Die Straßenlaterne als Ladesäule

Die Straßenlaterne als Ladesäule

Beitragvon ZoeZen1 » Do 22. Aug 2013, 20:03

Da hab ich schon so lange dran gedacht. Als Stadtbewohner kann ich sagen: Die meisten hier parken unter der Laterne. Da sieht es schlecht aus mit Elektroautos. Wo laden fragen sich da alle, obwohl man von Strom umgeben ist. An der Laterne laden vieleicht die Antwort!?

Nun hat dieses Konzept wirklich mal ein Startup Unternemen aus Berlin aufgegriffen.

Heute morgen gesehen im ZDF moma:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanalueb ... ugust-2013


Kleiner Beitrag am Rande, vorblättern bis Schlagzeile " Startup City Berlin: Grüne Ideen "
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Re: Die Straßenlaterne als Ladesäule

Beitragvon Kelomat » Do 22. Aug 2013, 20:10

Eigentlich eine gute Idee aber wenn bei jeder Laterne ein Auto draufhängt ist es plötzlich finster in der Straße. :mrgreen:
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Re: Die Straßenlaterne als Ladesäule

Beitragvon Mike » Do 22. Aug 2013, 20:55

Kelomat hat geschrieben:
Eigentlich eine gute Idee aber wenn bei jeder Laterne ein Auto draufhängt ist es plötzlich finster in der Straße. :mrgreen:


Finster wird es bei uns sowieso jede Nacht. Um 1.15 Uhr werden alle Straßenlaternen abgeschaltet. Dann wäre wohl auch "Ladeschluss" für EVs. ;)

Aber Prinzipiell fürs langsame Laden über Nacht (und Tag) keine schlechte Idee. Es könnten viele Ladestationen günstig bereitgestellt werden. Auch für Elektrofahrer ohne eigene Garage ein Lösungsansatz.
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Re: Die Straßenlaterne als Ladesäule

Beitragvon nk70wien » Do 22. Aug 2013, 21:45

Hier ein Hersteller einer solchen Ladestation mit integrierter LED-Straßenbeleuchtung
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Re: AW: Die Straßenlaterne als Ladesäule

Beitragvon molab » Do 22. Aug 2013, 22:40

In Düsseldorf läuft das schon testweise. An Laternen gibt's aber maximal 3,7kW Ladeleistung, die hängen an eher dünnen Leitungen. Mir würde das reichen. Vielen wohl nicht.
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Re: Die Straßenlaterne als Ladesäule

Beitragvon mlie » Fr 23. Aug 2013, 01:20

Die Ladeleistung von 3,7kW würde über Nacht jedem reichen, wer Schnelladen will, muss das eben woanders tun. :!:


Grundsätzlich: Dieses Problem mit dem Nachtladen ist mir erst bei Gesprächen in Berlin bei meiner Verwandschaft aufgefallen - wer in einer wohnwertreduzierten Gegend (auch bekannt als Stadt) in einem 20 stöckigen Wohnsilo haust in seiner 2-ZI-KÜ-BAD-Wohnung und dann nicht mal einen Parkplatz fest zugeordnet hat (oder Tiefgarage, Parkhaus oder so), der hat echt ein Problem. Wenn man schon 20 Minuten im Kreis fährt, um einen Parkplatz nach Feierabend zu bekommen, wird wohl 40 Minuten im Kreis fahren, um einen Parkplatz UND eine Lademöglichkeit zu finden.
Da hab ichs hier im Dorf mit 4000 Einwohnern (aber auch hier gibt es natürlich Abschnitte mit wenig Wohnwert) deutlich einfacher - 5 Parkplätze auf meinem Grundstück, davon 4 mit Lademöglichkeit. :D und einkaufen kann ich auch zu Fuss, muss aber 350 Meter gehen. Mag in der Stadt näher dran sein, aber in der Zeit, wo andere noch den Parkplatz suchen, hab ich schon das Essen halb fertig gekocht. Das wäre mir zuviel Stress.
Andersrum: Wozu braucht man in der Stadt eigentlich ein Auto? Zieht man nicht extra dorthin, um die "gute Infrastruktur" zu geniessen? Wenn im 10 Minutentakt ein Bus fährt, reicht das doch für 90% der Wege aus und für den Rest gibt es Mietwagen. Aber es ist wohl einfacher, jeden Morgen alleine im Auto zu sitzen und auf das Verkehrschaos zu schimpfen...

