Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon Taxi-Stromer » Mo 28. Aug 2017, 20:18

"Einfach" an jedem "Ladepark" mehrere Ladepunkte mit unterschiedlichen Leistungen, unterschiedlicher Nutzungsdauer und gestaffelten Preisen anbieten:

in Parkhäusern, P&R, Bahnhöfen, Flughäfen, etc. sehr viele 2kW-Anschlüsse, und echt unbeschränkte Nutzungsdauer bei leicht erhöhten Parkgebühren - Verbrennerfahrer werden durch die höheren Gebühren abgehalten dort zu parken, und die E-Mobilisten zahlen durch die höhere Gebühr den Strom mit

viele 3,6kW-Ladepunkte mit fast unbeschränkter Nutzungsdauer (max. 12 Std.?)

einige 11kW-Punkte mit 4-8 Stunden-Beschränkung

wenige 22kW-Punkte mit 2-4 Stunden-Beschränkung

zwei/drei 50kW+ Triplelader mit 45-Minuten-Beschränkung

Nachts (22-6 Uhr) mit Ausnahme an den Tripleladern keine Einschränkung.

Aber man sieht schon - aktuell gibt es noch viel zu wenige Lademöglichkeiten....

:(
Seit 11.11.2015 Leaf Tekna (EZ 3/2015), bisher 73.000 selbst gefahrene (und jeden Einzelnen davon genossenen!) Kilometer! 8-)
7.10.2017: Tachostand 50.000 überschritten.... :D
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Beitragvon Vanellus » Mo 28. Aug 2017, 20:22

Die unterschiedlichen E-Autos ermöglichen doch ganz unterschiedliche Ladestrategien:

Zum Einen 50 kW DC + 3,7 -7,4 kW AC. Von denen höre ich: zu Hause über Nacht langsam AC laden und unterwegs schnell mit 50 kW an DC. Das wäre optimal. Leider kommt bei diesem Konzept die bei weitem häufigste Ladesäule mit 2 x 22 kW AC nicht zum Tragen.

Zum Anderen diejenigen, die schnell mit AC bis 43 kW (eingeschränkt 22 kW) laden können. Das geht selbst bis 43 kW zu Hause, nicht überall, aber 11 oder 22 kW sind häufig drin. Ich kann aber auch ausschließlich außer Haus, öffentlich laden. Das geht nur, weil man mit 22 kW laden kann und mit einer Stunde schon viel gewonnen ist. Nur mit der Möglichkeit, die öffentlichen 22 kW-Ladesäulen uneingeschränkt nutzen zu können, kann ich mich auch ohne eigene Lademöglichkeit auf das Abenteuer E-Mobilität einlassen. Da ist eine 2-Stunden-Ladezeitbegrenzung tagsüber ein geringes Problem. Mit nur 3,7 kW an solchen Säulen laden zu können, ist natürlich quälend langsam. Und die Begrenzung auf 2 Stunden eine weitere Einschränkung.

Nachtrag. @ Taxi-Stromer: Lastmanagement! Keine nach Ladeleistung getrennten Säulen.
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon umrath » Mo 28. Aug 2017, 20:25

Vanellus hat geschrieben:
@umrath: Das siehst du nun aber sehr aus Ioniq-Sicht.
Wenn man die 22 kW nutzen kann, ist das keine geringe Geschwindigkeit. Dann ist mein 4 Jahre altes Auto in 45 min wieder voll.


Nein, das ist generell so.

Es gibt äußerst wenige Elektroautos, die in <1h an einer AC-Säule auch nur annähernd voll werden. Außer dem Zoe eigentlich keiner. Und selbst da nur die alten.
In Zukunft und gerade mit steigenden Akkukapazitäten wird das sogar noch wesentlich extremer werden.

