Chargelounge

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Beitragvon Rudi L. » Mi 16. Apr 2014, 09:07

Sauber auf den Punkt gebracht, da gibt es nichts mehr hinzuzufügen.
Rudi L.
 

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Re: Chargelounge

Beitragvon Greenhorn » Mi 16. Apr 2014, 09:16

@ Deef
Schließe ich mich voll an.

Aber stell dir vor du bekommst einen Forschungsauftrag für ein paar Mio €. Dann stellst du nach dem das Geld verbrutzelt ist das Ergebnis vor: wir haben eine Infrastruktur. Die heisst Tankstelle. EV's sind gewollte Zukunft und ein Beitrag für eine bessere Umwelt. Da die bestehenden Infrastruktur (Tanke) in Zukunft keine Kunden hat, empfehlen wir hier Ladestationen zu errichten. Die Stromversorgung ist gegeben. Bei den meisten ist schon Solar auf dem Dach. Wir empfehlen Kombilader für alle Ladestecker. Bezahlsysteme sind vorhanden.
Alles kurzfristig umsetzbar für die Unterstützung zur Mio EV.
Es könnte vielleicht machen wir noch eine Werbekampagne wie positiv EV sind und das es keine Bastelbuden mehr, sondern vollwertige KFZ sind.

So eine einfache Antwort, die auf der Hand liegt, für so viel Geld. Nein, dass geht doch nicht. Dann hätten wir ja auf EV Nutzer gehört und die haben doch keine Ahnung.
Gruß Bernd
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Re: Chargelounge

Beitragvon Elektrolurch » Mi 16. Apr 2014, 09:51

green_Phil hat geschrieben:
Elektrolurch, irgendwoher muss ja der Standplatz, die Lounge an sich und auch der Strom bezahlt werden, ganz zu schweigen vom Kaffe, W-LAN... Möchtest Du etwa subventioniert "tanken" und relaxen? Oder willst Du fair bezahlen, was ein Service tatsächlich kostet?

Ganz einfach: Ich lade da, wo ich ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis sehe. Hier sehe ich das nicht.
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Re: Chargelounge

Beitragvon green_Phil » Mi 16. Apr 2014, 09:56

Ich sehe das auch nicht. Ich werde die Charge-Lounges - so sie denn kommen - auch meiden wenn es geht. Ich halte das Konzept für übertrieben. Ich bin da ganz Deefs Meinung.
Dennoch, wenn ich dort lade, dann bezahle ich auch den Preis.

Und grundsätzlich: 10€ für eine DC-Schnellladung ist nicht zu viel, egal ob man an einer "einfachen" DC-Säule lädt oder an einer Lounge-Säule. Die Berechnungen zu den Betreiberkosten sind hier im Forum bekannt.
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Re: Chargelounge

Beitragvon Pivo » Mi 16. Apr 2014, 09:59

Prinzipiell gebe ich eurer Kritik ja vollkommen recht.
Aber das Konzept hat doch einen gravierenden Vorteil:
Einfach hinstellen und an einen normalen Drehstromanschluss anschliessen.
Das kann sonst keiner und überwindet einige Bedenken potenzieller Aufstellorte.

Das ist doch mit ein Punkt, der die normalen Schnelllader so teuer macht.
Klar sind vor der Raststätte, dem Kaufhaus etc. ausreichend Parkplätze.
Nur eben kein Stromanschluss mit entsprechender Leistung.
Was dann zwangsläufig gröbere Elektroumbauten, Erdarbeiten etc, nach sich ziehen würde, wollte man einen Schnelllader aufstellen,
Und hier sagen eben viele, nein danke ohne mich, ihr kriegt höchstens nen Typ2 Schnarchladeanschluss.
Hier setzt jetzt dieses Konzept an, es benötigt einfach nur einen relativ einfachen Drehstromanschluss und stellt die Leistung dann aus Akkus zur Verfügung.
Was auch Spitzenlasten auf den Netze verringern würde.
Ausserdem sind gleich 3 Schnellladestationen an Bord. Keiner sonst stellt bei dem derzeitigen Aufwand 3 Schnelllader auf einen Schlag hin, obendrein noch mit allen Systemen.

