Ladeangst oder die elektrische Fußfessel

Ladeangst oder die elektrische Fußfessel

Beitragvon NotReallyMe » Mo 8. Dez 2014, 00:28

Ich will dieses Posting mal mit einer Frage eröffnen. Wann habt ihr, als ihr noch Verbenner gefahren seid, Angst gehabt an einer Tankstelle nicht tanken zu können (mal mangelndes Geld außen vor)?

Nun stellen wir uns diese Frage mal auf die Elektrowelt bezogen und leiten die Antwort aus einem typischen Sonntagsausflug ab: 60 km nach Köln zur Philharmonie, von dort 50 km nach Mönchengladbach zur Verwandtschaft und danach wieder 35 km nach Hause. Mit der aktuellen Autobahn-Winterreichweite des I3 (mit Heizung) von rund 120 km ist das nicht in einer Tour zu schaffen. Also schauen wir einmal, was die Millionenstadt für die Elektromobilität Köln zu bieten hat. Mal sehen, Ladestationen in Reichweite der Philharmonie (fußläufig) … gibt es … keine! Aber wenn man auf die andere Rheinseite rüberschaut winken vier 22 kW Ladepunkte der Rheinenergie. Zum Glück hatte ich da schon eine Kennung (das wäre jetzt am Wochenende nicht nachzuholen gewesen), sodaß ich nur noch meine Familie überzeugen musste die 1,2 km über die Brücke bei diesem Wetter zu akzeptieren. Da ich noch Plan B (Zwischenladen CCS 20 kW) und C (wieder nach Hause fahren und mit dem Verbrenner zum Restausflug starten) vorweisen konnte stimmten alle zu diese Wahnsinnsreise in Angriff zu nehmen.

Das erste Problem hat dann gleich das Navi des I3 bereitet. Es gibt den Auenweg in Köln mindestens zweimal, und das Navi hat kommentarlos den falschen Auenweg gewählt (in Rodenkirchen) und nicht nachgefragt, welchen Auenweg wir denn eigentlich meinen. In der Routenübersicht fällt ein solcher Fehler natürlich nicht auf, aber je näher wir dem Ziel kamen desto klarer wurde mir, daß da etwas nicht stimmte. Also kurz vor dem falschen Ziel angehalten, neu orientiert und das Handy-Navi richtig programmiert (der I3 ließ sich nicht vom richtigen Ziel überzeugen) und weiter gings. Schon waren aber die ersten Reserve-Minuten und Kilometer verbraten. An der Ladestation angekommen schienen wir wieder in Führung zu gehen, alle 4 Ladepunkte waren frei und auch die Schranke öffnete sich. Also Kabel raus, die jeweils nur für einige Sekunden erscheinende Nummer und den Ladepunkt in zwei Rutschen als Nachricht eingegeben und los. Aber was war das: In der Anzeige erschien kurz „Kundendaten werden überprüft“ und dann „Laden derzeit nicht möglich, wir bitten um Verständnis“. Am Handy konnte es nicht liegen, das Laden bei Rheinergie hatte ich damit vor kurzem schon erfolgreich getestet (ein Wahnsinn, daß man sowas überhaupt testen muss). Bei allen Ladepunkten das gleiche Bild: Die Verbindung von der Zentrale zur Säule konnte offensichtlich aufgebaut werden, die Ladestationen hatten alle Strom, aber alle wollten nicht freischalten. Na gut, da wird uns sicher die Störungsstelle der RE weiterhelfen und die Station freischalten können. Die Antwort: Die Kollegen die diese Störungen bearbeiten sind am Wochenende nicht da, wir sollten zur Lungengasse fahren, dort wären noch weitere Ladestationen. Angesichts der inzwischen fortgeschrittenenen Zeit wäre das aber gar nicht gegangen. Ok, Familie schon leicht angesäuert, Plan B zur Beruhigung nochmal erläutert und ab zum Konzert. Als wir zurückkamen stand neben uns ein weiterer I3, auch nicht ladend. Und nun kurz im Fettdruck weiter: Warum hat eine Millionenstadt wie Köln nicht massig Ladesäulen in der Innenstadt, mindestens in jedem Parkhaus ein paar? Und warum sind ohnehin kostenlos nutzbare Stationen nicht einfach im Messemodus und lassen das Laden ohne umständliche Autorisierung zu?

