Outlander vs. Boat Slip

Outlander vs. Boat Slip

Beitragvon marty_03 » So 12. Feb 2017, 19:50

Hallo,
eine meiner Anforderungen an den Outlander wäre einen Trailer mit 2 Jetskis zu slippen.
Der Trailer hat voll beladen ca. 950kg. Die Frage, ob der Outi an einer steilen Rampe mit
Last am Haken losfahren kann, wurde von einigen Händlern mit einem klaren "ja" beantwortet.

Dennoch war ich unsicher, da ja im Prospekt erwähnt wird: "Bei Steigungen über 20% tut er sich
schwer". Aus diesem Grund habe ich einige Tests durchgeführt.

Ich möchte mich an der Stelle bei einem sehr hilfsbereiten Händler (weiß nicht, ob ich den hier
namentlich erwähnen darf) bedanken, der mir einen Outi mit AHK zur Verfügung stellte. Ich kann
noch nicht sagen "mein" Händler, da ich noch nicht Kunde bin. Gerade deshalb nochmal vielen Dank
für den unbürokratischen Support!

Ich habe zwei Trailer prepariert Trailer 1 mit 1300kg, Trailer 2 mit 1000kg. Zum Test standen drei
verschiedene Steigungen zur Verfügung, an denen ich Anfahrversuche machte:

Steigung 1: 14° entspricht ca. 25% 1300kg > Outi fährt nicht los, 1000kg > Outi fährt nicht los
Steigung 2: 12° entspricht ca. 21% 1300kg > Outi fährt nicht los, 1000kg > Outi fährt los
Steigung 3: 10° entspricht ca. 17% 1300kg > Outi fährt nicht los, 1000kg > Outi fährt los

Interessant ist, dass die Batterie nicht das begrenzende Element ist. Bei Vollgas fährt er nicht los,
wirft aber auch nicht den Benziner an. Auch bei eingeschaltener Heizung (Benziner läuft), oder im
Charge Modus fährt er nicht an. Der Outi kann bei Last nicht anfahren, da die E-Motoren dafür zu
lang übersetzt sind.

Positiv ist das Handling mit dem Outi bzgl. Autohold und anfahren (wenn er anfährt). Alles sehr
sehr einfach. An Slipstellen spielen sich ja oft Dramen ab (durchdrehende Räder, ins Wasser
rollende Hinterräder, ....)

Für mich macht es die Sache zur Kaufentscheidung schwer. Mit meinem Gespann ist der Wagen schwer
an der Grenze und ich habe keine Reserven.

Vielleicht helfen diese Infos ein paar Leuten, die ähnliche Anforderungen haben.
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Re: Outlander vs. Boat Slip

Beitragvon hartmut49 » Mo 13. Feb 2017, 05:12

Hallo Marty,
danke für Deinen Test !
Da hatte ich noch nichts von gehört.
Also muss ich es versuchen, mit schwerer Last an Steigingen, nicht an zu halten .
Gruß
Hartmut
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Re: AW: Outlander vs. Boat Slip

Beitragvon Helfried » Mo 13. Feb 2017, 05:43

---
Zuletzt geändert von Helfried am Mo 13. Feb 2017, 14:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: AW: Outlander vs. Boat Slip

Beitragvon Paul_S » Mo 13. Feb 2017, 12:13

Danke für das Experiment, sehr interessant!
Ich hatte bisher - auch mit Anhänger - solche Probleme nicht. Aber hier ist es auch flach...
Was mir mal ohne Anhänger im Wald aufgefallen ist:
Der Outlander wollte rückwärts nicht über einen Ast fahren. Erst mit Vollgas (Kick-Down) hat er die nötige Energie bereitgestellt.
Ich habe allerdings eine VTEC-Box in der Leitung vom Fahrpedal, die eben ohne Kickdown etwas Leistung zurückhält.
Vorwärts habe ich diesen Effekt noch nicht beobachtet - möglicherweise ist die Leistung bei Rückwärtsfahrt zusätzlich begrenzt?
Vielleicht ja auch, damit die Höchtsgeschwindigkeit rückwärts nicht auch 120 km/h beträgt?

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Re: AW: Outlander vs. Boat Slip

Beitragvon Kim » Mo 13. Feb 2017, 13:01

Helfried hat geschrieben:
Der Verbrenner kann niemals beim Anfahren dienen, wenn ich das Konzept des Outlander richtig verstehe. Drehzahlbedingt...

Doch, schon.
Nur via ICE-Generator stehen den beiden E-Motoren 120kW (60kW pro Motor) zur Verfügung.
Ohne Generatorstrom, nur von der Batterie, gibt's max. 60kW, also nur 30kW pro Motor.

