Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon mlie » So 9. Aug 2015, 17:07

Und das TN-Netz üblich ist, mag in Österreich so sein, hier ist fast alles noch TT. Wer dann meint, sich "keinen FI aufschwatzen" lassen zu müssen, bekommt beim ersten halbdefekte Gerät Probleme.

Aber TT und ZOE sind ja sowieso zwei nicht ganz toll zueinander passende Sachen.
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon bastel42 » So 9. Aug 2015, 17:54

welcher FI von Doepke ist besser für das Laden von Elektroautos?

Typ A EV - speziell für Ladeeinrichtungen für Elektroautos entwickelt
oder
Typ B - ganz normaler TypB

Der EV ist teurer als Typ B aber speziell für Ladestationen entwickelt. Bringt das irgendwelche Vorteile?
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon Lokverführer » So 9. Aug 2015, 18:22

Es wurde hier ja schon angesprochen, der A EV ist eine Krücke die man erschaffen hat um ihn hinter A betreiben zu können. Typ B ist die technisch optimale Lösung, auch hinsichtlich Fehlauslösungen. Einziger Nachteil ist eben, dass er nicht hinter Typ A geschaltet werden darf.
Auf ebay auch häufig günstig zu bekommen, deutlich unter den Preisen von einem A EV am Markt.
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon Elektrofix » So 9. Aug 2015, 18:40

mlie hat geschrieben:
… hier ist fast alles noch TT…
Nö, hier ist das TN-Netz genauso verbreitet wie das TT-Netz. In jeder Stadt ist ein TN-Netz, weil Erden, die näher wie 20m zueinander sind, sich beeinflussen.
Städte wie Achim (bei Bremen) haben schon immer einen FI vorgeschrieben, weil sie die Trafoerde nicht unter 2 Ohm bekommen wollen. Du machst da die Verteilung auf und sieht einem FI mit Idelta 1A in Bakalite :shock:
mlie hat geschrieben:
Aber TT und ZOE sind ja sowieso zwei nicht ganz toll zueinander passende Sachen.
Wieso? Die ZOE ist zwar stromtechnisch ein dreckiges Auto (63A Belastung=Anschluss für ganzes Einfamilienhaus, Gleichspannungsrückspeisung ins Netz im Fehlerfall, zerstört bei Trippelladern gerne das Schütz, …), aber im Grunde spricht nichts gegen Zoe und TT-Netzen. Durch die Reifen ist jeder E-Auto mit der Erde verbunden, also TT-Netz :lol:
Oder hat die Erde von Stecker eine Verbindung zum Minis der Batterie :? dann wäre es ja ein TN-S-Netz.
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon Lokverführer » So 9. Aug 2015, 18:57

Gemeint war wahrscheinlich, dass Zoe ja den Erdungswiderstand misst. Wenn der nicht niedrig genug ist (etwa Trockenheit und ein Uraltbau ohne Fundamenterder) lädt Zoe nicht.
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon Elektrofix » So 9. Aug 2015, 19:06

Lokverführer hat geschrieben:
Gemeint war wahrscheinlich, dass Zoe ja den Erdungswiderstand misst. Wenn der nicht niedrig genug ist (etwa Trockenheit und ein Uraltbau ohne Fundamenterder) lädt Zoe nicht.

Was, :shock: die Zoe misst die Schleifenimpedanz. Die Franzosen spinnen doch, sollte das stimmen. Die Schleifenimpedanz darf nur mit 15mA gemessen werden, sonst klatsch der FI raus :!: Und ehrlich mit 15mA kann ich nur schauen, ob die Erde da ist oder nicht. Der Teststrom für einen richtige Messung der Schleifenimpedanz sollte ca. 2A sein.
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon mlie » So 9. Aug 2015, 19:18

Wenn ich mich an die wirklich ausschweifende Diskussion vor 2 Jahren recht errinnere: Es wird wohl die Differnzen N-PE gemessen, ein wenig nach Ladestart nochmal. Wenn zu Differenz zu hoch-> "Batterieladung unmöglich". Um zu gucken, ob die Erde da ist, reicht es ja offensichtlich.
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon Lokverführer » So 9. Aug 2015, 19:21

Ich hab das auch nur gelesen, was da genau die technische Lösung und die Kriterien sind, weiß ich nicht.
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon Elektrofix » So 9. Aug 2015, 20:23

mlie hat geschrieben:
… Es wird wohl die Differnzen N-PE gemessen, ein wenig nach Ladestart nochmal. Wenn zu Differenz zu hoch-> "Batterieladung unmöglich". Um zu gucken, ob die Erde da ist, reicht es ja offensichtlich.