Das Konzert war prima, und Plan B begann. Da die einzige CCS-Station auf dem Weg von Köln nach MG in Bergheim lag mussten wir 10 km Umweg in Kauf nehmen, mithin dort auch länger laden. An der Station angekommen war der Parkstreifen an dem die Säule steht komplett leer, nur vor der CCS-Säule standen zwei Verbrenner. Ob dem VW Händler wohl das Laden außerhalb der Geschäftszeiten nicht recht ist? Egal jetzt, den I3 rangezirkelt und die Ladung angeschmissen, es hat auf wenige Zentimeter gereicht. Die theoretischen 20 kW entpuppten sich aber tatsächlich ziemlich exakt als 16 kW, aus den geplanten 20 Minuten wurden damit 25, mit einer hungernden Familie an Bord. Meine Holde lässt Worte wie „Auto verkaufen“ und „ich bin sauer“ fallen, zum ersten Mal seit 18000 elektrischen km. Daß diese Säule ging und wir nicht zu Plan C übergehen mussten war pures Glück, dazu mehr im nächsten Absatz. Am Ende hatte also Plan B gegriffen, der aber mit dem Umweg mindestens 30 Minuten mehr Reisezeit ergab. Die Verwandtschaft, die auf uns mit dem Essen wartete war begeistert.

Wieder zu Hause angekommen (meine Planungen gingen auf 3 km genau auf) wollten wir an der RWE Säule im Dorf laden. Aber auch hier war die Ladeangst wieder berechtigt. Ein Port wurde in der App als „Unbekannt“ gemeldet, der andere als „Frei“. Keiner der Ports ließ sich aber nach mehrmaligen Versuchen freischalten, sodaß ich schließlich das Kabel ohne Freischaltung eingesteckt habe. Und siehe da, die Ladung beginnt trotzdem. Sie Säule ist offensichtlich im Messemodus, leider aber nur mit den üblichen 11 kW. Später am Abend habe ich den I3 dann erlöst, er wäre ja nicht mehr fertig geworden bevor wir ins Bett gegangen wären. Also kurzerhand noch einen Ausflug zur Kartbahn eingeplant und auf dem Weg nochmal CCS 16 kW zwischengeladen. Aber nun zeigte die Säule nach Tipp auf „Start“ plötzilch der Ladepunkt sei jetzt nicht mehr aktiv. Gut, da haben wir also heute Nachmittag Glück gehabt, daß wie nicht zu Plan C übergehen mussten. An der Kartbahn das übliche Bild, die RWE Säule läuft grundsätzlich im Messe-Modus und lädt nur maximal mit 11 kW. Immerhin, sie war nicht wie sonst oft üblich zugeparkt.

Jetzt schaue ich schonmal voraus auf die Weihnachtsreise zur Verwandtschaft in Belgien. Genau auf halbem Wege liegt eine wunderbare CCS Station von TheNewMotion in Eindhoven. Alles müsste eigentlich perfekt passen, falls es nicht auch noch regnet und wir Gegenwind haben. Aber was, wenn diese eine (!) Säule nicht funktioniert? In Belgien sind die Ladestationen noch spärlicher gesät. Es gibt zwar inzwischen sogar einen CCS-Lader in Antwerpen, dafür braucht man aber einen Ladepass der 90,- Euro jährlich kostet. Da würde mich meine Frau steinigen, wenn ich den für die wenigen Touren nach Belgien kaufen würde. Aber was bleibt einem übrig, wenn man immer noch einen Plan B im Köcher haben muss?

TL;DR: Auch wenn mehr Reichweite hilft (die uns ja außer von Tesla aktuell verweigert wird), ist diese bei einer zuverlässig nutzbaren Ladestruktur nicht wirklich zwingend. Auch ein 22 kW Lader im I3 hätte uns heute einige Minuten sparen können, aber das grundsätzliche Problem nicht gelöst. Meiner Familie kann ich Ladezeiten von 30 oder mehr Minuten mit an der Säule warten nicht zumuten. Am Ende des Tages bleibt für mich die Erkenntnis, daß der I3 manchmal wie eine elektrische Fußfessel ist, und daß ich eigentlich nicht Reichweitenangst habe, sondern Ladeangst.
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Re: Ladeangst oder die elektrische Fußfessel

