Ionity – Schnellladenetz

Re: Ionity – Schnellladenetz

Beitragvon Solarstromer » Fr 3. Nov 2017, 22:39

Ja, CCS geht bis 500A. Ein typisches 400V EV kann damit einfach nicht höher als 400V * 500A = 200kW kommen.
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Re: Ionity – Schnellladenetz

Beitragvon WinnieW » Fr 3. Nov 2017, 22:42

Solarstromer hat geschrieben:
Schwani hat geschrieben:
Das geht ja anscheinend sowieso nur, wenn das Auto 800 V-Technik hat.

Nein, die HPC Ladesäulen können die Spannung von vielleicht um die 200V bis 1000V einstellen, die sind voll abwärtskompatibel mit bisherigen CCS Ladesäulen.

Ok, da elektrische Leistung = Spannung * Stromstärke ist steht die max. Ladeleistung nur bei maximaler Spannung zur Verfügung.

Ich gehe sogar davon aus dass die 350 kW nur bei 1000 Volt zur Verfügung stehen, da die DC Steckkontakte bei CCS selbst mit Wasserkühlung nicht mehr als 350 Ampere vertragen.
Bei den üblichen ~ 400 Volt DC ist die Ladeleistung auf (400 V * 350 A) 140 kW begrenzt.

Solarstromer hat geschrieben:
Ja, CCS geht bis 500A.

CCS schafft 500 Ampere? Wirklich?
Gibt es dafür irgendwelche Belege?

Bei einem Übergangswiderstand von 1 Milliohm u. einem Stromfluß von 500 Ampere würde pro DC Steckkontakt 250 Watt Abwärme entstehen. Bei zwei Steckkontakten wären das 500 Watt.
Bei 350 Ampere wären es noch 123 Watt pro DC Steckkontakt und 245 Watt gesamt.
Zuletzt geändert von WinnieW am Fr 3. Nov 2017, 22:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ionity – Schnellladenetz

Beitragvon 150kW » Fr 3. Nov 2017, 22:54

Phoenix Contact hat einen CCS Stecker vorgestellt der 500A bei 1000V schafft.
https://www.electrive.net/2017/09/25/ph ... zu-500-kw/
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Re: Ionity – Schnellladenetz

Beitragvon zitic » Fr 3. Nov 2017, 23:00

Tho hat geschrieben:
Ich frage mich auch wie man den Preis differenzieren möchte, wenn einer 15kWh und einer 100kWh in der gleichen Zeit an der Säule abnimmt. :lol: Zeitabrechnung wäre ja irgendwie ungeschickt...

Wenn dein Auto 50 kW kann und du dich an so einen extremen Charger stellst / blockierst, dann muss man mit entsprechenden Preisen rechnen.

150kW sieht man jetzt ja schon von anderen langsam in der Breite kommen. Man wird sich wohl auf die 350 kW konzentrieren, weil das wohl kein anderer wuppen kann. Von Gewinnen wird da sicherlich keiner direkt ausgehen. Die Finanzierung ist dann für die Beteiligten ja noch gut abschreibbar. Ich denkte mal, dass man da die 40-60 kW-Lader heutiger Prägung nicht damit im Auge hat.
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Re: Ionity – Schnellladenetz

Beitragvon WinnieW » Fr 3. Nov 2017, 23:03

Ok, der Aufwand bei jedem Stecker mit Kühlung und Temperaturüberwachung der Kontakte ist allerdings aufwendig.

Für einem Ladestrom von 500 Ampere wäre allerdings in den Autos selber die Technik ebenfalls recht aufwendig. Verkabelung mit größeren Querschnitt und vermutlich ebenfalls Temperaturüberwachung.
Die Elektronik müsste ebenfalls auf die höheren Ströme ausgelegt werden. Das Resultat davon ist dass die Autos dadurch teurer werden...

...aber wir kommen jetzt ab vom eigentlichen Thema. 350 kW mögliche Ladeleistung ist schön, aber die meisten Autos werden diese in den nächsten Jahren höchstens zur Hälfte nutzen können.
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Re: Ionity – Schnellladenetz

Beitragvon Langsam aber stetig » Fr 3. Nov 2017, 23:30

Tho hat geschrieben:
Ich frage mich auch wie man den Preis differenzieren möchte, wenn einer 15kWh und einer 100kWh in der gleichen Zeit an der Säule abnimmt. :lol: Zeitabrechnung wäre ja irgendwie ungeschickt...

Ich habe es schon öfter hier gesagt (aber schon eine Weile nicht mehr, daher wiederhole ich mich gern):

Die letztendlich einzige sinnvolle Möglichkeit, Ladesäulen zu betreiben, ist, eine Kombination aus Minuten- und kWh-Abrechnung vorzunehmen. Die Zeitkomponente sollte im wesentlichen die Investitionskosten hereinspielen, und die Energiekomponente sollte die Kosten der Strombeschaffung abdecken. Bei langsamen Ladestationen kann je nach Situation wahrscheinlich auf die Zeitkomponente verzichtet werden, da diese sowieso sehr gering wäre. Die Zeitkomponente sollte außerdem für Zeiten mit niedriger Auslastung gesenkt werden.

