Ladesäulennetz der Energieversorger vs private Initiativen

Re: Ladesäulensabotage... und keiner merkt es ! Desinteresse

Beitragvon Frank » Di 16. Apr 2013, 19:01

Hallo Desti,

das Drehstromnetz funktioniert nicht mit Hochspannung sondern mit 400V Niederspannung. Hochspannung sind 110000Volt.

Hattest Du schon mal Gäste die sich bei Dir im Bad die Haare geföhnt haben? Da war das Risiko eines Stromschlags dann deutlich höher als an einer Drehstromkiste. Prüfe Deine Versicherungspolice mal darauf ob das versichert ist.

Jeder der beim Drehstromnetz mitmacht, tut das auf eigenes Risiko. Das Drehstromnetz ergänzt die öffentlichen Ladehalte sehr gut, aber Du musst ja nicht mitmachen.

Gruß Frank
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Re: Ladesäulensabotage... und keiner merkt es ! Desinteresse

Beitragvon Tachy » Di 16. Apr 2013, 19:19

.... dass der ZOE von Haus aus wegen RWE nicht zuhause an der Schukodose laden kann, ist entbehrlich?

Nun gut - so sorglos hätte ich Euch ZOE-Interesenten nicht eingeschätzt ;)

Ok, ich kann ja zu dem Thema einen neuen Thread aufmachen. Ich denke, dass nicht nur ich RWE mal richtig deswegen einheizen will.

Originalton eines Verantwortlichen im Rahmen der Flüster-Demo in Freiburg letzten Samstag (sinngemäß)

"Wenn Renault das durchzieht, sorge ich dafür, dass die in Baden-Württemberg keinen einzigen ZOE mehr verkaufen".

Richtig, SO muss man denen kommen! Wir sind keine Kundenschafe.
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Re: Ladesäulensabotage... und keiner merkt es ! Desinteresse

Beitragvon Jogi » Di 16. Apr 2013, 20:47

Tachy hat geschrieben:
.... dass der ZOE von Haus aus wegen RWE nicht zuhause an der Schukodose laden kann, ist entbehrlich?

Keine Sorge, das kann er.
Auch wenn da tatsächlich RWE beteiligt gewesen sein sollte, so hat Renault doch inzwischen eingesehen, daß es ein Fehler war, die Schukoladung quasi "wegfallen" zu lassen.
Jetzt wird ja angeblich nachgebessert...
Wie ich andernorts schon sagte: "ceterum censeo compensatorem esse congeribum."
- wobei man das locker von vorneherein hätte im Fahrzeug realisieren können...


Originalton eines Verantwortlichen im Rahmen der Flüster-Demo in Freiburg letzten Samstag (sinngemäß)

"Wenn Renault das durchzieht, sorge ich dafür, dass die in Baden-Württemberg keinen einzigen ZOE mehr verkaufen".

Interessant.
Und das will er wie bewerkstelligen?
Wenn früher alles besser war,
hätte man's ja auch so lassen können.
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Re: Ladesäulennetz der Energieversorger vs private Initiativ

Beitragvon lingley » Mi 17. Apr 2013, 14:12

Tachy hat geschrieben:
... Solange man mit einer ganzen Mappe voll mit bescheuerten RFID-Karten unterwegs sein müsste ...

Hallo Tachy, ich rege mich gerne mit Dir auf Tachy ... dafür bin ich ja hier bekannt :mrgreen:
Nur gehen mir die 4G und ihre zwei "Wirtschaftsmarionetten Herr R. und Herr A." auf den Zeiger.
Ich würde das Gesagte nicht auf einen beschränken ...
alle Subventionsabschöpfer sind gemeint und da gehören auch die deutschen Autobauer dazu !
Natürlich tun da jeder was, leider kocht jeder seine eigene Suppe zum Nachteil der "tankenden" Allgemeinheit.
BELECTRIC Drive http://www.belectric-drive.com/index.php?id=371&L=1 zeigt wie es besser gehen könnte, würde man sich mal auf EIN SYSTEM für ALLE zum Laden der öffentlichen Säulen einigen.
Da stehe ich mit meiner Meinung alleine da - das hat meine Hoffnung auf das Better Place System gezeigt.

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Re: Ladesäulennetz der Energieversorger vs private Initiativ

Beitragvon Guy » Mi 17. Apr 2013, 14:45

Wenn es nicht die großen Energiekonzerne machen sollen, da vorbelastet, wer wäre denn eurer Meinung nach der richtige Ansprechpartner für den Aufbau einer bundesweiten Infrastruktur?

Ich würde das ja machen, mir gibt jedoch keine Bank das Geld für ein Projekt, welches dreistellige Millionensummen benötigt, in den kommenden Jahren jedoch kein Gewinn abwerfen wird.

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Re: Ladesäulennetz der Energieversorger vs private Initiativ

Beitragvon lingley » Mi 17. Apr 2013, 15:06

Guy hat geschrieben:
Wenn es nicht die großen Energiekonzerne machen sollen, da vorbelastet, wer wäre denn eurer Meinung nach der richtige Ansprechpartner für den Aufbau einer bundesweiten Infrastruktur?

Ja wer denn wohl ... im Ersten Schritt die POLITIK !
Kannst Du Dich an die Fördermillionentabelle von Jogi erinneren, in wieviel Hände da das e-mobil Steuergeld gegeben wird ?
Der komplette Batzen unseres Geldes, der momentan in 'zig Firmen versickert, gehört in den Aufbau von einheitlichen 63kW Ladestationen mit Online-Management-System und Abrechnung per SMS investiert.
Von mir aus unter der Verantwortung der Bundesnetzagentur und als Partner gehören die jeweils örtlichen VNB's mit der installation EINES einheitlichen Systems beauftragt !
So ein Großprojekt kann kein Einzelner stemmen.
Einzelaktionen von Netzbetreibern enden, wie man sieht, immer im Kartenchaos.

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Re: Ladesäulennetz der Energieversorger vs private Initiativ

Beitragvon Guy » Mi 17. Apr 2013, 15:26

Woran es derzeit mangelt, sind doch Ladepunkte entlang den Autobahnen. Das sind jedoch nicht gerade Kerngebiete der lokalen Versorger, oder?

Ich würde es ja sehr begrüßen, wenn wir ohne den ganzen Förderungs- und Subventionsquatsch auskommen würden. Unternehmen glauben an den Erfolg einer Sache und investieren ihr eigenes Geld. So sollte das doch eigentlich laufen.

Alles andere ist doch wieder nur Murks.
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Re: Ladesäulennetz der Energieversorger vs private Initiativ

Beitragvon agentsmith1612 » Mi 17. Apr 2013, 16:09

lingley hat geschrieben:
So ein Großprojekt kann kein Einzelner stemmen.


Tesla kann es, mit ihren Super-Chargern, zwar nur in den USA aber das wird in Europa auch kommen.

Man muss natürlich dazu sagen, dass diese Netzwerk nur für deren eigenen Standard genutzt werden kann, aber mit dem Ladesteckerstandard bekommen wir es ja auch nicht hin, wie soll das dann mit Ladesäulen ablaufen ?

Es gibt zwar offiziell Typ 2 bzw. Combo 2, aber so wirklich kosequent zieht das keiner durch.

Man sieht ja schon das beste Beispiel der neue Leaf hat Typ1 und ChadeMo, nichts mit Typ 2.

Ganz einfach wäre es doch, alle EVs in Europa, min. Typ 2. Zusätzlich kann eben noch Chademo oder was der Hersteller auch immer möchte, eingebaut werden.
Für kleine EVs (Twizy) darf dann noch ein Schuko.
Damit erledigt sich auch die Frage nach Ladesäulen, die haben dann auch alle Typ 2, wahlweise auch mit DC Ladung, das kann der Typ 2 ja auch.
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Re: Ladesäulennetz der Energieversorger vs private Initiativ

Beitragvon Tachy » Mi 17. Apr 2013, 16:44

@Guy: Vielen Dank für das Aufräumen des Threads!

Ich lasse mir nicht übers Maul fahren, deswegen hole ich mal weiter aus hier:

Was will ich eigentlich?

Die Regierung hat uns Bürgern quasi die Aufgabe gegeben, die Energiewende umzusetzen - irgendwer muss es ja tun. Die Energiekonzerne haben definitiv kein Interesse daran, denn eine Umsetzung der Energiewende würde die großen Vier praktisch überflüssig machen. Die Politik kann nur steuern, wird aber von den 4G-Marionetten der "Fast Drei Prozent Partei" definitiv gebremst, hier wirklich etwas für uns Bürger zu tun.

Fossil- und Atomstrom hat ausgedient, aber Konzerne wie RWE machen das Gegenteil: Sie baggern im Hambacher Forst herum und klagen gegen die Abschaltung von Biblis. Wir Steuerzahler werden es richten.

Elektroautos sind die fahrenden Energiespeicher für die Energiewende, nicht nur mit gesteuerter Ladung, sondern auch mit dem zweiten Schritt "Vehicle-To-Home": Ein erster Schritt in die Entlastung der Netze und in die dezentrale Autarkie einzelner Haushalte!

Ein Verkaufsargument für Elektroautos, das meiner Meinung nach gnadenlos unterschätzt wird, ist die Zielgruppe der PV-Anlagenbesitzer, die in Deutschland in die Millionen geht. Wie war das noch mit der Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen? Alleine diese Anzahl würde die Massenfertigung nach oben und damit die Kosten so weit nach unten treiben, dass Elektroautos eine ernstzunehmende Konkurrenz auf dem Automobilmarkt wären.

Wir sind hier noch Pioniere und haben jetzt NOCH die Chance, den Ladesäulenmarkt mitzugestalten. Das geht aber meiner Meinung nach in die Hose, wenn wir nach dem Motto "Weß Brot ich ess, dess Lied ich sing" auf die Marketingmasche der vier Energiekonzerne hereinfallen. Und ich sage es noch einmal: Beim ZOE haben sie es schon wieder versucht, das Kundenschaf für sich zu vereinnahmen.

Ladenetz für Elektroautos ohne RWE und Co?

In Deutschland steuert man derzeit auf 700 Bürgerenergiegenossenschaften zu, die vor Ort allerhand Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung verwalten und vernetzen. Viele Firmen und Organisationen bauen Solarcarports. Bestes Beispiel hier aus der Community: Ecocarer aus Hilden:

ImageUploadedByTapatalk1365715599.481028.jpg

http://www.opel-ampera-forum.de/viewtop ... =25&t=1722

Diesen Freitag weihen wir hier vor Ort auch wieder so eine öffentliche Solaranlage mit Ladestation ein, Betreiber ist die Bürgerenergie Südbaden eG.

Warum baut Tank&Rast keine Solarcarports mit Schnelladestationen auf ihre Raststätten? Der Platz wäre da, die Zuparkquote daher sicherlich gering. Lokale Solarteure würden sich die Finger danach lecken und der Raststättenbetreiber hätte gutes Geld, weil sich die Dinger selbst finanzieren.

Die Strukturen sind also da, um Ladestationen flächendeckend übers Land zu verteilen: Der Betreiber-Ansatz von ladenetz.de ist auch ganz gut.
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Re: Ladesäulennetz der Energieversorger vs private Initiativ

Beitragvon Jogi » Mi 17. Apr 2013, 16:51

Tachy hat geschrieben:

Warum baut Tank&Rast keine Solarcarports mit Schnelladestationen auf ihre Raststätten?

Warum bauen sie überhaupt nicht schon seit 2004 PV auf ihre Dächer?
Das hätte sich auch ohne EV-Ladestation gerechnet.

Es gibt einfach noch kein breites Interesse, weder an der Energiewende, noch an E.-Mobilität... :cry:
Wenn früher alles besser war,
hätte man's ja auch so lassen können.
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