Gottverlassene Kuhdörfer

Gottverlassene Kuhdörfer

Beitragvon Helfried » Mi 29. Mär 2017, 20:14

Also wenn ich mir die deutschen Ladestationen so ansehe, bekomme ich tierische Lust, mir eure Gegenden da mal live anzusehen. Was für gottverlassene Kuhdörfer sind das, die als näheste(!) Ladestellen nur solche Sonderbarkeiten haben?

4.4 km - E-Bike Verleih & Verkauf Thiessen Altkötzschenbroda 25 in Radebeul
4.6 km - Privater Ladepunkt Louisenstraße 14 in Weinböhla
5.6 km - Privater Ladepunkt Zillerstraße 5 in Radebeul
6.4 km - VW Autohaus Gommlich Meißner Straße 140 in Radebeul
7.3 km - Hotel garni Sonnenhof August-Bebel-Straße 69 in Moritzburg-Reichenberg

Nix gegen die tollen privaten Initiativen, aber gibt es echt Gegenden ohne eine einzige ganz normale öffentliche Ladestelle? Was essen die Leute dort? :mrgreen:

Das Image Deutschlands als Vorzeigenation bröckelt... :)
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Re: Gottverlassene Kuhdörfer

Beitragvon TeeKay » Mi 29. Mär 2017, 20:26

Ostdeutschland ist schlecht versorgt - und die Leute in der von dir genannten Gegend wollen daran auch nichts ändern. Radebeul kenn ich zwar nicht aus erster Hand, aber die Gegend etwas weiter westlich davon. Die Widerstände in den sächsischen Wintersportgebieten gegen Elektromobilität sind einfach traurig. Die erkennen gar nicht, dass in 10 Jahren kein Schnee mehr fällt und sie jetzt anfangen müssen, sich für jede Art von Besuchern attraktiv zu machen. Und so ist es in der Tat einfacher, südlich der tschechischen Grenze den Erzgebirgskamm entlang zu fahren als nördlich der Grenze.
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Re: Gottverlassene Kuhdörfer

Beitragvon INRAOS » Mi 29. Mär 2017, 20:37

Bei mir zu Hause (ein Dorf in OWL, Kreis PB mit 3000 Einwohnern) sind nächsten öffentlichen Ladesäulen 15 km entfernt und offerieren 22 kW.

Es gibt ein paar wenige private Stationen (vorher anrufen etc) nicht ganz so weit entfernt.

Nun steht seit dem Wochenende eine ganz neue ladesäule in der Nachbargemeinde 6 km entfernt. Mal sehen wann die freigegeben wird ( am Sonntag war noch keine Beschriftung dran und Strom gab es auch keinen - habe es ausprobiert).

Trotzdem lebe ich sehr gern hier, und der Begriff 'gottverlassenes Kuhdorf' gefällt mir auch nicht besonders - insbesondere da wir hier noch eine gut funktionierende Kirchengemeinde mit eigenem Pastor im Ort haben.

Also - spottmodus ausschalten - bei uns gibt es zumindest reichlich kostenlosen Raum zum parken :mrgreen:

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Re: Gottverlassene Kuhdörfer

Beitragvon TeeKay » Mi 29. Mär 2017, 21:08

INRAOS hat geschrieben:
Trotzdem lebe ich sehr gern hier, und der Begriff 'gottverlassenes Kuhdorf' gefällt mir auch nicht besonders - insbesondere da wir hier noch eine gut funktionierende Kirchengemeinde mit eigenem Pastor im Ort haben.

Du setzt also eure gut funktionierende Kirchengemeinde mit eigenem Pastor mit einer Kuh gleich? Du gefällst mir. ;-)
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Re: Gottverlassene Kuhdörfer

Beitragvon Helfried » Mi 29. Mär 2017, 21:19

INRAOS hat geschrieben:
Trotzdem lebe ich sehr gern hier


Ich mag solche Gegenden auch. Bei mir in 1 Stunde Autofahrt ist auch so eine Pampa, das Burgenland. Eine herrliche Gegend, wenn man Sinn fürs Detail hat. Es gibt dort Dörfer, da siehst du auf dem Hauptplatz(!) zeitweise mehr Störche (etwa ein Dutzend) als Menschen.
Jetzt im Frühling, saisonal noch weit weg vom Tourismus, sind das bei Schönwetter die tollsten Tagesausflüge, speziell auch mit dem E-Auto (wenn das 2016 bestellte denn endlich ankommen täte *grummelgrummel* :) ).
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Re: Gottverlassene Kuhdörfer

