1000 Ubitricity-Laternen für Berlin

Re: 1000 Ubitricity-Laternen für Berlin

Beitragvon zitic » Sa 12. Jan 2019, 17:09

Ich kann es auch nicht nachvollziehen wie man hier so ein proprietäres Monopol errichten kann. Wenn der eichgerechte Zähler in die kleine Box am Kabel passt, dann ist es eigentlich ein Witz das nicht gleich an die Laterne zu hängen.

Selbst wenn man mal 15.000 Laternenparksysteme haben wird, gibt es dann auch ein Vielfaches an Autos, die Ladebedarf haben werden. Ubricity wird sich natürlich die Hände reiben....
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Re: 1000 Ubitricity-Laternen für Berlin

Beitragvon TeeKay » Sa 12. Jan 2019, 20:48

ubitricity's Idee war ja, den Ladepunkt deutlich günstiger anzubieten als Konkurrenzprodukte und dadurch wesentlich mehr Ladepunkte als Autos im Feld zu haben. Meines Erachtens nach könnte das sogar funktionieren, wenn sich Berlin nicht auf zwei Bezirke beschränken würde. Gäbe es in jedem Bezirk 500 Ladepunkte von ubitricity, würden sich auch mehr Autofahrer so ein teures Kabel besorgen. Wenn ich das aber nur für Marzahn und Zehlendorf (genial, wie die soziale Gerechtigkeitspartei hier den ärmsten und den reichsten Bezirk auswählte) brauche, verzichte ich lieber.
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Re: 1000 Ubitricity-Laternen für Berlin

Beitragvon zitic » Sa 12. Jan 2019, 23:17

Da musst du wohl keine Sorge haben. Führt man das jetzt dort erst mal ein, wird das sukzessive so fortgeführt, weil man schon in dem System ist und so dann langfristig mehr Nutzer bekommt. Netzwerkeffekte, die dann letztendlich zu einem Monopol führen. Gewinnen kann hier nur Ubricity. Ich hoffe da machen keine anderen Städte mit. Wird dann schon genug Berliner/Brandenburger geben, die sich das allein zur Sicherheit mal anschaffen und Geld in Ubricities Kassen spülen. Gleichzeitig werden die Ladesäulen dann auch weniger ausgelastet, weil man andere aussperrt. Aber vielleicht ist das ja auch der Plan dahinter. So eine Art Parkausweis für Anwohner.

Klingt wieder nach so einem Private-Public-Partnership-Ansatz zum abgewöhnen. Der Staat spart oberflächlich und die Öffentlichkeit darf am Ende letztlich für weniger Service mehr zahlen.

Was spart man denn alles ein? Die klassische Typ-2-Hardware muss ja vorhanden sein. Dann muss da ja auch irgendeine intelligente Elektronik zur Komminilation da sein um das ganze freizuschalten. Anscheinend wird da mit Funk gearbeitet(es ist von Simkarten die Rede). Der eichgerechte Zähler wird da auch noch rein passen, bzw. per Stahlgehäuse direkt dran. Montagekosten dürften sich nicht groß unterscheiden. Genug Funkgedöna etc. Ist auch vorhanden. Da macht dann ein RFID-Support den Kohl auch nicht mehr fett. Außerdem kommt Plug and Charge jetzt ja, als genormtes Verfahren auch in der Breite. Da kann man ja eine Alternative Adapterbox für den Altbestand anbieten, dass aber nicht zu einzigen Methode machen und so Abhängigkeiten bis in die Unendlichkeit schaffen. Im besten Fall besinnt man sich in zwei Jahren eines Besseren und hat halt „nur“ Geld verschwendet und Ubricity subventioniert.

Und die Logik hinter der Verlagerung der Kosten auf den Verbraucher kann ich auch nicht so ganz folgen. Vor 3 Jahren war ja noch keine große BEV-Anzahl absehbar. Da hätte es noch evtl. Sinn ergeben erst mal auf Ubricity zu setzen und erst später auf vollwertige Hardware umzurüsten.
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Re: 1000 Ubitricity-Laternen für Berlin

Beitragvon Holger75 » So 13. Jan 2019, 10:03

Warum machen keine Außensteckdose an die Laterne?


Klar, wäre cool, nur die Stadt wird wohl nicht den Strom sponsorn wollen wenn dann da geladen wird.
Zuletzt geändert von Holger75 am So 13. Jan 2019, 10:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 1000 Ubitricity-Laternen für Berlin

Beitragvon Holger75 » So 13. Jan 2019, 10:11

TeeKay hat geschrieben:
Gäbe es in jedem Bezirk 500 Ladepunkte von ubitricity, würden sich auch mehr Autofahrer so ein teures Kabel besorgen. .

