Einphasig 32A in Deutschland?

Einphasig 32A in Deutschland?

Beitragvon Nichtraucher » Do 3. Okt 2013, 10:45

Hallo zusammen,

ich verstehe da eine Sache nicht und vielleicht kann mich jemand aus dem Forum hier aufschlauen.

Ich habe verstanden, dass man in Deutschland 1 phasig nur bis zu 16 A ziehen kann. So weit so gut.
Wenn ich eine Drehstromsteckdose mit 3 Phasen je 16 A habe, kommt es auf das gleiche raus, wenn ich nur 1 Phase benutze. Bei diversen Adaptern, Baustromverteilern etc. ist es ja wohl so, dass z.B.aus einer Drehstromsteckdose mehrere Schukosteckdosen gemacht werden.
Nun gibt es doch aber auch Drehstromsteckdosen mit 3 Phasen je 32 A. Kann ich da nicht auch einfach nur eine Phase benutzen und damit z.B. einen Leaf mit etwas über 7 kW laden?
Nun habe ich auch schon von Schieflast gehört, d.h. man darf nicht einseitig belasten?
Macht man das im Haus aber nicht sowieso, wenn ich z.B. gleichzeitig Waschmaschine, Trocker, Fön, Kaffeemaschine etc. (also alles einphasige Geräte) laufen habe und die nicht zufällig an verschiedenen Phasen hängen?

Viele liebe Grüße

Klaus
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Re: Einphasig 32A in Deutschland?

Beitragvon Efan » Do 3. Okt 2013, 10:49

Es sind 20A, die man ziehen "darf".

Man "kann" auch 32A einphasig ziehen, "darf" es aber nicht.

Und die Ladegeräte unserer deutschen Leafs "können" keine 32A ziehen.
Seine Exzellenz Efan, Botschafter vom Leaf ;-) 12.09.2013

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Re: Einphasig 32A in Deutschland?

Beitragvon mlie » Do 3. Okt 2013, 11:35

Die Schieflast musst du nicht auf dein Haus bezogen sehen, sondern maßgeblich ist die Schieflast am Trafo. Und wenn jetzt ein ganzes Hochhaus seine Wohnungen einphasig versorgt, aber jede Wohnung eine andere der drei Phasen nutzt, dann geht das erstaunlich gut auf.
Wenn eine ganze Straße mit Einfamilienhäusern am Abgang angeklemmt ist, dann geht das auch wieder auf, weil ja z.B. nicht jeder auf der gleichen Phase kocht und jede Elektroinstallation anders ist.

Ich selbst kann diese Schieflastangst nicht verstehen, ein Durchlauferhitzer alter Bauart schaltet ja auch einfach eine Phase weg bei halber Leistung, so dass du eben Schieflastig duschst.
Also wenn du ein Auto hast, das 32A einphasig haben will: eine 22kW Wallbox, und dann nutzt du eben nur L1. Es könnten ja auch 2 Sicherungen durchgebrannt sein, nicht wahr?
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Bevor man den 200. Tröt zu einem längst ausdiskutierten Sachverhalt aufmacht, IMMER erstmal die Suche benutzen. Es gibt in diesem Forum KEIN Elektroautothema, welches nicht schon längst abschliessend diskutiert wurde!
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Re: Einphasig 32A in Deutschland?

Beitragvon bm3 » Do 3. Okt 2013, 11:38

Hallo,
wer will dich daran hindern mit der entsprechenden Leitungsabsicherung einphasig mehr als 20A zu ziehen ? Trotzdem untersagen es dir deine deutschen Netzbetreiber !

Viele Grüße:

Klaus
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Re: Einphasig 32A in Deutschland?

Beitragvon Kelomat » Do 3. Okt 2013, 16:54

bm3 hat geschrieben:
Hallo,
wer will dich daran hindern mit der entsprechenden Leitungsabsicherung einphasig mehr als 20A zu ziehen ? Trotzdem untersagen es dir deine deutschen Netzbetreiber !

Viele Grüße:

Klaus

Na die Netzbetreiber hindern dich indirekt daran.

