Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon dkt » So 18. Aug 2013, 06:19

me68 hat geschrieben:
... also ich würde das nicht machen - das schränkt mich zu sehr ein, verschleisst den Akku vermutlich zusätzlich und bringt nicht wirklich etwas ein.


Hallo Martin,

Deine Überlegung und Berechnung kann ich gut nachvollziehen, auch die Lösung mit dem eigenen Solarstrom. Das ist glaube ich, für die Situation wie sie sich heute darstellt, eine gute Lösung. Doch das ist leider nur die halbe Miete. Warum?

Gehen wir einmal von folgender Entwicklung aus. Wir schreiben das Jahr – sagen wir mal – 2030. Zu diesem Zeitpunkt nehme ich einmal an, dass es etwa 25 Millionen PKWs gibt die Elektrofahrzeuge sind. Weiter nehme ich an, dass bis dahin, die Batterien der Fahrzeuge in etwa Tesla S Größe haben also 80 bis 100 kWhs. Weiter gehe ich davon aus, dass die überwiegende Menge von national benötigtem Strom – vielleicht 80% - aus Wind und Sonne kommen.

Wenn es denn so eintritt, dann haben wir auf der einen Seite eine unglaubliche Speicherkapazität am Netz, auf der anderen Seite haben wir Wind- und Sonnenstrom am Netz, der leider nicht immer dann fließt wenn er gebraucht wird.

Was glaubst Du wird der Gesetzgeber nun machen?

Er wird mit Steuer und sanftem Druck durch Versprechen, die Elektroautobesitzer dazu bringen, nicht nur eine Mindeststundenzahl am Netz zu hängen, sondern auch einen Mindestspeicher dem Netz dabei zu leihen. Versüßen werden es die Stromproduzenten mit variablen Tarifen, also voller Speicher mit Billigstrom und Teilabgabe bei Höchstpreis. Denn das Netz hat dann damit mehr als genug Tagesspeicherkapazität, vor allem für die Sonne und akkumuliert über alle Akkus, auch langfristigen Speicher, vor allem für den Windstrom.

Das ist der Grund, warum z. Bsp. Siemens so intensiv an einem solchen System arbeitet. Flankiert werden kann das Vorhaben noch durch eine weitere, direkte Förderung zu den Autos, für eine – bis dahin hoffentlich genormte – Induktionslademöglichkeit, um daran teilzunehmen. D.h. im Auto wird eine genormte Induktionsladespule werksseitig bereits verbaut, bzw. – wie ich an anderer Stelle erwähnt habe der AC/DC Wandler, zwischen Motor und Batterie, als Schnellladesystem im Zweitnutzen verwendet.

Damit stünde dem Netz täglich ein gewaltiger Speicher zur Verfügung, der auch günstiger wäre, als z. Bsp. der Bau von Wasserspeicherkraftwerken, die zumal den Nachteil haben, dass sie sehr viel Energie verbrauchen, bzw. nur als Tagesspeicher nutzbar sind. Als Langzeitspeicher wären diese viel zu teuer und die Kapazitäten zu klein.

Problem ist die genormte Autotechnik für alle Elektroautos, bzw. der Schutz der Batterie vor zu hohen c Werten durch das Netz. Problematisch ist auch, ob die Politik in der Lage ist, überhaupt so langfristig vorzugehen.

Grüße

Dieter
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Beitragvon kai » So 18. Aug 2013, 08:48

Hi,

den Bürger zu irgendetwas verpflichten, wird nicht laufen. Außerdem gibt es die große Konkurrenz der Hausspeicher, die auch 24H am Netz zur Verfügung stehen.

Ich denke, das wird nur durch finanzielle Anreizsysteme gehen. Sonst würde ich jedenfalls meinen Hausspeicher nicht zugänglich machen. Elektroauto auch nicht.

Gruß

Kai
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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon me68 » So 18. Aug 2013, 09:12

dkt hat geschrieben:
Gehen wir einmal von folgender Entwicklung aus. Wir schreiben das Jahr – sagen wir mal – 2030. Zu diesem Zeitpunkt nehme ich einmal an, dass es etwa 25 Millionen PKWs gibt die Elektrofahrzeuge sind. Weiter nehme ich an, dass bis dahin, die Batterien der Fahrzeuge in etwa Tesla S Größe haben also 80 bis 100 kWhs. Weiter gehe ich davon aus, dass die überwiegende Menge von national benötigtem Strom – vielleicht 80% - aus Wind und Sonne kommen.

Hallo Dieter!

Warum sollen die Fahrzeuge so große Akkukapazitäten haben? Die werden vermutlich auch im Jahr 2030 noch schwer sein und viel Geld kosten oder zumindest viel Platz brauchen, aber vielleicht täusche ich mich. Für die täglichen Fahrten werde ich das nicht brauchen und für die Langstrecke sollten Schnelllader weiterhelfen. Ich denke nicht, dass es je so grosse Akkukapazitäten in den Autos geben wird - nicht in der Masse, vielleicht für spezielle Langstreckenfahrzeuge.

Aber nehmen wir das Szenario an: 25 Millionen Elektroautos mit 100kWh Akkukapazität im Jahr 2030 in Deutschland. Nehmen wir weiter an, die Hälfte der Akkukapazität steht als Energiespeicher für alternative Energieerzeuger zur Verfügung - macht: 25 Millionen * 50kWh = 1.250MWh, oder? Wie hoch ist der Strombedarf pro Tag in Deutschland? Wieviel Überschußstrom erzeugen alternative Energieträger, wenn im Jahr 2030 im Jahresschnitt 80% des gesamten Strombedarfs in Deutschland aus regenerativen Quellen wie Wind und Sonne stammen? Eine Idee? Passt das von den Größen grob zusammen?

