Nutzungsmodelle öffentliche Ladeinfrastruktur

Nutzungsmodelle öffentliche Ladeinfrastruktur

Beitragvon phonehoppy » Do 20. Apr 2017, 13:13

Hallo,

mich würde mal interessieren, in welcher Weise Ihr die öffentliche Ladeinfrastruktur nutzt. Angeregt durch die teils sehr kontroversen Diskussionen in anderen Threads in diesem Unterforum wollte ich mal alle EV-Fahrer fragen, welche Art von Ladesäulen Ihr überhaupt nutzt und welche Modelle für Euch uninteressant sind.

Ich fange mal bei mir selber an:
Meistens lade ich über Nacht zu Hause. In der Öffentlichkeit sind für mich nur zwei Formen von Ladestationen interessant:

  1. Ladestationen mit geringer Leistung (11kW AC), in die ich mein Auto dauerhaft eingesteckt lassen kann und dort im Grunde so lange parken kann wie ich will, auch wenn der Akku voll ist (Destination Charger), als Zielpunkt für längere Fahrten zu Kunden, in den Urlaub, Shopping in einer entfernten Stadt usw. Z.B. in Parkhäusern, Hotels, öffentlichen Großparkplätzen, Parkplätzen von Einkaufszentren.
  2. Schnellladestationen (DC mit mind. 50kW) direkt an einer Autobahn oder anderen Fernstraße, bei denen ich möglichst schnell unterwegs aufladen kann, wenn ich längere Strecken fahren muss, die über die Reichweite meines Akkus hinausgehen.

KEINEN Sinn machen für mich:
  • Ladestationen mit 22kW oder weniger in Innenstädten, wo nur für die Dauer des Ladevorgangs geparkt werden darf.
  • Schnellladestationen mit 50kW und mehr in Innenstädten, wenn ich stattdessen in der Nähe auf Destination Charging zurückgreifen kann, und wenn an den nahegelegenen Fernstraßen genügend Schnelllader vorhanden sind.
  • Generell Ladestationen mit 43kW AC, da mein Fahrzeug diese nicht ausnutzen kann und dort nur mit 11kW lädt.

Wie macht Ihr das?
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Re: Nutzungsmodelle öffentliche Ladeinfrastruktur

Beitragvon SaschaG » Do 20. Apr 2017, 16:58

Oh, oh. Der letzte Punkt wird dir hier bestimmt Ärger einbringen.
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Re: Nutzungsmodelle öffentliche Ladeinfrastruktur

Beitragvon phonehoppy » Do 20. Apr 2017, 17:09

SaschaG hat geschrieben:
Oh, oh. Der letzte Punkt wird dir hier bestimmt Ärger einbringen.


Eben ja gerade nicht, denn es ist nun mal mein persönliches Nutzungsprofil, das von anderen Leuten kann ja durchaus abweichend sein, abhängig davon, was sie für ein Fahrzeug haben.
Ich habe die Frage ja bewusst so gestellt, dass niemand hier Antworten mit Anspruch auf Allgemeingültigkeit abgeben soll, sondern nur das eigene Nutzungsprofil beschreiben. Ich finde übrigens, dass in diesem Forum und auch in vielen anderen viel zu oft versucht wird, allgemeingültige Aussagen zu machen und man sich dann darüber streutet, dabei ist ja klar, dass der Bedarf jedes einzelnen sehr unterschiedlich ist. Wenn man sich eher darauf beschränken würde, aus der eigenen Erfahrung zu berichten und das auch so zu formulieren, dann wäre sicher vieles etwas weniger aufgeregt...
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Re: Nutzungsmodelle öffentliche Ladeinfrastruktur

Beitragvon SaschaG » Do 20. Apr 2017, 17:32

Ich bin ja ganz bei dir. Ich hab aber auch schon so meine Erfahrungen hier gemacht.
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Re: Nutzungsmodelle öffentliche Ladeinfrastruktur

Beitragvon Sewi » Do 20. Apr 2017, 20:45

DC-Schnelllader sind für die Langstrecke unterwegs, wobei "Langstrecke" für mich alles >75% Akkukapazität ist.

20kW DC und 11kW AC finde ich recht nutzlos, sofern nicht ausnahmsweise die örtlichen Gegebenheiten keine 32A (AC) bzw. 70A (DC-Zuleitung) ermöglichen. Von Energieversorgern aufgestellte 20kW DC Lader sind absolut unverständlich - was soll der Unsinn, wenn man direkt an der Quelle sitzt?

22kW AC soll Standard sein und ist es glücklicherweise auch meist. Für mich bedeutet das: 6,6kW tatsächlich nutzbar während es bei 11kW nur 3,7kW sind, da der e-NV nur einphasig läd (und ein inoffizieller Umbau auf Typ2 und drei Phasen etwa so viel kostet wie ein neuer Akku).