Das mit der Lounge ist doch nur optional, steht ja auch so in der Beschreibung. Ist ja auch logo, wenn schon Ikea seine Hackbällchen verkaufen will, lassen die sich doch nicht einen Kaffeeautomaten vor die Türe setzten, die sollen gefälligst in die Ikea Kantine kommen..
Da wird dann der Loungecontainer einfach weg gelassen.

Anstatt gleich mit dem Bedekenträgertum und Jammern anzufangen, lasst sie doch einfach mal machen.
Vom Rumjammern werden auch keine Schnelllader aufgestellt.

Klar sind 10,- für den Strom viel.
Nur wenn die Alternative 5 Stunden Typ2 oder 8 Stunden Schuko Schnarchladen ist, fängt man an drüber nachzudenken.
Für den Alltag ist das nix. Aber für weitere Strecken, bei denen man unterwegs mehrfach zwischenladen muss um anzukommen schon.

PS:
Und mit dem LKW abgeholt sind die auch gleich wieder. Man könnte die also auch zu Probe aufstellen. Nachdem Motto "wenns ihnen nicht taugt, holen wir das nach nem halben Jahr wieder ab". Und zwar ohne, dass irgendwelche Betonsockel übrig bleiben. Das könnte nochmals die Hemmschwelle einiger Parkplatz/Raststättenbetreiber herabsetzen. Oder zur Findung des optimalen Aufstellortes beitragen. Hey: 3 DC-Schnelllader mit allen Systemen einfach so vom LKW hingestellt.
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Re: Chargelounge

Beitragvon Deef » Mi 16. Apr 2014, 11:30

klar, für 250.000 mal eben nen halbes Jahr zum Ausprobieren und Abrocken. Danach wirst Du den Ikeakrempel erst mal komplett sanieren dürfen. Ach so vergessen, geht ja nicht. Also entsorgen und neu ausstatten. Ist ja dann eh out und die Farben sind garnicht mehr aktuell.
Nee nee wir ersticken im Wohlstand und ignorieren unsere Schulden.

Wenn man nur das Ladezeug in einem vernünftigen stabilen Überseecontainer ohne den ganzen Schnick Schnack für einen vernünftigen Preis verkaufen bzw. verleasen würde. Das würde doch reichen und sollte für 100.000.- inkl der Batterie zu realisieren sein. Servicekosten kämen dann nur für einen Techniker dazu. Aber nicht für Klopapier und den ganzen Tinnef. Wenn ich weiß ich fahr weit. dann nehm ich mir halt ein Butterbrot mit. Und wenn man die Container dann da hin stellt wo sie Sinn machen, dann ist da auch ein Klo und ne Bar:

Das wäre ein vernünftiger und cooler Ansatz. Strom zapfen an nem rostigen Übersee-Container, nachts irgendwo an der BAB an nem Rasthof. Dabei gerne einen überteuerten Kaffee kaufen und beim Genuss desselben den ganzen Spritzahlern beim zahlen zu schauen. Irgendwann sind wir soweit.
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Re: Chargelounge

Beitragvon TeeKay » Mi 16. Apr 2014, 11:36

Bei einer normalen Säule bleibt auch kein Betonsockel übrig. Der wird schon fertig gegossen geliefert und einfach ins Erdloch versenkt. Und genauso kommt er da auch wieder heraus. Pufferbatterie klingt interessant, ist aber teuer. Vermutlich derzeit teurer als ein entsprechend großer Anschluss.

In den Niederlanden kommen die Schnelllader auf 0,6 bis 2 Ladungen pro Tag und Standort. Nach meinen Kalkulationen käme eine Chargelounge aber erst bei 13,4 Ladungen pro Tag auf eine schwarze Null (25.000 Euro Abschreibung pro Jahr, 2.500 Euro Wartung pro Jahr, 10 Euro pro Ladung, Eigenkapitalfinanzierung). Nun kostet die Wartung eines einzelnen ABB-Laders aber schon mehr als 2.500 Euro pro Jahr. Dazu kommen Kaffee, WLAN und Häuschen - es muss also täglich statt jährlich einer vorbeischauen. Mit 2.500 Euro kommt man dann nicht mehr aus.

