Die Leidtragenden sind wir...

Re: Die Leidtragenden sind wir...

Beitragvon eos21 » Fr 3. Mär 2017, 14:22

MineCooky hat geschrieben:
Etwas? :shock:
Für den Benz kannst nen AKW auf machen :roll:


Falsch: AKW gibt's wohl keine neuen mehr, können also keine "auf" machen :P

Und warum dann immer so negativ? Liegt das an bzw. in den Genen?

Mit meinem Verbrenner habe ich auf 20'000 km für ca. CHF 2'700.- Bleifrei verbraten. Mit dem B ED verbrate ich dafür CHF 600.- Strom und dieser ist hierzulande wohl (viel) teurer als im Norden und das Benzin eher günstiger als in Norden. - Würde ich es mit dem i3 machen, wäre der Vorteil PRO JAHR ca. CHF 80 gegenüber dem Benz. Für diese Differenz bekommst in der Schweiz gerade noch einen schönen Blumenstrauss für die Partnerin. Und letzterer hab ich nach dem Jahresservice vom Händler sowieso im Auto für meine Frau.

Last but not least: Mit der eingesparten Verkehrssteuer bezahle ich genau die Stromkosten bzw. verdiene noch ein wenig daran. Dann ist mir doch dieser Mehrverbrauch für ein vollwertiges komfortables Auto völlig Wurst bzw. sogar willkommen, Hauptsache elektrisch :mrgreen:

Und für diese Differenz kannst auch dein AKW nicht mehr zurückbauen, gell :geek:

Also von was reden wir hier dann jetzt ganz genau?
Mercedes-Benz B 250 e seit 8.1.2016 | Zwischenstand 11.2017: 50'000 Km | Zufriedenheit: Sehr hoch | Probleme: Null |
Jaguar I-Pace vorbestellt |
Benutzeravatar
eos21
 
Beiträge: 354
Registriert: Fr 29. Jul 2016, 16:43

Anzeige

Re: Die Leidtragenden sind wir...

Beitragvon maniac78 » Fr 3. Mär 2017, 14:42

@ MineCooky:
Also man kann es auch übertreiben.
Bin heute bei +12 Grad eine Strecke von 32km mit einem Verbrauch von 17kWh gefahren. Der BED zeigt den Verbrauch im BC, wie schon oft erwähnt, dummerweise brutto an d.h. inkl. Ladeverlusten (ca. 16%). Zieht man diese nun ab, dann wären wir bei moderaten 14,3kWh für rund 1,8t Gewicht. Rund um den Nullpunkt pendelt sich der Verbrauch auf etwa 24kWh brutto (real dann 20,1) ein. Bei mollig warmen 22 Grad aus der reinen PTC-Heizung. Reifen habe ich 205er mit 3 bar. Mein Zoe hatte 300kg weniger Gewicht, 185er Reifen und schaffte es bei solchen Temperaturen trotz teils ungenügender und weniger komfortablen Wärmepumpen-PTC-Heizung auch nicht viel besser (das zu heizenden Volumen ist beim BED durch den grö0eren Innenraum ja auch größer). Fahre täglich 2x32km zur Arbeit, selbst bei 24kWh/100km kostet mir das etwa EUR 2,45 an Strom (kWh kostet mir um die 16cent). Als Vergleich, den auch schon eos21 angestellt hat: Mein 6 Monate alter neuer BMW mit 100kW Motorleistung d.h. kein 6-Zylinder-Schluckspecht genehmigt sich im Eco Pro Modus knapp 7 Liter Super. Macht bei aktuell 1.20 für den Liter EUR 5,40 pro Tag - erhöhter Wartungsbedarf wie Bremsen, Öl, usw noch gar nicht mit eingerechnet. Hätte ich nun einen Diesel gekauft (was ich nie tun würde), dann wäre Verbrauch und Treibstoffpreis zwar niedriger, aber eben die Anschaffung um 2500-3000 Euro teurer und wir wären bei den selben Effektivkosten beim Verbrenner, egal ob Otto oder Diesel.