Wie willst du einen Leaf in Deutschland kaufen der mit 32A einphasig lädt? Der wird in Deutschland und Österreich einfach gar nicht angeboten weil es der Stromversorger verbietet.
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Re: Einphasig 32A in Deutschland?

Beitragvon Nichtraucher » Do 3. Okt 2013, 17:04

Kelomat hat geschrieben:
bm3 hat geschrieben:
Hallo,
wer will dich daran hindern mit der entsprechenden Leitungsabsicherung einphasig mehr als 20A zu ziehen ? Trotzdem untersagen es dir deine deutschen Netzbetreiber !

Viele Grüße:

Klaus

Na die Netzbetreiber hindern dich indirekt daran.

Wie willst du einen Leaf in Deutschland kaufen der mit 32A einphasig lädt? Der wird in Deutschland und Österreich einfach gar nicht angeboten weil es der Stromversorger verbietet.


Ob der wirklich ein anderes Ladegerät drin hat, wage ich mal zu bezweifeln. Aber auseinanderbauen werde ich es auch nicht.
Wäre zwar cool mit dem Leaf schneller laden zu können, aber wenn, dann bräuchte ich das eher unterwegs als daheim.
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Re: Einphasig 32A in Deutschland?

Beitragvon lingley » Do 3. Okt 2013, 19:58

Kelomat hat geschrieben:
... die Netzbetreiber hindern dich indirekt daran.

Ja, aber auch von der Wallboxseite her !
... aus diesem Grund bekommst Du in D keine einphasige zu kaufen mit mehr als 3,7kW.
Ist halt so in D...
Wg. Schieflast max. 20A einphasig.
In der Praxis sieht's dann meistens anders aus, da die meisten (Kraft)Installationen ja mit L1 beginnend angeschlossen werden.
lingley
 

Re: Einphasig 32A in Deutschland?

Beitragvon Spürmeise » Do 3. Okt 2013, 20:44

lingley hat geschrieben:
... aus diesem Grund bekommst Du in D keine einphasige zu kaufen mit mehr als 3,7kW.

stimmt, erst ab KW 42 bei wall-b

lingley hat geschrieben:
Ist halt so in D... Wg. Schieflast max. 20A einphasig.

Das wären dann zumindest 4,6 kW.
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Re: Einphasig 32A in Deutschland?

Beitragvon lingley » Do 3. Okt 2013, 21:15

Schön, dann warten wir mal auf KW 42 ;)

Nach wie vor gilt ...
AC Laden maximale Leistung in Deutschland einphasig 4,6 kW (230V/20A)
An öffentlichen Ladestationen einphasig bis zu 7,4 kW (230V/32A)
lingley
 

Re: Einphasig 32A in Deutschland?

Beitragvon dkt » Fr 4. Okt 2013, 06:07

Als Nichtfachmann habe ich, zur Ladelogik, einmal eine grundsätzliche Frage:

Vorab:
Verstanden habe ich, dass Deutschlands Netz auf Drehstrom aufgebaut ist.
Verstanden habe ich auch, was eine Schieflast ist und welche Konsequenzen diese nach sich zieht. Denn der Generator produziert natürlich für alle drei Phasen gleichen Stromfluss. Dieser wird im Netz transformiert. Wenn dabei – so mein Verständnis – in einer Phase, gegenüber den zwei Anderen, erheblich mehr Strom fließt, dann hat schon der Transformator ein Problem, bzw. der Generator auch, weil im Netz auf zwei Phasen ein Abnahmestau entsteht. Soweit mein Verständnis.

Die Frage ist jetzt:

Der normale Hausanschluss ist – soweit ich vermute – ein Drehstromanschluss. Warum können die Hersteller von Elektroautos nicht grundsätzlich, entweder eine Lademöglichkeit dreiphasig – im Auto eingebaut – oder als Wallbox anbieten? Davon bleibt die normale 10 A Steckdosenladung unberührt. Denn die ist sicherlich ohne großen konstruktiven Aufwand immer möglich.

Scheitert diese Frage als Vorschlag an den Kosten? Oder gibt es konstruktive Einwände?
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