Ladeinfrastruktur aus Kundensicht - Teilnehmer gesucht!

Re: Ladeinfrastruktur aus Kundensicht - Teilnehmer gesucht!

Beitragvon Poolcrack » Mi 27. Jul 2016, 14:13

Ein Auto ohne rechten Außenspiegel kann man auch günstiger bauen als mit. Dennoch sind viele Hersteller dazu übergegangen den rechten Außenspiegel als Serienausstattung auszuliefern bevor der Gesetzgeber es verlangte.

Du kannst Dir auch andere Beispiele raussuchen, teilweise auch ohne technische/gesetzliche Notwendigkeit (Airbags, ABS, Einspritzanlage, verstellbare Lenkräder, elektr. Fensterheber etc.)
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Re: Ladeinfrastruktur aus Kundensicht - Teilnehmer gesucht!

Beitragvon rolandk » Mi 27. Jul 2016, 14:26

AndiH hat geschrieben:
Die Kosten die man selbst nicht tragen will auf die anderen abzuwälzen ist natürlich billiger.


Genau, denn statt ein vernünftiges Ladegerät im Fahrzeug unter zu bringen, ist es natürlich günstiger, ganz darauf zu verzichten bzw. nur das allernötigste einzubauen, damit die Allgemeinheit (Alle! nicht nur die E-Fahrer) über Subventionen und Fördergelder eine DC-Ladeinfrastruktur bezahlt.

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Re: Ladeinfrastruktur aus Kundensicht - Teilnehmer gesucht!

Beitragvon AndiH » Mi 27. Jul 2016, 14:45

rolandk hat geschrieben:
Genau, denn statt ein vernünftiges Ladegerät im Fahrzeug unter zu bringen, ist es natürlich günstiger, ganz darauf zu verzichten bzw. nur das allernötigste einzubauen, damit die Allgemeinheit (Alle! nicht nur die E-Fahrer) über Subventionen und Fördergelder eine DC-Ladeinfrastruktur bezahlt.

Roland


Jetzt nochmal darüber nachdenken : Was gibt es schon länger 3-Phasenlader in E-Autos oder DC (CCS) Ladesäulen? Und wo genau werden nur Autos mit kleinem AC Lader gefördert?

Es wird niemand daran gehindert "ein vernünftiges Ladegerät im Fahrzeug unter zu bringen", nur unterscheidet sich der Begriff "vernünftig" je nach Anwendungsfall. Auf biegen und brechen nur das teuerste und größte als Mindestausstattung zu verlangen wenn der Preis das Problem ist ist Bullshit.
Für alle die große AC Lader wollen gibt es die Möglichkeit, für alle die keinen großen AC Lader benötigen sondern wenig Geld für passende Leistung sollte das auch gelten.

Gruß

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Re: Ladeinfrastruktur aus Kundensicht - Teilnehmer gesucht!

Beitragvon harlem24 » Mi 27. Jul 2016, 14:50

Also da würde ich jetzt jede Wette eingehen, dass der 3-Phasenlader vor der ersten CCs-Station auf dem Markt war.
Die erste CCS Station wurde Mitte 2013 eröffnet, die Zoe gibt es seit Ende 2012.
Gruß

CHris

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Re: Ladeinfrastruktur aus Kundensicht - Teilnehmer gesucht!

Beitragvon rolandk » Mi 27. Jul 2016, 14:55

AndiH hat geschrieben:
Für alle die große AC Lader wollen gibt es die Möglichkeit, für alle die keinen großen AC Lader benötigen sondern wenig Geld für passende Leistung sollte das auch gelten.


Aus der Sicht hast Du schon Recht, ich denke, wenn es die entsprechende Ausstattung Aufpreismäßig gäbe, wären wir uns einig, oder? Aber das müßte dann verpflichtend sein, damit sich die Hersteller nicht davor drücken können.

Bisher ist es ja nicht möglich den eGolf, Kangoo, eNV 200 oder i3 mit einem 22/43kW Lader zu bekommen. Wenn das möglich wäre.... traumhaft.

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Re: Ladeinfrastruktur aus Kundensicht - Teilnehmer gesucht!

