Brüssel will CHAdeMO killen?!?

Re: Brüssel will CHAdeMO killen?!?

Beitragvon meta96 » Do 8. Aug 2013, 07:45

Will jetzt Brüssel CHAdeMO killen, oder nicht? Lustig, dass alle Blogs/Facebook-Seiten es so verbreiten.

Ich frag mich eigentlich, wenn man mittelfristig denkt, was wir Nutzer eigentlich wollen. Für mich ist es langsam irgendwie so, wenn die EU es nicht schafft rechtzeitig eine "saubere" Lösung zu erwirken, dann gibt es halt 2-3 DC Standards und wie Jogi sagt, eigentlich eh egal, weil nur Stecker und Ansteuerung anders sind und die machen bei einer DC Station eh nur einen Bruchteil der Kosten aus ... "CHAdeMO only", wäre mir persönlich langfristig zu wenig, weil dieser leistungsmäßig nach oben stärker begrenzt ist (für Leaf ausreichend, für den Tesla oder einen möglichen Leaf 2.0 eventuell schon wieder nicht ...).

gruss c.
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Re: Brüssel will CHAdeMO killen?!?

Beitragvon midimal » Do 8. Aug 2013, 10:30

Das geht mir alles nicht weit genug.
Ich wuerde gleich all die, die an den CHAdeMo-Ladestationen versuchen zu laden verhaften und Ihre Autos verschrotten (wie damals den EV1). :o
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Re: Brüssel will CHAdeMO killen?!?

Beitragvon Eberhard » Do 8. Aug 2013, 13:12

CHAdeMO beschreibt nur ein technisches Communicationsprotokoll basierend auf CAN-bus, der Stecker die physischen Dimensionen.

Mittelfristig kommt man um die DC-Ladung kaum herum, nur wie der DC zur Verfügung gestellt wird, ändert sich dramatisch.
Auch im privaten Umfeld wird DC-Laden kommen.

So wie heute ein 640KVA Netztrafo bei E.ON und genossen zwischen €70.000 und €80.000 wird man für ähnliche Preise einen Umformer einsetzen der aus 20 kV Drehstrom 500V DC bei 1000A. Dann wird der DC zu den einzelnen DC-Ladestationen verteilt und per einfach und köstengünstig aufgebauten DC-DC Wandler das Elektroauto geladen. Dann sind die Kosten pro DC-Ladestation < €5.000. Bei der "billigen" 22/43kW AC Ladesäule vergißt man leicht die notwendigen Infrastrukturkosten in fast der gleichen Höhe. Bei den noch zu entstehenden Ladestellen an den Autobahnen wird man auch nicht mehr mit 1-2 AC Ladesäulen auskommen sondern 10-100 Ladeplätze versorgen müssen. Dann wird DC-Schnellladung interessant und notwendig.

Im privaten Bereich wäre es auch interessant den meist stark schwankenden Solarertrag direkt in Auto zu laden. Einen AC-Lader mit < 1kW zu betreiben macht aus Wirkungsgradgründen kaum Sinn. Aber da bei DC Umwandlungsverluste systembedingt nicht anfallen, könnte auch mit wenigen 100Watt sinnvoll geladen werden.

lg

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Re: Brüssel will CHAdeMO killen?!?

Beitragvon mlie » Do 8. Aug 2013, 18:51

Oha, ich dachte schon, nach meinem Beitrag geht das hier in einen Flamewar über - ist ja doch recht kultiviert hier... :thumb:

Also, die Infrastruktur für die 22kW-Stationen ist ja schon flächendeckend und hinreichend belastbar da. Fast jedes Haus hier in Niedersachsen hat 3x63A Hausanschluss (und ich habe verdammt noch mal dafür viel Geld bezahlt und zahle im Strompreis auch noch fleissig Netzentgelte! Wenn der Trafo nicht reicht - bezahlt ist der von den Anwohnern unserer Straße schon! Dann ist eben der chairholder Wälju geringer.)
Ja, der Gleichzeitigkeitsfaktor ist mir berufsbedingt sehr bekannt, wenn jetzt jeder Zeitgleich mit dem DLE duschen würde und dann auch noch sein Auto lädt wirds wohl etwas dunkler in der Straße... aber davon, dass nur jeder 4. hier mit 22kW lädt, sind wir SEHR weit entfernt. Und die Ortsnetzstation könnte ja auch per Powerline die Autos zum laden mit weniger Leistung auffordern - Intelligenter Strom ist ja eh in aller Munde...

Ich bin bei uns mit 4000 Einwohnern der einzige Elektroautofahrer. Die Lage sieht woanders natürlich anders aus, aber im ländliche Bereich haben wir die Infrastrukturprobleme nicht in dem Maße, wenn überhaupt.

In Städten wird das an Ballungspunkten vielleicht eng, aber das wird es mit den größeren DC-Leistungen dann ja wohl auch. Da müssen also mittelfristig andere Lösungen her. Und wo der bessere Wirkungsgrad vom 3~ Gleichrichter vs DC/DC Konverter herkommen soll, müsstest du vielleicht mal in einer Technikecke erläutern. Oder komm mal auf einen Ladehalt und Kaffee vorbei. ;-)

Generell ist aber eigentlich die Frage - Wieso muss unbedingt in allerkürzester Zeit mit großer Belastung für den Akku schnellgeladen werden?
Handelsreisende sollten eher einen Hybrid nutzen, und für die anderen können sich ja umgewöhnen, dass man eben nicht sich an einem Ort sammelt zum tanken, sondern dass man immer da tankt, wo man eben gerade steht.
Und dann reichen sogar die 22kW, damit ist der Akku derzeit in einer Stunde voll, wenn die Akkus doppelt so groß werden bei gleichem Preis, dann lädt man eben mit 43kW. Mit 44kWh Kapazität könnte mein Kangoo 200 echte km fahren - das reicht locker!

Aber das hat ja mit dem Thema kaum noch was zu tun. Bleibt zu hoffen, dass die Infrastruktur überhaupt ausgebaut werden, gerne auch mit CCS+CHAdeMo, wenn es passende günstige Säulen gibt, für die neuen Autos und AC-Ladung für den Rest, HAUPTSACHE INFRASTRUKTUR!

Viele Grüße,
Martin.
110Mm elektrisch ab 11/2012.

Bevor man den 200. Tröt zu einem längst ausdiskutierten Sachverhalt aufmacht, IMMER erstmal die Suche benutzen. Es gibt in diesem Forum KEIN Elektroautothema, welches nicht schon längst abschliessend diskutiert wurde!
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Re: Brüssel will CHAdeMO killen?!?

Beitragvon Semi » Sa 17. Aug 2013, 07:09

Bei uns in der Schweiz sollen Ladestationen aufgestellt werden, welche alle Ladesystem bedienen können.
Max Output sind 20kW, meiner Ansicht nach für E-Mobile von heute völlig ausreichend. :)

http://www.evtec.ch/c5website/index.php ... arge-3in1/

Gruss
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Re: Brüssel will CHAdeMO killen?!?

Beitragvon midimal » Sa 17. Aug 2013, 21:51

Semi hat geschrieben:
Bei uns in der Schweiz sollen Ladestationen aufgestellt werden, welche alle Ladesystem bedienen können.
Max Output sind 20kW, meiner Ansicht nach für E-Mobile von heute völlig ausreichend. :)

http://www.evtec.ch/c5website/index.php ... arge-3in1/

Gruss
Semi


Diese Stationen scheinen von der Firma e8Energy zu kommen (Haupsitz ca.4KM von meinem Wohnsitz entfernt :) )

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http://www.e8energy.de/portfolio-item/d ... tion-flex/
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Re: Brüssel will CHAdeMO killen?!?

Beitragvon Adrian » Mo 2. Sep 2013, 22:08

Von den evtec Stationen wurden in der Schweiz schon einige aufgestellt. Wieso nur bei uns nicht...!
Habe gerade mal die Chademos in Deutschland angeschaut, müssten 42 sein. And the winner: Nordrhein-Westfalen 14 !! , Niedersachsen 8, Hamburg 4... da siehts bei mir in Bayern noch düster aus :x
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Re: Brüssel will CHAdeMO killen?!?

Beitragvon me68 » Di 3. Sep 2013, 07:16

meta96 hat geschrieben:
Will jetzt Brüssel CHAdeMO killen, oder nicht? Lustig, dass alle Blogs/Facebook-Seiten es so verbreiten.

Ich frag mich eigentlich, wenn man mittelfristig denkt, was wir Nutzer eigentlich wollen. Für mich ist es langsam irgendwie so, wenn die EU es nicht schafft rechtzeitig eine "saubere" Lösung zu erwirken, dann gibt es halt 2-3 DC Standards und wie Jogi sagt, eigentlich eh egal, weil nur Stecker und Ansteuerung anders sind und die machen bei einer DC Station eh nur einen Bruchteil der Kosten aus ... "CHAdeMO only", wäre mir persönlich langfristig zu wenig, weil dieser leistungsmäßig nach oben stärker begrenzt ist (für Leaf ausreichend, für den Tesla oder einen möglichen Leaf 2.0 eventuell schon wieder nicht ...).

gruss c.


Hallo!

Wo hast Du das her mit der leistungsmässigen Begrenzung von CHAdeMO?

Auf chademo.com ist zu lesen:

"In the future, as the price of the power units continues to decrease and the performance of the battery continues to improve, faster and higher power chargers be eventually necessary. In fact, the geometry of CHAdeMO connector is designed to allow for 200A, which means it can almost double its power level."

Also 50kW sind heute Standard. 100kW sind technisch möglich. Das reicht Dir nicht?

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Re: Brüssel will CHAdeMO killen?!?

Beitragvon me68 » Di 3. Sep 2013, 07:21

Eberhard hat geschrieben:
Aber da bei DC Umwandlungsverluste systembedingt nicht anfallen, könnte auch mit wenigen 100Watt sinnvoll geladen werden.


Hallo Eberhard!

Wieso sollen bei DC-DC Wandlung keine Verluste anfallen? Selbst beim reinen Transport von Strom durch eine Leitung fallen Verluste an. Eventuell sind diese geringer als AC-DC, aber es fallen Verluste an. Die werden z.B bei der technischen Dokumentation des Mitsubishi i-MiEV beim DC-DC-Wandler von der 360V-Traktionsbatterie zur 12V-Bordnetz-Batterie schon konkret angeführt, hab das jetzt aber leider nicht zur Hand.

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Re: Brüssel will CHAdeMO killen?!?

Beitragvon me68 » Di 3. Sep 2013, 07:32

Adrian hat geschrieben:
Von den evtec Stationen wurden in der Schweiz schon einige aufgestellt. Wieso nur bei uns nicht...!
Habe gerade mal die Chademos in Deutschland angeschaut, müssten 42 sein. And the winner: Nordrhein-Westfalen 14 !! , Niedersachsen 8, Hamburg 4... da siehts bei mir in Bayern noch düster aus :x


Hallo!

Da sieht es in Österreich nicht besser aus. Was m.M. fehlt ist der politische Wille in die flächendeckende Ladeinfrastruktur zu investieren, nach dem Vorbild von Lettland & Norwegen. So machen halt Bürgermeister, die etwas für ihr grünes Image machen wollen, eine Schukosteckdose vor das Rathaus. Oder EVUs stellen irgendwo werbewirksame Ladesäulen auf, die in erster Linie als Werbeplakat dienen für deren grünes Image.

So haben wir ein Flickwerk an für moderne Elektroautos unbrauchbaren Stromtankstellen. Für das E-Bike reicht es vielleicht, aber nicht für Fahrzeuge ab der Generation Mitsubishi i-MiEV.

Wenn man keine visionären Politiker hat, ist das was wir jetzt erleben, aber nur zu verständlich. Es wird reagiert, nicht agiert. Ich hoffe auf eine politische Reaktion, wenn mal ein BMW i3 und erst recht ein VW e-Up! am Markt verfügbar sind. Diese Fahrzeuge haben m.M. das Potential etwas Schwung in die Sache zu bringen. Und ist erstmal eine kritische Masse an Fahrzeugen überschritten, dann läuft es. Ich hoffe wir erreichen diesen Punkt im Frühjahr/Sommer 2014.

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