So, wieder länger geworden als gedacht. Als Fazit kann man jedoch auch sagen (und da werden mir die BED-Besitzer Recht geben): Möchte man primär Kurzstrecken fahren und entsprechend sparsam, dann kauft Euch den Benz einfach nicht. Dafür ist er aus den bekannten Gründen nicht optimal. Gegenüber dem Verbrenner gewinnt man selbst mit einem Kurzstreckenverbrauch von 50kWh noch immer, denn ein kalter Verbrenner säuft ja auch wie ein Loch...
Ab 12/16:
*** Mercedes B250e Electric Drive ***
----------------------------------------------
*** ZOE Intens neptungrau ***
06/15 bis 10/16
maniac78
 
Beiträge: 40
Registriert: So 7. Jun 2015, 11:13
Wohnort: STMK/Österreich

Re: Die Leidtragenden sind wir...

Beitragvon E-truvius » Fr 3. Mär 2017, 17:13

maniac78 hat geschrieben:
@ MineCooky:
Also man kann es auch übertreiben.


So ist es, die Kirche schön im Dorf lassen.
Ich schließe mich hier eos21 und maniac78 voll an, und kann festhalten, dass selbst 5 kWh/100km Mehrverbrauch mich nicht sonderlich berühren werden. Ein Zoe und auch ein BMW wären mir definitiv zu klein, der Benz hat bessere Fahrleistungen als der Zoe, und kaum schlechter als BMW. Wenn ich jetzt diesen angen. Mehrverbrauch hochrechne auf 100.000km mit dem kWh-Preis von derzeit 0,16 € (in der Firma, wo ich meistens "tanke" sogar noch billiger wegen der fehlenden UST), dann wären das 800 €. Und wenn dann noch vielleicht (so wie derzeit) 20-25 % auswärts gratis getankt wird, dann sind´s vielleicht 600 €. Und deswegen ein anderes und kleineres Auto wählen ? - nicht für mich.

Ein paar kWh auf oder ab rechtfertigen wirklich nicht, deswegen auf das für sich passende Auto zu verzichten.

Und wegen kWh-Anzeige. Ich habe auch schon gemerkt dass beim Benz die Verbrauchsanzeige sehr konservativ sein muss (also anscheindend mit irgendwelchen Ladeverlusten), sonst geht die Rechnung nicht auf zw. km-Leistung, Verbrauchsanzeige und Akkugröße. Wie ist das eigentlich bei den anderen E-Mobilen? Ist das überall gleich, oder rechnen da einige schön?
E-truvius
 
Beiträge: 13
Registriert: Mo 9. Jan 2017, 21:56

Re: Die Leidtragenden sind wir...

Beitragvon eos21 » Fr 3. Mär 2017, 18:20

Es ist so wie maniac78 geschrieben hat, die Anzeige beim Benz ist definitiv brutto inkl. Ladeverlusten. Ich wüsste nicht, dass das bei irgend einem Mitbewerber auch so wäre. Ich hab das schon mehrfach geprüft jeweils an den Ladestationen mit Zählern. Konservativ, wie die Marke halt ist :?
Mercedes-Benz B 250 e seit 8.1.2016 | Zwischenstand 11.2017: 50'000 Km | Zufriedenheit: Sehr hoch | Probleme: Null |
Jaguar I-Pace vorbestellt |
Benutzeravatar
eos21
 
Beiträge: 354
Registriert: Fr 29. Jul 2016, 16:43

Re: Die Leidtragenden sind wir...

Beitragvon Joe-Hotzi » Sa 4. Mär 2017, 12:47

eos21 hat geschrieben:
Der B ED hat primär nur ein Problem und das ist, dass er so gut ist, dass man sich dieses Fahrzeug als alleiniges Fahrzeug wünscht. Und es ärgert halt, dass dies leider wegen der ursprünglichen Entwicklung als Zweitwagen und ohne CCS nicht möglich ist. Hätte der ED eine netto Autonomie von ca. 300 Km, hätte ich die Verbrenner schon lange gespült.

Genau das WILL MB aber eben nicht und konstruiert das Auto deshalb so und nicht anders: nicht Fisch, nicht Fleisch ...
Er hätte durchaus die richtige Größe zum Familienauto, selbst der Akku würde mir reichen und auf den Verbrauch kann man sich einstellen...