Bei dem "...während des Ladevorgangs frei" ist immer noch nicht geregelt, wie exakt dieser Ladevorgang zu sehen ist, in der Praxis dürfte für die durchschnittliche Politesse ein eingestecktes Kabel aber als "Ladevorgang" zählen. Nimmt man es wörtlich, dürfte ich dort nicht mal parken um das Auto anzustöpseln oder die Hotline anzurufen, weil die tolle Allego-Säule mal wieder spinnt.

Fazit: 50kW DC-Triple-Lader gehören an jede Autobahn und Bundesstraße. Mehr als 50kW sind ganz nett, aber meiner Erfahrung nach nicht wirklich notwendig vor allem mit Kindern an Bord. AC sollte grundsätzlich 22kW sein, damit auch Ein- und Zweiphaser etwas schneller laden können.

Anders sieht die Situation natürlich aus, wenn (endlich) eine 300-Euro-Wallbox an jede Laterne geschraubt werden kann und dort nur 3,6kW liefert (weil die Zuleitung nicht mehr hergibt und 100W für die LED-Laterne selbst gebraucht werden). Aber so weit sind wir noch längst nicht...
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Re: Nutzungsmodelle öffentliche Ladeinfrastruktur

Beitragvon Basti_MA » Do 20. Apr 2017, 21:14

Mein Profil ist recht einfach. Den Smart laden wir entweder zu hause oder wenn wir eh gerade an einer Säule sind. Und zwar an Parkplätzen oder Einkaufszentren während des Einkaufens.

Das Model S lade ich quasi nie zu Hause. Der wird ein oder zwei mal die Woche im Geschäft an ner 11kW Säule voll geladen. Hier schau ich, dass ich nicht unnötig die Säule zuparke, renne aber auch nicht raus, wenn er fertig ist. Also wenn er beispielsweise um 11:15 voll ist, dann wird er zu Beginn der Mittagspause umgepackt. Lieber wäre mir hier aber ne Blaue CEE an meinem Parkplatz. Dann würde ich ihn einfach immer dranhängen.
Und sonst wie der Smart und auf Strecke am Supercharger.


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Re: Nutzungsmodelle öffentliche Ladeinfrastruktur

Beitragvon Spüli » Do 20. Apr 2017, 21:41

Sewi hat geschrieben:
Mehr als 50kW sind ganz nett, aber meiner Erfahrung nach nicht wirklich notwendig vor allem mit Kindern an Bord.

Ich nehme mal an, Du hast noch nie eine echte Langstrecke mit schnelleren Ladesäulen erlebt. Denn an Autobahnen kann es nicht schnell genug gehen. Schnelllader nennt man übrigens so, weil man daran schnell Laden möchte. Wenn man aber mal >100kW kennengelernt hat, sind 50kW nur noch "nett", lösen aber keine Euphorie mehr aus.
Je größer die Akkus in der nächsten Zeit werden, um so weiter wird die Schere von AC und DC auseinander gehen. Irgendwann ist auch AC22kW nicht mehr wirklich schnell. Mit DC50kW und einem Akku >60kWh merkt man schon wie die Ladezeiten immer länger werden. Schließlich will man irgendwann auch mal am Ziel ankommen, egal ob mit oder ohne Nachwuchs.
Gruß Ingo
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Re: Nutzungsmodelle öffentliche Ladeinfrastruktur

Beitragvon SaschaG » Do 20. Apr 2017, 22:11

Welches Auto kann denn über 50 KW laden?
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Re: Nutzungsmodelle öffentliche Ladeinfrastruktur

Beitragvon Langsam aber stetig » Do 20. Apr 2017, 22:28

SaschaG hat geschrieben:
Welches Auto kann denn über 50 KW laden?


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Re: Nutzungsmodelle öffentliche Ladeinfrastruktur

Beitragvon PowerTower » Do 20. Apr 2017, 22:39

Und ergänzend: das Facelift vom Ford Focus.

Persönlich bevorzuge ich auf Strecken bis 150 km gemütliche Landstraßenfahrten, wenn es die Zeit zulässt. Leider ist das heute oftmals nicht möglich, weil die Schnelllader ausschließlich an der Autobahn stehen. Selbst die Fahrt zum Autohof ist dann mit Umwegen oder nicht idealer Streckenführung verbunden. Ich persönlich hätte schon gern zusätzlich noch ein paar DC Lader (20/50 kW) an den Bundesstraßen. Auf längeren Strecken nehme ich dann natürlich auch die Autobahn.
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