Beitragvon EVduck » Mi 27. Jul 2016, 15:09

Um mal wieder On-Topic zu kommen, (Fern-) Ladeinfrastruktur aus Kundensicht? Einfach mal bei Tesla vorbeischauen. Genau darum habe ich ein Model 3 reserviert.
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Re: Ladeinfrastruktur aus Kundensicht - Teilnehmer gesucht!

Beitragvon AndiH » Mi 27. Jul 2016, 16:38

@rolandk : Sobald ein Markt da ist, der etwas technisch mögliches fordert *und* bereit ist den Preis dafür zu zahlen wird es angeboten. Wenn allerdings das gesamte Produkt vom Preis her schon grenzwertig ist macht es keinen Sinn eine "Verbesserung", egal wie gering die Zusatzkosten sind reinzupacken, wenn es nicht von >>60% der Kunden benötigt wird.

@EVduck : Das ist genau das Beispiel was möglich ist wenn Geld kaum/keine Rolle spielt. Hat aber mit dem Massenmarkt nix zu tun, da dort zunächst der Preis bestimmt. Das schöne an Tesla ist das "haben wollen" was damit ausgelöst wird und eventuell den einen oder anderen dazu bringt ein E-Auto zu kaufen obwohl es in der Anschaffung deutlich teurer als ein billig Verbrenner ist.

Gruß

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Re: Ladeinfrastruktur aus Kundensicht - Teilnehmer gesucht!

Beitragvon Berndte » Mi 27. Jul 2016, 21:45

AndiH hat geschrieben:
@rolandk : Sobald ein Markt da ist, der etwas technisch mögliches fordert *und* bereit ist den Preis dafür zu zahlen wird es angeboten. Wenn allerdings das gesamte Produkt vom Preis her schon grenzwertig ist macht es keinen Sinn eine "Verbesserung", egal wie gering die Zusatzkosten sind reinzupacken, wenn es nicht von >>60% der Kunden benötigt wird...


Lese dir deinen Text nochmal durch und denke an das iPhone!
"Kein Mensch braucht ein Telefon ohne Tasten!... so ein Quatsch!"

Soviel dazu, was gebraucht wird und dann vom Markt bereit gestellt wird.
Der Markt schafft seine Kaufreize allein... ob durch gezielte Werbung oder den Neidfaktor.
Und wer einmal mit mindestens AC 22kW durch die Lande gefahren ist, der will nicht mehr auf "Schuko-reicht-doch" zurück.
Einmal Blut geleckt.... ich kann das sagen denn ich habe einen schnelladefähigen Zoe und "den" Schnarchlader schlechthin -> Kangoo!
Deshalb hat der Kangoo jetzt auch mal auf die Schnelle 11kW AC bekommen und wenn ich mal endlich wieder Zeit zum Löten habe gibts auch mindestens 22kW AC... besser 36kW AC.

Die scheiss Schnarchladerei nervt so elends, nirgends kannst nach der Arbeit mal spontan wohin und mal eben schnell 50km nachladen.
Sep 2014: Renault Zoe
Nov 2014: Eigene 43kW Ladesäule
Okt 2015: 2x 43kW und 1x 14kW am Arbeitsplatz
Dez 2015: Kangoo Maxi und Verkauf des letzten Verbrenners -> jetzt 100% elektrisch!
Mär 2016: Reservierung Tesla Modell = mit Nummer 11 in Hamburg
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Re: Ladeinfrastruktur aus Kundensicht - Teilnehmer gesucht!

Beitragvon E03 » Do 28. Jul 2016, 07:20

Für alltägliche Fahrten und Pendeln reicht die bisherige AC-Ladeleistung völlig aus, hier sollte massiv die „Heimladung“, d.h. Ladung an Stellen, wo das Auto ohnehin lange parkt, gefördert werden. Eigentümergemeinschaften und Vermietern sollte mindestens eine Duldungspflicht von Ladepunkten auferlegt werden. Laternenparker müssen sicher verfügbare Lademöglichkeiten dort haben, wo ihr Auto auch sonst immer parkt. Das „Heimladen“ ist ein wesentliches Komfortmerkmal von Elektroautos und muß von jedermann genutzt werden können. Dies wird die am häufigsten genutzte Lademöglichkeit sein und sollte beim Ausbau des Ladenetzes Priorität genießen.