Nicht falsch verstehen!
Die Qualitäten der MB B-Klasse sind unbestritten! Es gibt einen Nutzerkreis, der mit diesem EV sehr glücklich ist - zu Recht. Nur ist er eben als Kurzstreckenauto zu groß und für längere Strecken fehlen bessere Ladeoptionen - der "glückliche Nutzerkreis" ist daher sehr klein.
Das "nicht möglich" ist eine eindeutige Ausrede! Auch MB besetzt mittlerweile alle möglichen Marktnischen und versenkt da Millionen an Entwicklungskosten. An einer Änderung des Kotflügels ist CCS sicher nicht technisch gescheitert ...

eos21 hat geschrieben:
Nach meinem Informationsstand ... soll entschieden worden sein, dass man generell auf (teure) Anpassung an der Karosserie ... dort in der bestehenden Tankstutzenarchitektur den Typ2 Stecker unterbringen muss. Ein CCS findet dort halt keinen Platz.

Das wird so gewesen sein.
Mal abgesehen von der (theoretischen) Möglichkeit, die Tesla SC über Typ2 nutzen zu können: Betriebswirtschaftler haben entschieden und nicht Techniker oder gar Leute, die das Auto auch verkaufen wollten.
Genau das ist bei Tesla anders. Die überlegen bei Tesla, wie sie das Auto für möglichst viele Nutzer attraktiv machen können - sie wollen EV verkaufen! ;)
Bei MB überlegt man, wie man das Auto so positionert ("kastriert" :shock: ), dass es die konventionellen Modelle nicht kannibalisiert - siehe oben!

eos21 hat geschrieben:
Und da von Anfang an nicht geplant war, das Fahrzeug jemals zu promoten - einerseits aus rein betriebswirtschaftlichen Überlegungen und andererseits wohl aus Scham :oops: - war wohl der 22 kW Lader erst recht kein Thema. Eben, Zweitwagen...

Ein (gutes) Alibi-EV für eine absichtlich kleine Nutzergruppe. Dass man Käufer aus anderen Marken zu Daimler gelockt hätte, hat man völlig ausgeblendet. Den möglichen Imagegewinn (den die jetzuge B-Klasse-electric nun nicht gebracht hat), ebenfalls. Die MB-B-Class hat ja als "vanartig" eine Alleinstellung im Segment der EV - wäre also durchaus nicht nur für viele attraktiv, die BMW oder kleiner nicht wollen und Tesla nicht wollen /können.

Ein (optionaler, aufpreispflichtiger!) 22kW-Lader lässt sich nur mit mit absichtlicher Verweigerung (deklariert als "betriebswirtschaftliche Überlegungen") erklären und wenn man 22kW-AC optional angeboten hätte, gäbe es auch keinerlei Grund fürs Schämen. Denn CCS war damals noch (fast) nicht verfügbar und wenn man das Auto tatsächlich verkaufen wollte, könnte man es ja selbst heute noch mit einem "FaceLift" mit 22kW und/oder CCS aufrüsten. Aber MB will dieses Auto nicht verkaufen und ich sehe daher kaum Chancen, dass diese Kundenwünsche (AHK?!?) umgesetzt werden ...
Hotzenblitz fahren macht Spaß!
Stromos aber auch!
Benutzeravatar
Joe-Hotzi
 
Beiträge: 1230
Registriert: Fr 25. Jan 2013, 22:11

Re: Die Leidtragenden sind wir...

Beitragvon eos21 » Sa 4. Mär 2017, 18:11

Joe-Hotzi hat geschrieben:
Bei MB überlegt man, wie man das Auto so positionert ("kastriert" :shock: ), dass es die konventionellen Modelle nicht kannibalisiert


Das ist kein MB Problem. Die gleichen Überlegungen haben die weiss-blauen auch gemacht mit dem i3. Ein Fahrzeug bauen, dass auf gar keinem Fall einen bestehenden 3er Kunden dazu animiert, keinen 3er mehr zu kaufen etc. etc. - Diese Überlegungen sind auch richtig, schliesslich muss man ein Unternehmen durch und weiter bringen. Und jeder neue, sprich Tesla, kann Vollgas geben und muss nie auf die Installed Base Rücksicht nehmen, das ist ein Vorteil.

