Ladesäulen mit Wucherpreisen - Rangliste

Re: Ladesäulen mit Wucherpreisen - Rangliste

Beitragvon Vanellus » So 2. Nov 2014, 11:17

Klar kann sich zur Zeit bei den wenigen Kunden eine Ladesäule nicht rentieren. Da kann man nicht sagen: da lädt nur einer pro Woche, also kostet die kWh eben 3 €. Das sind Anlaufverluste. Ok, sagt sich leicht, wenn andere das tragen müssen. Aber das ist üblich: Wenn ein neues Atomkraftwerk gebaut wird, kostet die erste kWh auch nicht 1000 € oder 100.000 €. Die Zeit hat's wieder reingebracht.

Und wenn ich meine letzte BEW-Abrechnung ansehe und ich für ein Quartal 8 € irgendwas gezahlt habe (35 ct/kWh), ist mir schon klar, dass das nicht die Kosten für die Bereitstellung hunderter RWE-Säulen im Bundesgebiet abdeckt und nicht mal ein nennenswerter Beitrag dazu ist. Dafür bin ich BEW und RWE dankbar, denn sie ermöglichen mir auch längere Touren und das Laden an bislang immer zuverlässigen Säulen. Ich hätte also Verständnis für höhere Kosten, vielleicht bis zum Doppelten.

Anderseits: mit meinem (noch) Golf VI brauche ich 7 l/100km für 1,50 €/l (ist zwar zur Zeit billiger, wird aber wieder steigen). Das sind 10,50 €/100 km Treibstoffkosten.
Bei meiner Zoe brauche ich zur Zeit 14 kWh/100 km ab Akku. Ab Steckdose sagen wir mal 16 kWh/100 km. Zu Hause zahle ich 25 ct/kWh ohne Grundgebühr (zertifizierter Strom aus Erneuerbaren). Das sind 4 €/100 km an Energiekosten.

Wenn ich 75 ct/kWh zahle an einer öffentlichen Säule, sind das 12 €/100 km, also deutlich teurer als mit dem Benziner.
Ich will damit sagen: ob ich 4 € pro 100 km zahle oder 12 € macht für mich schon einen erheblichen Unterschied. Damit könnte man die Verbreitung der E-Mobilität erheblich behindern, wenn erstmal bekannt wird, dass allein die reinen Energiekosten für das Fahren bei den E-Autos deutlich über den Benzinkosten liegen. Verbrennerfahrer sagen doch auch nicht: ob nun 1,50 €/l für’s Benzin oder 4,50: so what - macht nix.
Wir - und damit meine ich alle - müssen darauf achten, dass es Anreize zum E-Autofahren gibt, sonst rutscht das in eine reine Luxus-Ecke und dann war's das.
Gruß
Reinhard
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Beitragvon Solarstromer » So 2. Nov 2014, 11:20

Spürmeise hat geschrieben:
3. Parkhaus Aalen: 0,87 €/kWh@ 3,7 kW zzgl. Parkgebühren

Die erste Zeit (ich vermute die ersten 30 Minuten) laden und parken ist dort kostenlos, zumindest im Tagtarif. Und nachdem man den Chipcoin am Kassenautomat 'durchgelassen' hat, hat man 15 Minuten Zeit für die Ausfahrt. Das Auto kann einen Teil dieser Zeit immer noch laden. Also mit einem 22 kW Lader kann man dort vermutlich seinen Akku umsonst relativ voll laden, sofern die Wallbox soviel kann (ungeklärt).
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Re: Ladesäulen mit Wucherpreisen - Rangliste

Beitragvon Torwin » So 2. Nov 2014, 11:29

Vanellus hat geschrieben:
Damit könnte man die Verbreitung der E-Mobilität erheblich behindern, wenn erstmal bekannt wird, dass allein die reinen Energiekosten für das Fahren bei den E-Autos deutlich über den Benzinkosten liegen...

Genauso ist es. Für mich ist es im Moment so, dass ich mit Benzin billiger unterwegs bin als mit Strom, wenn ich öffentlich laden muss (ganz abgesehen von dem Zeitverlust).
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Re: Ladesäulen mit Wucherpreisen - Rangliste

Beitragvon MarkusD » So 2. Nov 2014, 11:33

Kostenlos muß das Laden nicht sein.
Aber der Preis muß fair sein.

Eine kWh-genaue Abrechnung dürfen - derzeit - nur EVUs machen. Dann aber muß - nach deutscher Rechtslage - auch ein geeichter Zähler drin sein, der auch in regelmäßigen Abständen überprüft und ggf. neu geeicht werden muß und so weiter ...
Aufwand => teuer => derzeit oft entweder kostenlose Stromabgabe oder eben Zeittarif
Die Abrechnungstechnik kostet auch wieder Geld. Und auch hier sind viele Köche mit unterschiedlichen Systemen am Werkeln, anstatt daß mal auf ein einheitliches System gesetzt wird.

