Immer mehr Carsharer blockieren die Ladesäulen

Re: Immer mehr Carsharer blockieren die Ladesäulen

Beitragvon TeeKay » Mi 6. Jan 2016, 10:44

Das alles bleibt ein Rumfummeln an den Symptomen. Die Ursachen werden bekämpft, indem endlich und kontinuierlich ein starker, staatlich finanzierter Infrastrukturausbau stattfindet. Es reicht nicht, einmal 50 Säulen abzuwerfen und dann zuzuschauen, wie immer mehr EVs in die Stadt kommen und sich die Fahrer um die nicht mehr werdenden Lademöglichkeiten schlagen. Der Bau muss ein kontinuierlicher Prozess und keine einmalige Aktion werden. Solange in einer Großstadt wie Berlin mit 3,5 Mio Einwohnern nur 500 Ladepunkte bereitstehen, um die sich schon 300 Carsharer prügeln, kann sich an der Situation nichts ändern.

In Berlin und Frankfurt wird bei Neu- und Umbauten von öffentlichen Straßenland nichtmal Vorsorge für Ladeinfrastruktur geschaffen. Bei mir vor der Tür wurde auf 2km Länge der Fußgängerweg für neue Strom- und Telefonkabel geöffnet und seitlich Parktaschen angelegt. Aber keine einzige Leerröhre, kein einziges Kabel, keine einzige Ladesäule wurden an den Parktaschen angelegt. Nein, da muss man in 5 Jahren dann nochmal richtig Geld in die Hand nehmen, um das nachzuholen. Am größten Umsteigebahnhof der Stadt wurde die Straße komplett neu gebaut, inkl. Parkplätzen. Auch hier keinerlei Vorbereitung auf Elektrifizierung. Das muss aufhören.

Aber in den Behörden und Bezirken gibt es keinerlei Gedanken in diese Richtung. Und der Bund gibt auch keinerlei Geld für die Elektrifizierung des ruhenden Verkehrs. Solange das so bleibt, ist jedweder Schriftverkehr zum Thema Carsharer vergebene Liebesmüh. Selbst wenn man nach zähen Kampf die Carsharer dazu brächte, die Ladesäulen nach Abschluss des Ladevorgangs freizumachen: Wenn man das geschafft hat, ist die Zahl der EV in der Stadt auch schon verdoppelt worden und damit die Nachfrage nach Säulen. Die jetzt ins Land rollenden PHEV verschärfen die Situation, da sie sich in Deutschland deutlich besser verkaufen als BEV. Die Zahl der Fahrzeuge steigt also schneller als in den Vorjahren, während das Ausbautempo bei städtischen Ladesäulen entweder gleich blieb oder sogar auf 0 zurückgefahren wurde.
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Beitragvon eDEVIL » Mi 6. Jan 2016, 10:58

Die kosten für eine 2x22KW tragen 22 #SchummelDiesel -Fahrer bzw. VW

Richtig TeeKAy. Im Prinzip dürfte kein Vorhaben in der Stadt genehmigt werden ohne entpsrechende Leerorhre einzuziehen bzw. am bsten gleich die Kabel
Verwendung korrekter physikalischer Einheiten
"Online" heißt nicht, das ich gerade hier im Forum aktiv bin.

Umfrage: ZOE Fahrwerk frühzeitige Defekte
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Re: Immer mehr Carsharer blockieren die Ladesäulen

Beitragvon p.hase » Mi 6. Jan 2016, 11:33

TeeKay hat geschrieben:
Das alles bleibt ein Rumfummeln an den Symptomen. Die Ursachen werden bekämpft, indem endlich und kontinuierlich ein starker, staatlich finanzierter Infrastrukturausbau stattfindet. Es reicht nicht, einmal 50 Säulen abzuwerfen und dann zuzuschauen, wie immer mehr EVs in die Stadt kommen und sich die Fahrer um die nicht mehr werdenden Lademöglichkeiten schlagen. Der Bau muss ein kontinuierlicher Prozess und keine einmalige Aktion werden. Solange in einer Großstadt wie Berlin mit 3,5 Mio Einwohnern nur 500 Ladepunkte bereitstehen, um die sich schon 300 Carsharer prügeln, kann sich an der Situation nichts ändern.

