Winter: Heizung vs. Geschwindigkeit

Winter: Heizung vs. Geschwindigkeit

Beitragvon maniac78 » Mo 2. Jan 2017, 14:39

Hallo,

ich habe nächste Woche eine etwas längere Strecke mit einem ungünstigen Höhenprofil zu überbrücken. Da auch eingeschränkte bis gar keine Lademöglichkeiten vorhanden sind und ich nicht gerade hohe Temperaturen erwarte würde ich mich über ein paar Erfahrungen von Euch freuen, da ich grundsätzlich 2 Routenoptionen hätte.

Die beiden Routen sind mit etwa 120km gleich lang, aber doch verschieden:
- Die erste wäre hauptsächlich Bundestrassen und ein relativ hoher Berg mittendrin mit einer Schnellstraße am Ende.
- Die zweite Variante wäre primär Autobahn mit einer gleichbleibenden Steigung

Ich hatte vor dem BED einen Zoe und dieser wird ja bei Geschwindigkeiten über 96km/h sehr ineffizient (Stichwort Feldschwächung der Maschine) - da hat sich die Frage des schneller Fahrens speziell im Winter gar nicht gestellt. Beim BED tritt das Problem jetzt nicht in dem Ausmaß auf, da geht es "nur" um die höheren Verluste durch Roll- und Luftwiderstand welche ab höheren Geschwindigkeiten auftreten. Da der BED ja nicht mit einer Wärmepumpe ausgestattet ist und somit mehr Energie zum heizen verbrät als der Zoe würde sich nun die Frage stellen: Höhere Geschwindigkeit (Route mit Autobahn) dafür kürzere Zeit (d.h. weniger Verbrauch der Heizung) oder geringere Geschwindigkeit, somit längere Fahrzeit und Mehrverbrauch der Heizung. Die Heizleistung geht ja voll auf die Fahrzeit , da z.B. eine Heizleitung von 4kW einen Verbrauch von 1 kWh pro 15 Minuten bedeutet.
Hat von euch jemand diesbezüglich Erfahrung? Eher langsamer oder schneller? Bitte keine Vorschläge bezüglich Heizung abdrehen - ich habe eine Strecke von guten 200km zu überbrücken, muss dann nach der ersten Etappe von 120km den BED wieder vollladen und möchte da nicht wie ein Eskimo frieren müssen.

Btw:
Ab wann kann die Standheizung wieder aktiviert werden? Letztens hatte der Akku etwa 22% und im Display kam die Meldung sinngemäß "Nicht möglich HV-Batterie laden". Kann eigentlich sofort nach dem Anstecken des Ladekabels an der Säule unabhängig vom SOC die Heizung aktiviert werden? Restwärme klappt ja auch eine gewisse Zeit.

Danke und lg,
Wolfgang
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Re: Winter: Heizung vs. Geschwindigkeit

Beitragvon Alex1 » Mo 2. Jan 2017, 14:58

Wenn beide Routen gleich lang sind, würde ich auf jeden Fall die BAB nehmen:
1) Geringere Heizenergie, wie Du ja schon ausgeführt hast. Obwohl schnelleres Fahren auch mehr Auskühlung durch Fahrtwind bewirkt.
2) Auf der BAB musst Du wahrscheinlich überhaupt nicht rekuperieren. So sparst Du die Zyklusverluste.
3) Auf der BAB kannst Du wahrscheinlich ein Tempo durchfahren. Wechselnde Tempi erzeugen mehr Verbrauch bei gleicher Strecke und gleicher Durchschnittsgeschwindigkeit.
4) BAB ist allgemein wesentlich sicherer. Und weniger stressig.
5) Du könntest noch hinter einem Bus surfen. Aber das ist Dir wohl zu langsam :D

Wegen Standheizung musst Du Andere fragen :oops:
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Re: Winter: Heizung vs. Geschwindigkeit

Beitragvon stef-pca » Mo 2. Jan 2017, 18:04

BAB dann kannst Du locker 100-120 km/h fahren. Bsp. Frankfurt -> Kirchhain Strecke 118 KM locker 100-120 km/h Heizung geht sobald der Kahn an der Säule hängt auch bei 5%....
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Re: Winter: Heizung vs. Geschwindigkeit

Beitragvon eos21 » Mo 2. Jan 2017, 19:48

Wie viele Höhenmeter musst du überbrücken bis zum Ziel?