Beitragvon p.hase » Mo 8. Dez 2014, 00:51

ging mir schon so österreich und auch bekannten die nach südfrankreich wollten.

ich habe einfach den V8 genommen. und was sagt mein bekannter? "bin doch nicht blöd und riskiere eine ehekrise. ich nehme einfach den verbrenner!" und er ist prompt mit defekter luftfederung in südfrankreich mit seinem bmw liegengeblieben...

wie man es macht ist es nicht recht. und jetzt schliesst sich der kreis. kauf dir einen japanischen hybriden und du hast deine ruhe. am besten einen prius. und genau deswegen lächeln die (noch) weil wir uns mit unseren winzigen batterien herumquälen.
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Re: Ladeangst oder die elektrische Fußfessel

Beitragvon e-lectrified » Mo 8. Dez 2014, 01:34

NotReallyMe hat geschrieben:
Ich will dieses Posting mal mit einer Frage eröffnen. Wann habt ihr, als ihr noch Verbenner gefahren seid, Angst gehabt an einer Tankstelle nicht tanken zu können (mal mangelndes Geld außen vor)?


Nie, selbst, als ich ein LPG-Fahrzeug hatte, nicht (wobei, da bivalent, eigentlich sowieso nicht vergleichbar, aber auch da galt ja immer: so viel Gas, wie möglich, um möglichst günstig zu fahren). Bei CNG ist es etwas anders, aber aktuell auch nicht mehr so schlimm.


NotReallyMe hat geschrieben:
Warum hat eine Millionenstadt wie Köln nicht massig Ladesäulen in der Innenstadt, mindestens in jedem Parkhaus ein paar? Und warum sind ohnehin kostenlos nutzbare Stationen nicht einfach im Messemodus und lassen das Laden ohne umständliche Autorisierung zu?


1. Ich muss dich beglückwünschen: du wohnst immerhin in einer Stadt, in der Chademo- bzw. CSS-Lader in erreichbarer Ferne stehen - so viel Glück hat nicht jede Großstadt (> 100.000 Einwohner). Aber natürlich hast du Recht: Köln ist groß, Köln bräuchte mehr Ladesäulen. Warum gibt es nun so wenige?
2. Elektromobilität ist kein lohnendes Geschäft für die Stromkonzerne. Da so wenig geladen wird, kostet die Aufrechterhaltung mehr als der Ertrag, der damit zu machen ist. Ja, man tankt zu Hause sogar oft billiger, wenn auch langsamer. Was hält den Profit für die Stromkonzerne auf?
3. Dummerweise gehört in Deutschland die Verweigerungshaltung gegenüber Elektrofahrzeugen zum täglich Brot. Und leider sind da die großen Autokonzerne ganz massiv mit dabei (leider würde ich da auch BMW nicht ausnehmen, auch wenn die es sicher ernster meinen als andere). Keine Elektroautos, keine Ladesäulen und umgekehrt. So mogelt sich Deutschland schon jahrelang durch die Geschichte durch, während um Deutschland herum die E-Auto-Oasen blühen als gäbe es kein morgen mehr.

Was können wir tun?

a) Wir könnten demonstrieren!? Mit unserer Reichweite kommen wir aber schlecht nach Berlin, wo ein Aufstand der E-Auto-Fahrer am wirksamsten wäre.
b) Wir können Botschafter der Elektromobilität sein und jedem ein E-Auto schmackhaft machen, der Interesse bekundet, durch Probefahrten, Erklärungen, etc. . Die beste E-Auto-Werbung (das zeigt uns Tesla) ist das Auto selbst in der Praxis.
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Re: Ladeangst oder die elektrische Fußfessel

Beitragvon E_souli » Mo 8. Dez 2014, 08:59

Ich kann dich sehr gut verstehen, weil es so ist, wie du schreibst.

Schlimmer für mich und so deute ich das bei dir auch: Mitreißende, die nicht elektrisiert sind. Das nervt, baut Druck auf und manchen Gedanken derer will ich mir nicht vorstellen.
Leider gibt es keinen Plan B und leider muss man immer damit rechnen.
Plan B und C hab ich auch immer, sonst wäre ich schon liegen geblieben. Bisher nicht, nur fast, Ladefehler am i3, in Münster dann mit d
en letzten 2 Kilometer zur Ersatzsäule und es klappte.