In Berlin und Frankfurt wird bei Neu- und Umbauten von öffentlichen Straßenland nichtmal Vorsorge für Ladeinfrastruktur geschaffen. Bei mir vor der Tür wurde auf 2km Länge der Fußgängerweg für neue Strom- und Telefonkabel geöffnet und seitlich Parktaschen angelegt. Aber keine einzige Leerröhre, kein einziges Kabel, keine einzige Ladesäule wurden an den Parktaschen angelegt. Nein, da muss man in 5 Jahren dann nochmal richtig Geld in die Hand nehmen, um das nachzuholen. Am größten Umsteigebahnhof der Stadt wurde die Straße komplett neu gebaut, inkl. Parkplätzen. Auch hier keinerlei Vorbereitung auf Elektrifizierung. Das muss aufhören.

Aber in den Behörden und Bezirken gibt es keinerlei Gedanken in diese Richtung. Und der Bund gibt auch keinerlei Geld für die Elektrifizierung des ruhenden Verkehrs. Solange das so bleibt, ist jedweder Schriftverkehr zum Thema Carsharer vergebene Liebesmüh. Selbst wenn man nach zähen Kampf die Carsharer dazu brächte, die Ladesäulen nach Abschluss des Ladevorgangs freizumachen: Wenn man das geschafft hat, ist die Zahl der EV in der Stadt auch schon verdoppelt worden und damit die Nachfrage nach Säulen. Die jetzt ins Land rollenden PHEV verschärfen die Situation, da sie sich in Deutschland deutlich besser verkaufen als BEV. Die Zahl der Fahrzeuge steigt also schneller als in den Vorjahren, während das Ausbautempo bei städtischen Ladesäulen entweder gleich blieb oder sogar auf 0 zurückgefahren wurde.


+1

bei mir haben sie den gehweg aufgeschnitten und meinen grenzpunkt weggeschmissen. alles für schnelles internet. mords rummel mit bürgerversammlung und telekom-werbung alle gefühlte paar stunden. zwei monate später stand fest - die geschwindigkeit ist dieselbe.

deutschland basiert auf diesem system: a) etat restlos verprassen damit man geld fürs nächste jahr bekommt b) immer eins nach dem anderen abarbeiten, nicht zu schnell arbeiten, nicht vor dem termin fertig werden

### die automobile zukunft (und größter arbeitsmarkt) findet ohne deutschland statt. deutschland dient in 2016 nur noch als erstzulassungs- und exportplattform für e-autos. wir werden in unseren urlaubsreisen zunehmend beobachten können wie elektromobilität geht. ###
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Re: Immer mehr Carsharer blockieren die Ladesäulen

Beitragvon eMobFan » Mi 6. Jan 2016, 12:52

VampirSchaf hat geschrieben:
Trotz allem wissen alle Emobilisten, dass auch die Betreiber darauf achten müssen, dass die Ladesäulen möglichst gleichmäßig ausgelastet sind. Natürlich ist es ärgerlich, wenn man laden MUSS, aber nicht kann. Trotzdem rechnet sich eine Ladesäule, die "ständig verfügbar" ist absolut nicht.... was ich auf der anderen Seite ebenfalls verstehe.


Was ich hierbei nicht verstehe, wie kann eine "möglichst gleichmäßige" Auslastung der Säulen erreicht werden, wenn die
Säulen von nicht ladenden Fahrzeugen blockiert werden?
Wobei TankE (Rheinenergie) hier ein schlechtes Beispiel ist, da der Strom ja (noch) kostenlos ist und eh nix in die Kassen kommt wenn ich mein Auto da auflade.
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Re: Immer mehr Carsharer blockieren die Ladesäulen

Beitragvon TeeKay » Mi 6. Jan 2016, 13:16

Der Fehler besteht darin sich einreden zu lassen, der Betreiber müsste auf eine gute Auslastung achten. Auch mit noch so guter Auslastung wird eine Mennekes-Säule niemals kostendeckend zu betreiben sein, geschweige denn Gewinne erwirtschaften.

Das interessiert in Norwegen keinen Betreiber, da man dort nicht 20.000 Euro teure AC-Säulen zum Laden von 2 Autos aufstellt, die in 80% der Fälle eh nur schnarchladen können. Dort begreift man AC-Laden als staatliche Aufgabe und private Betreiber begreifen es als Extra für Kunden. Man baut dafür in der Regel Schukos. Oslo prescht mit 3,7kW Typ2 Wallboxen vor. Alle ohne Abrechnung, die das ganze nur teurer macht.

