Infrastruktur: Norwegen macht alles anders als Deutschland

Re: Infrastruktur: Norwegen macht alles anders als Deutschla

Beitragvon Jack76 » Di 14. Apr 2015, 21:59

Spürmeise hat geschrieben:
DaftWully hat geschrieben:
Aber der Bericht und seine Schlussfolgerung wirderspricht andererseits der mehrheitlichen Stimmung hier im Forum, wo massiv 22 kw besser noch 43 kw Lader gefordert werden und die Schuko-Schnarchlader gnadenlos in die Deppenecke gesetzt werden.


Lösung: das GE-Forum repräsentiert nicht die E-Autofahrerschaft in Deutschland, deren Fahrzeuge nur zu ca. 10% einen Mehrphasenlader haben.


Nun, Fakt ist doch, dass wenn es in D eine funktionierende, flächendeckende Triple-Schnelllader-Infrastruktur entlang der BABs und größeren Bundesstraßen gäbe, auch kein Mensch irgendein Problem mit Schukos oder 3,7KW Anschlüssen an P&R-Plätzen, Parkhäusern etc p.p. hätte und die ganzen 22 und 11 KW BMS an Einsamkeit sterben würden... Im Gegenteil, es wäre nur sinnvoll und richtig! Da aber Punkt 1 schon nicht vorhanden ist, bleibt den meisten nur die nächstbeste Alternative in Form besagter BMS bzw. irgendwelchen "bekloppten" 20KW Autohaus-DC-Säulen mit Öffnungszeiten und Fremdlader-Verbot inclusive....
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Beitragvon stromr » Di 14. Apr 2015, 22:47

TeeKay, danke für den Bericht, das ist endlich mal was aus dem wirklichen EV-Leben.

Ich sehe Norwegen jetzt schon auch als Testprojekt: Für die EU. ;)

In Norwegen haben sie ja viel früher massiv in EV investiert. Offenbar auch sinnvoller (geplanter?) als bei uns.

Ergebnis: Wegen der frühen Investition hat man für damalige Möglichkeiten der EVs gebaut. Und das waren die Japaner mit CHAdeMO Schnellader und Schuko Schnarchladung.

In D wurde das ganze Netz langsamer ausgebaut und daher gibt es immer noch genug Bedarf an neuen Ladern. Heute hat man aber auch Drehstromladebedarf im hohen kW-Bereich, daher wurden auch entsprechende Säulen gebaut. OK, ob 22kW jetzt da sinnvoll sind - nicht wirklich. Vermutlich eher den Möglichkeiten der Ladesäulenerrichter geschuldet.

Kann also gut sein, dass die norwegische "Lösung" auch einfach historisch bedingt ist und nicht so sehr geplant.

Ich kann mich mit ihr gut anfreunden, nicht zuletzt wegen meinem eigenen Japaner-EV. Kann mir aber vorstellen, dass auch D mit einer Drehstromlader-Infrastruktur-Lösung Erfolg haben wird. Die Zeiten ändern sich eben...

Was ich mich momentan frage: Sind es mehr die auf den Straßen fahrenden EVs, die den Ladeinfrastruktur-Ausbau beeinflussen oder ist es eher die bestehende Ladeinfrastruktur, die die EV-Käufe beeinflussen? Norwegen lässt mich ersteres glauben, bei D hätte ich fast auf letzteres getippt.

Viele Grüße
Michael
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Re: Infrastruktur: Norwegen macht alles anders als Deutschla

Beitragvon ATLAN » Di 14. Apr 2015, 23:23

TeeKay hat geschrieben:
Die Behauptung, die Schukos wären ehemalige Standheizungs-Dosen, ist falsch. Das ist an manchen Stellen so.


Jein ... Die wurzeln dieser Infrastruktur liegen aber in den Motorheizer-Anschlüssen, darum auch zB beim Charge-Amps-Ladekabel die Stufe mit den 6A - die ehemals gebräuchliche Absicherung dieser Standheizungssteckdosen. ;)

MfG Rudolf
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Re: Infrastruktur: Norwegen macht alles anders als Deutschla

Beitragvon green_Phil » Do 16. Apr 2015, 12:21

Interessant, was da in Norwegen geht. Und das jetzt bitte noch für Ausländer (Urlauber) zugänglich machen!

Ich meine mich aber zu erinnern, dass gerade im Bezug auf Elektroautos Typ2-Ladepunkte gegenüber Schukos deutliche Vorteile aufweisen. Das wird hier im "privaten Rahmen" einfach oft vergessen. Ich denke da an Belastbarkeit (Stromstärke), Wetterfestigkeit, Sicherheit (spannungsführend/-los) und Ladegeschwindigkeit.
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Re: Infrastruktur: Norwegen macht alles anders als Deutschla

Beitragvon Jack76 » Do 16. Apr 2015, 13:21

green_Phil hat geschrieben:
Interessant, was da in Norwegen geht. Und das jetzt bitte noch für Ausländer (Urlauber) zugänglich machen!

Ich meine mich aber zu erinnern, dass gerade im Bezug auf Elektroautos Typ2-Ladepunkte gegenüber Schukos deutliche Vorteile aufweisen. Das wird hier im "privaten Rahmen" einfach oft vergessen. Ich denke da an Belastbarkeit (Stromstärke), Wetterfestigkeit, Sicherheit (spannungsführend/-los) und Ladegeschwindigkeit.