AC-laden ist für mich Destination Charging. Und bisher sehe ich keine vernünftigen Argumente dagegen - mit Ausnahme der aktuell noch zu geringen Verfügbarkeit von Ladern. Aber das halte ich wie gesagt für ein temporäres Phänomen.
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon PowerTower » Mo 28. Aug 2017, 20:35

Vanellus hat geschrieben:
Zum Einen 50 kW DC + 3,7 -7,4 kW AC. Von denen höre ich: zu Hause über Nacht langsam AC laden und unterwegs schnell mit 50 kW an DC. Das wäre optimal. Leider kommt bei diesem Konzept die bei weitem häufigste Ladesäule mit 2 x 22 kW AC nicht zum Tragen.

Das ist nicht grundsätzlich so. Wenn ich allein an Wochenendausflüge denke, da bin ich über jeden Typ2 Ladepunkt am Zielort dankbar. Und das sind nicht selten eben genannte 22 kW Ladesäulen. Ob das dort schnell oder langsam geht ist nicht so relevant, weil ich dann eh erst in ein paar Stunden wieder am Auto bin. Es hilft in jedem Fall weiter und macht die E-Mobilität sehr komfortabel. Gibt es keine Lademöglichkeit oder kann ich sie nicht sinnvoll nutzen (eben wegen z.B. Zeitbeschränkung), dann bleibt tatsächlich nur die Lösung, wieder einen Schnelllader auf der Rückfahrt anzusteuern. Das ist unbequem und unnötig. Will die Ladesäule gar kein Touristenmagnet sein, dann ist das halt etwas anderes.

Szenario 2: ich kann nicht zu Hause laden und bin auf öffentliche Ladesäulen angewiesen. Auch dann kommt natürlich das 22 kW Ladesäulenmodell für die tägliche Nutzung zum Tragen. Betrifft mich persönlich nicht, soll es aber geben.
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon Nordstromer » Mo 28. Aug 2017, 20:49

Vanellus hat geschrieben:
Die unterschiedlichen E-Autos ermöglichen doch ganz unterschiedliche Ladestrategien:

Zum Einen 50 kW DC + 3,7 -7,4 kW AC. Von denen höre ich: zu Hause über Nacht langsam AC laden und unterwegs schnell mit 50 kW an DC. Das wäre optimal. Leider kommt bei diesem Konzept die bei weitem häufigste Ladesäule mit 2 x 22 kW AC nicht zum Tragen.


Falsch. Ausflug mit dem Ioniq z.B. zu einem Tierpark, Outlet Store or whatever. Nach drei Stunden an besagter Säule sind flockige 20kWh und bis zu 200km wieder drin. Wir sind heute 60km gefahren und waren drei Stunden vor Ort. An der AC Säule war der Ioniq wieder nach einer Stunde voll.
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon Vanellus » Mo 28. Aug 2017, 21:25

@ umrath:
Die Aussage: "Wenn man die 22 kW nutzen kann, ist das keine geringe Geschwindigkeit. Dann ist mein 4 Jahre altes Auto in 45 min wieder voll." gilt doch völlig unabhängig der Zahl der Autos, die das können.
Nebenbei: es sind mehrere tausend Autos, die das können. Das häufigste E-Auto Deutschlands wie auch Europas gehört dazu, wie auch das Model S von Tesla. Aber wie gesagt: es ist unabhängig von der Zahl der Autos.

@ Nordstromer:
du wirst aber nicht jeden Tag in den Tierpark fahren, wo du dann drei Stunden laden kannst. Solche Gelegenheiten gibt es nicht häufig, gerade noch während der Arbeit, aber nicht beim Einkaufen, Sport, u.ä., weil du da nicht drei Stunden stehst. Mal eben eine halbe Stunde laden machen bei 4,6 und 22 kW schon einen großen Unterschied.

@PowerTower:
Hier gilt das gleiche , wie bei Nordstromer. Wenn du dich sehr lange am Zielort aufhältst, geht es auch mit 3,7-4,6 kW. Aber nicht bei einem der viel häufigeren Aufenthalte von 30 bis 60 Minuten.
Dein Szenario 2 verstehe ich nicht. Oder meinst du: Laden mit 3,7 kW oder 4,6 kW an einer 22 kW-Säule? Da gilt das oben Gesagte. Da kommst du doch nicht auf einen grünen Zweig. Geht, ist aber nicht so prickelnd. Etagenbewohner wirst du damit nicht von E-Mobilität überzeugen können. Mit (echter) 22 kW-Ladung ist das jedenfalls realistischer.