Wenn der Staat schon kein Geld geben will, soll er wenigstens aufhören, welches zu nehmen. Die Entlastung von Ladepunktstrom von allen Abgaben und Umlagen und Steuern wäre ein Anfang. Dann kostet den Betreiber die kWh nicht mehr 25 Cent, sondern nur noch 5.
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Re: Immer mehr Carsharer blockieren die Ladesäulen

Beitragvon Hasi16 » Mi 6. Jan 2016, 13:24

eDEVIL hat geschrieben:
Richtig TeeKAy. Im Prinzip dürfte kein Vorhaben in der Stadt genehmigt werden ohne entpsrechende Leerorhre einzuziehen bzw. am bsten gleich die Kabel

Und hast du diese Meinung auch schon bei einer passenden politischen Stelle eingebracht? Einfach nur meckern finde ich nicht gut.

Diesen Post finde ich doch als recht passen - meldet die Missstände direkt dem Säulenbetreiber und dem Car Sharing-Unternehmen:
oeffentliche-ladeinfrastruktur/immer-mehr-carsharer-blockieren-die-ladesaeulen-t14593-70.html#p295968

Viele Grüße
Hasi
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Re: Immer mehr Carsharer blockieren die Ladesäulen

Beitragvon TeeKay » Mi 6. Jan 2016, 15:05

Hasi16 hat geschrieben:
Und hast du diese Meinung auch schon bei einer passenden politischen Stelle eingebracht?

Das ist nach 8 Jahren Forschung und EV-Förderung und Erfahrungen mit den Kosten von Ladesäulenbauten so offensichtlich, dass ich es nicht als notwendig erachte, irgendwen über diese Möglichkeit zu informieren. Ich informiere die Entscheidungsträger auch nicht über andere Offensichtlichkeiten.
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Re: Immer mehr Carsharer blockieren die Ladesäulen

Beitragvon VampirSchaf » Mi 6. Jan 2016, 15:45

eMobFan hat geschrieben:
Was ich hierbei nicht verstehe, wie kann eine "möglichst gleichmäßige" Auslastung der Säulen erreicht werden, wenn die
Säulen von nicht ladenden Fahrzeugen blockiert werden?
Wobei TankE (Rheinenergie) hier ein schlechtes Beispiel ist, da der Strom ja (noch) kostenlos ist und eh nix in die Kassen kommt wenn ich mein Auto da auflade.


Genau deshalb sollten Blockierer gemeldet werden - nämlich damit eine Blockade der Säule verhindert wird. Das steht aber in genau dem gleichen Text, aus dem du zitiert hast.
Und dass es ihnen nicht egal ist, trotz der Tatsache, dass der Strom in Köln und Düsseldorf noch kostenfrei ist, habe ich auch erwähnt. Sonst würden entsprechende Gespräche zur Optimierung ja nicht stattfinden. Man kann es aber natürlich auch mit einer "Nee, stimmt doch gar nicht. Die sind alle nur doof und wollen unser Schlechtestes!"-Einstellung probieren. Ob das allerdings erfolgreicher ist ... hm.
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Re: Immer mehr Carsharer blockieren die Ladesäulen

Beitragvon Hasi16 » Mi 6. Jan 2016, 15:56

@TeeKay: Warum sollte den Nicht-Elektroautofahrern irgendwas klar sein? Und jetzt komm nicht mit gesundem Menschenverstand. Das hat schon bei den Leerrohren für Glasfaser erst nach mehreren Jahren geklappt... und da sind die Leute wesentlich näher dran - sollte man meinen.

@VampirSchaf: Sehe ich auch so! Non stop den Leuten die Probleme aufzeigen - nur das hilft und fördert das Verständnis!

Viele Grüße
Hasi16
 

Re: Immer mehr Carsharer blockieren die Ladesäulen

Beitragvon eMobFan » Mi 6. Jan 2016, 16:02

VampirSchaf hat geschrieben:
Genau deshalb sollten Blockierer gemeldet werden - nämlich damit eine Blockade der Säule verhindert wird. Das steht aber in genau dem gleichen Text, aus dem du zitiert hast.
Und dass es ihnen nicht egal ist, trotz der Tatsache, dass der Strom in Köln und Düsseldorf noch kostenfrei ist, habe ich auch erwähnt. Sonst würden entsprechende Gespräche zur Optimierung ja nicht stattfinden. Man kann es aber natürlich auch mit einer "Nee, stimmt doch gar nicht. Die sind alle nur doof und wollen unser Schlechtestes!"-Einstellung probieren. Ob das allerdings erfolgreicher ist ... hm.


So war das nicht gemeint. Ich bin Dir sehr dankbar für Deinen Post und die Kontaktdaten. Die Mail-Adressen hab ich mir direkt in die Kontakte gespeichert und ich werde diese in Zukunft auch nutzen um blockierte Ladensäulen zu melden.
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