Lade Abenteuer in Hamburg - Mit dem i3

Re: Lade Abenteuer in Hamburg - Mit dem i3

Beitragvon Carsten » Do 27. Feb 2014, 13:52

Ich bin auch der Meinung, daß die Energieversorger für das Aufstellen von Ladesäulen verantwortlich sind. Da diese häufig regional und organisatorisch sehr unterschiedlich aufgestellt sind und zudem natürlich auch ein Eigeninteresse daran haben, daß man ihre Säule nimmt und nicht die des Konkurrenten, ist ein Kartenwirrwarr zunächst nicht zu vermeiden, bis man irgendwann mal vernünftig wird und Abkommen schließt - ähnlich wie bei den Banken, wo man bei Deutsche, Commerz, Post etc. ohne Gebühren gegenseitig Geld ziehen kann.

Bei dieser Diskussion finde ich aber bemerkenswert, daß in einem anderen Fred noch und nöcher auf BMW eingedroschen wurde, daß die ihre CCS Säulen an der A9 nicht aufstellen wollen. Über die Begründung kann man sicherlich geteilter Meinung sein, aber wie ich auch immer in diesem Zusammenhang kundtat, ist anders als bei Tesla mit ihrem (abrechnungs-)technischen System weder BMW noch Daimler noch Renault oder welcher Autobauer auch immer für das Aufstellen von Ladesäulen verantwortlich. Schön, daß dies hier bestätigt wurde. ;)
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Beitragvon Karlsson » Do 27. Feb 2014, 14:22

rolandk hat geschrieben:
Ich werde meinem Lieblingsitaliener das auch vorschlagen: Hey Luigi, auf Deiner Speisekarte fehlt eine Bereitstellungsgebühr. Immerhin mußt Du ja auch Teller und Besteck bereit halten. Und wenn der Laden voll ist, muß Mario Dir helfen. Der bekommt dann etwas davon ab.......

Genau so funktioniert es oft in Italien. Heißt Coperto und kostet 1-2€ / Gedeck. Dafür ist es halt in den Speisen nicht eingepreist. Halte ich nur für fair.
Der Energieversorger muss ja auch irgendwie Geld verdienen, oder meint ihr das sind alles Wohlfahrtsvereine?

Klingt noch ziemlich vernichtend. Aber Punkt für den i3 - gibt's ja mit RE. Also zur heimischen Steckdose schafft er es dann und am nächsten Morgen wird er auch wieder voll sein.

Der Ostseetripp ist meiner Meinung nach eher Ausdruck von BDZs Leidensbereitschaft als einer praxistauglichen Lösung.
Ich kenne auch Leute, die mit Fahrrädern über die Alpen sind. Ist auch kein Mehrheitsmodell.
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Re: Lade Abenteuer in Hamburg - Mit dem i3

Beitragvon EVduck » Do 27. Feb 2014, 15:16

Carsten hat geschrieben:
Ich bin auch der Meinung, daß die Energieversorger für das Aufstellen von Ladesäulen verantwortlich sind.
[...] ist anders als bei Tesla mit ihrem (abrechnungs-)technischen System weder BMW noch Daimler noch Renault oder welcher Autobauer auch immer für das Aufstellen von Ladesäulen verantwortlich. Schön, daß dies hier bestätigt wurde. ;)


Das kann man auch anders sehen. Meiner bescheidenen Meinung nach ist niemand für die Aufstellung von Ladesäulen verantwortlich. Ladepunkte werden langfristig nur dann aufgestellt, wenn jemand Interesse daran hat. Sei es, weil Autos verkauft werden sollen (z.B. Tesla oder auch Renault, die ja in Frankreich und der Schweiz zumindest ihre Händler-Ladesäulen beisteuern), weil ein Geschäftsmodell dahinter steckt (z.B. Energieversorger, die Strom verkaufen wollen oder Geschäfte, die mehr Kunden oder längere Verweildauern erreichen wollen).

Leider ist es so, dass sich selbst die Aufstellung einer preiswerten AC-Säule schon nicht rechnet, schon für die reine Kostendeckung müssten bei einem Aufschlag von 10Cent/kWh (netto!) zwei bis drei Ladevorgänge pro Tag á 20kWh stattfinden. Soll die Säule auch noch Geld verdienen eben entsprechend mehr.

Eventuell sollte man mal über eine EV-Owner Genossenschaft oder Verein nachdenken, der den Ausbau voran treibt, Sponsorengelder einwirbt und sinnvolle Projekte macht, und Ladesäulen an den richtigen Stellen aufstellt... Die bzw. Der echtes Interesse an einer vernünftigen Infrastruktur hat, sozusagen von Praktikern für Praktiker.

Ja, ich weiß, dass es die Drehstromkiste gibt, das ist aber meines Erachtens kein Modell für die Zukunft.
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Re: AW: Lade Abenteuer in Hamburg - Mit dem i3

Beitragvon Karlsson » Do 27. Feb 2014, 15:31

Eben darum - die Kostenstruktur ist halt so, dass es einen hohen Sockelbetrag geben müsste für die Bereitstellung.
Wäre ja auch erträglich, wenn es da eine bundesweite Vereinigung gäbe.
Möglicherweise auch mit 2 Tarifmodellen mit entweder teurem Strom und niedriger Grundgebühr oder anders herum.
Wenn es nur nach den Kilowattstunden geht, dann können eigentlich nur Säulen mit richtig hoher Ladeleistung interessant sein.
50kW. Besser 100.
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Re: Lade Abenteuer in Hamburg - Mit dem i3

Beitragvon Carsten » Do 27. Feb 2014, 15:40

Na, verantwortlich ist natürlich niemand. Aber wenn es jemand machen sollte, dann die Versorger, und die machen es nicht aus christlicher Nächstenliebe, sondern weil damit hoffentlich Geld zu verdienen ist. Über die Wirtschaftlichkeit einer CCS Ladesäule habe ich mich an anderer Stelle ja bereits ausgelassen.