Eine alleinige Minutenabrechnung hat immer folgendes an einem Beispiel dargelegtes Problem:

- 350-kW-Säule
- Ein kleiner Teil der Autos kann mit 350 kW laden
- Preis muss mindestens so hoch gesetzt werden, dass auch die Autos, die mit 350 kW laden, einen Preis bezahlen, der kostendeckend ist. Bei Stromkosten von 20 Cent pro kWh wären dies €1,17 pro Minute.
- Dies macht die Säule aber für Autos, die beispielsweise nur mit 50 kW laden, völlig unattraktiv (kWh-Preis: €1,40)
- Man braucht aber auch die etwas langsamer ladenden Fahrzeuge, um eine ausreichend hohe Auslastung zu erreichen, um die Fixkosten zu decken

Bei einer reinen kWh-Abrechnung hat man ein anderes Problem:

- 350-kW-Säule
- Ampera-e kommt und lädt mit durchschnittlich 30 kW
- Säule ist deshalb 2 Stunden belegt, die zehn 350-kW-Porsche, die auch laden wollten, fahren weiter
- Preis pro kWh muss so hoch gewählt werden, dass die Investitionskosten auch dann eingespielt werden, wenn nur relativ langsam ladende Fahrzeuge die Infrastruktur benutzen
- Dies wäre aber wahrscheinlich so hoch, dass fast niemand die Säule benutzen würde
-> Investitionskosten können nicht eingespielt werden.

Wenn man sowohl Zeit- als auch Energiekomponenten hat, sind diese Probleme wesentlich abgeschwächt. So kann man einen Anreiz geben, dass sehr langsam ladende Fahrzeuge die schnellsten Ladesäulen weniger benutzen, ohne die Preise so hoch setzen zu müssen, dass diese völlig abgeschreckt werden. Außerdem können im Vergleich zum reinen Zeittarif auch die sehr schnell ladenden Fahrzeuge einen Beitrag zu den Investitionskosten geben.
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Re: Ionity – Schnellladenetz

Beitragvon kub0815 » Fr 3. Nov 2017, 23:44

Tho hat geschrieben:
Ich frage mich auch wie man den Preis differenzieren möchte, wenn einer 15kWh und einer 100kWh in der gleichen Zeit an der Säule abnimmt. :lol: Zeitabrechnung wäre ja irgendwie ungeschickt...


Stört doch die EnBW bei ihrem Tarifmodel auch nicht....
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Re: Ionity – Schnellladenetz

Beitragvon WinnieW » Sa 4. Nov 2017, 01:05

Ganz ehrlich. Meine Meinung dazu:
Solange die meisten Autos Ladeleistungen von unter 150 kW haben finde ich es sinnvoller drei Ladesäulen mit max. je 100 kW aufzustellen anstatt eine Ladesäule die 350 kW kann.
Eine Ladesäule die 350 kW kann dürfte zudem um einiges teurer in der Anschaffung sein im Vergleich zu einer Ladesäule die 100 kW kann.
Ist ein reines Vorzeigeprojekt. Mehr Ladesäulen, diese aber auf 150 kW begrenzen halte ich da für sinnvoller.
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Re: Ionity – Schnellladenetz

Beitragvon Solarstromer » Sa 4. Nov 2017, 01:34

@WinnieW
Die HPC Ladesäulen die ich mir angesehen habe sind modular. Wenn man ein Leistungsmodul nimmt, dann haben sie ca. 175 kW. Wenn man dann ein 2 Leistungsmodul dazu nimmt, dann haben sie eben die 350 kW.

Ich gehe davon aus, dass nur ein Teil der Ladesäulen 350 kW haben werden.

Vielleicht baut man auch alle Säulen zuerst nur mit einem Leistungsmodul (=175 kW) auf. Und sobald das erste EV kommt (vermutlich Mission E in 2019/20), welches auch über 175 kW laden kann, dann stellt man das 2. Leistungsmodul dazu.
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Re: Ionity – Schnellladenetz

Beitragvon ChristianF » Sa 4. Nov 2017, 03:29

Ich würde es mal so sehen: jede Ladesäule, die dazu kommt, ist eine gute Ladesäule. Wenn sie dann auch noch DC Schnellladen kann, umso besser. Ob da jetzt VW, BMW oder sonstwas draufsteht ist mit genauso wumpe wie ob die Säule von ABB, Efacec oder den Heinzelmännchen ist: solange da Strom rauskommt und ich mit einer meiner Karten zu halbwegs vernünftigen Konditionen da laden kann, bin ich zufrieden.

Spannend wäre wirklich, zu wissen wo die Standorte sein werden.
Viele Grüße,
Christian
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