Mal echt jetzt, ich habe keine Lust mehr ständig im Kreis zu fahren, bis ich mal nen freien, funktionierenden Ladepunkt finde. Wenn die das ausprobieren wollen: fein. Wenns dann funktioniert um so besser. Aber weiter ewig warten bis was in dieser Stadt passiert kanns ja nicht sein. Dann haben wir demnächst überall 30iger-Zonen wg. Feinstaub und immer noch keine Ladepunkte.
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Re: 1000 Ubitricity-Laternen für Berlin

Beitragvon Holger75 » So 13. Jan 2019, 10:26

zitic hat geschrieben:
Was spart man denn alles ein?


Warum nicht "Was gewinnt man" womöglich? Hier im Wohngebiet hat sich noch keiner der Anbieter mir einen Ladepunkt vor die Tür gestellt. Scheint sich für die wohl nicht zu rechnen mir hier so ne Box hinzustellen. Da nehm ich dann doch gern so ne Laterne.

Und klar, zwei Bezirke sind etwas dürftig, aber vielleicht ein Anfang. Woher der Ladepunkt kommt ist mir egal, hauptsache Laden. Und am Ende belebt Wettbewerb das Geschäft. War schon immer so.
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Re: 1000 Ubitricity-Laternen für Berlin

Beitragvon TeeKay » So 13. Jan 2019, 13:32

Der ubitricity Ladepunkt rechnet sich für den Anbieter auch nicht. Oder anders gesagt: Du bekommst jetzt den ubitricity Ladepunkt nicht deshalb vor die Tür gebaut, weil er günstiger wäre, sondern weil der Senat entschieden hat, die Subventionen für deinen Bezirk freizugeben. Gleichzeitig entschied er, einen subventionierten Ladepunkt in Treptow nicht zu bauen, der dort von einem Nutzer angefordert wurde.
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Re: 1000 Ubitricity-Laternen für Berlin

Beitragvon Volker.Berlin » So 13. Jan 2019, 13:37

zitic hat geschrieben:
Netzwerkeffekte, die dann letztendlich zu einem Monopol führen. Gewinnen kann hier nur Ubricity. [...] Klingt wieder nach so einem Private-Public-Partnership-Ansatz zum abgewöhnen. Der Staat spart oberflächlich und die Öffentlichkeit darf am Ende letztlich für weniger Service mehr zahlen.

Genau meine Einschätzung.

zitic hat geschrieben:
Ich hoffe da machen keine anderen Städte mit.

Diese Hoffnung erfüllt sich nicht. Ubitricity macht sich systematisch breit, wobei ich der Ansicht bin, dass die Lobby-Kompetenz dieser Firma mindestens so groß ist wie die technische Kompetenz:
:arrow: https://www.electrive.net/2018/08/21/au ... tionen-um/
:arrow: https://www.electrive.net/2018/08/16/si ... tionen-um/
:arrow: https://www.electrive.net/2018/08/14/ne ... bitricity/
:arrow: https://www.electrive.net/2018/08/06/e- ... betreiber/
:arrow: https://www.electrive.net/2018/05/30/ub ... -dortmund/
:arrow: https://www.electrive.net/2018/04/10/ba ... bitricity/
(in umgekehrter chronologischer Reihenfolge)
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Re: 1000 Ubitricity-Laternen für Berlin

Beitragvon harlem24 » So 13. Jan 2019, 13:53

Solange die Säulen auch ohne Ubitricity Kabel nutzbar sind, ist es mir völlig egal, was für ein Geschäftsmodel die haben...
Jede Säule ist eine gute Säule.
Gruß

CHris, unterwegs mit e-flat.com Zoe ZE40

Wenn Ihr Euch für Fotografie interessiert, schaut doch mal im Digitalfotonetz vorbei.
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Re: 1000 Ubitricity-Laternen für Berlin

Beitragvon gekfsns » So 13. Jan 2019, 14:14

Hab im Netz keine Preise zu den SimpleSockets gefunden. Von der Idee kann das schon funktionieren, dass ein Ladepunkt günstiger wird, wenn man nur ein Relais braucht das freigeschalten wird wenn es die externe Box erkennt. Dinge wie FI, geeichter Zähler, Kommunikation (mit SIM-Karte) und Wartung fallen weg. Wenn auch andere Hersteller die SimpleSockets nutzen könnten, sehe ich auch kein Monopol.
Ich kann mir vorstellen, dass die Kommunikation zu dem SimpleSocket ziemlich schnell geknackt werden kann - das wäre dann ziemlich schnell das Ende davon.
Das macht alles nur Sinn, wenn die SImpleSockets wirklich deutlich günstiger kommen als echte Typ2 LAdepunkte.
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