Im Grund macht es Tesla aber schon nicht ganz verkehrt, denn durch das Aufstellen ihrer Schnelllader signalisieren sie der (potentiellen) Kundschaft, daß Elektromobilität in realita geht, während woanders Stecker- und Zugangschaos und manchmal auch Ladesäulennotstand herrscht. Ich frage mich jedoch was passieren würde, wenn jetzt mal 20 Hersteller ihre jeweiligen Ladegerätschaften mit eigenem Zugangs- und Bezahlsystem sowie inkompatiblen Ladestecker in die Landschaft stellen. Kann auch nicht die Lösung sein. Daher war der CCS approach mit BMW, Daimler, Ford, GM etc. nicht verkehrt, wenn sie sich denn mal einig wären und alle mitmachen würden.
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Re: Lade Abenteuer in Hamburg - Mit dem i3

Beitragvon TJ0705 » Do 27. Feb 2014, 15:57

Hi,

ich kann irgendwie nicht verstehen, daß die Frage "Wer ist zuständig für neue Ladesäulen?" so ein riesen Thema ist. Am Geld mangelt es doch nicht, nur am guten Willen.

Hier wurde ja schon mehrfach vorgerechnet, daß man für absolut lächerliches Kleingeld das ganze Land pflastern könnte mit Schnelladern und normalen Ladesäulen. Ein zweistelliger Millionenbetrag. Sowas juckt in anderen Bereichen keine Sau. Hier in Hamburg hat wahrscheinlich die Herrentoilette der dusseligen Elbphilharmonie schon mehr gekostet. Aber die hält man offenbar für wichtiger.

Wenn es gewollt wäre, ginge es also nicht ums Geldverdienen und um ein Geschäftsmodell. Der Staat könnte aus der Portokasse die Sache erledigen. Aber E-Autos sind bisher eben nicht gewollt. Reden ja, aber machen nein.

Grüße Dirk

P.S.: Wir kriegen nun auch noch einen Deckel über die A7 hier in Hamburg. Völlig idiotisch und ein Stau-Desaster für die nächsten Jahre. Wieviele Ladesäulen könnte man dafür wohl aufstellen? Oder für die idiotische Landesgartenschau, usw. usw. Alles wichtiger... :cry:
Zuletzt geändert von TJ0705 am Do 27. Feb 2014, 16:00, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Lade Abenteuer in Hamburg - Mit dem i3

Beitragvon silberstrom » Do 27. Feb 2014, 15:57

Verantwortlichkeit ist immer eine Frage der Perspektive. Es gibt zB rechtliche, politische oder moralische Verantwortung.

Rechtlich ist wohl niemand dafür verantwortlich.

Nimmt man an, dass Verbrennungsfahrzeuge in welcher Hinsicht auch immer schädlich seien und Elektrofahrzeuge weniger schädlich, dann könnte man daraus moralisch eine Verantwortung ableiten. Die Stromfirmen haben die Mittel, die Säulen aufzustellen, könnten somit Elektrofahrzeuge verbreiten und somit Schaden abwenden.

Übernähmen politische aktive Menschen nun diese Sichtweise, könnte sich auch eine politische Verantwortung ergeben.

Betrachtet man die Dinge aus überhaupt keiner Perspektive, hat niemand für irgendwas Verantwortung. Aber das ist denke ich nahezu nie der Fall.
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Re: Lade Abenteuer in Hamburg - Mit dem i3

Beitragvon HED » Do 27. Feb 2014, 16:02

Der gleiche Artikel nun auf Spiegel.

Wer Lust hat kann sich ja die Kommentare dazu geben.... :roll:

http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte ... 55992.html
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Re: Lade Abenteuer in Hamburg - Mit dem i3

Beitragvon Carsten » Do 27. Feb 2014, 16:07

TJ0705 hat geschrieben:
Hier wurde ja schon mehrfach vorgerechnet, daß man für absolut lächerliches Kleingeld das ganze Land pflastern könnte mit Schnelladern und normalen Ladesäulen. Ein zweistelliger Millionenbetrag. Sowas juckt in anderen Bereichen keine Sau.

Auch wenn Millionenbeträge schon mal als Peanuts bezeichnet wurden, so bleiben es doch Millionenbeträge und kein Kleingeld. Ich gebe Dir insofern recht, daß wenn es um die Politik geht, hier einfach entschieden werden könnte, ob das eine oder andere Projekt gefördert wird. Da wir uns aber nicht auf die Politik verlassen können, erfahrungsgemäßt schon gar nicht bei der Elektromobilität, muß die Wirtschaft her. Und da zieht Dein Argument mit dem Kleingeld leider nicht, sondern hier zählt die G&V.
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Re: Lade Abenteuer in Hamburg - Mit dem i3

Beitragvon TJ0705 » Do 27. Feb 2014, 16:11

Hi Carsten,

da vergißt Du nur, daß wir uns auf die Wirtschaft genau so wenig verlassen können. Die machen bisher ihr Geld mit der Verhinderung der E-Mobilität. Man gibt sich bestenfalls gerne einen grünen Anstrich. Daran wird sich imo wenig ändern in absehbarer Zeit.

Imo sind niedrige zweistellige Millionenbeträge Peanuts für ein Land wie unseres angesichts der Wichtigkeit der Aufgabe. Wir verschleudern ganz andere Summen völlig gedankenlos am laufenden Band. Daran kann es also nicht liegen.

Grüße Dirk
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