Ladeverluste an CCS

Ladeverluste an CCS

Beitragvon PhoenixIQ » Sa 31. Mär 2018, 21:41

Hallo zusammen,

Ich bin auf ein interessantes Video gestoßen welches mich verwundert hat.
Der Fahrer eines Ioniq EVs lädt an einer Fastned Station von ca 6km Restreichweite auf 50%. Fastned berechnet 19,2kWh.
Obwohl nur ca. 14kWh oder eher weniger geladen wurden.
Das würden ca. 37% Ladeverluste an CCS bedeuten.

Kann das jemand bestätigen oder widerlegen?

Das wäre ja ein Witz wenn ab 2019 geeichte DC Zähler Abrechnung nach kWh ermöglichen und der Verbraucher die brutto Energie bezahlen muss... 37% mehr als man bekommen hat.

Im Video ab ca 14:10 Minuten zu sehen und zu hören.
https://youtu.be/pGqJOBfBMyY
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Re: Ladeverluste an CCS

Beitragvon 4630 » Sa 31. Mär 2018, 23:41

Ja, das kann (aktuell noch) so sein, weil...

... der Strom an Schnellladesäulen meines Wissens nur via AC-Zähler gemessen wird, also vor der Gleichrichtung. Es gibt auf dem Markt (angeblich) noch keine geeigneten Gleichstromzähler. Die Verluste zwischen AC-Zähler und DC-Abgabe haben die deutschen Eichbehörden für einen Übergangszeitraum mit 20% geschätzt.

... das Video irgendwann zum Jahreswechsel produziert wurde, wodurch vermutlich die kalten Temperaturen zusätzlich für negative Einflüsse gesorgt haben.

... ich selbst 25% Verlust ebenfalls schon im Winter an CCS gemessen habe.

Ab April 2019 sollen / müssen geeichte Gleichstromzähler in den Schnellladern in Deutschland verbaut sein. Dann wird der gemessene Wert deutlich besser sein. Aber... es ändert nichts daran, dass vorne >20% mehr Energie reingeschüttet werden muss, der Ladesäulenbetreiber also mehr Energie einkaufen muss, als er abgeben kann. Damit wird der Preis bei Abrechnung nach kWh tendenziell steigen, rate ich jetzt mal.
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Re: Ladeverluste an CCS

Beitragvon BernhardLeopold » So 1. Apr 2018, 16:58

4630 hat geschrieben:
Ab April 2019 sollen / müssen geeichte Gleichstromzähler in den Schnellladern in Deutschland verbaut sein. Dann wird der gemessene Wert deutlich besser sein. Aber... es ändert nichts daran, dass vorne >20% mehr Energie reingeschüttet werden muss, der Ladesäulenbetreiber also mehr Energie einkaufen muss, als er abgeben kann. Damit wird der Preis bei Abrechnung nach kWh tendenziell steigen, rate ich jetzt mal.

Der AC43 Konsument zahlt ja auch die Verluste selbst, da sie im Ladegerät des Autos entstehen.
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Re: Ladeverluste an CCS

Beitragvon Cerebro » So 1. Apr 2018, 18:00

BernhardLeopold hat geschrieben:
Der AC43 Konsument zahlt ja auch die Verluste selbst, da sie im Ladegerät des Autos entstehen.


Da gehört der Lader aber dem Ladenden.
Als DC Lader ist man der Effizienz der Betreibersäule ausgeliefert, wenn das Ding nur 50% Wirkungsgrad hat, wäre der Ladende der Geschädigte. Wer einen 43kW AC Lader im Auto kauft, kann sich vorher über die Effizienz informieren, an DC Ladesäulen ist das schlicht nicht möglich.
Dadurch sind die Betreiber auch gezwungen auf die Effizienz zu achten. Am Ende wird bei DC der Ladeverlust auch nur aufgeschlagen.
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Re: Ladeverluste an CCS

Beitragvon TeeKay » So 1. Apr 2018, 19:24

Eine ABB Terra 53 hat einen Wirkungsgrad von mehr als 95%. Der Kunde sollte also eine Beschwerde an Fastned senden.

Abgesehen davon: Natürlich zahlt der Konsument Ladeverluste in jedem Fall - wer auch sonst? Wieso sollte er Ladeverluste bei DC-Ladung geschenkt bekommen.
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Re: Ladeverluste an CCS

Beitragvon PhoenixIQ » So 1. Apr 2018, 19:47

Danke für die Antworten. Dass der Kunde die Verluste zahlt wird wahrscheinlich so werden, mir war und ist jedoch nicht klar wie hoch diese sind. 37% erscheinen mir sehr hoch. Da wird die bessere Effizienz eines EVs fast schon ad absurdum geführt - dann noch höhere Preise als 25ct/kWh wie in Deutschland üblich weil der Schnelllader ja an der Autobahn steht und weil er ja schnell lädt - da muss man auf den Break Even aufpassen - ab wann man mit ICE günstiger fährt.

Was mich aber wirklich interessiert und damit möchte ich zum Thema zurück kommen: wie hoch sind die Verluste bei DC Ladung?

5% klingen jedenfalls besser als 37% - also liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen - oder wo genau? Abhängig von der Säule? Da als Konsument den Durchblick behalten ist schon anspruchsvoll.
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Re: Ladeverluste an CCS

Beitragvon 4630 » So 1. Apr 2018, 20:19

TeeKay hat geschrieben:
Eine ABB Terra 53 hat einen Wirkungsgrad von mehr als 95%. Der Kunde sollte also eine Beschwerde an Fastned senden.


Ich befürchte eher, dass der genannte Prospektwert von 94% Wirkungsgrad als ein "bis zu 94% unter Laborbedingungen bei perfekten Temperaturen" zu interpretieren ist. Gibt es eine normierte Messung für DC-Ladesäulen? Oder kann jeder quasi so messen, wie er will?

Ich kenne über meine eigenen anteiligen Kalkulationsberechnungen mindestens drei DC-Lader, bei denen der Wirkungsgrad im Winter deutlich schlechter zu sein scheint.
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Re: Ladeverluste an CCS

Beitragvon IO43 » So 1. Apr 2018, 20:30

Bei 37% Verlust würde die Säule glühen.
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Re: Ladeverluste an CCS

Beitragvon PhoenixIQ » So 1. Apr 2018, 20:39

Wieso? 20kW?
Ein 50kW Kühler für mobile Arbeitsmaschinen ist nichts ungewöhnliches. Von der Größe passt der in eine Säule.
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Re: Ladeverluste an CCS

Beitragvon TeeKay » So 1. Apr 2018, 20:45

Wenn man keine Ahnung hat... Schonmal an ner ABB Terra geladen? Nein? Dann wüsstest du, dass die Luft dort nur mässig erwärmt rauskommt. Woher sollen auch 37% Verlust bei voller Last kommen? Die Säule hat 80A Einspeisung für den DC-Teil. Macht 55,2kW für maximal 50kW Output. Der Wirkungsgrad bei maximaler Last, die in dem Fall anlag, da ein Ioniq in der Regel mit vollen 120A lädt, ist also 94%.
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