Back to Topic:
Die Laternen sind meistens nur mit 2 Phasen versorgt, wovon eine auch nur halbnachts läuft. Bei uns ist ab 0.00 Uhr bis 5.00 Uhr komplett aus. Das Straßenlaternennetz ist für zusätzliche Belastung nicht ausgelegt, ein, zwei, vielleicht vier Steckdosen mit 16A pro Straße könnte man wohl dranhängen, aber für Städte mit vielen Autos ist das keine Lösung. Ein Anfang wäre das schon, ja, aber nix dauerhaftes.
Da wäre die Ladung am Arbeitsplatz wohl das einfachste. Ansonsten wird man wohl nicht drumrumkommen, die Straße aufzubuddeln und vom Bestandsstromkabel für die Hausversorgung eine Muffe zu setzen und dann ne Ladesäule obenraufzustellen.
Ladung am Arbeitsplatz ist natürlich auch nicht für jeden Möglich, aber im Zeitalter des herbeigereden Fachkräftemangels müssen sich die Arbeitgeber halt was einfallen lassen. Die Möglichkeit, aufzuladen während der Arbeitszeit, wäre eine Methode, die Fachkräfte von sich als Arbeitgeber zu überzeugen... Hat bei meinem Chef ja auch geklappt.
Wer es nichtmal hinbekommt, eine Steckdose bereitzustellen, wird auch in anderen Bereichen nicht wirklich attraktiv sein.

Wobei man da wohl zwischen richtigen Firmen im Mittelstand und Börsennotierten Unternehmen unterscheiden muss.
Bei letzteren zählt ja nur der chairholder Value und sämtliche nützlichen Prozesse laufen durch irgendwelche Spezialabteilungen mit wildesten englischen Bezeichnungen, da kann schon die "Genehmigung des Antrages zur Genehmigung einer Genehmigung einer Installation einer Steckdose durch das facility management" durch nicht ISO9001-gerechtes Ausfüllen abgelehnt werden.

Heisst natürlich andersrum: Wer als höchsten Schulabschluss nur Fahrschule hat und sich sonst um keine Bildung oder Ausbildung gekümmert hat, sondern in der Schule immer nur cool war, hat's jetzt halt schwer irgendwas zu fordern - sogar unabhängig vom Elektroauto.
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Re: AW: Die Straßenlaterne als Ladesäule

Beitragvon teutocat » Fr 23. Aug 2013, 01:53

molab hat geschrieben:
In Düsseldorf läuft das schon testweise. An Laternen gibt's aber maximal 3,7kW Ladeleistung, die hängen an eher dünnen Leitungen.


Die Leitungen sind sogar relativ dick um einen großen Spannungsabfall über teilweise mehrere hundert Meter zu vermeiden. Die Leistung (und Absicherung) ist für einen Straßenzug aber so dimensioniert dass es kaum noch für die Beleuchtung reichen würde wenn nur ein Fahrzeug daran laden würde.
Die Idee kommt immer wieder hoch, ist aber unter den gegebenen Umständen allgemein nicht umsetzbar.

Gruß
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Re: Die Straßenlaterne als Ladesäule

Beitragvon Rogriss » Fr 23. Aug 2013, 08:01

Ich dachte eigentlich die T-Systems hätte das in Ludwigshafen als Modellstadt für "Smart Grid" schon getestet. Zumindest wurde uns das vor ein paar Jahren weisgemacht...
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Re: Die Straßenlaterne als Ladesäule

Beitragvon mlie » Fr 23. Aug 2013, 08:12

In Neubaugebieten und Modernisierungen könnte man das natürlich berücksichtigen.

Wobei es global gesehen zweckmässig wäre, in jedem Neubaugebiet und bei jeder Straßenmodernisierung einen Leerschacht 1mx1m unterm Bürgersteig vorzuschreiben, dann kann man sowohl Infrastruktur für Elektroautos als auch Fernwärme von Biogasanlagen als auch Glasfaser für die Kommunikation usw problemlos nachziehen...

Wenn man überlegt, dass hierzulande eine Laterne 70W Halogenmetalldampflampen hat, kann man mit 3,7 kW Leistung:
- 52,86 Stück einflammige,
- 26,43 zweiflammige Laternen oder aber
- ein Stück Elektroauto laden

Nur mal als Dimension, ungeachtet des Spannungsabfalles jetzt mal.
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Re: Die Straßenlaterne als Ladesäule

Beitragvon Kelomat » Sa 24. Aug 2013, 08:26

Jetzt rechnen wir mal mit einer modernen LED Lampe (20W)
185 Stück einflammig
92,5 Stück zweiflammig

Man könnte die Bestehende Beleuchtung auf LED umstellen dann hat man noch Leistungsreserve :mrgreen:
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