Joe-Hotzi hat geschrieben:
Dass man Käufer aus anderen Marken zu Daimler gelockt hätte, hat man völlig ausgeblendet.


Nein, das glaube ich nicht. Die Leute dort sind nicht dumm und wussten genau, was sie tun. Zu diesem Zeitpunkt, wo pro B ED entschieden worden ist, war ihnen klar, dass sie kein so gutes Auto auf die Räder bringen, dass Leute vom Wettbewerb hätte abwerben können. Und das Problem Kalifornien musste gelöst werden...

Joe-Hotzi hat geschrieben:
wenn man 22kW-AC optional angeboten hätte, gäbe es auch keinerlei Grund fürs Schämen.


Doch, doch gibt es! MB ist sich durchaus bewusst, dass der Konsument von dieser Marke einen eigenen "Power Train" erwartet! Und dass ausgerechnet MB auf die Amerikaner angewiesen ist, ist mehr als bitter! Shame on you etc....

Alles völlig egal, der B ED ist längst Geschichte, es wird weder einen Upgrade noch sonst irgend etwas geben, das Modell ist längst am Ende seines Zyklus. Es wird wohl (leider) auch mit der neuen B Klasse (2019?) keinen neuen B ED geben. Deshalb ja die Initiative EQ. Wetten!?
Mercedes-Benz B 250 e seit 8.1.2016 | Zwischenstand 11.2017: 50'000 Km | Zufriedenheit: Sehr hoch | Probleme: Null |
Jaguar I-Pace vorbestellt |
Benutzeravatar
eos21
 
Beiträge: 354
Registriert: Fr 29. Jul 2016, 16:43

Re: Die Leidtragenden sind wir...

Beitragvon Joe-Hotzi » Sa 4. Mär 2017, 19:59

eos21 hat geschrieben:
Joe-Hotzi hat geschrieben:
... so positionert ("kastriert" :shock: ), dass es die konventionellen Modelle nicht kannibalisiert
Das ist kein MB Problem. ...

Natürlich nicht.
Dieses "Problem" haben alle "alten" Autohersteller, die die Augen vor der Realität /Zukunft verschließen möchten.
Dumm nur, dass sich die Realität (China bzw. Tesla in Amerika) strategisch ausgerichtet weiterentwickelt.

eos21 hat geschrieben:
Diese Überlegungen sind auch richtig, schliesslich muss man ein Unternehmen durch und weiter bringen.

Genau an dieser Stelle sitzt m.E.n. der grundsätzliche Irrtum!

Mit dieser Denk- und Handlungsweise kannst Du als Spitzenmanager ein Unternehmen kurzfristig (möglichst bis zu Deiner Verabschiedung in den Ruhestand) "durch und weiter bringen".
Langfristig vergrößern sich die Probleme (böses Beispiel VW :evil: ) ...

eos21 hat geschrieben:
Und jeder neue, sprich Tesla, kann Vollgas geben und muss nie auf die Installed Base Rücksicht nehmen, das ist ein Vorteil.

Na sicher ist das Ein Vorteil. Jetzt wiegen wir diesen Vorteil mal ab gegen die Vorteile der "alten" Autokonzerne:
- Milliarden Firmenvermögen mit riesigen Etats und Strukturen für eigene FuE, Werbung und Vertrieb
- Hunderttausende bestens ausgebildete Mitarbeiter von der Entwicklungsabteilung bis zur Fließandfachkraft
- Beste Vernetzung (Lobbyismus) in Politik, Wirtschaft /Zulieferer und Bildung (Hochschulforschung, ...)
- Ausgereifte Plattformen mit im Markt eingeführten und akzeptierten Modellpaletten
- Produktionskapazitäten mit teils abgeschriebenem Maschinenpark
- Kundenstamm mit "Marken- bzw. Imagebindung"
u.s.w. /u.s.f.

