Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

Beitragvon Themse » Fr 14. Apr 2017, 20:42

Vergessen wir nicht den Kostenaspekt:

AC Ladepunkte sind einfach günstig zu installieren.
Dies bedeutet, dass sie für Supermärkte, Kaufhäuser, Rasthöfe, Freizeiteinrichtiungen, Gaststätten usw.
eine günstige Möglichkeit darstelle Kunden anzulocken.
Im Umkehrschluß bedeutet dies, dass Elektroautofahrer überall dort noch lange in den Genuss
von kostenlosem/günstigem Strom kommen werden.

DC Schnellader werden dagegen immer teurer sein.
Das heißt wer es eilig hat muss zahlen, wir erleben dies inzwischen ja überall.
Denn diese hohen Investitionen müssen sich refinanzieren und dies natürlich durch den Nutzer :shock:

Es wird also wie im wirklichen Leben so sein, dass der Markt/Nutzer entscheiden wird
was in Zukunft bestand haben wird !
Sind die Elektroautofahrer bereit die hohen DC Preise zu bezahlen, werden sie Bestand haben,
wenn nicht, dann eben nicht.
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

Beitragvon ecopowerprofi » Fr 14. Apr 2017, 20:44

Karlsson hat geschrieben:
Und wie lang willst Du summiert auf 1000km pullern gehen?

Die Frage ist doch nur wie lange brauchst Du für 1000 km (z.B. Flensburg - Konstanz) ohne die Pausen. Vielleicht, wenn alles gut läuft, 10 bis 11 Std. ohne Staus. Mit Pausen und sonstige Behinderungen dann vielleicht 12 bis 14 Std. An Energie brauchst Du für die 1000 km ca. 160 kWh. Eine 80 kWh Akku muss also einmal komplett geladen werden. Das kannst Du in zwei Pausen á 1 Std. mit 44 kW ohne Probleme hinkriegen. Wie Du siehst klapp es auch mit pullern.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

Beitragvon Karlsson » Fr 14. Apr 2017, 21:13

ecopowerprofi hat geschrieben:
An Energie brauchst Du für die 1000 km ca. 180 kWh. Eine 80 kWh muss also einmal komplett geladen werden. Das kannst Du in zwei Pausen á 1 Std. mit 44 kW ohne Probleme hinkriegen. Wie Du siehst klapp es auch mit pullern.

Ich sehe eher, dass es bei Dir mit dem Rechnen nicht so klappt - es fehlen 100kWh und nicht 80kWh.
Desweiteren lässt sich der Akku nicht komplett nutzen. Wir brauchen Reserve, also laden wir 110kWh.
Von 44kW Säulen weiß ich nichts, ich kenne nur 43kW Säulen und da kommt hinterm Lader am Akku wenn es gut läuft noch 38kW an. Um diese 38kW zu halten, darf aber nicht voll geladen werden. Dadurch werden es 3 Ladehalte mit in Summe 2,9 Stunden im Optimalfall - und das ist unnötig viel und dabei sind wir mit 18kWh/100km auch nicht wirklich schnell gefahren.

Aber auch das ist blanke Theorie, da es in Deutschland gar kein Auto mit 43kW AC Lader mehr zu kaufen gibt.
Ich weiß, Du ignorierst da halt gern die Fakten, zB dass Renault das Patent auf den motorintegrierten 43kW Lader hat und von eben dieser Technik auch weiter Abstand nimmt - warum auch immer.
Ich habe auch noch nie etwas davon gehört, dass irgendwer anderes es vor hätte, einen 43kW Lader im Wagen zu bauen außer dem einen Chinesen Auto.
Die Kosten dafür wären nicht unwesentlich und trotzdem wäre es nicht konkurrenzfähig, wo andere (Tesla, Hyundai, Kia) längst deutlich höhere DC Ladeleistungen haben.
Die Zukunft ist hier CCS 2 und >100kW.

So sehr ich auch annehme, dass ein 11kW 3P Lader in einigen Jahren Standard wird, sehe ich den 43kW Lader nicht in den kommenden E-Autos.
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

Beitragvon ecopowerprofi » Fr 14. Apr 2017, 21:48

Karlsson hat geschrieben:
Aber auch das ist blanke Theorie, da es in Deutschland gar kein Auto mit 43kW AC Lader mehr zu kaufen gibt.