Der Trend geht hin zu immer niedrigeren AC-Ladeleistungen der Fahrzeuge, aktuell erhältlich sind mir nur Zoe mit 22kW und Tesla mit 16,5kW bekannt, alle anderen 11kW und weniger. Für die "Heimladung" reichten daher niedrigere AC-Leistungen aus, und die bereits bestehenden 22kW AC-Säulen können auch nur von einem ständig kleiner werdenden Anteil der Fahrzeuge voll ausgenutzt werden. Selbst ein 3,7 kW-Anschluß bringt über Nacht oder während der Arbeit über 100km in den Akku.

Für unterwegs braucht es möglichst schnelle Ladung, daher ist für eine nennenswerte Verbreitung der E-Mobilität oder gar Ersatz der Verbrenner zwingend ein einheitlicher Schnellladestandard nebst Zugang erforderlich, dieser lässt sich sinnvoll nur mit DC-Ladeleistungen ab mindestens 50kW erreichen. Die Reichweiten der Fahrzeuge werden steigen, daher sollte die Ladeleistung möglichst simpel steigerbar sein. Die Ladepunkte sollten ohne nennenswerte Umwege von Autobahnen und Bundesstraßen erreichbar sein und eine möglichst hohe Flächendichte aufweisen. Schnellladesäulen an konventionellen Tankstellen bieten weitere Infrastruktur für EVs, wie z.B. Bistro, Waschanlage, Reifenfüller, Staubsauger usw. und bieten dem Betreiber eine Zukunftsperspektive.

Eine Authentifizierung sollte nicht zwingend und muss mit hohem Anwendernutzen verbunden sein. Akzeptieren könnte man ein Modell wie die damalige Telefonkarte, mit der man alle öffentlichen Fernsprecher benutzen konnte. Alternativ mit Sammelfunktion und monatlicher Abbuchung. Einheitlicher Zugang für alle Ladepunkte, idealerweise vom Auto selbst beim Anstecken ausgelöst.

Ladepunkte sollten grundsätzlich ein fest angeschlagenes Kabel besitzen, schließlich bringt niemand seinen eigenen Zapfschlauch zur Tankstelle mit. Daher einheitlicher Ladeanschluss.

Allgemeine Akzeptanz wird sich erst dann einstellen, wenn etwa 300km in ca. 15min lad- und speicherbar sind, und auch nur dann, wenn der Effizienzvorteil des EV auch in ökonomischer Hinsicht weitgehend beim Nutzer ankommt. Es wird nicht akzeptiert werden, wenn ein EV nur ca. 20% der Energie eines vergleichbaren Verbrenners benötigt, der Betrieb aber deutlich mehr als dieses Fünftel kostet. Akkus verschiedener Fahrzeuge lassen sich unterschiedlich schnell laden, daher ist Abrechnung nach kWh zwingend.

Grundsätzlich sollte man beim Ausbau des Ladenetzes an erster Stelle den Anwendernutzen berücksichtigen, keinesfalls sollte es hier Rückschritte zu bisher etablierten Infrastrukturen geben. Ein gründlicher Seitenblick auf schon reale Strukturen eines amerikanischen Herstellers, die viele der o.g. Anforderungen bereits erfüllen, schadet sicher nicht.
:) 2014er e-Golf seit Oktober 2015 :)
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Re: Ladeinfrastruktur aus Kundensicht - Teilnehmer gesucht!

Beitragvon MaVo75 » Do 28. Jul 2016, 15:43

Hallo Zusammen,
vielen Dank für die vielen konstruktiven Beitrage und Diskussionen. Das ist schon richtig guter Input.
Es wird übrigens auch noch parallel eine Online Befragung stattfinden, die dann zu den subjektiven Meinungen die statistische Masse bringen soll und an der jedermann teilnehmen kann. Da zählen wir natürlich auch auf rege Beteiligung. Aber das dann ab Mitte/Ende nächster Woche erst.

Wir suchen aber noch den ein oder anderen erfahrenen Elektromobilisten aus der Region Berlin, Leipzig, Hannover oder Stuttgart für die Fokusgruppen.
Also bitte weiter melden, wenn Ihr Interesse habt.
Es gibt wie gesagt noch im Anschluss an die Arbeit ein gemütliches Beisammensein mit Fachsimpeln und Diskussionen "off the record"

Viele Grüße
Matthias Vogt
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