M.E.n. hätten die "alten" Autokonzerne ein viel größeres Potential, recht kurzfristig alle Anforderungen an ein modernes (elektrisches) Automobil zu erfüllen. Hinderlich ist ein dem kurzfristigen Börsenkurs ("Quartalszahlen"), statt einer Zukunftssicherung für die Firma verpflichtetes Management. Dass es nicht an den Aktionären liegt, sieht man ja bei Tesla, die eine langfristig zukunftsfähige Ausrichtung (trotz Verlustausweisungen) durchaus honorieren ...

eos21 hat geschrieben:
Joe-Hotzi hat geschrieben:
Dass man Käufer aus anderen Marken zu Daimler gelockt hätte, hat man völlig ausgeblendet.
Nein, das glaube ich nicht. ...war ihnen klar, dass sie kein so gutes Auto auf die Räder bringen, dass Leute vom Wettbewerb hätte abwerben können. Und das Problem Kalifornien musste gelöst werden...

Glaubst Du DAS wirklich?!? :roll: . :o . :roll:

Mal abgesehen davon, dass man ja schon 1997 eine elektrische A-Klasse mit 200km praktischer Reichweite serienreif hatte, ist es meine feste Überzeugung, dass es letztlich eine rein kurzfristige finanzielle Entscheidung war -
keinesfalls eine Technische!
Daimler hat zu dieser Zeit mit Li-Tec in Kamenz eine Zellentwicklung /Zellfertigung gehabt, die technologisch (keramische Zellmembran "Separion") und leistungsmäßig die Spitze markierte (KERS in der Formel1, Smart ED, ...)! Nur hätte man Geld in die Hand nehmen müssen (einige Jahre geringere Gewinne ausweisen) und die Massenfertigung dieser Zellen ankurbeln müssen. Das "Hochrampen" der Zellstückzahlen wäre mit dem BED (der ja eh nur in geringen Stückzahlen geplant wurde) auch realisierbar gewesen.
Ich sehe bis heute kein elektrisches Konkurrenzmodell im Segment B-Klasse! Der BED wäre m.E.n. selbst zum Daimler-Preis ein Selbstläufer auch für "Fremdkunden", wenn man die absichtlich eingebauten "Bremsen" (Reichweite, Lademöglichkeiten, AHK) lösen würde!

eos21 hat geschrieben:
Joe-Hotzi hat geschrieben:
wenn man 22kW-AC optional angeboten hätte, gäbe es auch keinerlei Grund fürs Schämen.
Doch, doch gibt es! MB ist sich durchaus bewusst, dass der Konsument von dieser Marke einen eigenen "Power Train" erwartet! Und dass ausgerechnet MB auf die Amerikaner angewiesen ist, ist mehr als bitter! Shame on you etc....

Angewiesen?!? Ha, ha, ha! :lol:
Meinst Du, die Li-Tec-Zellen und das Smartd-ED-BMS hätten in einer elektrischen B-Klasse nicht funktioniert?!? Oder schafft man es etwa nicht, E-Motore mit Untersetzungsgetriebe zu bauen?!? Wohl kaum!

Das rein börsenzyklisch denkende Management hat für kurzfristige Einsparungen nicht nur einen Imageverlust, sondern auch die zukünftige Abhängigkeit von asiatischen Zellherstellern (Li-Tec eingestampft) in Kauf genommen! Wir werden sehen, ob dies in naher Zukunft Daimler kostenschwer auf die Füße fällt.

Klar bietet der Tesla-Antriebsstrang in einem Daimler Anlass zur Kritik. Aber kaum ein Mensch hätte selbst danach gekräht, wenn das Fahrzeug so nutzerorientiert angeboten würde (Reichweite /Lademöglichkeiten) wie ein Tesla - in Daimlerqualität. Ein 400km-BED mit 22kW-Bordlader (oder gar mit SuC oder CCS) und es wären scharenweise Käufer zu Daimler gewechselt! Heute kratzen Käufer Geld für einen Tesla zusammen, die sich vorher nie einen Neuwagen gegönnt haben!