Wie schon gesagt, die Spinnen die Gallier :mrgreen: aber intelligent ist es schon.
Die Zoe misst die tatsächliche auftretenden Berührungsspannung. Im TN-Netz sind zwischen N und PE nur 3-7 V Spannungsfall über den FI. Im TT-Netz können das leicht auch mal 15V sein. Bedenkt wir das Frankreich eines der wenigen Länder ist mit ausschließlich TT-Netz mach es sinn.

:? Nur wenn ich als E-Autobauer schon so etwas einbauen, dann muss ich davon ausgehen, das mein Heimatstromnetz so schlecht ist, das es den E-Müll den ich ins Netz zurückgeben nicht gut verkraften kann.
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Re: Welcher FI ist gemäß Norm vorgeschrieben?

Beitragvon JoDa » Mo 10. Aug 2015, 22:34

@Elektrofix
Habe versucht den Artikel im Wiki möglichst kurz und leicht verständlich zu gestalten.
Danke für deine höflichen Fragen, die es mir nun gestatten meine Aussagen im Wiki näher zu erklären und dabei auch Fachausdrücke zu verwenden.

Der Schutz vor Isolationsfehlern umfasst drei sog. Schutzpegel:
1. Indirektes Berührung (früher Körperschluss genannt)
2. Brandschutz
3. Direktes Berühren bzw. Personenschutz

Ad 1.) Der LSS schützt im TN-C-S Netz (das in Ö, D und CH Standard ist) vor Indirektem Berühren. Im (alten) TT-Netz wurde pro Hausanschluss ab Mitte der 1960er Jahre ein einziger FI mit einem Nennfehlerstrom (=Bemessungsfehlerstrom) <=500mA eingebaut. Bei noch älteren Hausanschlüssen wurde ebenfalls bereits ein Schutz bei Körperschluss (Schmelzsicherung, FU-Schalter) eingebaut.
Ad 2.) Zusätzlicher Brandschutz ist bei Betriebsstätten in denen sich Ladepunkte normalerweise befinden nicht notwendig.
(Nur notwendig bei Feuergefährdeten Betriebsstätten, Brennstofflager, in der Landwirtschaft).
Ad 3.) Schutz bei direktem Berühren ist bei fest verdrahteten Betriebsmitteln (z.B. Wallbox) nicht vorgeschrieben. Für die meisten laienbedienbaren Steckdosenstromkreise jedoch schon. Aber nicht für jeweils eine Steckdose die für den Anschluss nur eines „bestimmten Betriebsmittels“ errichtet wird (z.B. Ladekabel Mode 2).
Ad1.) und Ad3.) kann man in der VDE 0100-410:2007-06 nachschlagen. Ich empfehle zum Nachschlagen diese kompakte Zusammenfassung (Auswahl von Schutzeinrichtungen Seite 10, Ausnahmeregel Seite 14)

Am Beginn des Wiki-Artikels steht, dass ich gegen unnötige teure FIs bin.
Im Text wird dann ausgeführt, dass als zusätzlicher Schutz mindestens ein 30mA FI TypA laut VDE 0100 722:2012-10 Abschnitt 722.531.2 vorgeschrieben ist.
Dieser 30mA FI TypA deckt alle drei Schutzpegel ab:
Indirektes Berühren ab Nennfehlerstrom <=500mA, Brandschutz ab <=300mA, Personenschutz ab <=30mA
Daher bin auch ich für die Verwendung solcher 30mA FI TypA (Baumarktpreis 30-50€) !

Netzgeräte verbinden elektronische Geräte (benötigen Gleichstrom) mit dem Stromnetz (=Wechselstrom). In den letzten 10-20 Jahren haben sich trafolose Netzgeräte (kleiner, höherer Wirkungsgrad) durchgesetzt. Dadurch sind nun bei Isolationsfehlern auch glatte Gleichstromfehlerströme und hochfrequente Fehlerströme möglich (z.B. Schaltnetzteil mit Leistungsfaktorkorrekturfilter PFC). Daher drängen FI-Hersteller (die natürlich in den Normungsgremien verträten sind) auf die verpflichtende Einführung von FI-TypB bzw. FI-TypB+. Meiner Meinung nach genügt zumeist Geräteseitig eine Schutzisolierung.
Beim Anschluss von hochpreisigen Betriebsmitteln (Umrichter, Photovoltaikanlage, Elektroauto) sind in den Ausführungsnormen mittlerweile bereits FI-TypB wahlweise vorgesehen.
Ein FI TypB oder TypA-EV (300-500€, ebay TypB ab 200€) ist jedoch, außer für die ZOE, laut derzeit geltenden deutschen Normen nicht notwendig.
Renault ZOE Intense - Neptun grau - seit 9/2014
Bild (inkl. Ladeverluste)
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