Ich will eigentlich nur deutlich machen, dass je nach Lademöglichkeit des Autos eine 2-Stunden-Begrenzung tagsüber ganz unterschiedlich bewertet wird. Für AC-Langsamlader ist das Mist. Ich komme mit der Hamburger Regelung gut klar.
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon Gulfoss » Mo 28. Aug 2017, 21:34

Es kommt immer darauf an wo die Ladesäule liegt

Ladesäule an Touristischen Orten (Wanderparkplatz etc... )
--> Hier verweilen die Leute i.d.R. länger. Es bringt mir also nichts wenn ich mit 22kW meine Kiste wieder aufpumpe, wenn ich eine 8 Stunden Wanderung mache. Wer würde dann von der Alm schnell absteigen um umzuparken??

An jede Ladesäule ein paar Schuko mit 3,6kW für die PHEV oder Leute wo länger parken wollen. (Wandern, Besichtigung etc..) die dann auch von mir aus 12h genutzt werden können und dann abschalten.

Bei mir in der Nähe gibt es eine Typ2 22kW Gratis-Ladestation die ist zu 95% jeden Abend ab 19Uhr mit einem Model X belegt, der dort bis zum nächsten Tag lädt. Das solches Verhalten irgendwann drastische Regelungen an den Ladesäulen hervorruft, ist auch klar...
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon Mustang » Mo 28. Aug 2017, 21:36

kukuk-joe hat geschrieben:
Ich finde die 2-Stunden Regelung OK.
Da kann dann wenigstens jeder mal laden und man muss sich nicht ärgern dass die Ladesäule blockiert ist.

Und nach 2 Stunden sollte jeder soviel geladen haben dass es bis zum nächsten Lader locker reicht.

PS: An die ganzen Destination-Charger-Befürworter
Fragt mal einen Verantwortlichen für eine öffentliche Ladestation (z.B. von Stadtwerken) was die davon halten dass ein E-Auto die Säule blockiert, weil dessen Besitzer zur Arbeit gefahren ist und der Meinung ist dass sein Auto in 2 Stunden aufgeladen ist und er den Rest des Tages sinnlos die Ladesäule blockiert.
Die Verantwortlichen von Stadtwerken etc. finden das überhaupt nicht lustig und haben für solche "Destination-Charger" Erfinder kein Verständnis.
Deren Meinung ist ganz klar: Die Ladesäule soll von möglichst vielen genutzt werden und nicht von einem einzelnen blockiert werden.


Genau so ist es. Danke für deinen Beitrag!
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon MasterOD » Mo 28. Aug 2017, 21:44

Gulfoss hat geschrieben:
Bei mir in der Nähe gibt es eine Typ2 22kW Gratis-Ladestation die ist zu 95% jeden Abend ab 19Uhr mit einem Model X belegt, der dort bis zum nächsten Tag lädt. Das solches Verhalten irgendwann drastische Regelungen an den Ladesäulen hervorruft, ist auch klar...

Das hoffe ich für dich und deine Nachbarn :roll:
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Re: Macht eine 2 Std Ladezeitbegrenzung an AC Säulen Sinn?

Beitragvon PowerTower » Mo 28. Aug 2017, 21:46

Vanellus hat geschrieben:
Dein Szenario 2 verstehe ich nicht. Oder meinst du: Laden mit 3,7 kW oder 4,6 kW an einer 22 kW-Säule? Da gilt das oben Gesagte. Da kommst du doch nicht auf einen grünen Zweig. Geht, ist aber nicht so prickelnd. Etagenbewohner wirst du damit nicht von E-Mobilität überzeugen können. Mit (echter) 22 kW-Ladung ist das jedenfalls realistischer.

Wo ist denn der Unterschied, wenn das Auto 8 Stunden an der Ladesäule hängt, ob es dann mit 3,7 oder mit 22 kW lädt? Voll ist voll.
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