Aber Imageverlust und Kundenabwanderung (wie viele Daimler-Fahrer fahren heute Tesla?!?) - hat man in Kauf genommen zugunsten kurzfristig niedrigerer Kosten /höherer Gewinnausweisung und (zumindest angeblich) höherem Börsenkurs. Ja, das Risiko für das heutige Management hat man damit natürlich minimiert ...

eos21 hat geschrieben:
Es wird wohl (leider) auch mit der neuen B Klasse (2019?) keinen neuen B ED geben. Deshalb ja die Initiative EQ. Wetten!?

Wetten? Das ist wohl ziemlich sicher, dass sich Daimler jetzt auf die "EQ-Plattform" zurückzieht. Da kann man ja noch ein paar Jahre Zeit gewinnen und die Nutzer vertrösten. Welches Management später die konsequente, schnelle (und teure und tiefgreifende) Produktumstellung bei allen Modellebenen im Konzern durchziehen darf, darauf können wie wetten! Mit der Anpassung an deutlich geringere Stückzahlen und Modellvielfalt, die ein autonomes Fahren ("ich bestelle mir mal ein Auto für diesen Nachmittag") mit sich bringen wird. Da können wir gerne wetten. Ich wette, dass da einige heute gutbezahlte Leute in den Ruhestand "verabschiedet" werden - spätestens im kommenden Jahrzehnt!
Hotzenblitz fahren macht Spaß!
Stromos aber auch!
Benutzeravatar
Joe-Hotzi
 
Beiträge: 1230
Registriert: Fr 25. Jan 2013, 22:11

Re: Die Leidtragenden sind wir...

Beitragvon 150kW » Sa 4. Mär 2017, 20:22

Joe-Hotzi hat geschrieben:
Genau das ist bei Tesla anders. Die überlegen bei Tesla, wie sie das Auto für möglichst viele Nutzer attraktiv machen können - sie wollen EV verkaufen! ;)
Auch Tesla spart auf Kosten den Kundenzufriedenheit. Oder warum ist der 22kW Lader bei Tesla entfallen? Warum kein kostenfreies Lebenslanges Laden mehr am SC? Warum neuerdings Ausschluss der Garantie der Antriebseinheit?
150kW
 
Beiträge: 1533
Registriert: Do 3. Nov 2016, 10:36

Re: Die Leidtragenden sind wir...

Beitragvon Joe-Hotzi » Sa 4. Mär 2017, 20:34

Da hast Du völlig Recht!

Kann man sich (scheinbar) leisten, wenn man eine Alleinstellung im Markt erarbeitet hat und derzeit mehr Bestellungen als Produktionskapazität! Auch trotz blumiger Beteuerungen von Tesla will man letztlich eben vor allem auch Geld verdienen. Nur hat Daimler bis heute außer dem BED nicht viel im Angebot für die entsprechenden Interessenten ...

Ich heiße weder die angeführten Punkte, noch bspw. das Vorgehen bei der Verbreitung der DestinationCharger gut. So rosa ist meine Brille nicht!
Hotzenblitz fahren macht Spaß!
Stromos aber auch!
Benutzeravatar
Joe-Hotzi
 
Beiträge: 1230
Registriert: Fr 25. Jan 2013, 22:11

Re: Die Leidtragenden sind wir...

Beitragvon Karlsson » Sa 4. Mär 2017, 20:43

umberto hat geschrieben:
Das war mir angesichts der stürmischen Entwicklung vor drei Jahren auch schon klar, daß mein EV nach 5 Jahren keine Wurst mehr vom Gebrauchtwagenteller zieht.

Bei mir siehts anders aus. Ich hab nen 2-jährigen gekauft und jetzt wird er 4 und ich bin erstaunt, wie wenig die Preise nachgegeben haben. Das hab ich mir viel schlimmer vorgestellt.
Zweitwagen Zoe Q210 seit 06/15, gern Wechsel zu Ioniq wenn Gebrauchtmarkt vorhanden
Erstwagen 2018 neuer Benziner, weil auch nach 5 Jahren Suche keine brauchbaren BEV für diesen Zweck
Benutzeravatar
Karlsson
 
Beiträge: 13837
Registriert: Fr 15. Mär 2013, 13:41

Anzeige

VorherigeNächste

Zurück zu Mercedes B-Klasse electric drive

  • Ähnliche Artikel im Blog

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast