Bedarf Ladeinfrastruktur unklar - Dienstleistung besser ?

Bedarf Ladeinfrastruktur unklar - Dienstleistung besser ?

Beitragvon eMarkus » So 12. Nov 2017, 13:26

Es wird hier viel hin-und herdiskutiert, dass wir hier und da ein Lader bräuchten oder ein flächendeckendes Netz.

Ich wäre mir hier nicht so sicher was wirklich benötigt wird, nehmen wir an jeder Bäcker mit 5 Stellplätzen schraubt eine Steckdose an. Wer wartet 10min auf einen freien Platz, kramt dann das Ladezeugs raus, kauft dann zwei Brezeln und baut dann wieder ab ?

Oder Ikea ... die Speisekarte rauf und runtergefuttert und schon 18 Stück des Tringlasses "POKAL" ( http://m.ikea.com/ch/de/catalog/products/art/10270478/) zu Hause ...

Oder an den Autobahnen. Auf der Autobahn habe ich teilweise bis zu 300Wh pro km Verbrauch. Soll ich jede Stunde halten um dann eine Stunde zu laden ?

Oder das Argument mit flächendeckem Netz. Momentan hat niemand ein flächendeckendes Netz und keiner strebt es an. Nicht mal Tesla. Schaut euch mal die EU oder Europakarte für Tesla an. Meine Schätzung ist dass Tesla frühestens in 15 Jahren, also Anfang 2033 ein flächendeckendes Netz in Europa haben wird oder auch nie. Dafür gibt es in der Nähe von Oslo bald ein Lader mit 42 Plätzen, obwohl Norwegen flächenmässig noch nicht abgedeckt ist. Oder in Shanghai sind 19 Tesla- Supercharger in Betrieb, davon einer mit 50 Plätzen, wobei China fächenmässig nicht mal halb von Tesla abgedeckt ist !

Dann gibt es noch die Problematik dass nicht geladen werden kann ohne zu parken. Von daher wird es immer zum Streit mit wild parkenden Stinkerfahrern kommen. So wie Behinderte sich immer wieder den Behindertenparkplatz erstreiten müssen, weil geistig Behinderte ohne Ausweis (die das System Behindertenparkplatz nicht verstehen) da auch parken, aber eben nicht parken dürfen.

Ich will mit dem Beitrag nicht sagen dass alles schlecht ist. Ich will einfach zur Diskussion stellen ob die richtigen Ziele angestrebt werden.

Mir wäre am meisten dabei geholfen wenn ich eine Dienstleistung für eine Art Pauschalreise kaufen könnte, die mir das Laden auf Routen garantiert und die Haltestellen listet.
Also z.B. Frankfurt (Oder) nach Minsk. Oder im Inland von Lindau nach München. Oder Oberstdorf nach Sonthofen.

Das System würde dann so ähnlich wie die Bahnauskunft funktionieren, einschließlich optionaler Reservierung und optionaler Zeitbindung.
Was meint ihr ?
eMarkus
 
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Re: Bedarf Ladeinfrastruktur unklar - Dienstleistung besser

Beitragvon Misterdublex » So 12. Nov 2017, 13:41

eMarkus hat geschrieben:
Es wird hier viel hin-und herdiskutiert, dass wir hier und da ein Lader bräuchten oder ein flächendeckendes Netz.

Ich wäre mir hier nicht so sicher was wirklich benötigt wird, nehmen wir an jeder Bäcker mit 5 Stellplätzen schraubt eine Steckdose an. Wer wartet 10min auf einen freien Platz, kramt dann das Ladezeugs raus, kauft dann zwei Brezeln und baut dann wieder ab ?

Oder Ikea ... die Speisekarte rauf und runtergefuttert und schon 18 Stück des Tringlasses "POKAL" ( http://m.ikea.com/ch/de/catalog/products/art/10270478/) zu Hause ...

Oder an den Autobahnen. Auf der Autobahn habe ich teilweise bis zu 300Wh pro km Verbrauch. Soll ich jede Stunde halten um dann eine Stunde zu laden ?

Oder das Argument mit flächendeckem Netz. Momentan hat niemand ein flächendeckendes Netz und keiner strebt es an. Nicht mal Tesla. Schaut euch mal die EU oder Europakarte für Tesla an. Meine Schätzung ist dass Tesla frühestens in 15 Jahren, also Anfang 2033 ein flächendeckendes Netz in Europa haben wird oder auch nie. Dafür gibt es in der Nähe von Oslo bald ein Lader mit 42 Plätzen, obwohl Norwegen flächenmässig noch nicht abgedeckt ist. Oder in Shanghai sind 19 Tesla- Supercharger in Betrieb, davon einer mit 50 Plätzen, wobei China fächenmässig nicht mal halb von Tesla abgedeckt ist !

Dann gibt es noch die Problematik dass nicht geladen werden kann ohne zu parken. Von daher wird es immer zum Streit mit wild parkenden Stinkerfahrern kommen. So wie Behinderte sich immer wieder den Behindertenparkplatz erstreiten müssen, weil geistig Behinderte ohne Ausweis (die das System Behindertenparkplatz nicht verstehen) da auch parken, aber eben nicht parken dürfen.

Ich will mit dem Beitrag nicht sagen dass alles schlecht ist. Ich will einfach zur Diskussion stellen ob die richtigen Ziele angestrebt werden.

Mir wäre am meisten dabei geholfen wenn ich eine Dienstleistung für eine Art Pauschalreise kaufen könnte, die mir das Laden auf Routen garantiert und die Haltestellen listet.
Also z.B. Frankfurt (Oder) nach Minsk. Oder im Inland von Lindau nach München. Oder Oberstdorf nach Sonthofen.

Das System würde dann so ähnlich wie die Bahnauskunft funktionieren, einschließlich optionaler Reservierung und optionaler Zeitbindung.
Was meint ihr ?


Also ich finde das IKEA- und ALDI-Prinzip mit den 20 kW CCS-Ladern prima. Ein 30-Minuten-Einkauf bringt mind. 50 km Reichweite. Für den Alltag vieler reicht das doch.

Das Prinzip Lader entlang einer Route zu reservieren finde ich nicht gut. Das ist doch sicherlich mit einer Reservierungsgebühr verbunden, was irgendwann dazu führt, dass eine spontane Ladung nicht möglich ist. Dann werden immer mehr reservieren, die Reservierungspreise steigen, was zu einer Anstiegsspirale führen wird.
Wer dann nicht bereit ist X € zu zahlen ist der Doofe.
Ich finde es sollte so bleiben, wie bei der Parkplatzsuche: Wer zu erst kommt, der mahlt zu erst!
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Re: Bedarf Ladeinfrastruktur unklar - Dienstleistung besser

Beitragvon Enagon » So 12. Nov 2017, 13:48

Verstehe auch dein Problem auch nicht. Natürlich beim Bäcker macht das ganze nur mit Induktiven Ladeplatten Sinn, aber bei z.B. Aldi könnten viele Leute, wenn sie 3x pro Woche eine Dreiviertel Stunde aufladen ihren kompletten Strombedarf decken.

Gruß,
Colin
Verbrenner sind keine Option, ich wähle weise das e-auto, auch du kannst das schon :D
Verbrenner kommen bei mir niemals ins Haus, da kommt hinten einfach zu viel raus, das Elektroauto ist emissionsarm und bald werde ich damit sogar spar(e)n!
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Re: Bedarf Ladeinfrastruktur unklar - Dienstleistung besser

Beitragvon tomas-b » So 12. Nov 2017, 14:04

Beim Bäcker lade ich nur, wenn ich auch noch einen Kaffee trinken will, Bei Ikea & beim Supermarkt verbringe ich "systembedingt" mindestens eine halbe Stunde, sodass sich das Laden lohnt. Ist die Ladesäule belegt, hab ich halt Pech.

Vorreservieren finde ich jetzt nicht so prickelnd, weil ich ja dann in einem bestimmten Zeitfenster an einer definierten Ladesäule ankommen muss. Was ist bei Stau/Panne/Umleitungen und was ist, wenn meine Frau spontan wo anders lang fahren will?

Ich denke auch, dass sich das von alleine regeln wird. Bevor wirklich alle von der e-Mobilität überzeugt sind und dann auch noch die Zeit ran ist, dass sie tätsächlich alle umgestiegen sind, fahren eh 70% der Fahrzeuge autonom und per Carsharing... *gg*
Kia Soul EV mit Komfort-Paket (12/2016)
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Re: Bedarf Ladeinfrastruktur unklar - Dienstleistung besser

Beitragvon BurkhardRenk » So 12. Nov 2017, 21:22

Nicht per Carsharing, aber ein intelligentes Energiemanagement werden sie haben, on the fly die nächste freiwerdende Lademöglichkeit bei Bedarf anfahren und uns ins Restaurant mit einer Empfehlung, von Google nach unseren Bedürfnissen sortiert, schicken :) Auch werden die Tarife vom Angebot an Ökostrom abhängen, also zwischen 10:00 und 15:00 wird das Laden billig sein (wenn im Moment schon unsere EEG-Cent benutzt werden, um den Strom zu Negativpreisen zu exportieren) - darum wird sich das Auto kümmern :)
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