Dann nimmst Du halt Chademo oder CCS. Die haben auch nur 44 kW. Steht jedenfalls auf dem Typenschilder der Ladesäulen.

Karlsson hat geschrieben:
Die Zukunft ist hier CCS 2 und >100kW.

Dem halte ich diese Aussage entgegen:
Themse hat geschrieben:
Sind die Elektroautofahrer bereit die hohen DC Preise zu bezahlen, werden sie Bestand haben,
wenn nicht, dann eben nicht.

Die Erfahrung lehrt, dass die E-Mobilisten nicht bereit sein werden höhere Preise für DC-Ladung zu bezahlen, wenn es aus der eigene Tasche bezahlt werden muss. Wenns die Firma bezahlt, dann ist es denen egal.

PS: Sehe ich fast jeden Abend, wenns an meiner bevorzugte Tankstelle die Preise um 6 bis 10 ct pro Liter runter gehen. Dann gibt es lange Schlangen und die nehmen auch längere Wartezeiten in kauf.
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

Beitragvon Karlsson » Fr 14. Apr 2017, 21:56

ecopowerprofi hat geschrieben:
Dann nimmst Du halt Chademo oder CCS. Die haben auch nur 44 kW. Steht jedenfalls auf dem Typenschilder der Ladesäulen.

Och, Du mit Deinen alternativen Fakten...

Hier ein Ioniq:


Oder lass Dir vom Horst erklären, wie das mit den Superchargern läuft:


Ich hab Dir hier mal eine für Dich interessante Stelle rausgesucht:
Unbenannt.JPG



ecopowerprofi hat geschrieben:
Die Erfahrung lehrt, dass die E-Mobilisten nicht bereit sein werden höhere Preise für DC-Ladung zu bezahlen,

Was ist Dir denn die Freizeit wert, die Du nicht doof vorm Auto stehst und wartest?

Am Supercharger kostet die Kilowattstunde so 20-30 Cent. Das ist günstiger als bei machem daheim.
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

Beitragvon Lokverführer » Fr 14. Apr 2017, 22:36

ecopowerprofi hat geschrieben:
Alles halb so wild mit der Urlaubsfahrt. Renault bietet für 2 Wochen pro Jahr zum ZOE kostenlos ein Clio an um damit in Urlaub zu fahren.

Nur in den ersten zwei Jahren nach Kauf. Diese Aktion gibt es mittlerweile außerdem nicht mehr.
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

Beitragvon iOnier » Fr 14. Apr 2017, 23:00

ecopowerprofi hat geschrieben:
Der 43 kW Lader wird nur in D nicht verkauft.

Nach allem was man lesen konnte lädt er aber kaum noch mit 43 kW ...
Ist ja nur solange wie es noch keine Batterien mit ausreichende Kapa gibt. Renault hält sich bis jetzt doch an ihre Zusage, Upgrades für die Batterie anzubieten.

Wie viel Kapazität meinst Du wird man in absehbarer Zeit in eine ZOE quetschen können?
Hast Du schon mal in einem ZOE gesessen.

Ja. In meinem Drilling sitze ich angenehmer (jedenfalls auf dem Fahrersitz).
Gestern hat jemand in unserem ZOE zur Probe gesessen und war von den bequemen Sitzen und guter Innenausstattung begeistert. Er fuhr selber ein Mercedes S-Klasse neuerer Bauart. Das sagt doch schon einiges über die Langstreckentauglichkeit der Fahrgastzelle.

Etwas, ja. Nicht alles. Wie sieht es denn mit 5 Personen plus Gepäck plus Wohnwagen aus, nicht nur bezüglich Raumangebot und Zuladung, sondern dann auch mit Blick auf die Reichweite?
Eine zugelassene AHK für die ZOE wird es ja immerhin bald geben, wenngleich mit fiesen Ankündigungen von Renault dazu, was die Garantie angeht ...
Gruß
Werner
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

Beitragvon ecopowerprofi » Sa 15. Apr 2017, 06:51

iOnier hat geschrieben:
Nach allem was man lesen konnte lädt er aber kaum noch mit 43 kW ..