Ich würde auch BAB nehmen, mit Range Extend sicher kein Problem. Anfangen mit 110 Tempomat und beobachten.

Ja, du kannst während dem Laden Heizen, das verlängert aber spürbar die Ladezeit, deshalb würde ich das nicht machen.

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Re: Winter: Heizung vs. Geschwindigkeit

Beitragvon Adacta » Mo 2. Jan 2017, 20:26

Wenn Du die Vorklimatisierung vor Start auf MAX-Stellung an der Säule machst und vielleicht sogar noch RangePlus hast, sind 120km auf BAB mit annähernd Volllast (Tempomat 140-150 Kmh) bei eigentlich fast keiner Temperatur ein Problem :). Heizung dann nach Start auf AUTO. Die 120km mit 300HM fahre ich gerade jeden Tag zweimal (morgens sogar bis -12°C) und habe dann am Ziel immer noch 5-10% SOC. Ich fahre sogar meistens immer möglichst schnell, daß ich mit Reserve ankomme und damit der Akku auch voll ausgenutzt wird :twisted: Damit schaffe ich die 120km oft unter 1Stunde ;)
Der Rückweg am Abend dauert aber aufgrund der Verkehrslage oft 30min länger und ist damit sogar ohne RangePlus immer locker machbar. Ich achte aber darauf, dass hier die Ladung tagsüber erst kurz vor der Abfahrt beendet wird und der Akku noch möglichst warm ist (Ladestrom auf Minimum und Vorklimatisierung auf MAX).
Etwas kniffliger wird es nur, wenn die Vorklimatisierung morgens mal nicht funktioniert hat oder der Wagen auf Ladepause geht. Hatte ich jetzt leider auch schon mehrfach. :shock: (Bin für Hinweise dankbar!). Dann ist der Wagen kalt und SOC bei nur noch 97-98%. Dann werden die 120km BAB nur mit E+ und max. 110kmh machbar. Heizung sollte dann auf kleinster Luftmenge sein und lieber nur mit Sitzheizung nachbrennen. Musste ich auch schon bis 5km unter 0% SOC mit Streichelfuß fahren.
Ich fahre aber sonst auf BAB eigentlich immer volle Pulle (nach StVO :!: ) und so schnell es geht ohne auf den Verbrauch zu achten, da ich zuhause, in der Firma und an unseren öffentlichen Säulen immer zu 100% mit kostenlosem Solar-/Wasserkraftstrom laden kann. :P
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Re: Winter: Heizung vs. Geschwindigkeit

Beitragvon maniac78 » Mo 2. Jan 2017, 21:10

@ all:
Erstmal vielen Dank für Eure Antworten!
Spricht also alles für die Autobahn. Habe da halt durch die Steigung ein mulmiges Gefühl (sogar ein aktueller 130PS-Verbrenner säuft bei 130km/h zwischendurch um die 25,5l/100km laut Boardcomputer, wenn man richtig in der Steigung drinnen ist).

@eos21:
das wären über 1000 Höhenmeter, starte bei etwa 500 und muss auf bis 1500m rauf. Die Frage ist eben, wenn es die AB werden sollte, was hier die richtige und sinnvolle Geschwindigkeit wäre oder welcher Momentanverbrauch es maximal sein sollte.