Touren die ich mich im Sommer traue, mache ich nicht im Winter, auch hab ich Decke, Getränke und Snacks an Bord, man weiss ja nie.

Da in Köln hatte ich das gleiche Problem Richmondstrasse, aber hab schon ne saftige Mail geschrieben.
Du solltest mit deinen Liebsten sprechen, sonst baut es auch bei dir Frust auf.
Manche finden Schukosteckdosen auf Langstrecke cool,
weil sie sich schämen würden, einen Abschlepper zu holen, wenn nix mehr geht.
Saugeil, sinnvoll und genau so funktioniert E Mobilität in den Köpfen einzelner.
Knaller :-)
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Re: Ladeangst oder die elektrische Fußfessel

Beitragvon Poolcrack » Mo 8. Dez 2014, 09:16

NotReallyMe hat geschrieben:
Ich will dieses Posting mal mit einer Frage eröffnen. Wann habt ihr, als ihr noch Verbenner gefahren seid, Angst gehabt an einer Tankstelle nicht tanken zu können (mal mangelndes Geld außen vor)?

Ja, vor vielen Jahren nachts bei der Einreise aus Italien - Österreich bei Garmisch-Partenkirchen. Ich glaube es war Sonntags. Mein Bruder wollte unbedingt erst in Deutschland wieder tanken, da die Treibstoffpreise deutlich niedriger waren als im Ausland. Und siehe da: keine Tankstelle am Grenzübergang, keine offene in ganz Garmisch-Partenkirchen. Damals waren Tankstellen mit EC-Automat noch sehr selten. Bei der Polizei gefragt: die nächste nachts geöffnete Tankstelle ist an der A95 Richtung München. Wir wollten aber eigentlich nach Augsburg (B23 und B17). Also mussten wir im Reservemodus einen großen Umweg in Kauf nehmen und zittern, dass der Sprit reicht. Mittlerweile hat die Anzahl der Tankstellen abgenommen, dafür gibt es deutlich mehr EC-Automat- und 24/7 Tankstellen.
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Re: Ladeangst oder die elektrische Fußfessel

Beitragvon TeeKay » Mo 8. Dez 2014, 10:03

Die Schaufensterregion Berlin/Brandenburg hat all diese Probleme perfekt gelöst. Da die Ladesäulen fast ausschließlich auf den Innenstadtbereich Berlins konzentriert wurden, kommt gar niemand (außer eDevil) auf die absurde Idee, mit seinem Megacity Vehicle die Megacity zu verlassen. Keine Ehekrisen, keine Zeitverzögerung durch Umwege, kein Bangen an der Ladesäule, einfach top Elektromobilität im Nahbereich von 50km! Die Schnelllader funktionieren hier zwar auch nur sporadisch und einen freien Parkplatz vor den AC-Säulen gibts gerade an den interessanten Orten dank lieber Verbrennerfahrer nur sporadisch - spielt aber bei einem Fahrradius von 50km auch keine Rolle.

Elektroauto in Deutschland zu fahren ist schlimmer als vor 200 Jahren mit der Kutsche von der Ost- an die Westküste der USA zu reisen. Die war schneller, Ladesäulen (Fluss) waren sicher 24/7 barrierefrei verfügbar, nicht zugeparkt und statt 44 Mio aggressiven Verbrenner-Fahrern, die vorsätzlich Ladeinfrastruktur durch ihre Parkplatzwahl sabotieren, hatte man es mit höchstens ein paar zehntausend Indianern zu tun.

Auch ich kann bestätigen, dass ich selbst mit den Problemen sogar noch halbwegs leben könnte. Die manchmal mitfahrende Begleitung jedoch nicht. Darum gabs erst einen Zoe, bei dem sie wenigstens nicht mehr so sehr frieren musste. Aber auch da stößt man nicht nur auf langsames Reisetempo, sondern immer noch auf Ladesäulenprobleme. Und darum gibts jetzt auch ein Model S. Bin gespannt auf die erste Reise, bei der wir auf einen komplett zugeparkten Supercharger stoßen...
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Re: Ladeangst oder die elektrische Fußfessel

Beitragvon Spüli » Mo 8. Dez 2014, 10:56

TeeKay hat geschrieben:
... bei der wir auf einen komplett zugeparkten Supercharger stoßen...