Hat der noch nie. Man sagt zwar 43 kW aber es sind 43 kVA und nur 38 bis 40 kW.

iOnier hat geschrieben:
Wie viel Kapazität meinst Du wird man in absehbarer Zeit in eine ZOE quetschen können?

Die ersten Akkus als Ersatz für die Batteriezelle der Größe AA hatten 300 mAh. Inzwischen sind wir bei 1800 mAh und mehr. Die Entwicklung geht in Richtung höhere Kapa bei geringere Zyklenzahl. Ich schätze mal, dass 80 kWh drin sind. Ob es das dann auch für das aktuelle Modell geben wird, wage ich zu bezweifeln, da wir dann min. 10 bis 15 Jahre weiter sind.

Alle z.Z. verfügbare voll elektrische KFZ sind für die Kurzstrecke bis 100 km sehr gut und für die Mittelstrecke bis 300 km bedingt geeignet. Für die Langstrecke sind es in den nächsten Jahren nur die Hybrid-Versionen.

iOnier hat geschrieben:
Wie sieht es denn mit 5 Personen plus Gepäck plus Wohnwagen aus, nicht nur bezüglich Raumangebot und Zuladung, sondern dann auch mit Blick auf die Reichweite?

Wenn Du den Auszug aus Ägypten organisieren willst, brauchst Du ein Kleinlaster. Man sollte sich wirklich überlegen, ob es nicht sinnvoller ist für diese einmal im Jahr statt findenden Ereignis nicht besser ist ein geeignetes Fahrzeug (z.B. Wohnmobil) zu mieten. Wir hatte mal für die Zeit als unsere Kinder noch klein waren ein eigenes Wohnmobil (GMC mit 6,5 l Hubraum und so groß wie ein Linienbus), weil ich das mal sehr günstig kaufen konnte. Sehr entspanntes Reisen, da immer alles dabei und während der Fahrt konnten die Kinder am Tisch diverse Spiele spielen und haben daher nie gequengelt.
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

Beitragvon ecopowerprofi » Sa 15. Apr 2017, 07:22

Karlsson hat geschrieben:
Och, Du mit Deinen alternativen Fakten...

Hier weitere alternativen Fakten:
HYUNDAI hat geschrieben:
Beim schnellen Gleichstromtanken lädt die Batterie schneller als viele Smartphones. Ladedauer: max. 30 Minuten mit einer 50-kW- und max. 23 Minuten mit einer 100-kW-Ladestation (0 - 80%).

Bei der 32 kWh Batterie bedeutet das eine Ladeleistung von ca. 66 kW an der "100 kW" Säule, wenn die Batterie ratzeputz leer ist (da muss man das Auto die letzten Meter zur Säule schieben, was sehr sehr unwahrscheinlich ist) und ca. 52 kW (???) an der 50 kW Säule.

HYUNDAI hat geschrieben:
*** Maximale Reichweite bis zu 280 km bei idealen Verkehrs- und Fahrbedingungen und entsprechender Fahrweise.

Der soll ja auch nur 11,6 kWh pro 100 km verbrauchen. Sagt alles über die Daten im Prospekt.

PS: Solche geschönten Daten, die dann hier im Forum nur zu gerne als Realität gesehen werden, helfen der E-Mobilität nicht weiter. Eher das Gegenteil ist der Fall.
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Re: Heise: "Hemmnis der E-Mobilität"

Beitragvon harlem24 » Sa 15. Apr 2017, 07:59

Der Ioniq schafft an der 100kW Säule zwischen 65 und 70kW und dass auch bei Minustemperaturen, sieht man schön in dem Video von Tesla Björn auf YT.
Und der Verbrauch liegt im Alltag irgendwo zwischen 12 und 15kWh, letztes aber schon ziemlich flott auf der Autobahn.
Zur Maximalleistung am SuC ist, glaube ich, alles gesagt.
Gruß

CHris

Wenn Ihr Euch für Fotografie interessiert, schaut doch mal im http://forum.digitalfotonetz.de vorbei.
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