Gesetz anpassen: Ausfall- & Status-Meldepflicht

Gesetz anpassen: Ausfall- & Status-Meldepflicht

Beitragvon novalek » So 22. Apr 2018, 07:19

Alle Server-verbundenen Säulen könnten es. Ist eine oder mehrere Säulen komplett ausgefallen, zerstört, müßte es, weil systemrelevant, zentral gemeldet werden und auf allen NAVI-Maps und sonstigen Maps eingetragen werden.
Warum: 2-3 vandalengeschädigte Säulen sorgen bei den verbliebenen funktionstüchtigen zum Stau und schon eine einzige in Wüstenregionen hat u.U. stundenlangen Stillstand zur Folge, auch weil man dann auf Schuko oder TYP2-3,7kW umsteigen müßte.

Den Faden noch weiter spinnend, Besetztstatus und tagtägliche Nutzungshäufigkeit mit "Best Try"-Vorhersage.
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Re: Gesetz anpassen: Ausfall- & Status-Meldepflicht

Beitragvon ecopowerprofi » So 22. Apr 2018, 09:00

Der Staat schiebt auf Grund der Wirtschaftslobbyisten immer mehr hoheitliche Aufgaben in die Privatwirtschaft, weil diese es angeblich besser kann. Dass die Infrastruktur eine hoheitliche Aufgabe ist, wird dabei ignoriert. Da glaube ich nicht, dass die Ladesäulen in hoheitliche reglementierte Bereiche überführt werden. Privatwirtschaftlich betrachtet sind einfache und daher preiswerte Ladesäulen zu bevorzugen. Einfache Säulen werden auch seltener defekt, denn was nicht eingebaut wird, kann auch nicht defekt gehen. Dort kann auch der Strom relativ preiswert angeboten werden. Preiswerte Ladesäulen können dann auch in größere Anzahl aufgestellt werden, sodass die einzelne Säule halt nicht Systemrelevant ist. Daher werden die Leuchtturmprojekte wie Ladesäulen mit 350 kW usw. sich in der breiten Masse nicht durchsetzen.

Es wird immer noch zuviel in der Verbrennerwelt gelebt und die Lösungen aus der Verbrennerwelt auf die E-Mobiltät übertragen.
Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. :idea:
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Re: Gesetz anpassen: Ausfall- & Status-Meldepflicht

Beitragvon novalek » So 22. Apr 2018, 10:08

ecopowerprofi hat geschrieben:
Privatwirtschaftlich betrachtet sind einfache und daher preiswerte Ladesäulen zu bevorzugen.

Einfach gedacht schon richtig für Zielanfahrten beim Aldi.
ecopowerprofi hat geschrieben:
Daher werden die Leuchtturmprojekte wie Ladesäulen mit 350 kW usw. sich in der breiten Masse nicht durchsetzen
Der Meinungswandel setzt doch spontan ein, wenn man DC können würde und wenn es ökonomischer ist, die Säule für 15 Minuten anstatt für 2-5 Stunden zu belegen. Monopolist TESLA klopft sich auf die Schenkel, denn die bieten funktionierende Infra, schon jetzt mit Verbot für Nicht-Tesla Ladewillige - einfach absurd.
ZOE-IV soll auch bald mit DC-CCS an der Reihe sein.
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Re: Gesetz anpassen: Ausfall- & Status-Meldepflicht

Beitragvon ecopowerprofi » So 22. Apr 2018, 10:30

novalek hat geschrieben:
die Säule für 15 Minuten anstatt für 2-5 Stunden zu belegen

Wer glaubt denn an 15 Min. Unsere ZOEs egal ob 22 oder 43 kW laden im Winter unter 5°C mit max. 6 kW. Auch bei Temperaturen über 25°C geht die Ladeleistung drastisch runter. Es wird verschwiegen, dass die Batterietemperatur die Ladeleistung bestimmt und nicht die Säule.
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Re: Gesetz anpassen: Ausfall- & Status-Meldepflicht

Beitragvon BrabusBB » So 22. Apr 2018, 10:32

Eigentlich habt Ihr erst mal beide recht. Ecopowerprofi schreibt ja auch vom privatwirtschaftlichen Bereich.

Systemrelevanz würde ich nur bei entsprechend leistungsstarken Schnellladesäulen (ab 150kW oder so) sehen, also Schnellladern an stark befahrenen Strecken (Fernstraßen).
Was interessiert eine ausgefallene 50kW bei Aldi, Ikea, Kaufland ...

Ladesäulen mit kleinerer Leistung müssen möglichst frei von Reglementierung (und damit Verwaltungsaufwand für den Betreiber) sein.
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Re: Gesetz anpassen: Ausfall- & Status-Meldepflicht

Beitragvon BrabusBB » So 22. Apr 2018, 10:38

ecopowerprofi hat geschrieben:
novalek hat geschrieben:
die Säule für 15 Minuten anstatt für 2-5 Stunden zu belegen
Wer glaubt denn an 15 Min. Unsere ZOEs ...
Ich gehe mal davon aus dass Eure ZOEs wie aktuell üblich kein DC haben. Eigentlich ist die Frage hier eher, wie sich die DC-Ladung auf dem breiten Markt verhält.
AC-Ladung würde ich nicht als systemrelevant ansehen.
@novalek: Bei welche Ladung/Ladeleistung siehst Du Systemrelevanz?
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Re: Gesetz anpassen: Ausfall- & Status-Meldepflicht

Beitragvon electic going » So 22. Apr 2018, 12:16

Da die Säuleneigentümer doch sehr oft erprobte Stromversorger sind, darf man davon ausgehen, dass die im Monitoring sehr viel Erfahrung haben. Damit stehen doch für mich 2 Optionen im Raum: Entweder sie haben das bei den Säulen nicht gemacht oder (schlimmer) sie haben ein Monitoring kümmer sich aber mit geringer Priorität darum.
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Re: Gesetz anpassen: Ausfall- & Status-Meldepflicht

Beitragvon novalek » So 22. Apr 2018, 13:16

Zunächst Schnelladung: bekannte DC-Größen von IONIQ, e-Golf, BMW I3 usw. sind mindestens 45kW (10% Not-Rest und bis 80% geladen macht 70% von z.B. 33kWh-Akku -> 23 kWh, also sagen wir 30 Minuten, ausgehend von einem betriebwarmen bzw. vorkonditionierten Akku - gefrosteter Akku wäre ohnehin speziell und von Jan-Februar in D aktuell.

Systemrelevant in abgewandelter Form: offizielles Verkehrsmittel der Bevölkerung mit staalich betriebener Vorrangstellung bzgl. anderer Transportmittel - Gründe: Umwelt, adäquate Transportmittel nur in Großstädten vorhanden. Ladeleistungsmäßig würde ich das auf DC-Säulen generell beziehen, da ich AC-Ladung künftig als Spielwiese bzw. Not- oder Heimlademerkmal betrachte. Mir bekannt ist einzig ZOE, der 43kW bzw. 22kW laden kann, AC11kW können Tesla und BMW i3.
Instandhaltung der Ladesäulen: ist in 1-2 Jahren zu x-ten Mal das Kabel abgeschnitten, der Stecker demoliert, das Display zerkratzt oder mit Farbe überstrichen, wird der Betreiber die Kosten nicht hereinbekommen (Kabel-Steckersatz CCS-CHAdeMO- 1000 €) und verliert jeglichen Spaß am Betrieb - in meinem Umfeld gibt es 2 DC-Säulen, monatelang "DEFEKT".
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Re: Gesetz anpassen: Ausfall- & Status-Meldepflicht

Beitragvon enabler » So 22. Apr 2018, 14:10

novalek hat geschrieben:
Alle Server-verbundenen Säulen könnten es. Ist eine oder mehrere Säulen komplett ausgefallen, zerstört, müßte es, weil systemrelevant, zentral gemeldet werden und auf allen NAVI-Maps und sonstigen Maps eingetragen werden.


Den Faden noch weiter spinnend, Besetztstatus und tagtägliche Nutzungshäufigkeit mit "Best Try"-Vorhersage.


Die Daten werden bereits über diverse Lösungen zentral ausgetauscht und woanders aggregiert und ausgewertet. Eine eine der besten Umsetzungen ist "Moovility" (https://www.moovility.me/). In der Detailansicht siehst Du dann auch die Nutzungshäufigkeit.
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Re: Gesetz anpassen: Ausfall- & Status-Meldepflicht

Beitragvon graefe » So 22. Apr 2018, 14:20

ecopowerprofi hat geschrieben:
Der Staat schiebt auf Grund der Wirtschaftslobbyisten immer mehr hoheitliche Aufgaben in die Privatwirtschaft, weil diese es angeblich besser kann. Dass die Infrastruktur eine hoheitliche Aufgabe ist, wird dabei ignoriert.

Berlin hat das anders gemacht und auf die Kompetenz einer eigenen Agentur gesetzt. 8-)

Ich hätte bei der Ausschreibung auf eine verpflichtende Verfügbarkeit von 99% bzw. Reparaturpflicht innerhalb 3 Tagen gepocht. Es gibt doch genug T&R-Ladesäulen, die mehr defekt sind, als funktionieren (z.B. Tecklenburger Land).
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