Ich kenne nur http://www.sma.de/unternehmen/pv-leistung-in-deutschland.html. Am Ende der Grafik mit der aktuellen kumulierten Tagesleistung werden die drei ertragreichsten und ertragschwächsten Tage des Jahres gelistet. Da stehen dann 3 - 37 GWh bei den ertragsschwächsten und 119 - 179 GWh bei den ertragsstärksten dieses Jahr. Jetzt wäre noch interessant wieviel Strom Deutschland so pro Tag verbraucht. 1,25GWh davon zu speichern ist jetzt nicht soo viel, gefühlsmässig. Aber natürlich besser als nichts.

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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon smarted » So 18. Aug 2013, 09:17

Es geht am Anfang gar nicht so sehr darum, so viele GWh zu speichern, sondern mit dem Spitzlastbezug von vll. 1kWh pro Auto das Netz stabil zu halten, eine Art heutiges Pumpspeicherwerk.

Die Akkus werden in 2030 so leicht sein und dabei auch 200kWh haben, dass es einfach egal ist. Man kann ja jetzt schon das 10 fache speichern, nur ist die Haltbarkeit fast 0.
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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon me68 » So 18. Aug 2013, 10:11

smarted hat geschrieben:
Es geht am Anfang gar nicht so sehr darum, so viele GWh zu speichern, sondern mit dem Spitzlastbezug von vll. 1kWh pro Auto das Netz stabil zu halten, eine Art heutiges Pumpspeicherwerk.

Die Akkus werden in 2030 so leicht sein und dabei auch 200kWh haben, dass es einfach egal ist. Man kann ja jetzt schon das 10 fache speichern, nur ist die Haltbarkeit fast 0.


Hallo!

Schön wäre es, wenn sich die Akkutechnologie so schnell entwickeln würde, alleine mir fehlt der Glaube. Vielleicht wird's ja was mit der Luft-Ionen-Technologie ...

Unabhängig davon: warum soll ich dann den Akku mitschleppen? Da baue ich doch lieber stationäre Speicheranlagen. Jedes kg, welches ich unnötig durch die Gegend karre, kostet Energie!


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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon smarted » So 18. Aug 2013, 10:16

Das mag schon sein, aber die 600km wird man anpeilen. Da werden dann einige drüber sein (800km) und Andere kurz darunter. So war es bei Benzin ja auch. Nur der Diesel hatte das dann zerrissen. (Minimalverbrauch gerechnet)

Es sind schon richtig gute Akkus in der Testphase. Mir gefällt derzeit die Nickelverbindung. Das wird wohl der Nachfolger der LiFePO4 Akkus.
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Beitragvon me68 » So 18. Aug 2013, 11:22

Wie viele km fährst Du so im Schnitt täglich? Bei mir sind es ca. 50km.

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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon smarted » So 18. Aug 2013, 11:31

Das darf ich hier gar nicht schreiben. 11km an 76% aller Tage. Im Durchschnitt aber 27km/Tag.

Vor gut 15 Jahren waren es noch 20.000km/Anno.

Mir reichen die 140km des Smart zu 100%. Aber es wird dennoch so kommen, dass jeder der Hersteller mehr abbieten will. Oder warum gibt es 128GB SD Karten. :geek:
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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon dkt » So 18. Aug 2013, 13:10

me68 hat geschrieben:
Aber nehmen wir das Szenario an: 25 Millionen Elektroautos mit 100kWh Akkukapazität im Jahr 2030 in Deutschland. Nehmen wir weiter an, die Hälfte der Akkukapazität steht als Energiespeicher für alternative Energieerzeuger zur Verfügung - macht: 25 Millionen * 50kWh = 1.250MWh, oder? Wie hoch ist der Strombedarf pro Tag in Deutschland? Wieviel Überschußstrom erzeugen alternative Energieträger, wenn im Jahr 2030 im Jahresschnitt 80% des gesamten Strombedarfs in Deutschland aus regenerativen Quellen wie Wind und Sonne stammen? Eine Idee? Passt das von den Größen grob zusammen?


Hallo Martin,

wenn ich richtig rechne, dann sind das Terawattstunden. Und da sieht die Rechnung schon ganz anders aus.

„1 Terawattstunde (TWh) = 1000 Gigawattstunden (GWh) = 1 000 000 Megawattstunden (MWh) = 1 000 000 000 (1 Milliarde) Kilowattstunden (kWh)“

Die Tagesproduktion von nur Sonnenstrom liegt heute noch im Gigawatt Bereich.
Quelle: http://www.sma.de/unternehmen/pv-leistu ... hland.html

Grüße

Dieter
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Re: Wozu grosse Ladeleistungen bei Heimladestationen?

Beitragvon me68 » So 18. Aug 2013, 13:49

dkt hat geschrieben:
wenn ich richtig rechne, dann sind das Terawattstunden. Und da sieht die Rechnung schon ganz anders aus.

„1 Terawattstunde (TWh) = 1000 Gigawattstunden (GWh) = 1 000 000 Megawattstunden (MWh) = 1 000 000 000 (1 Milliarde) Kilowattstunden (kWh)“

Die Tagesproduktion von nur Sonnenstrom liegt heute noch im Gigawatt Bereich.
Quelle: http://www.sma.de/unternehmen/pv-leistu ... hland.html

Grüße

Dieter


Hallo Dieter!

Zwischen MWh & TWh liegen GWh - es sind 1,25GWh ...

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