Bei der derzeitigen durchschnittlichen Auslastung von Ladesäulen bzw. der Stromabnahme ist für diese Investitionen der Zeitraum für die Amortisierung lang ... sehr lang.

Gruß
Markus
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Re: Ladesäulen mit Wucherpreisen - Rangliste

Beitragvon eDEVIL » So 2. Nov 2014, 14:42

Vanellus hat geschrieben:
Wenn ein neues Atomkraftwerk gebaut wird, kostet die erste kWh auch nicht 1000 € oder 100.000 €. Die Zeit hat's wieder reingebracht.

Schlechtes Beispiel. Bei Vollkostenrechnugn dürfte die KWh dort um die 3 EUR kosten...
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Re: Ladesäulen mit Wucherpreisen - Rangliste

Beitragvon Vanellus » So 2. Nov 2014, 17:17

Hast ja recht. Ich hab das AKW nur deshalb als Beispiel genommen, weil die Baukosten so besonders hoch sind.
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Re: Ladesäulen mit Wucherpreisen - Rangliste

Beitragvon ZoePionierin » Mo 3. Nov 2014, 23:20

Wenn ich den Leuten sage, dass ich bis zu 20 Euro für 150 Kilometer bezahle, werde ich direkt eingewiesen. Solche Preise sind der Killer der Elektromobilität. Beim derzeitigen Bestand an Fahrzeugen und den angeblich 99 Prozent Heimladern müsste die Kilowattstunde so um die 100 Euro kosten, damit sich das rechnet.
Also braucht es erstmal Querfinanzierung (Nebengeschäfte, Image, Werbung). Wenn Hinz und Kunz elektrisch fahren, ist eine Abrechnung sinnvoll. Dann lässt sich das auch mit normalen Preisen finanzieren.
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Re: Ladesäulen mit Wucherpreisen - Rangliste

Beitragvon Volt-Tesla-Soul » Mi 4. Mai 2016, 17:55

EW in Bern

1.- Grundgebühr
0.45 / Kwh
3.- / Stunde ab der 2. Stunde

1 x Volt laden (3.5 Std. mit 3.6kw) kostet über 10.- (Zu Hause nachts 1.42)
1 x Kia laden (4.5 Std. mit 6.6kw) kostet 20.- (Zu Hause nachts 3.50)

Na wenn das kein stolzer Preis ist ..
Zudem nur Typ2 (nix DC Schnellladen)

Eines ist klar, die haben dann immer freie Ladeplätze.

Schade habe ich meinen 6.0l W12 Phaeton abgegeben .. der fährt knapp günstiger bei 14l Verbrauch.
Such mir einen 2. Tesla und verkauf die anderen ..
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Re: Ladesäulen mit Wucherpreisen - Rangliste

Beitragvon Fluencemobil » Mi 4. Mai 2016, 18:48

Ist zwar ein uralttread, aber Ehre wem Ehre gebührt.

Seit Februar kostet eine Ladung bei AH Gitter (typ2 und CCS) pauschal 20,- Euro netto.
Ist sicher rekordverdächtig.
Frage nicht was Berlin für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst. ;)
goingelectric-crowdfunding/
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Re: Ladesäulen mit Wucherpreisen - Rangliste

Beitragvon stefan6800 » Mi 4. Mai 2016, 19:36

Ich verstehe das ganze nicht. Haben EVU's keinen Versorgungsauftrag? Eine typ2 Ladesäule gibt locker soviel Strom ab wie ein normaler Haushalt. Wenn jetzt zusätzliche Verbraucher kommen (e-Autos) die halt auf Parkplätzen laden wollen. Wieso sollten die keinen Anschluss mit marktgerechten Preisen plus minimaler (ca. 10%) Aufschlag erhalten?

Das sehe ich als Aufgabe der EVU's .

Gratis Strom führt nur dazu dass Leute die es nicht brauchen dringend benötigte Ladestationen blockieren (Geiz ist geil)

Als ob ein/zwei Typ2 Ladestationen wesentlich mehr kosten als ein Hausanschluss..

Weder die Schnorrer noch die Abzoker bringen eMobilität weiter.

Ladestationen die von lokalen Schnorreren zugeparkt werden sind sinnlos. Ein Aufschlag von 10% reicht schon dass man Zuhause lädt bzw nur wenn man es braucht. Somit werden die nicht abgezockt die nicht Zuhause laden können bzw die die laden müssen..

Ich weiss wovon ich rede 2 öffentliche Ladestationen mit Flatrate vor dem Büro. 80% aller Autos die da laden machen das weil es "gratis" ist.. Untertags ca. 75-100% Auslastung..

Cu
Stefan
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