Unsere Kiesgrube hat eine extrem steile Ein-/Ausfahrt, so steil, dass meine Passagiere meisst einen kurzen Juchzer ausstossen und die Hände in den Sitz verkrampfen ;)
Wenn ich mit weniger als 3-4kmh durch diese Stelle hochfahre passiert es manchmal, dass Outi den ICE anwirft.
Aus dem Stand wirft er ihn dort 100% an.
Wenn ich an dieser Stelle merke, dass ich überladen bin und Outi gleich den Motor starten wird, dann setze ich nur 10-15 Meter zurück und nehme die Stelle mit 3-4kmh mehr um das lässtige Anspringen zu vermeiden.
Ein Geländereduktionsgang wäre natürlich perfekt, gerade auch mit Trailer an Slipanlagen um generell einen höheren Anfahrtsdrehmoment bei geringerem Strombedarf aus den E-Motoren holen zu können.
Aber auch so macht mein Outi seinen Job für meine Ansprüche absolut gut.

Trotzdem hoffe ich für 2018 für mich auf ein 4WD BEV mit >40kWh und milder Geländegängigkeit.
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Re: Outlander vs. Boat Slip

Beitragvon marty_03 » Mi 15. Feb 2017, 21:27

Hi Kim,

das heißt bei vollgas ohne KickDown werden lediglich 60kW bereitgestellt? Bei den Anfahrversuchen mit laufendem Motor ging der Outi nicht auf Drehzahl, also wird die Spannung trotz laufendem Motor vom SOC abhängig sein und somit wohl auch die Leistung?

Gruß
Marty
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Re: Outlander vs. Boat Slip

Beitragvon Kim » Do 16. Feb 2017, 09:22

Für Vollgas und Kickdown bin ich wohl der falsche Ansprechpartner. Ich bin sicher einer der langweiligsten Fahrer und versuche stets bei Beschleunigung unter 100 Amp zu bleiben. Der Batterielebensdauer zuliebe, Und weil ich es nicht eilig habe.
Was sicher ist, ist, dass der ICE schon weit vor Vollgas aktiv wird (sofern die Gaskurve nicht per Software verändert wurde). Der ICE kommt, wenn der Zeiger auf dem ECOmeter genau auf "12 Uhr" ist.

Wenn man Beschleunigungsvideos vom Outi PHEV anguckt, hört man den Motor aufheulen.
Aber leider habe ich nur Videos gefunden wo mit inaktivem ICE gestartet wird.
Hab kein Video gesehen, wo der selbe Test mit bereits laufendem (min. 60-90 Sekunden, solange gönnt der Outi seinem ICE eine Aufwärmphase in Ruhe. Ausser bei Kickdown) ICE gestartet wurde.

Eines ist aber klar: ohne ICE gibt's nur max. 60kW

Wie lange lief der Motor bei Deinem Anfahrtest im Chargemodus? Evtl. kürzer als 60 oder 90 Sekunden?
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Re: Outlander vs. Boat Slip

Beitragvon marty_03 » Do 16. Feb 2017, 20:02

... ja da können sich zwei Stromsparer die Hand geben :-). Bei meinem Stromos versuche ich ebenfalls immer 100A zu bleiben.
Als E-Auto Fahrer mutiert man wohl zum Gaspedal Streichler.

Beim Anfahrtest haben wir einmal die Charge-Taste gedrückt und ein anderes mal die Heizung eingeschalten. 90 Sekunden wurden nicht abgewartet - wir habe relativ schnell losgelegt. Der Verbrenner ging bei beiden Versuchen nicht auf Drehzahl, also kein "Hochdrehen" wie bei einem stärkeren Beschleunigungsvorgang.
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Re: Outlander vs. Boat Slip

Beitragvon E-lmo » Do 16. Feb 2017, 22:28

Ich habe zwar keinen Outi, kann aber mal das Thema physikalisch betrachten.
Leistung ist das Produkt aus Drehmoment und Drehzahl. Im Anfahrmoment ist die Drehzahl 0 also auch die resultierende Leistung. Es muss lediglich die Verlusstleistung zum Aufbringen des Magnetfeldes erzeugt werden und das wird kaum ein Zehntel der Nennleistung betragen. Vielmehr ist das Motordrehmoment von der Magnetfeldstärke abhängig, und die ist durch die Eigenschaften des Motors festgelegt.
Bei meinem Up sehe ich es beim Beschleunigen: Er fährt mit dem maximalen Drehmoment an und der Zeiger für die Leistung steigt Linear mit der Geschwindigkeit an (Drehzahl steigt, Drehmoment konstant) bis bei ca 30km/h die Nennleistung erreicht ist. Die wird ab da konstant gehalten, indem das Drehmoment reziprok reduziert wird.
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Re: Outlander vs. Boat Slip

Beitragvon ganderpe » Do 16. Feb 2017, 23:28

yep das ist so, beim anfahren kanns kein leistungsproblem sein.

hier die technischen daten:

Electric Motors:

Front motor (S61) Max output
"kW (PS)" 60 (82)
Torque "Nm (kg-m)" 137 (14.0) 4182 U/min

Rear motor (Y61) Max output
"kW (PS)" 60 (82)
Torque "Nm (kg-m)" 195 (19.9) 2938 U/min


Ratio front emotor: 1:9.663
Ratio rear emotor: 1:7.065

------------------------------------

Reifendurchmesser 70 cm


wenn ich mich nicht verrechnet habe sollte der outi ein kraft von 7700 N bringen.

3300 kg bei 10 grad entsprechen 5730 N.

ich dachte immer die synchronmotoren bringen vom stillstand das volle drehmoment...

peter

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