Bei 6 von war das gefühlt schon fast knapp. ;)

Bild
SC Zwolle im Oktober

Sonst stimmt das schon. Einfach nicht zu weit vom heimischen Kirchturm entfernen und man hat keine Probleme mit den Ladesäulen. Oder man kümmert sich halt selber um seine Ziel-Lademöglichkeit. Man muß nur seine Ziele entsprechend reduzieren. :?
Gruß Ingo
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Re: Ladeangst oder die elektrische Fußfessel

Beitragvon Mike » Mo 8. Dez 2014, 12:36

Ladeangst kennen wir leider nicht! ;)
Wir wohnen in Mittelhessen auf dem Land. Hier gibt es, außer ein paar 11kW Ladesäulen und (seit kurzem) ein Volksbank-Triplelader (DANKE!) nichts. Die vorhandenen Säulen sind schlecht verteilt, stehen abseits, oder funktionieren seit einem Jahr nicht mehr. Das ganze in Kombination mit einem CHAdeMO EV und schon haben Lobbyverbände und Politik in D ihr Ziel erreicht ...
Trotzdem sind wir große EV-Fans und fahren den Verbrenner nur noch im Notfall. Eins wird unterschätzt: EV fahren macht auch viel Spaß!
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Re: Ladeangst oder die elektrische Fußfessel

Beitragvon TeeKay » Mo 8. Dez 2014, 13:14

Spüli hat geschrieben:
Bei 6 von war das gefühlt schon fast knapp. ;)

Ladende Elektroautos sind psychologisch vermutlich ein deutlich kleineres Problem als nicht ladende Verbrenner. Am Fakt des "nicht selbst laden könnens" ändert die Art des Autos zwar nichts, wohl aber am Zusatzärger der völlig unnötigen Behinderung. Wenn dort Model S laden, ist klar, dass sie das nur dort tun können. Ein Verbrenner könnte sonstwo parken.
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Re: Ladeangst oder die elektrische Fußfessel

Beitragvon JuergenII » Mo 8. Dez 2014, 13:24

@ NotReallyMe:
Nicht umsonst findet man in der i3 Preisliste die Position REX. :)
Und wenn man das Teil nur zweimal im Jahr braucht rettet es den Haussegen ungemein.

@ Mike:
Je länger man ein EV fährt desto weniger beunruhigen einen die Reichweiten. Dort eingesetzt wo es hingehört - urbaner Verkehr im Radius von rund 80 km - erfüllt es die Mobilitätsanforderungen schon heute zu 100%. Die Krux ist halt nur der Wunsch, auch weitere Strecken zu fahren. Dann kommen wir in den noch desaströsen Bereich der Ladeinfrastruktur und der Ladezeiten der meisten EV's.

Aber: Was wir da heute auf den Straßen sehen ist ja nur der erste zaghafte Wurf der Autohersteller (Tesla außen vor). Dafür, dass es sich um überteuerte Zweitwagen mit minimaler Reichweite handelt, finde ich die bisherigen Absatzzahlen - zumindest weltweit - als beachtlich.

Warten wir noch 4 Jahre und dann dürften auch bezahlbare "langstrecken" BEV's auf dem Markt erscheinen. Schafft es Deutschland tatsächlich flächendeckend an Autobahnen ein DC Schnellladenetz aufzubauen und steuert die Reichweite der Fahrzeuge Richtung >300 km dürften viele der heutigen Probleme der Vergangenheit angehören.

Und noch etwas weiter in der Zukunft können eine Handvoll GoingElectric Forenmitglieder dann von der Pionierzeit erzählen, wo es noch ein richtiges Abenteuer war ohne zu Stranden von Frankfurt nach Flensburg zu kommen. Man wird vom großen Zusammenhalt der EV Gemeinde berichten, von hitzigen Diskussionen um Ladestandards und von Privatpersonen bei denen man ohne große Probleme seinen Akku nachladen konnte.

Der Nachwuchs wird gelangweilt zuhören, und sich dann in sein Wasserstofffahrzeug setzen um noch mal kurz 800 km Nonstop autonom und mit voller I-Konnektivität Richtung Süden aufzubrechen......

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