Die Zahl der Ladungen muss also um den Faktor 6,5 höher sein als in den Niederlanden, nur um keinen Verlust zu machen. 2020 soll es 600 Chargelounges geben, Investitionsvolumen 150 Mio Euro. Da bin ich bei den von mir genannten GuV-Projektionen gespannt, wer die 150 Mio in die Hand nehmen sollte. Es ist ja nicht so, dass sich die Wirtschaft bislang darum geprügelt hätte, bitte bitte die viel günstigeren simplen Schnelllader für 35.000 Euro aufstellen zu dürfen. Aber versiebenfache ich den Preis, sollen sie sich angeblich alle darum reißen? Wer glaubt den Mist?


10 Euro sind für eine Schnelladung günstig. Damit ist schon ein normaler 22kW-DC-Schnellader ohne das ganze Gedöns der Chargelounge nicht kostendeckend zu betreiben. Wem die 10 Euro zuviel sind, der kann ja gern 6-8h an der AC-Dose warten. Oder sich für 3000 Euro den Schnelllader einbauen lassen und dann nur noch 5 Euro statt 10 Euro für den Strom zahlen. Bis sich das rentiert, braucht man aber schon 600 Ladungen, die dann auch noch langsamer sind als die DC-Ladung. Oder sich einen Mietwagen nehmen.

Warum soll ein Elektroauto im Betrieb in allen denkbaren Situationen günstiger sein als ein Verbrenner? Dann kosten die drei Langstrecken im Jahr eben 15 Euro pro 100km und sind damit teurer als ein Verbrenner. Na und? Dafür sind die 90% anderen Fahrten im Jahr günstiger. Warum wird überhaupt mit dem Verbrenner verglichen? Ich denke, das Elektroauto macht soviel mehr Spass. Spass kostet. Mein 550i verbraucht auf Langstrecken auch mehr als der Daihatsu Cuore. Trotzdem verzichte ich nicht drauf.
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Re: Chargelounge

Beitragvon Pivo » Mi 16. Apr 2014, 11:46

Oh mann.
Der "Sozial Container" ist doch nur optional.
Was kosten denn 3 in Worten "drei" DC-Schnelllader mit ALLEN Systemen sonst, inkl. Sockel und Anschluß versteht sich?

> Danach wirst Du den Ikeakrempel erst mal komplett sanieren dürfen.
Das ist nicht der Punkt, der Punkt ist dass es überhaupt hingestellt wird.
Und ggf. problemlos wieder entfernt werden kann.

Es wird ja auch niemand gezwungen dort zu laden.
Alle schreien sie nach Lademöglichkeiten, jetzt kommen welche und machen.
Prompt wird daran rumgemäkelt.

Besser als das SLAM-Projekt, dass nur an BABen festinstalliert wird und nur *einen* CCS-Anschluss hat ist es alle mal.
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Re: Chargelounge

Beitragvon TeeKay » Mi 16. Apr 2014, 11:52

Was machen sie denn? Sie haben einen Prototypen entwickelt, der wohl auch testweise ein paar mal aufgebaut wird. Das haben ABB und Co auch getan. Nach den Prototypinstallationen war es dann aber auch schon vorbei.
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Re: Chargelounge

Beitragvon Pivo » Mi 16. Apr 2014, 12:10

Und?
So gesehen können wirs ja gleich lassen und wieder zum Verbrenner zurückkehren oder wenigstens auf Schnarchladestandard verharren.
Ist die Anzahl der EV-Prototypenvarianten nicht auch grösser, als die der Modelle, die dann tatsächlich kaufbar sind/waren?
Alles hat mal als Prototyp angefangen...
Ist SLAM nicht auch ein Prototypending?
Lieber ein paar Prototypen mehr, als gar keine neuen Schnelllader.
Von nix kommt nix.
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