Beitragvon Wengerter » Mi 29. Mär 2017, 21:34

Bei mir ist soooo viel los.
An meinem 10.000-Einwohner-Wohnort, keine öffenliche Ladestation.
Auf meinem 30km-Arbeitsweg, ein privater Ladepunkt (CEE in Garage)
Und an meinem Arbeitsort, auch keine öffentliche Ladestation.

Aber soooo wenig los auf der Straße, dass ich seit 30.09. an meinem i3,
das Scheibenwaschwasser noch nie nachfüllen musste :D
(diese Woche hab ich die 10.000km voll gemacht)
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Re: Gottverlassene Kuhdörfer

Beitragvon bm3 » Mi 29. Mär 2017, 21:48

Helfried hat geschrieben:
... Was essen die Leute dort? :mrgreen: ...


Rindfleisch und Käse ?

Du schreibst doch "Kuhdörfer"
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Re: Gottverlassene Kuhdörfer

Beitragvon INRAOS » Mi 29. Mär 2017, 21:51

TeeKay hat geschrieben:
INRAOS hat geschrieben:
Trotzdem lebe ich sehr gern hier, und der Begriff 'gottverlassenes Kuhdorf' gefällt mir auch nicht besonders - insbesondere da wir hier noch eine gut funktionierende Kirchengemeinde mit eigenem Pastor im Ort haben.

Du setzt also eure gut funktionierende Kirchengemeinde mit eigenem Pastor mit einer Kuh gleich? Du gefällst mir. ;-)


Ich versuchte nur das Wort 'gottverlassen' zu entkräften - der Begriff Kuhdorf trifft es schon recht gut, da hier sicherlich mind genau so viel Kühe wie Menschen leben.

Aber ich freu mich trotzdem, dass Du mich magst :D
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Re: Gottverlassene Kuhdörfer

Beitragvon PowerTower » Mi 29. Mär 2017, 22:03

Ich bin etwas überrascht hier von meinem Wahlstädtchen im gleichen Atemzug mit gottverlassenen Kuhdörfern zu lesen. Wir haben immerhin 30.000 Einwohner und zwei öffentliche Ladepunkte. Warum hast du diese nicht gelistet?

-> öffentliche Ladestation am Bahnhof Radebeul Ost
-> NewMotion bei Mitsubishi Radebeul

Das ist mit Sicherheit nicht optimal, aber da gibt es noch ganz andere Baustellen in Deutschland. Zeige mir mal bitte die öffentlich nutzbaren Ladepunkte in Bad Liebenwerda, das ist wohlgemerkt eine Kurstadt! Oder schau dir mal die Lausitz an, da gibt es teilweise im Umkreis von 20 km keinen öffentlich nutzbaren Ladepunkt.

Also bei aller Liebe, da ist Radebeul mit zwei öffentlichen und vier privaten Lademöglichkeiten schon eher eine der besser ausgestatteten Kleinstädte in den neuen Bundesländern. 8-) Selbst größere Städte (z.B. Bautzen, Görlitz) können da nicht mithalten.
Zuletzt geändert von PowerTower am Mi 29. Mär 2017, 22:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gottverlassene Kuhdörfer

Beitragvon Helfried » Mi 29. Mär 2017, 22:08

PowerTower hat geschrieben:
Warum hast du diese nicht gelistet?


Keine Ahnung, die Liste war ja automatisch erstellt und stand unter irgendeiner Ladesäule, die gerade von jemandem editiert worden ist, als Auflistung der Nachbarstationen.

Deinen Ausführungen nach zu schließen ist der Übergang zwischen Kuhdorf und Kurstadt fließend. :)

Aber woher kommt das, dass sich sogar neue Hobbys, bei denen Ost und West quasi gleiche Startbedingungen haben, so unterschiedlich entwickeln? Bei E-Autos gibt es ja keine historischen Hemmnisse im Osten, oder?
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