Durchaus richtig, dem steht halt der annähernd unschlagbare Preisvorteil der von TeeKay geschilderten Schuko-Kasten-Lösung gegenüber. Gut ne kleine Typ2 Box in Fließband-Masse drückt sicher auch irgendwo den Preis....
Ansonsten ersetze Schuko durch flächendeckend Typ2 3,7KW an 5-10% aller P&R Parkplätze, Parkhäuser, Firmenparkplätze etc... Das ganze im Einklang mit 50+KW TripleCharger entlang der BAB's und großen Bundesstraßen in entsprechend großer Menge. Und für daheim lädst Du mit Typ2 3,7-22KW (je nach Bedarf)....
Aber wir leben ja im Leidmarkt Deutschland, also träumen wir erstmal weiter....

Grüße
Jack
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Re: Infrastruktur: Norwegen macht alles anders als Deutschla

Beitragvon Spürmeise » Do 16. Apr 2015, 13:34

Jack76 hat geschrieben:
Aber wir leben ja im Leidmarkt Deutschland, also träumen wir erstmal weiter....

So schaut's aus...
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Re: Infrastruktur: Norwegen macht alles anders als Deutschla

Beitragvon TeeKay » Do 16. Apr 2015, 15:18

green_Phil hat geschrieben:
Ich meine mich aber zu erinnern, dass gerade im Bezug auf Elektroautos Typ2-Ladepunkte gegenüber Schukos deutliche Vorteile aufweisen. Das wird hier im "privaten Rahmen" einfach oft vergessen.

Ich bin mir sicher, auch in Norwegen hat man schonmal was von Typ2 gehört. Im staatlichen wie unternehmerischen Rahmen. Entschieden hat man sich dennoch dagegen und die Infrastruktur ist deutlich alltagstauglicher als in Deutschland aufgebaut. Das wird hier im NPE-Rahmen der Emobilitätsverhinderung einfach oft vergessen.
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Re: Infrastruktur: Norwegen macht alles anders als Deutschla

Beitragvon eDEVIL » Do 16. Apr 2015, 15:49

Spürmeise hat geschrieben:
DaftWully hat geschrieben:
Aber der Bericht und seine Schlussfolgerung wirderspricht andererseits der mehrheitlichen Stimmung hier im Forum, wo massiv 22 kw besser noch 43 kw Lader gefordert werden und die Schuko-Schnarchlader gnadenlos in die Deppenecke gesetzt werden.

Lösung: das GE-Forum repräsentiert nicht die E-Autofahrerschaft in Deutschland, deren Fahrzeuge nur zu ca. 10% einen Mehrphasenlader haben.

Welche Wahl hat man den als eAuto-Fahrer in DE? Wem Zoe zu billig gemacht ist, der Smart zu klein und Model S/B-Klasse zu teuer, dem bleibt ja nur Einphasenladung.

Ich finde es gut, das man es in Norwegen einfach macht, aber jedes mal das klobige Schuko-ICCB heraus zu orgeln nervt ein wenig. Norwegen tickt aufgrund des billigen Strom etwas anders.
Typ2 ist ja nicht per se schlecht, aber da wollen sich einige noch ne goldene Nase dran verdienen solange es geht. Was ist denn an einem Typ2 Stecker großartig aufwändiger als an einem CEE32 Stecker? Bei guten Herstellern ist der CEE32 eher aufwändiger gefertigt.
Das bsichen Elektronik kann ncith die Welt kosten. Kostentreiber sind Typ B FI und Schütz. Wobei die Frage ist, ob ein Typ B FI in größeren Sückzahlen großartig mehr kosten müßte als ein Typ A.

Man stelle sich vor, was man mit den ganzen Fördermillionen alles auf die Beine hätte stellen können. z.b. 20000x ne Dumme Typ2 mit 22KW zum verschenken für jeden, der dafür unetrschreibt den strom auf 10 jahre kostenlos und barrierefrei abzugeben. Dazu noch ein flächendeckendes Schnelladenetze etc.
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Re: Infrastruktur: Norwegen macht alles anders als Deutschla

Beitragvon TeeKay » Di 28. Apr 2015, 21:39

Dänemark macht es übrigens merklich weniger vorbildlich als Norwegen und die Parkmoral der Dänen ist auch deutlich schlechter. Viele Säulen sind gar nicht für Elektroautos reserviert. Vor allem die Säulen von E.On haben in der Regel nur zwei reservierte Parkplätze bei 6 oder 8 Ladepunkten. Die reservierten Plätze sind dann auch zuweilen von Verbrennern oder oft von nicht ladenden Elektroautos zugeparkt.
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Re: Infrastruktur: Norwegen macht alles anders als Deutschla

Beitragvon mutle » Mo 4. Mai 2015, 13:11

Hat E.On inzwischen neue Type-2 Ladepfähle? Als ich letzten Sommer dort laden wollte konnte ich mit dem i3 keinen Ladevorgang starten, habe an mehreren Orten probiert und sicherlich eine Stunde am Telefon gehangen.
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