischendurch aufhängt? Dann steht man da, und es wird einem auch noch die Schuld in die Schuhe geschoben, krass....

Und normalerweiser ist das Pilotsignal vorauseilend, d.h. wenn es unterbrochen wird, sollte der Schütz in der Säule abfallen.
Damit sollte die Last am Kabel nicht mehr anliegen, wenn man das Kabel zieht. Deswegen wurde es so konstruiert und deswegen dürfen die Kontakte am Typ2 Kabel im Gegensatz zum CEE auch dünner sein.

Roland
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