@Adacta:
Interessant! Range Plus habe ich und das mit dem Vorkonditionieren auf max werde ich mal versuchen ;-)

Noch eine dumme Frage:
Wie startet man die "echte" Heizung während dem Laden? Durch drücken auf "Auto" bei der Thermotronic? Muss Zündung an sein?
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Re: Winter: Heizung vs. Geschwindigkeit

Beitragvon eos21 » Mo 2. Jan 2017, 21:22

1000 Höhenmeter - bergauf nehme ich an :lol: - und 120 km Distanz bei den aktuellen Temperaturen, das wird verdammt eng!!! Da würd ich mit 90 km/h anfangen....glaube aber nicht daran, dass du das schaffst.... :!: :?: :|
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Re: Winter: Heizung vs. Geschwindigkeit

Beitragvon Max Mausser » Mo 2. Jan 2017, 23:01

Hoi maniac78

Ich würde auch die Autobahn verwenden.

Hier noch ein Link, wo das Heizsystem von Tesla erklärt ist.
Ob es bei unserem B250e gleich aufgebaut ist weis ich nicht!

http://insideevs.com/tesla-patent-outli ... n-heating/


Was sicher auch noch was bringt, ist zwischendurch auf Umluft umzustellen.
Somit muss die Widerstandsheizung ein kleineres Temperaturdelta aufheizen.

Gute Fahrt

Max
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Re: Winter: Heizung vs. Geschwindigkeit

Beitragvon eos21 » Mi 4. Jan 2017, 14:14

Der B ED hat insgesamt 4 unabhängige Heiz- Kühlkreisläufe:

1. Hochvoltbatterie - Niedertemperatur-Heizen/Kühlen / bei Bedarf wird zusätzlich via 4. Kältemittelkompressor ergänzt *)
2. eMotor, Leistungselektronik und Ladetechnik - nur Kühlen in separatem Kreislauf/Kühler, unabhängig von 1., 3. und 4.
3. Innenraum: Heizen via Hochvolt Heizer, standalone also unabhängig von 1. und 2.
4. Innenraum: Kühlen via Kältemittelkompressor

*) einzige Ausnahme, wo sich die Systeme kreuzen

Damit kann, was die Innenraumheizerei angeht, lediglich und nur zugunsten der Reichweite gespart werden, wenn die Heizung reduziert oder abgeschaltet wird. Übrigens: Wenn mit E+ gefahren wird, wird die Heizleistung automatisch reduziert.

Es bringt also nichts, sich Gedanken darüber zu machen, inwiefern schnelleres oder langsameres Fahren die Innenraumtemperatur in einer Art beeinflusst, die in mehr Reichweite resultieren soll.

Jetzt wissen wir, wieso der B ED soviel kostet und viel Strom für dies und das braucht, dafür wird die Kiste wohl ewig halten!
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Re: Winter: Heizung vs. Geschwindigkeit

Beitragvon maniac78 » Do 5. Jan 2017, 21:36

Ich werde das glaube ich zusätzlich von der Wetterlage und den Temperaturen abhängig machen. Herrscht Schneefall oder extrem winterliches Wetter, dann ist die Route über den Berg sowieso gestorben und es wird fix die Autobahn (notfalls könnte ich noch, nach einer Distanz von etwa 35km den Akku nachladen, bevor es dann auf die Autobahn geht. Denn da habe ich dann praktisch keine Möglichkeiten mehr vor dem Zwischenziel und der nächsten Ladesäule.

Was mir jetzt aber noch Kopfschmerzen bereitet:
Die ganzen Tips hier in anderen Threads bezüglich heizen während dem Laden klappen bei mir nicht. Bis jetzt funktioniert nur Restwärme immer und die Standheizung bzw. Vorkonditionierungs-Taste erst ab einem Akkustand von über 30%. Habe gerade vorhin die Ladung mit SOC 24% begonnen und die Taste leuchtete kurz rot, gin dann aus. Wenn man die Zündung eingeschaltet hat stand am Multidisplay zusätzlich "nicht möglich - HV Batterie laden". In der Bedienungsanleitung steht ja lediglich, dass ein gewisser "Mindestladezustand" bestehen muss - dieser wird aber nicht näher erläutert. Auf das Heizen während dem Laden wird überhaupt nicht eingegangen.
Wer hat hierbei mehr Erfahrung?

Lg,
Wolfgang
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